Unser WGT 2018: Samstag, 19. Mai

Phoebe:

Plakat Saeldes SancSaeldes Sanc und Ernst Horn sind für 17 Uhr in der Peterskirche angekündigt. Das ist ein Event, das man auch ohne WGT-Bändchen aufsuchen kann. Keine Ahnung, ob es voll werden würde. Lieber überpünktlich dort sein. Die Peterskirche an sich (mit dem höchsten Kirchturm Leipzigs!) lohnt einen kleinen Abstecher, und Hannah Wagner mit Ernst Horn ist toll wie immer. Hannah Wagner hat eine wundervolle ausdrucksstarke Stimme, mit der sie alle Töne in allen Stimmlagen exakt trifft. Zwischendurch immer wieder ein kleiner Joke zwischen Hannah und Ernst um das Mikro, Hannah Wagner wie gewohnt in Plauderlaune. Liebenswert! Weiterlesen

Unser WGT 2018: Freitag, 18. Mai

© Stadt Leipzig/ Bolko Kosel

© Stadt Leipzig/ Bolko Kosel

Mrs.Hyde:

Freunde haben uns überredet, am Viktorianischen Picknick teilzunehmen, das wir eigentlich auslassen wollten. Das Wetter ist zum Glück ok, etwas kühl, aber trocken. Nicht ok dagegen sind die Myriaden von Rentnern, die wie Mückenschwärme über die gewandeten Besucher herfallen und jedem ungefragt die Smartphone-Kamera vor die Fresse halten. Das nimmt einfach überhand, es ist anstrengend und raubt dem Ganzen die Atmosphäre. Teilweise wirken die Besucher aber auch selbst deplatziert, wenn sie sich in Faschingsklamotten übertrieben in Pose werfen. Zum Glück müssen wir nach zweieinhalb Stunden aufbrechen, da die polnischen Gothrocker UnderTheSkin im Täubchenthal ein tolles düsteres Set spielen. Das ist mal echte Grufti-Musik und der ideale Auftakt für das diesjährige Wave Gotik Treffen. Nun fahren wir nach einem Parkplatz-Quick-Change ins Stadtbad zur Cold-Wave-Legende Guerre Froide. Der Auftritt gerät düster und tanzbar zugleich und ist solide, auch wenn das Publikum insgesamt etwas verhalten bleibt, außer natürlich bei „Demain Berlin“. Eigentlich wollen wir nun für Boy Harsher und vor allem Ash Code bleiben, allerdings drängen jetzt unaufhörlich weitere Besucher durch den kleinen Zu- und Ausgang in das eh schon sehr gut gefüllte Stadtbad. Das führt zu Platzangst und massiven Sicherheitsbedenken, zumal wir allein fünfzehn Minuten brauchen, um herauszukommen. Latente Todessehnsucht mag auf dem WGT zwar voll trve sein, hat für mich aber definitiv auch ihre Grenzen. Als Alternative geht es zurück zum Täubchenthal, wo wir zwangsläufig leider nur noch die finalen drei Songs der Gothic Rocker Merciful Nuns mitbekommen, die jetzt irgendwie nicht so richtig knallen. Wahrscheinlich hätte man die ganze Show sehen müssen. Dafür spielen Skeletal Family zum Abschluss des Tages ein schönes Konzert und begeistern damit ihre Fans. Für die Aftershow-Party wollen wir noch zum Felsenkeller, versumpfen dann allerdings in der Küche. Weiterlesen

Unser WGT 2018: Donnerstag, 17. Mai

Unsere Forumsmitglieder und Webzine-Mitarbeiter/innen Ankalætha, littlenightbird, Mrs.Hyde, Phoebe und torshammare waren beim WGT 2018 und haben uns und euch ihre Erlebnisse und Eindrücke zu den verschiedenen Bands u.a. aufgeschrieben. Im Namen der Redaktion von SchwarzesBayern sage ich vielen Dank für eure Mühe, die Bilder und die Kooperationsbereitschaft! Aber jetzt lasse ich die Berichte für sich sprechen:

torshammare:

