Kälte, Nebel, Tanzfläche

Raskolnikov-Lazy-people-will-destroy-youDie Jungs von Raskolnikov haben sich 2015 in Genf kennengelernt, haben sich aber mittlerweile auch nach Konstanz, Paris und Reims verbreitet. Nichtsdestotrotz haben sie fleißig an ihrem zweiten Album Lazy people will destroy you gearbeitet, das nun bei Manic Depression Records erschienen ist. Was also haben sich Sänger und Bassist Mathieu Pawełski-Szpiechowycz, die Gitarristen Pablo Garrido und Quentin Allamand, der zusätzlich den Synthie bedient, und Schlagzeuger Jérôme Blum musikalisch einfallen lassen? Nachdem ich sie letztes Jahr im Rahmen einer Decadance-Party live erleben konnte, was ja derzeit nicht möglich ist, freue ich mich um so mehr auf die neue Scheibe. Weiterlesen

Für immer neu

Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover1Das 40-jährige Jubiläum hat nun auch die Einstürzenden Neubauten ereilt. Zu diesem ehrwürdigen Anlass gibt es nun endlich auch wieder ein neues Studioalbum, das wieder mit Unterstützung der Neubauten Supporters aufgenommen wurde, die für Unabhängigkeit gegenüber der Musikindustrie sorgen. Einstürzende Neubauten, das war schon immer weit mehr als Musik. Klangforschung und Experimentieren mit allem, was Töne und Geräusche erzeugen kann, das sind von je her die Markenzeichen der Band, die längst zu den weltweit einflussreichsten deutschen Bands gehört. Sänger Blixa Bargeld zählt ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie Perkussionist N. U. Unruh, Bassist Alexander Hacke ist ebenfalls seit den Anfangstagen dabei. Gitarrist Jochen Arbeit und Rudolf Moser als zweiter Perkussionist sind 1997 dazu gestoßen. Alles in Allem, mögen die Klänge beginnen.
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Rock-Pop trifft auf Synthpop

Wie es halt manchmal so im Rezensent*innen-Leben ist: Man bekommt eine CD und legt sie für später auf die Seite, denn so ganz lässt einen das Gehörte doch nicht los. Die Zeit vergeht, aber dann ist endlich der Augenblick gekommen, um über Break in the clouds zu sinnieren. Plexiphones veröffentlichten damit im November 2019 ihren dritten Longplayer, die zwei vorhergehenden Scheiben waren dem Power Pop zuzurechnen, mit der neuen geht es eher in Richtung Synthpop, unterstrichen von einer zuweilen rockigen Beigabe, sei es im Gesang oder in der Instrumentierung. Weiterlesen

Synthesen

Ein bisschen ist es ja ein zweites Jubiläumsalbum, oder man könnte diesen Eindruck haben: Zehn Jahre musikalischer Output von Phasenmensch, Material von fünf Alben, zuletzt das 2019 erschienene Haunted (The gentle indifference of the world) (Review), wurde für dieses Remix-Album von einer Schar Mitmusiker*innen umgeschrieben, umgespielt und gefeiert. Über zwanzig Titel, über zwei Stunden Spielzeit, da muss man gar nicht erst versuchen, einen Track-by-track-Durchgang zu schreiben. Darum zuerst nur kurz die Zahlen: Von den 22 Titeln sind 21 Remixe, 20 davon von Kolleg*innen unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung, einer ist ein Eigen-Rework in bewährter Zusammenarbeit mit ICD-10. Dazu kommt als Opener ein neuer Track, der in Zusammenarbeit mit Antoine Saint-Martin entstanden ist. Und ich bin froh, dem Einzeldurchgang schon durch diese schiere Fülle von der Schippe zu springen; er könnte einem Album ohnehin nicht gerecht werden, bei dem die Beziehung der Stücke zueinander und zum jeweiligen Original fast ebenso tragend ist wie die musikalische Qualität der einzelnen Tracks.
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Konsequente Weiterentwicklung

Ich denke, zu den aus Stockholm (Schweden) stammenden Mitbegründern des Death/Doom Metals Katatonia bedarf es keiner größeren Einleitung. Während ihrer fast schon biblischen 29-jährigen Bandgeschichte haben sie insgesamt zwölf reguläre Alben veröffentlicht. Das 1993 veröffentlichte Dance of December Souls wird heute noch gern von mir gehört. Ihr anfänglich gespielter Death/Doom Metal wich im Laufe der späteren Alben einem Dark Progressive Metal, der die Hörer der Band spaltete. Die Konstante Melancholie jedoch ist geblieben, genauso wie die zwei Gründer Jonas Renkse (Drums, Vocals) und Anders Nyström (Bass, Keyboard). Nach ihrer letzten Veröffentlichung The Fall of Hearts aus dem Jahr 2016, das musikalisch wohl eines ihrer besten Werke war, folgt nun das neue Album City Burials über ihr Haus- und Hof-Label Peaceville Records. Genug der Worte, lassen wir die Musik sprechen! Weiterlesen

