Tiefste menschliche Abgründe

 

Ein junges Mädchen stürzt in Stockholm von ihrem Balkon in die Tiefe. Es sieht nach Selbstmord aus und findet deshalb wenig Beachtung bei der Polizei. Doch Kevin Jonasson, ein junger, introvertierter Kriminalbeamter, spürt dem nach. Er findet heraus, dass sich die Tote kurz zuvor mit einem Unbekannten getroffen und sich prostituiert hat. Es verschwinden parallel zwei junge Mädchen aus einem Heim bei Uppsala. Jonasson findet eine Spur zu einem Mann, den man „Puppenspieler“ nennt, und von dem die Polizei nur weiß, dass er sich online junge Mädchen für gewisse Zwecke sucht. Sie alle werden missbraucht. Kevin Jonasson, privat ein Film-Nerd, hat beruflich sein Aufgabengebiet im Bereich Internetkriminalität. Bei der Sichtung und Analyse pornographischer Bilder und Videos fällt ihm eines Tages eine junge schwarze Frau auf, weil sie Ähnlichkeit mit Grace Jones in Filmen aus den 70er Jahren hat. Es ist Mercy, eine der beiden Verschwundenen aus dem Heim. Die Sache kommt ins Rollen. Weiterlesen

Rock-Pop trifft auf Synthpop

Wie es halt manchmal so im Rezensent*innen-Leben ist: Man bekommt eine CD und legt sie für später auf die Seite, denn so ganz lässt einen das Gehörte doch nicht los. Die Zeit vergeht, aber dann ist endlich der Augenblick gekommen, um über Break in the clouds zu sinnieren. Plexiphones veröffentlichten damit im November 2019 ihren dritten Longplayer, die zwei vorhergehenden Scheiben waren dem Power Pop zuzurechnen, mit der neuen geht es eher in Richtung Synthpop, unterstrichen von einer zuweilen rockigen Beigabe, sei es im Gesang oder in der Instrumentierung. Weiterlesen

Synthesen

Ein bisschen ist es ja ein zweites Jubiläumsalbum, oder man könnte diesen Eindruck haben: Zehn Jahre musikalischer Output von Phasenmensch, Material von fünf Alben, zuletzt das 2019 erschienene Haunted (The gentle indifference of the world) (Review), wurde für dieses Remix-Album von einer Schar Mitmusiker*innen umgeschrieben, umgespielt und gefeiert. Über zwanzig Titel, über zwei Stunden Spielzeit, da muss man gar nicht erst versuchen, einen Track-by-track-Durchgang zu schreiben. Darum zuerst nur kurz die Zahlen: Von den 22 Titeln sind 21 Remixe, 20 davon von Kolleg*innen unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung, einer ist ein Eigen-Rework in bewährter Zusammenarbeit mit ICD-10. Dazu kommt als Opener ein neuer Track, der in Zusammenarbeit mit Antoine Saint-Martin entstanden ist. Und ich bin froh, dem Einzeldurchgang schon durch diese schiere Fülle von der Schippe zu springen; er könnte einem Album ohnehin nicht gerecht werden, bei dem die Beziehung der Stücke zueinander und zum jeweiligen Original fast ebenso tragend ist wie die musikalische Qualität der einzelnen Tracks.
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Heute stellen wir euch Cemetery Sex Fairies vor: Das Trio (Tinka, Belle und Prof. Pan) kommt aus dem Raum Bonn und macht seit dem Sommer 2019 zusammen Sentimental Wave mit Einflüssen aus unter anderem Elektronischer Tanzmusik und der Musik der frühen Achtziger. Ihr Debütalbum The Liquid Source of Joy and Horror ist seit dem 1. Mai auf den Markt. Weiterlesen


Resilienz – von lateinisch „resilire“: „zurückspringen“, „abprallen“ – ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit.

„Für mich steht das Album Resilience für die Fähigkeit, trotz Rückschlägen schnell wieder aufzustehen und seinen Weg weiterzuverfolgen“ erläutert Sänger/Gitarrist Raffael „Schlo“ Trimmal den Titel des dritten Longplayers der österreichischen Metal Helden Black Inhale. Zusammen mit Drummer Boris Balogh stand er „vor einem Scherbenhaufen. Unmittelbar vor dem Songwriting mussten wir Bass und Gitarre neu besetzen und hatten keine Ahnung, wie schnell und gut uns das gelingen wird …“. Weiterlesen

Konsequente Weiterentwicklung

Ich denke, zu den aus Stockholm (Schweden) stammenden Mitbegründern des Death/Doom Metals Katatonia bedarf es keiner größeren Einleitung. Während ihrer fast schon biblischen 29-jährigen Bandgeschichte haben sie insgesamt zwölf reguläre Alben veröffentlicht. Das 1993 veröffentlichte Dance of December Souls wird heute noch gern von mir gehört. Ihr anfänglich gespielter Death/Doom Metal wich im Laufe der späteren Alben einem Dark Progressive Metal, der die Hörer der Band spaltete. Die Konstante Melancholie jedoch ist geblieben, genauso wie die zwei Gründer Jonas Renkse (Drums, Vocals) und Anders Nyström (Bass, Keyboard). Nach ihrer letzten Veröffentlichung The Fall of Hearts aus dem Jahr 2016, das musikalisch wohl eines ihrer besten Werke war, folgt nun das neue Album City Burials über ihr Haus- und Hof-Label Peaceville Records. Genug der Worte, lassen wir die Musik sprechen! Weiterlesen

Die Toten wollen wieder alleine sein

SLIME_wem_gehört_die_Angst

Die Hamburger Punk-Band Slime ist seit 1979 aktiv und gehört damit gleichzeitig zu den ersten und dienstältesten unter den deutschen Punk-Kapellen. Naturgemäß hat die Band einige Höhen und Tiefen durchlebt, es gab Streitereien und Musikerwechsel, auch zweier Bandauflösungen zum Trotz sind Slime im Jahre 2020 noch immer da. Slime, das sind die drei Urgesteine Michael „Elf“ Mayer, Christian Mevs (beide Gitarre) und Sänger Dirk „Dicken“ Jora sowie Bassistin Nici und Schlagzeuger Alex Schwers, die auch schon seit 2010 an Bord sind. Auch im fernen München stellen sie immer wieder ihre Live-Qualitäten unter Beweis, ob akustisch mit reduzierter Besetzung (Lesung zu Deutschland muss sterben) oder mit der vollen Show (Link 28.10.2016). Anlass genug, um der Frage Wem gehört die Angst auf den Grund zu gehen. Weiterlesen

„Wenn der Mensch gestorben ist, ist er tot. Das ist sicher, also todsicher, wie man so sagt.“

Im Karl Valentin Gymnasium in der Münchner Altstadt ist ein Feuer ausgebrochen, im Keller wird die Leiche der stellvertretenden Direktorin Marianne Eichstätt geborgen. Ein Jahr zuvor starb im Gymnasium der 17jährige Schüler Fabian Brühl auf mysteriöse Art und Weise. Je tiefer Hauptkommissar Tom Perlinger und sein Team graben, desto brisanter wird die Lage. Der Täter hat bereits die nächsten Opfer im Visier. Und Tom hat keine Ahnung, dass der Feuerteufel auch mit seinem persönlichen Schicksal zu tun hat. Weiterlesen