DURCHHALTEN – aber nicht ohne Spaß!

Luftkraft_Feine_Nudeln_KlopapierLuftkraft erklärt dazu:
Die meisten Ideen verschwinden ganz schnell wieder. In diesem Falle wurde eine ganz schnell Realität. Mittags begonnen, gegen Mitternacht
waren Song und der dazugehörige Videoclip fertig gestellt. Das ist die kurze Geschichte der Single „Feine Nudeln Klopapier“.
Motiviert von der universellen Panik, die das Land ergriffen hat, und entnervt von den permanenten Bildern leerer Nudel- und Klopapierregale ging Cris „HC Luvcraft“ Frickenschmidt ans Werk. Minimal und kompromisslos ist das gehörte Ergebnis. Ein tanzbarer Track mit Ohrwurmcharakter, der ein kleines Amüsement in einer ungewöhnlichen Zeit sein möchte. Nicht mehr, nicht weniger.
Bleibt gesund – und tanzt einfach weiter! Weiterlesen

I love not man the less but nature more

nightwish-human-nature-coverGroße Dinge tun sich bei Nightwish, den finnischen Symphonic-Metal-Künstler*innen, denn für den 10. April ist das neue Album Human.:II:Nature. bei Nuclear Blast angekündigt. Fünf Jahre sind seit dem letzten regulären Album Endless forms most beautiful vergangen, das schon eine Nightwish-typische Wundertüte an Komplexität und Kreativität war und auf der ganzen Welt einschlug; unter anderem war es Nummer Eins der Albumcharts in Finnland und Tschechien und Nummer Zwei in Deutschland. Die dazugehörige Welttour war ebenfalls ein Triumphzug, woraus auch das Buch „We were here“ von Timo Isoaho entstanden ist (die deutsche Fassung ist in der Übersetzung von Tina Solda bei Edition Roter Drache erschienen und kann hier bestellt werden). Danach brachte die Band das Decades-Doppelalbum heraus, eine Best-of-Scheibe mit remasterten Versionen der größten Hits. Auch hier folgte eine Welttournee, das Konzert in Buenos Aires wurde auf der dazugehörigen Decades-DVD/Blu-ray verewigt. Ganz auf dem Trockenen saßen die geneigten Fans also nicht, doch jetzt ist es Zeit für brandneues Material. Schwarzes Bayern hatte die Gelegenheit, am 19. Februar bei einer Listening Session in einem Münchner Hotel das Album anzuhören und sich danach auch noch ein bisschen mit Sängerin Floor Jansen über das soeben Gehörte zu unterhalten. Weiterlesen

French Freaks

Wenn man an Batcave und Deathrock denkt, kommen den meisten Namen aus England (Alien Sex Fiend, Sex Gang Children) und Kalifornien (Christian Death, 45Grave) in den Sinn. Doch in einem von unbeugsamen Galliern bevölkerten Dorf – ok, lassen wir das. Dennoch, in den frühen 80ern gründete der damals erst dreizehnjährige Emmanuel Hubaut, manchen besser bekannt als Count of Eldorado, zusammen mit Goliam in der französischen Normandie Les Tétines Noires. Sie saugen besagte Einflüsse auf und erweitern diese um zum Teil vom Dadaismus inspirierte französische Texte und eine starke künstlerische Komponente und arbeiten wiederholt mit dem Künstler Joël Hubaut zusammen. 1998 wurden sie schließlich sogar von Christian Death gecovert. Weiterlesen

Das richtige Album

darkswoon_bind_coverPortland, Oregon, dieses Herkunftsetikett legt die Messlatte hoch. Die Liste der kleinen und großen, obskuren, einflussreichen oder auch maßgeblichen Indie- und Untergrund-Sterne, die ihre Wurzeln in der dortigen Musikszene haben, ist ellenlang, und ich glaube, sie ist gerade noch einmal länger geworden. Jana Cushman (Vocals, Gitarre) machte zunächst ganz klassisch alleine daheim im Schlafzimmer Musik, bevor sie sich mit Andrew Potter (Bass) und Rachel Ellis (Synths & Drum machines) zu Darkswoon zusammenfand; wenn der Titel der ersten EP nicht täuscht, passierte das 2014. Der Bandname wäre auch als höchstpersönliches Genre-Label geeignet. Wer sich darunter noch nichts vorstellen kann, für den stellt die Band selbst noch „electronic shoegaze“ und „electrohaze“ zur Auswahl. Ihr Label erwähnt Postpunk, ich meine, auch Dreampop-Elemente auszumachen. Unabhängig davon, wie man es nennen will: Was sofort auffällt, ist die äußerste Eleganz, mit der Darkswoon die Strukturen und Texturen von Gitarren- und elektronischer Musik so eng verweben, dass man wirklich nicht mehr sagen kann, in welchem der beiden Lager man sie nun eher verorten sollte. Und man sollte zwar meinen, dass wir diese alberne Aufteilung schon längst endgültig hinter uns gelassen hätten, aber tatsächlich hört man die an sich klassischen Elemente – Gitarre, Bass, Synth – immer noch sehr selten in einem so schwebenden Gleichgewicht und sind so untrennbar miteinander verbunden wie hier.
2019 veröffentlichten Darkswoon ihren ersten Longplayer BIND. Ich wurde leider erst jetzt auf dieses Album aufmerksam, aber so viel besser spät als nie.

