Eyes Of Another – „Faint young sun“

Eyes Of Another – das sind Colin van Eeckhout (Amenra), Lennart Bossu (Amenra, Oathbreaker) und Techno-DJ und Produzent Cellini, die mit „The faint young sun“ (VÖ. 28. Mai) ihren ersten gemeinsamen Song präsentieren. Der melancholische Track bewegt sich am Schnittpunkt unterschiedlicher Genres, verbindet pulsierende Elektronik mit Metal und wird von Colin H. van Eeckhouts wunderschönem Gesang begleitet – ein emotionales Musikstück aus fragilen Melodien und eindringlichen Riffs. Colin van Eeckhout, Lennart Bossu & Cellini ergänzen sich wunderbar mit ihren musikalischen Ideen und beschreiten neue  Wege jenseits von ihren Hauptprojekten, und „Faint young sun“ ist hoffentlich erst der Beginn einer noch lange währenden musikalischen Reise dieses spannenden Projekts!

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Das Green Book – Rassismus in den USA früher und heute

Cover-Overground-railroadSeit Wochen toben in den USA – und auch in anderen Ländern – emotionale Proteste gegen herrschende rassistische Strukturen und systematische Benachteiligung von BPoC und anderen Minderheiten. Auslöser war die völlig überzogene Gewalt seitens der Polizei bei der Festnahme des Schwarzen George Floyd, die schließlich in seiner grausamen Ermordung resultierte (ihr wisst schon, fast neun Minuten mit einem Knie im Nacken …) – ja, das ist jetzt bewusst so formuliert, denn wer die Videoaufnahmen gesehen hat, kann eigentlich zu keinem anderen Ergebnis kommen. George Floyds Tod ist in gewisser Weise symbolträchtig, aber nur ein Beispiel für jahrzehntelange, jahrhundertelange Diskriminierung von Schwarzen in den USA, die auch mit dem Civil Rights Act von 1964 nicht abgenommen hat und oft nicht mal subtiler geworden ist. Auch in Deutschland haben wir ein massives Rassismus-Problem, und um diese Strukturen zu verstehen, lohnt ein Blick in ein anderes Land und dessen rassistische Geschichte. Weiterlesen

Der mit dem BMX tanzt

Parking-DanceParking Dance ist das musikalische Projekt von Matthieu Bonnécuelle aus dem französischen Toulouse, das dieser 2017 ins Leben gerufen hat. Das ist jedoch nur eins seiner Talente, wie man seiner Homepage entnehmen kann. Er fährt außerdem BMX, arbeitet als Grafiker und macht Video-und Performance-Kunst. Die Kombination empfinde ich in der Form als überraschend, aber Vielseitigkeit ist an sich nie schlecht. Nach mehreren EPs hat Matthieu im Dezember seine erste volle LP auf Icy Cold Records veröffentlicht. Wer wegen BMX nun eine Art Skate Punk erwartet sieht sich schnell eines Besseren belehrt. „What more?“ fragt Matthieu mit Parking Dance – hören wir uns es an. Weiterlesen

He’s lost control

John-SavageJoy Division sind eine der wichtigsten subkulturellen Musikbands, deren Einfluss für Bands in den Bereichen Post Punk, Dark Wave, Gothic und Indie Rock bis heute ungebrochen ist. Und deren Sänger Ian Curtis wurde durch seinen Selbstmord zum Mythos. Eine Woche vor seinem 40. Todestag halte ich das Buch in meinen Händen, und so beschließe ich noch zu warten. Der 18. Mai erscheint mir nur allzu richtig, um mit dem Lesen zu beginnen.
Im vorliegenden Buch handelt es sich mitnichten um eine Biographie, auch wenn die Bandkollegen Peter Hook, Bernard Sumner und Stephen Morris natürlich eine prominente Stellung haben. Stattdessen kommen außer ihnen eine Menge weiterer Zeitzeugen zu Wort, die zum Teil aus dem engsten Umfeld von Joy Division stammen. Darunter sind unter anderem die beiden Frauen in Curtis‚ Leben, Deborah Curtis und Annik Honoré, Manager Rob Gretton und Tony Wilson, gemeinsame Gründer des Independent-Plattenlabels Factory Records, Tourmanager Terry Mason sowie Produzent Martin Hannett. Und so wird man auch als langjähriger Fan mit Einblicken überrascht, die man so noch nicht kennt. Weiterlesen


2016 gegründet, präsentieren drei Stuttgarter im November 2019 das Post-Punk-Debütalbum von Phileas Fogg: Kopf, unten. Benannt nach der gleichnamigen Romanfigur aus dem JulesVerne-Roman In 80 Tagen um die Welt, lädt die Band zu einer spannenden musikalischen Reise durch ihre düster gehaltenen, elektronisch infizierten Klangwelten ein. Interessant, wie ich finde, das gilt es sich näher zu betrachten. Andreas (Gitarrist und Sänger der Band) hat die Antworten zu meinen Fragen geliefert. Weiterlesen

Kite – „Teenage Bliss“

Nach der EP Tranås/Stenslanda haben Kite „Teenage Bliss“ am 05.06. veröffentlicht.  In Zusammenarbeit mit Benjamin John Power als Koproduzent erschien damit eine Vermischung von früher und heute, es steckt wieder einmal viel Nicklas Stenemo und Christian Berg drin, wenn auch der Text reduzierter erscheint.  Unter anderem hört man: “Teenage bliss, there ain’t no consequences in your life and you don’t know what tragedy is” – wir meinen: Und das ist auch gut so.

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Plötzlich allein – und ein Ekelpaket!

Tonys Frau ist an Brustkrebs gestorben. Übel. Denn die ganze Beziehung und das Sozialleben des Paares basierte wohl auf dem Agieren seiner Frau. Jetzt ist Tony down, übellaunig, eigentlich will er sich das Leben nehmen. Doch da der gemeinsame Hund noch Bedürfnisse anmeldet, muss er irgendwie zumindest rudimentär funktionieren. Der Hund will essen, Gassi gehen, womöglich spielen. Es kostet Tony Kraft, doch er tut es, zumal der Hund damals verantwortlich dafür war, dass sein Suizidversuch nicht gelang. Wenn du dir im Wasser das Leben nehmen willst, an Land aber dein dich liebender Hund Amok bellt, dann musst du wieder an die Oberfläche tauchen. Und ab da für den Hund da sein.  Weiterlesen

The beginning and the end

Back-from-hellShock Therapy wurden 1984 in Detroit von Gregory John McCormick, den meisten besser bekannt als Itchy, und Keith E. Jackson gegründet. Der Name der Band kommt nicht von ungefähr, denn nach mehreren Psychiatrie-Aufenthalten nutzt Itchy die Musik als Ventil für seine persönliche Therapie. Der Szene-Klassiker „Hate is a 4-letter word“ sollte jede*m Gothic ein Begriff sein und wird noch heute regelmäßig aufgelegt. Leider starb Itchy überraschend und tragisch 2008 kurz nach einem längeren Gefängnisaufenthalt. Er wurde nur 44 Jahre alt.
Das nun posthum auf I Am Surprised Records veröffentlichte Album Back from hell ist das letzte von Itchy und stammt aus dem Jahr 2008. Labelchef Peter Ehrenfeld betrieb seinerzeit mit Itchy zusammen ein Studio und verwaltet in Kooperation mit dessen Witwe das musikalische Erbe. Wo es nötig gewesen ist, hat Per Anders Kurenbach, der Keyboarder von Shock Therapy, die Kompositionen final bearbeitet. Weiterlesen