Unterwegs: Münchner Gschichten: Skurrile Klohäuschen

Wenn Bedürfnisanstalten plötzlich ganz andere Bedürfnisse befriedigen

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„W und C – diese beiden Buchstaben sind in Bayern omnipräsent. Ob am Bahnhof, in Lokalen oder an der Tankstelle. Als ich „WC“ zum ersten Mal an einer Tür gelesen habe, dachte ich an das Wort Welcome. Es dauerte aber nicht lange, ehe ich begriff, wofür „WC“ eigentlich steht.“ Diese Zeilen schrieb Olaleye Akintola in einer Kolumne* in der SZ. Bis zu seiner Flucht 2014 schrieb er in Nigeria für eine überregionale Tageszeitung. Akintola kennt also den Unterschied von nigerianischen und deutschen Toiletten. So richtig einladend sind aber auch deutsche öffentliche Toiletten nicht. Es sei denn, diese:

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Buch: Miriam Lancewood – In der Wildnis bin ich frei

Aussteigerin berichtet über ihr Leben fernab der Zivilisation

Die Sportlehrerin Miriam Lancewood liebt die Natur über alles. Sie bereiste schonML-IdWbif zahlreiche Länder, auf eine dieser Reisen lernte sie Peter kennen. Gemeinsam beschließen sie in Neuseeland in der Natur zu leben und sich von dem zu ernähren, was die Erde und der Wald ihnen bietet. Sie verlassen ihr gemietetes Haus, nur sehr wenige Dinge werden mit in die Wildnis genommen. Der Rest wird bei einem Freund eingelagert. Miriam erlernt das Schießen mit Pfeil und Bogen und jagt mit der Zeit Wildziegen und Opossums.

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CD: Armory – The search

Hisingen warriors

Armory_The_SearchDer Metal-Underground ist nicht tot, vor allem in Schweden nicht. Immer wieder schießen neue Bands hervor, und das stets auf einem hohen Niveau. Made in Sweden ist schon fast ein Gütesiegel geworden, egal in welcher Musikrichtung. Aus Göteborg stammt das klassische Quintett Armory mit den Gitarristen G.Sundin und Ingelman, Bassist Anglegrinder, Drummer Ace und Sänger Konstapel P, die sich dem Speed Metal der 80er-Jahre verschrieben haben. Weiterlesen

CD: Chanid – Lucifer

Chanid-Lucifer

Willkommen in der Hölle!

Vor sieben Jahren erblickte Chanid in Polen das Licht der Welt. 2014 folgte dann eine beachtliche Demo (Misterium), danach herrschte erst einmal Grabesstille. Doch wer den Fünfer als Totgeburt abtun wollte, sah sich im Mai diesen Jahres eines Besseren belehrt, denn da ließen Chanid ihr Debütalbum Lucifer auf die Welt los: Eine halbe Stunde knüppelharten, eiskalten, bitterbösen Black Metal, der sich in acht blasphemischen Tracks ganz Oldschool mit dem Finsteren Fürsten befasst. Weiterlesen

Konzert: 02.07.18 Wolves in the Throne Room + Wolvennest, Feierwerk/Hansa 39, München

Ein Abend unter Wölfen

Was hilft besser gegen den Montagsblues als zwei abgefahrene Bands mit spannender Herangehensweise an das Genre „Black Metal“? Richtig: Gar nichts. Deswegen fanden sich an einem lauen Montagabend im Feierwerk (Hansa 39) auch nach einem proppenvollen Konzertwochenende einige schwarzgewandete Menschen ein, die sich Wolvennest und Wolves in the Throne Room nicht entgehen lassen wollten – genug, um für ordentlich Stimmung zu sorgen, aber nicht so viele, dass man wie die Sardinen vor der Bühne gestanden hätte, was bei den Temperaturen sehr, sehr angenehm ist. Weiterlesen

News: Erdling veröffentlichen dritten Langspieler „Dämon“ am 27. Juli

Erdling - DämonAm 27. Juli melden sich Erdling zurück. Als drittes Studioalbum schickt die Band um Neill Freiwald den Dämon ins Rennen. Dazu wurde jetzt der erste Song „Tieftaucher“ als Lyricvideo veröffentlicht.