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Unterwegs auf der Route Six Six Six

King Dude aus Seattle, Washington, ist für uns im Webzine schon fast ein alter Bekannter, verfolgen wir seine musikalische Reise doch schon eine ganze Weile. Auch auf den Münchner Konzertbühnen ist er ein immer wieder gern gesehener Gast. Und nicht nur da, wie die aktuell laufende Europa- und Russland-Tour beweist, die Thomas Jefferson Cowgill, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, nur leider nicht in hiesige Gefilde führt. Ein Grund mehr, sich bis zum Wiedersehen mit ihm und der Band erst einmal an das neue Album Full Virgo Moon zu halten, das seit Freitag in den Startlöchern steht und wieder bei Ván Records erschienen ist. Weiterlesen

Start the Machine!

Then Comes Silence hatten mich nicht nur mit dem 2017er-Album Blood begeistert (Link zur Rezension), sondern anschließend auch mit ihrem Auftritt beim Wave Gotik Treffen. Mit Blood hatte Bandleader Alex Svenson vor allen Dingen den Tod seines Vaters verarbeitet, und entsprechend düster war es ausgefallen. Was hat sich seitdem verändert? Sie sind vom Branchenriesen Nuclear Blast zum kleineren Spv-Sublabel Oblivion gewechselt, und Alex hat zwischendurch sogar ein komplettes Album wieder verworfen. Außerdem haben die Gitarristen Jens Karnstedt und Seth Kapadia die Band verlassen. Dafür sind Mattias Ruejas Jonson, zuvor bei den Stockholmer Kollegen A Projection, und Hugo Zombie von den spanischen Deathrockern Los Carniceros Del Norte neu im Boot, der außerdem als Live-Musiker für die Gothic-Rock-Götter Fields of the Nephilim gespielt hat. Jonas Fransson sitzt natürlich nach wie vor an den Drums. Ob und wie sich das alles ausgewirkt hat, hören wir uns jetzt auf dem neuen Album an. Start the Machine! Weiterlesen

Reise nach Rom

Die Band mit dem ungewöhnlichen Namen 3+Dead wurde erst 2017 von Gitarrist Roberto Ruggeri, der zusätzlich den Synthesizer bedient, und der Sängerin Elisa Pambianchi in Rom gegründet. Giuseppe Marino am Bass macht das Line-Up komplett. Die Band konnte bereits einige Live-Erfahrung sammeln und hat unter anderem schon mit undertheskin, Miro Sassolini (Ex-Diaframma) und Winter Severity Index gespielt. Mittlerweile haben sie ihr selbstbetiteltes Debüt 3+Dead in einer Co-Produktion zwischen Icy Cold Records und Swiss Dark Nights herausgebracht. Weiterlesen

 

Pure cineastische Epik

Das Jahr 2020 ist erst zwei Monate alt, aber bereits jetzt sind einige sehr gute Releases erschienen. Lange schon habe ich dem neuen Album A new Dawn der aus Russland stammenden Post-Atmospheric-Black-Metal-Übermacht Skyforest entgegengefiebert. Die beiden Mitglieder B.M. (Everything, er spielt nebenbei auch bei A Light in the Dark) und Michael Rumple (Vocals, er ist auch tätig in den Bands Forefather und Carona Mortis) veröffentlichen A new Dawn über das Label Northern Silence Productions, dass bekannt ist für sein sehr gutes Bandrooster im Bereich Depressive / Atmospheric Black Metal. Da ich die beiden Vorgänger ihrerzeit fast totgehört habe (haha) waren meine Erwartungen sehr hoch. Folgend meine Höreindrücke in Worte gefasst für Euch! Weiterlesen

Das heilige Feuer

Bereits 2005 wurde Mosaic von dem Multinstrumentalisten und Sänger Martin van Valkenstijn gegründet, um seine musikalischen Visionen zum Ausdruck zu bringen. Von Beginn an ließ er sich dabei, von einem Black-Metal-Background ausgehend, von alten Traditionen, Mythen und Legenden seiner Heimat Thüringen inspirieren. Nach diversen Eigenveröffentlichungen ist jedoch erst jetzt das offizielle Debütalbum Secret ambrosian fire erschienen. Unterstützung erhält er dabei von E. H. an Drums und Percussion, Sulphur an der Gitarre und Iskaremus am Bass. Im Pressetext wird zudem der Einfluss von großen deutschen Lyrikern wie Paul Celan, Else Lasker-Schüler und Georg Trakl erwähnt, was meine Neugier im Besonderen geweckt hat. Weiterlesen

Wave française

Im Netz macht sich die junge Band Order 89 aus Paris eher rar, viele Informationen liefert ihre Instagram-Seite auch nicht, wenn man von den äußerst gelungenen Fotos einmal absieht. Sie haben aber bereits einige Live-Erfahrungen gesammelt, und sich somit an ihr Debüt Bleu acier gewagt, das letztes Jahr im Herbst erschienen ist. Order 89, das sind Bassist und Sänger Jordi, Flavien, der den Drum Computer und die Synthies programmiert, und Gitarrist Elliot. Mein Französisch ist leider sehr eingerostet, aber inhaltlich setzen sie sich wohl mit den dunklen Seiten der Liebe und dem Tod auseinander. Weiterlesen