Konzert: 22.06.19 – Proyecto Mirage + Phasenmensch+ ICD-10 @Dark Infection – Feierwerk Hansa 39, München

The sound of noise

Seit der ersten Party im Januar 2017 ist die Dark Infection zu einer liebgewonnenen Einrichtung im Münchner Veranstaltungskalender geworden, bedient sie doch die etwas extremeren elektronischen Geschmäcker, die auf „normalen“ schwarzen Partys oft nicht oder nur sehr wenig berücksichtigt werden können. Hier darf es rumsen, wummern und scheppern, was die Anlage so hergibt, und nach Hause gegangen wird erst, wenn die Socken in den Schuhen qualmen. Dafür hat bisher immer zuverlässig Udo Wiessmann (Winterkälte, Hands) in Kombi mit DJ Mephi gesorgt, heute wird uns DJ Hells aus Leipzig (auch als Sans-Fin auf dem Hands-Label vertreten) an seiner Stelle einheizen; natürlich wieder mit DJ Mephi zusammen. Nach der letztjährigen Konzertpremiere auf der Dark Infection (Winterkälte und PAL) wird es auch heute wieder zwei Live-Acts für die nach rhythmischem Lärm ausgehungerte Meute geben: Phasenmensch + ICD-10 und Proyecto Mirage. Weiterlesen

Unser WGT 2019: Montag, 10.06.2019

prager.student:

Der Montag beginnt mit einem Stadtspaziergang und einem Rundgang auf dem Moba-Mittelaltermarkt. An Konzertveranstaltungen ist zunächst das Schauspielhaus geplant: Hackedepicciotto sind Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten und seine Frau Danielle de Picciotto, die Musik lässt sich am ehesten als schamanistische Liedermacher beschreiben. Drone mit Kehlkopfgesang wechselt mit melancholischen Balladen über Heimat und Unterwegssein. Ein tolles Konzert, das wir Donnerstag (13.06.) in München im Unterdeck in familiärer Atmosphäre gleich noch einmal erleben konnten.

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hackedepicciotto © prager.student

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Unser WGT 2019: Sonntag, 09.06.2019

Phoebe:

sb1Heute heißt es früh aufstehen, früh losziehen! Ohne Auto ist es eine kleine Odyssee von Leutzsch zur Kirchenruine Wachau. Aber von unserer Wohnung aus haben wir eine Busverbindung, die uns einen schönen Sitzplatz in der 11er nach Markkleeberg-Ost beschert. Von dort geht es mit einem Bus – der jede Stunde fährt – bis nach Wachau, Am Bach. Es gibt noch etwas hinter der agra? Ja! Da wird es plötzlich ländlich, idyllisch und schwupps, ist man an der Endhaltestelle. Etliche schwarz gekleidete, mit Bändchen versehene Menschen steigen mit aus. Ich war da noch nie, ich will mich umsehen, wo der Bus steht und so weiter. Aber das schwarze Rudel macht sich sofort auf in eine Richtung. Der Schatz ruft mir zu: „Komm! Immer dem Pulk hinterher!“ Na gut, also hinterher. Es macht mich aber etwas stutzig, dass manche arg bunt und mit Badematten und Schwimm-Nudeln unterwegs sind … und so spreche ich einen Goth an. „Weißt du konkret, wo es lang geht? Bist du sicher, dass das der richtige Weg ist? Da hinten an der Biegung habe ich nämlich einen Bus stehen sehen!“ Das schwarze Rudel hält abrupt an. Kuckt irritiert. Die Badegäste zum nahegelegenen See gehen weiter, wir gehen, ohne zu sprechen, zurück zum Bus, der schon wartet. Schwamm drüber, nochmal gutgegangen. Ein rappelvoller Bus bringt uns zur Kirchenruine.
Meine Sorge war gänzlich unbegründet: Im Falle von akutem Pipi- und Durst-Mimimi ist vorgesorgt! Es gibt wunderschöne Toiletten, und man hat einen Getränkestand aufgebaut, es gibt sogar kalten Weißwein aus dem Kühlschrank. Das Leben ist schön! Wir sind noch sehr früh dran, wir schauen uns um, machen Fotos, sehen beim Soundcheck zu.