Die langen Monate des Wartens und der Vorfreude sind vorbei, am Donnerstag geht es wieder ins gelobte Land, sprich nach Leipzig. Das 27. WGT steht vor der Tür, die ersten Nervenzusammenbrüche wegen Bandüberschneidungen hatte man auch schon, der Zug füllt sich immer mehr mit aufgeregt schnatternden Gothen, die Konzertpläne und Outfits diskutieren, und in Leipzig angekommen laufen einem schon die ersten Reifrockdamen entgegen. Das alljährliche Familientreffen kann beginnen! Weiterlesen

Konzert: 03.05.18 – No fun at all + No Trigger + Crim – Backstage Halle, München

Growing old, growing cold? – No chance at all!

Dienstag, 11. November 1997, Backstage – damals noch in der Helmholtzstraße und mit schön bedrucktem Ticket, keinem labbrigen Onlineausdruck. No fun at all aus Schweden hatten gerade ihre dritte Platte The big knockover herausgebracht, und nachdem ihre früheren Veröffentlichungen damals schon bei mir in Dauerrotation liefen, musste ich da natürlich hin. Es war ein sensationeller Abend mit allerfeinstem Skatepunk und wundgegrölter Kehle, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. 21 Jahre später gibt es die Band wieder, mit neuer Platte Grit im Gepäck, die genauso gut kesselt wie früher, und seit Monaten fiebere ich auf den heutigen Abend hin. Mit dabei sind die etwas jüngeren Punkbands Crim aus Spanien und die Amerikaner No Trigger. Das Backstage meldet „fast ausverkauft“ – da werden sicher noch weitere Nostalgiker wie ich heute Abend auf der Matte stehen. Weiterlesen

Konzert: 29.04.2018 – Isolation Berlin + Swutscher, Feierwerk/Hansa 39, München

Pimmel Fotze Hodensack!

P1100603Isolation Berlin sind endlich wieder in München zu Gast, nachdem es zur Lesung im Rahmen des Literaturfestes letztes Jahr zumindest im Anschluss ein paar akustische Lieder gab. Mit ihrer Show im Feierwerk vor zwei Jahren (Link zum Bericht) katapultierten sich Isolation Berlin für mich ad hoc an die unangefochtene Spitze aktueller deutschsprachiger Bands. Heute präsentieren sie ihr aktuelles Album Vergifte dich (Link zur Review).
Als Vorband sind die Staatsakt-Labelkollegen Swutscher am Start. Klingt merkwürdig? Ist es auch, denn Swutscher ist ein Begriff aus dem Plattdeutschen und bezeichnet Herumtreiber und liederlich lebende Menschen. Die Mitglieder, die Gitarristen Sven Stellmach und Velvet Bein, Sänger und Gitarrist Sascha Utech, Drummer Martin Herberg, Bassist Mike Krumhorn und Keyboarder Sebastian Genzink, stammen aus dem sagenumwobenen Rehn (wenn Google Maps nicht lügt) irgendwo an der A7 zwischen Hamburg und Neumünster. Weiterlesen

Konzert: 25.04.2018 – Primordial + Moonsorrow + Der Weg einer Freiheit – Backstage Werk, München

There are two places you can go: To hell or the hangman

Mit ihrem neuen Album im Gepäck Exile amongst the ruins (Link zur Review) rufen Primordial um Frontmann Alan AverillNemtheanga“ zur Heathen-Crusade-Tour, und zahlreich erscheinen die Fans zum Heiden-Kreuzzug, sodass im Gegensatz zur letzten Show 2016 (Link zum Bericht) von der Halle ins doppelt große Werk gewechelt werden muss.
Im Video der ersten Single „Stolen years“ präsentierte sich Nemtheanga ohne Asche im Gesicht, dafür mit Hipster-verdächtigem Bart. Insofern darf man gespannt sein, wie die Show heute ausfällt. Im Vorprogramm spielen die renommierten Der Weg einer Freiheit aus Würzburg und Moonsorrow aus Helsinki. Damit könnte man den Abend als kleines europäisches Festival bezeichnen. Weiterlesen