Die Toten wollen wieder alleine sein

SLIME_wem_gehört_die_Angst

Die Hamburger Punk-Band Slime ist seit 1979 aktiv und gehört damit gleichzeitig zu den ersten und dienstältesten unter den deutschen Punk-Kapellen. Naturgemäß hat die Band einige Höhen und Tiefen durchlebt, es gab Streitereien und Musikerwechsel, auch zweier Bandauflösungen zum Trotz sind Slime im Jahre 2020 noch immer da. Slime, das sind die drei Urgesteine Michael „Elf“ Mayer, Christian Mevs (beide Gitarre) und Sänger Dirk „Dicken“ Jora sowie Bassistin Nici und Schlagzeuger Alex Schwers, die auch schon seit 2010 an Bord sind. Auch im fernen München stellen sie immer wieder ihre Live-Qualitäten unter Beweis, ob akustisch mit reduzierter Besetzung (Lesung zu Deutschland muss sterben) oder mit der vollen Show (Link 28.10.2016). Anlass genug, um der Frage Wem gehört die Angst auf den Grund zu gehen. Weiterlesen

Neues von den Sieben!

Am 11.4.2020 sind In Extremo auf den Tag genau 25 Jahre alt geworden. In Ex-Frontmann Micha Rhein und die sechs Haudegen um ihn herum hätten dazu ihr 13. Album namens Kompass zur Sonne herausgebracht. Doch die lustigen bunten Vögel von den Mittelaltermärkten, als die sie einst begannen, und als die sie sich trotz des Wahnsinnserfolgs in der ganzen Welt immer noch sehen, mussten aufgrund der internationalen Katastrophe um das Corona Virus Album und Tour verschieben. Deshalb gab es zusätzlich zur Vorab-Auskoppelung „Troja“ noch das Titellied per Youtube-Video als Wartezeit-Tröster sowie das Lyrik Video zu „Wintermärchen“ im Netz zu sehen. Auch „Wer kann segeln ohne Wind“ konnte man schon abrufen. Weiterlesen

Mit neuer Kraft

Rübezahl kehrt zurück, besser gesagt Joachim Witt veröffentlicht heute sein nächstes Werk. Seit acht Jahren begleite ich jetzt sein musikalisches Schaffen als Bloggerin, es war mit kleinen Ausnahmen ein Ohrenschmaus. Nach dem Crowdfunding zum Vorgängeralbum Rübezahl folgte letztes Jahr das gleiche Procedere im Vorlauf zu Rübezahls Rückkehr. Den Unterstützer*innen wurde das Album 2019 bereits unter den Weihnachtsbaum gelegt, der offizielle Veröffentlichungstermin musste aufgrund der aktuellen Situation vom 23. März auf den 8. Mai verschoben werden. Dank der perfekten Promotion (danke Jessica!) durfte ich schon vorher ins neue Album reinhören. Weiterlesen

Nicht was es einmal war

nightwish-human-nature-coverFünf Jahre haben sich Nightwish Zeit gelassen seit ihrem letzten Album Endless Forms Most Beautiful, das das Debüt von Floor Jansen mit der Band darstellte. In dieser Zeit hat sich die Band auch von Gründungsmitglied und Drummer Jukka Nevalainen verabschiedet, der aus gesundheitlichen Gründen endgültig die Drumsticks weitergegeben hat. Desweiteren kündigte Bandkopf Tuomas Holopainen an, dass er plante, für das neue Album „einen anderen Gebrauch des Orchesters“ zu machen. Einige Veränderungen also, und hier ist es nun, das neue Werk Human. :||: Nature. – aber ist „anders“ auch „gut“? Einen kurzen Einblick hat euch torshammare in ihrem Interview mit Listening Session gegebem – hier nun meine Gedanken zu Human. :||: Nature.
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Musik mit Wiedererkennungswert

Bei Absurd Minds werden Erinnerungen wach, „Masterbuilder“ von 2003 begleitet mich heute noch auf meiner Playlist. Anfang April veröffentlichten die großen Namen hinter dem Projekt, Tilo Ladwig und Stefan Grossmann, ihr neues Album Sapta. Der Titel steht im Altindischen für Sieben, sehr bezeichnend für den siebten Longplayer der Dresdner Formation. Weiterlesen