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Unser WGT 2019: Samstag, 08.06.2019

torshammare:

Den Samstag beginne ich langsam und gemütlich, fahre irgendwann zur agra und verquatsche mich dort wie jedes Jahr bei Edition Roter Drache. Auch einen Abstecher ins (da noch locker gefüllte) Heidnische Dorf schaffe ich, bin aber froh, dann auch wieder gehen zu können, als die Massen hereindrängen. Lieber schnell wieder ins Stadtbad und den verträumten, aber nicht übermäßig zarten Electropop von Sally Dige anhören. Zusammen mit einer anderen Musikerin/Sängerin präsentiert Sally sehr charmant – und auch charmant nervös, denn natürlich gibt’s am Anfang Technikprobleme – ihre Songs, die teilweise auch ein bisschen Gas geben und sehr tanzbar sind. Vor allem gefallen aber auch die stimmungsvollen Visuals auf der Leinwand. Meine zweite große Entdeckung auf dem WGT (man spricht den Nachnamen übrigens Dänisch aus, also in etwa „Di(j)a“), mit der ich danach am Merchstand noch ein wenig plaudere. Von den wunderschön designten Sachen muss ich unbedingt etwas kaufen.

Sally-Dige-1-von-1

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Unser WGT 2019: Freitag, 07.06.2019

torshammare:

Lust-Syndicate1-1-von-1Den Freitag beginne ich mit einer kleinen Shoppingrunde in der Stadt und treffe mich später mit Freunden zum Mittagessen, bevor um halb vier in der Kuppelhalle das WGT auch musikalisch für mich beginnt. The Lust Syndicate lassen allerdings noch ein wenig auf sich warten beziehungsweise der Einlass verzögert sich, sodass wir draußen noch ein inbrünstiges „Jesus is the king!“ von einer vorbeiziehenden christlichen Gemeinde zugerufen bekommen, was unter dem Schwarzvolk milde Erheiterung auslöst. Schließlich geht’s dann aber doch in die unheiligen Hallen. Hinter The Lust Syndicate verbirgt sich u. a. Simone Salvatori von Spiritual Front, und das verbergen ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die drei Musiker treten mit schwarzen Kapuzen und schwarzen Halbmasken vor dem Gesicht auf. Die Musik ist sehr rhythmisch und trommellastig, teilweise hämmern alle drei auf die vor ihnen stehenden Trommeln ein und erzeugen damit schon mal Gänsehautstimmung. Simone ist ein wenig nervös, offensichtlich spielt die Technik auch immer wieder Streiche, aber das WGT-Publikum verzeiht ja eh alles. Im Hintergrund laufen Schwarz-Weiß-Filme von verschiedenen Aufständen auf der ganzen Welt, die Lyrics sind ebenso kämpferisch („Capitalism is cannibalism“), alles in allem macht diese Post-Industrial-Pop-Mischung mit gelegentlichen Neofolk-Ausreißern richtig Spaß.
Wegen der anfänglichen Verzögerung sehe ich von St. Michael Front nur ein bisschen was, bevor ich weiterziehe, das reicht mir dann aber auch. Im Vorfeld dachte ich, ironischer Kitsch könnte Spaß machen, dann ist es aber nur Kitsch. Nicht mein Ding, daher geht es rasch Richtung Stadtbad für den elektronischen Teil des Abends.
Void-Vision-1-von-1Void Vision (aka Shari Vari) aus New York bereitet mir dann die erste veritable Überraschung des WGTs (und wird auch rückblickend die größte Entdeckung für mich sein), denn sie dominiert mit Stimme und Sound das Stadtbad, dass selbst King Dude hinter mir nur noch andächtig murmelt „She’s soooo good“. Hier tun sich Soundwelten auf, spacige Klangteppiche, eine Reise durch Jahrzehnte elektronischer Musik, gekrönt von Sharis unglaublicher Stimme, alles aus einer riesigen Armada von Synths und Effektgeräten mit einer Beiläufigkeit hervorgezaubert, dass es einem den Atem verschlägt. Ganz großes Kino und eine absolute Empfehlung für alle, die was mit Hante., Zanias, Boy Harsher etc. anfangen können. Wobei – das ist auch nur eine Annäherung. Lieber selbst anhören und vor allem anschauen! Weiterlesen