Es dauerte nicht lange, da waren Erdling nach Veröffentlichung ihres Debütsongs „Blitz und Donner“ in aller Munde. Mittlerweile ist das Quartett um Sänger Neill Freiwald längst vom Geheimtipp zu einer der angesagtesten Szene-Bands im deutschsprachigen Raum avanciert. Ausverkaufte Tourneen und zwei Alben in den deutschen Charts sprechen für sich.
Auf Album Nummer drei beschwören Erdling eine Kreatur aus Metal, Elektronik und Neuer Deutscher Härte, die sich erbarmungslos in die Gehörgänge rockt. Weiterlesen

Sick Midsummer Austria IX – Bandporträt: Helrunar

Helrunar_logo

„In ein naeblig Nacht geborn …“

Der schwarzmetallische Headliner auf dem diesjährigen Sick Midsummer Austria ist ein besonderes Schmankerl, das man nicht oft vorgesetzt bekommt: Helrunar aus NRW ziehen auf den Bäckerberg, um uns mit ihren eindringlichen Kompositionen ordentlich einzuheizen. Dass Helrunar, bestehend aus Sänger Marcel „Skald Draugir“ Dreckmann und Drummer Sebastian „Alsvartr“ Körkemeier, live unterstützt von Árni (Leadgitarre), Stefan (Gitarre) und RW (Bass), das können, haben sie nicht zuletzt auf dem Dark Easter Metal Meeting 2013 und 2017 eindrucksvoll unter Beweis gestellt – und das trotz oder gerade wegen ihrer nicht ganz einfachen, ja geradezu sperrigen Musik, die irgendwo zwischen Pagan, Doom und Black Metal angesiedelt ist. Weiterlesen

Buch: Cixin Liu – Der dunkle Wald

Ein außergewöhnliches Stück SciFi-Literatur

Liu_CDer_dunkle_Wald_v5_170887Jahr Drei der „Krise“ – die Gesellschaft der Erde versucht nach wie vor, die Tatsache zu akzeptieren, dass eine Flotte hochentwickelter Außerirdischer auf dem Weg zur Erde ist, um sie zu besiedeln, da ihr eigener Planet Trisolaris aufgrund der unvorhersagbaren Bahn dreier Sterne um ihn nahezu unbewohnbar ist. Jedoch wird die Invasion der Trisolarier erst in 400 Jahren kommen – das sollte doch genug Zeit sein, um sich vorzubereiten? Schließlich hat die Menschheit es in nur 150 Jahren geschafft, den Standard der Technologie von Dampfmaschine auf Computer zu heben. Doch die Grundlagenforschung ist noch immer durch die Trisolarischen Sophonen blockiert und Fortschritt daher nur begrenzt möglich. Noch dazu ermöglichen die Sophonen Trisolaris, jedes Gespräch abzuhören und jedes Dokument mitzulesen. Daher ruft der PDC – der Planetenverteidigungsrat – eine einzigartige Maßnahme ins Leben: Die Wandschauer-Initiative. Vier Menschen werden nahezu unbegrenzte Fördermittel zur Verfügung gestellt, um eine Taktik für die Verteidigung gegen Trisolaris zu entwickeln, doch das Wichtigste ist: Niemand außer ihnen darf ihren Plan kennen, da die Sophonen sonst sofort Informationen an Trisolaris weiterleiten könnten. Drei Wandschauer werden aus Politik, Forschung und Diplomatie ausgewählt. Doch der vierte, Luo Ji, ist ein erfolgloser, unmotivierter Unidozent mit einem Interesse für Astronomie und Soziologie. Sein Plan erscheint so einfach wie durchgeknallt: Luo Ji verflucht einen Stern. Und erst über zwei Jahrhunderte später wird sich zeigen, was das zu bedeuten hat.

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