Grenzen verschwimmen

COVER-ALBUM-Aus dem italienischen Bologna stammt das 2015 gegründete Trio European Ghost. Für Texte und Gesang zeichnet sich Cristiano Biondo verantwortlich, Bassist Giuseppe Taibi programmiert außerdem die Drums und bedient ebenso zusätzlich den Synthiesizer wie Gitarrist Mario D’Anelli. Der Titel ihres neuen Albums No Peace, No Sleep, No Shelter ist von dem italienischen Dichter Emanuel Carnevali entlehnt, der den haluzinogenen Traum eines amerikanischen Einwanderers beschrieben hat. Bereits das Vorgängeralbum Collection of shadows hatte mich begeistert (Link zur Review), um so mehr bin ich nun gespannt, wohin die Traumreise geht. Weiterlesen

Into the wild

2018 begann der Katzenclub die höchst erfreuliche Tradition, nicht nur einzelne Konzertabende zu veranstalten, sondern auch ein eintägiges Festival, damals anlässlich von fünf Jahren Katzenclub. 2019 gab es eine Neuauflage, und dann gab es … Corona. Erst an Ostern 2022 konnte das nächste Festival stattfinden. Seither hat sich zum Glück einiges in der Konzertlandschaft stabilisiert – längst nicht alles! -, weshalb dem heutigen Tag im Feierwerk hoffentlich nichts im Weg steht. Die Bandauswahl ist mit She Past Away, Minuit Machine, Agent Side Grinder, Buzz Kull, Bragolin und Bathead Zucker und zieht nicht nur Münchner Schwarzvolk, sondern auch Gäste aus anderen Städten. In den früheren Jahren hat es sich fast ein bisschen wie ein Mini-WGT angefühlt – wenn auch ohne Trambahnfahrten -, so außerhalb jeglicher Festivalsaison, und ich bin mir sicher, dass das heute auch wieder gelingt. Das Young & Cold-Label aus Augsburg ist nicht nur mit Künstler*innen, sondern auch mit einem Stand vertreten, womit auch fürs Geldausgeben gesorgt wäre. Weiterlesen

Gorecrusher Tour 2022 – oder:
Nie wieder Klopapier

P1230400Auch der München-Termin der Gorecrusher-Tour ist wie schon so viele andere zuvor zweimal verschoben worden, doch heute findet das Grind-Fest endlich statt. Grindcore, das ist doch irgendwas mit Grunzen und einem damit verbundenen Höllenlärm? Ich muss ehrlich zugeben, das Genre ist (von Napalm Death einmal abgesehen) relativ neu für mich. Ich habe in letzter Zeit viel Crust Punk gehört, und so bin ich irgendwann auf das Obscene-Extreme-Festival in Tschechien gestoßen, von dem es etliche faszinierende Videos auf YouTube gibt. Auch alle drei Bands des heutigen Abends sind dort schon aufgetreten. Zwar erwarte ich heute keine Schlacht der Gummiaufblastiere, dennoch habe ich mir zum ersten Mal seit Pandemiebeginn die Kamera geschnappt, um den Abend festzuhalten. Manchmal muss man eben einfach ins kalte Wasser springen und etwas Neues wagen. Als Warm-Up war ich am Montag zuvor bereits bei Full of Hell, Sanguisugabogg und JAD, wobei Sanguisugabogg meine eindeutigen Favoriten waren. Aber das nur am Rande. Weiterlesen

Ellereve – „Photographs“

Nach der Veröffentlichung ihrer Debüt EP Heart Murmurs  (2020) und weiteren Singles in den letzten zwei Jahren, präsentiert Ellereve mit ihrer aktuellen Veröffentlichung „Photographs“ erneut einen eindringlichen und ergreifenden Song, der von einem wunderschönen Video begleitet wird.

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Die Götterdämmerung naht

Gö-FrontcoverDie Bandgründung von Götterdämmerung reicht bis ins Jahr 1991 zurück, und das Debütalbum A body and birthmark erschien 1994 auf dem damals legendären Label Dion Fortune. Ihr nun mehr achtes Album Intensity zone ist nun zehn Jahre nach dem Vorgänger Urban Gothic erschienen. Natürlich gab es in der Zeit auch Veränderungen bei den in Berlin lebenden Niederländern. So hat Gitarrist Almar David den Gesang von Guido Van Nieuwpoort übernommen, Emilio Cordero Checa (auch bei Soma 101 tätig) ist als zweiter Gitarrist dazugestoßen, und Marc Bijl ergänzt die Band am Bass. Weiterlesen

Und plötzlich ist alles anders …

Jeden Morgen nehmen sie denselben Zug nach London, die Passagiere in Wagen 3. Iona, eine Ratgeberkolumnistin und extravagante Erscheinung, hat sich sogar Namen für ihre Mitreisenden ausgedacht: Der-einsame-Teenager, Die-hübsche-Leseratte oder Der-arrogante-Breitbeinige. Als routinierte Pendler wechseln sie kein Wort miteinander. Bis sich der Breitbeinige eines Tages an einer Weintraube verschluckt und womöglich erstickt wäre, hätte ein junger Mann ihn nicht gerettet. Dieser Einsatz des Krankenpflegers Sanjay bewirkt ein Wunder: Die Menschen im Zug beginnen miteinander zu reden. Aus sechs Fremden, die nichts gemeinsam haben als ihren Arbeitsweg, wird eine Gemeinschaft, in der alle füreinander da sind. Denn Hilfe braucht jeder von ihnen auf die eine oder andere Weise. Weiterlesen

Nicht im goldenen Käfig

Golden-ApesGolden Apes sind mittlerweile ein echtes Urgestein der deutschen Untergrund-Szene, hatten sie doch seit ihrer Gründung in Berlin 1998 in wechselnden Besetzungen ganze zwölf Alben aufgenommen, wenn ich richtig gezählt habe. Die Konstanten im Bandgefüge sind die Brüder und Gründungsmitglieder Peer Lebrecht (Gesang und Keyboard) und Christian Lebrecht (Bass). Die weiteren Mitglieder sind aktuell Gerrit Haasler (Gitarre), Frank Flenz (Gitarre) und Joe Tyburn (Schlagzeug), mit denen zusammen das neue Album From the sky bei Icy Cold Records herausgebracht worden ist. Der Bandname ist übrigens einem Wortspiel aus Also sprach Zarathustra von Friedrich Nietzsche entlehnt. Weiterlesen

Hammershøi ist ein französisches Elektro-Duo, das 2020 gegründet wurde. Nach ihrem Debüt Hammershøi haben Anne Dig und Ben Montes im letzten Jahr ihr Album Cathédrales beim Schweizer Label Dark Nights veröffentlicht. Mit ihrem 80er-Sound, der durch einen kontrastreichen und herausfordernden Gesang begleitet wird, erschaffen Hammershøi kraftvolle Rhythmen aus fesselnder Elektronik für die dunklen Tanzflächen.

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