Unser WGT 2019: Donnerstag, 06.06.2019

Wave-Gotik-TreffenDas WGT ist eine schöne Tradition auch in unserer Redaktion. Unsere Forumsmitglieder und Webzine-Mitarbeiter/innen Ankalætha, littlenightbird, Mrs.Hyde, Phoebe, prager.student, torshammare und Yggdrasil waren auch in diesem Jahr wieder vor Ort und geben euch einen Einblick in viereinhalb Tage voller Musik, Spiel, Tanz und andere Erlebnisse, von Black-Cat.net durften wir uns freundlicherweise einige Bilder ausleihen. Im Namen der Redaktion von SchwarzesBayern sagen wir vielen Dank für eure Mühe, die Bilder und Kooperationsbereitschaft!

Mrs.Hyde:

Pünktlich um 5:30 Uhr verlassen wir München, und schon um 9:30 Uhr sitzen wir bei einem gemütlichen Frühstück im Café Kater in Leipzig-Lindenau. Der Cappuccino ist großartig, im Vergleich zu München bekommt man hier zwei zum Preis von einem. Derart gestärkt begeben wir uns zu einem sonnig-heißen Bummel in die Stadt, wo dann auch die ersten schwarzen Gestalten gesichtet werden. Im Humana habe ich Glück und finde gleich drei schöne Teile original aus den 80ern für wenig Geld. Für mich ein optimaler Start ins WGT. Die Bändchenschlange ist um 15 Uhr zum Glück noch übersichtlich, sodass wir anschließend vor dem großen Regen unser Quartier bei Freunden beziehen können, denn mittlerweile ist es ziemlich düster geworden. Der Abend wird erst einmal verquatscht, bis wir uns zu Spark! auf der EBM-Warm-up-Party im Felsenkeller gleich um die Ecke aufmachen. War es mittags einfach nur warm, ist es hier abartig heiß. Die Luft kann man fast trinken, und es stinkt im Saal nach dem Schweiß unzähliger tanzender Leiber.
Dennoch sind Spark! ebenso gut drauf wie das Publikum und lassen sich ihre Clownsmasken in der ersten Hälfte der Show trotz der Hitze nicht nehmen. In einer kurzen Pause, die durch einen witzigen und selbstironischen Filmeinspieler überbrückt wird, zollen Mattias Ziessow und Christer Hermodsson dann doch der Hitze Tribut und entledigen sich der Masken und Bühnenklamotten. Die Stimmung steigt mit jedem Song ebenso wie die Saaltemperatur. Zum Finale der Show wird vom Band ABBA eingespielt, eine Hommage an Schwedens beste Band (endlich ABBA auf dem WGT!), und dann passiert es: Der Feueralarm wird ausgelöst. Ich halte das wie wohl die meisten Anwesenden erst für einen weiteren Witz von Spark!, doch der Alarm ist echt. Alle Notausgänge werden geöffnet, die Leute strömen ruhig und ohne Panik nach draußen. Natürlich brennt es nicht, daher vermute ich, dass die Saaltemperatur schlicht die 50°C-Marke geknackt hat und somit automatisch der Feueralarm ausgelöst wurde. Respekt an Spark! für diese Leistung, die ohnehin den besten Gig vom WGT abliefern! Kurze Zeit später dürfen wir wieder hinein, die Party kann weitergehen, wahlweise mit Dive oder einer der Tanzflächen. Wir ziehen uns auf die Angstpop-Party im Naumanns zurück, bei der die Musik richtig gut ist. Das merken leider auch die anderen Besucher, denn wann immer Personen hierherfinden, bleiben sie auch da. Somit reicht es uns heute nach zwei Stunden, schließlich stehen ja noch vier weitere Tage an. Weiterlesen

Konzert: 20.05.19 – Pristine + Ni Sala – Backstage Club, München

Schweiß, Emotionen und ganz viel Glück

Schlag auf Schlag geht es bei Pristine, (Nord-)Norwegens feinstem Export in Sachen Blues, Soul, Rock’n’Roll und ganz viel Leidenschaft. Erst vor einem Jahr war die Truppe um Bandchefin Heidi Solheim im Backstage, damals noch mit dem auch noch sehr frischen Album Ninja im Gepäck, jetzt dürfen wir uns schon wieder auf einen schweißtreibenden Abend freuen – wieder mit neuer Musik. Seit kurzem erst ist Road back to ruin veröffentlicht und hat schon – völlig zu Recht – eine Menge großartiger Kritiken eingeheimst. An der Live-Tauglichkeit besteht auch kein Zweifel, und so mache ich mich sehr, sehr freudig auf den Weg ins Backstage. Mit dabei sind heute entgegen der sich schon etablierten Tradition nicht The Legendary, sondern eine andere Münchner Band, Ni Sala, die Pristine auf der der Hälfte der Deutschland-Tour begleitet.
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Festivalreview: 20.-21.04.2019 Dark Easter Metal Meeting, Backstage, München – Teil 1: Karsamstag

Ostern extrem

24 Grad am Karsamstag – das hatten wir schon lange nicht mehr! Da macht nicht nur der Osterspaziergang viel mehr Spaß als mit Neuschnee, sondern auch der Besuch eines Festivals. Zwischen den Konzerten im Biergarten sitzen und ratschen ist so viel besser, als unter drei Jacken und Schal eingemummelt von Konzerthalle zu Konzerthalle zu flitzen! Dementsprechend frohgemut machen wir – Nekrist und torshammare – uns am Karsamstag auf zum Dark Easter Metal Meeting im Münchner Backstage. Das Festival ist inzwischen zu einer wahren Institution geworden und erlebt in diesem Jahr seine achte Ausgabe, und wie jedes Jahr ist es nicht nur ausverkauft, sondern wartet mit 34 ausgesuchten Bands auf: Taake, Tsjuder, Tiamat, Triptykon und eine ganze Reihe lokaler, nationaler und internationaler Acts, deren Namen nicht mit T beginnen, geben sich 2019 im Backstage die Klinke in die Hand. Uns stehen zwei laute Tage bevor, und wir könnten glücklicher nicht sein!

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Festivalreview: Dark Easter Metal Meeting, 20.-21.04.2019, Backstage, München – Teil 2: Ostersonntag

Frohe, laute Ostern

„Gibt es etwas Schöneres, als am Ostersonntag für den Herrgott zu spielen?“, fragte vor Jahren Triptykon-Sänger Tom G. Warrior, und bis heute hallt dieser Satz nach – gerade an einem weiteren Ostersonntag, an dem Triptykon „für den Herrgott“ spielen. Aber der Reihe nach: als wir um 14 Uhr am Einlass stehen, sind zwar schon etliche Festivalbesucher wieder da, aber das Backstage-Gelände ist bei Weitem noch nicht so voll wie am Karsamstag, und dem ein oder anderen merkt man die durchzechte Nacht durchaus an. Aber die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, und die Konterhalbe ist schön kalt – was will man mehr?

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Konzert: 25.04.19 – Aesthetic Perfection + Priest + Chemical Sweet Kid + Amelia Arsenic – Backstage-Halle, München

Schweißtreibender Abend

Donnerstag, 25. April 2019, ein frühlingshafter, warmer Tag geht zu Ende, die Arbeitswoche dauert schon wieder viel zu lange, heute ist es an der Zeit, sich in der Münchner Backstage Halle die Ohren durchblasen zu lassen und zu tanzen. Dazu eignen sich die angekündigten Bands für heute Abend sehr gut: Aesthetic Perfection als Headliner, als Support Amelia Arsenic, Chemical Sweet Kid und Priest. Alles elektronisch, aber mit völlig verschiedenen Herangehensweisen. Ich bin gespannt! Weiterlesen