Konzert: 14.04.2018 – Megaherz, Schattenmann, AnnA Lux – Backstage-Werk, München

Stimmung auf und vor der Bühne

Ein Samstagabend mit Freundinnen im Backstage, es herrscht Vorfreude und Neugierde. AnnA Lux ist uns noch unbekannt, von Schattenmann hab ich schon gehört und gelesen, Megaherz sind uns als Lokalmatadoren bekannt, ihretwegen sind wir hier und einige andere in Bandshirt bzw. entsprechender Gesichtsbemalung ebenso. Das Werk bietet um kurz vor 20 Uhr noch reichlich Platz, einzig direkt vor der Bühne wird es voller. Einige Fans unterschiedlichen Alters der ersten Vorband versammeln sich, vereinzelt zu erkennen an den Bandshirts mit der Aufschrift „Niemand hört dich schreien“ und einem interessanten Logo. Weiterlesen

Konzert: 10.04.18 Pristine + The Legendary, Backstage Club, München

Rock ’n‘ Roll – wow!

Erst ein halbes Jahr ist es her, dass unsere Münchner Lieblingsrocker von The Legendary zusammen mit den Norwegern Pristine den Backstage Club aufgemischt haben, für den heutigen Abend stehen sie wieder auf dem Programm. Bei vielen anderen Bands würde man sich denken: „Nu ja, dann lass ich das dieses Mal ausfallen, ist zur Zeit ja eh so viel anderes los.“ Doch nicht bei diesem Package, denn von „Let’s get a little high“ (immer eine gute Empfehlung) und Heidis Wahnsinnsstimme und Bühnenpräsenz kann man einfach nicht genug bekommen. Neue Alben haben beide Bands nicht im Gepäck, das macht aber nichts, man ist dadurch perfekt eingegroovt und sofort drin im Konzert. Das zudem laut Facebook-Seite von The Legendary etwas früher als geplant anfangen soll, also nichts wie rein in die Stiefel, Kamera gepackt und ab ins Backstage. Weiterlesen

Konzert: 09.04.2018 – Hot Boogie Chillun – Backstage Halle, München

Wie geht ihr denn erst am Wochenende steil?

The P1100044BossHoss kennt ja jeder, spätestens seit der Teilnahme der beiden Mitglieder Sascha Vollmer und Alec Völkel als Juroren bei der beliebten Casting-TV-Show The Voice of Germany. Vorher jedoch ist Sascha Sänger und Gitarrist der legendären Rock’n’Roll Band Hot Boogie Chillun, Schlagzeuger Roberto Bangrazi und Bassist Micha Frick, der ebenfalls Gründungsmitglied von The BossHoss ist und aktuell unter anderem auch bei der Mittelalter-Band Corvus Corax spielt, sind die anderen Mitglieder des Trios. Sie veröffentlichen von 1995 bis 2005 drei Alben, die sie zusammen mit ihren explosiven Live-Shows aus dem Untergrund an die Spitze der Rockabilly-Szene weltweit katapultiert. Mit den Maßstäben der großen Musikindustrie führt diese natürlich trotzdem noch ein Nischendasein. Als plötzlich der unerwartete große Durchbruch seiner zweiten Band The BossHoss gelingt, muss Sascha notgedrungen Hot Boogie Chillun auf Eis legen, sehr zum Leidwesen aller Rockabilly-Jünger.
Nach der Reunion auf dem Viva Las Vegas Festival letztes Jahr hat man nun endlich im Terminkalender Platz für eine kleine Deutschland-Tour geschaffen und zu diesem Anlass das gefeierte Album 15 Reasons to R’n’R remastered neu aufgelegt und um drei neue Songs erweitert. Weiterlesen

Festival: Dark Easter Metal Meeting, 31.3. und 1.4.2018, Backstage, München – Teil 2: Ostersonntag, 1. April 2018

Die Auferstehung des Festivalpublikums

Nach nicht einmal zwölf Stunden Ruhepause sind wir auch am Tag zwei des Dark Easter Metal Meetings überpünktlich wieder vor Ort – im Gegensatz zu Dawn of Disease und Nocturnal Depression, wie uns Internet und Veranstalter mitteilen. Dawn of Disease mussten – ironischerweise – wegen Krankheit absagen, und von Nocturnal Depression habe man, so ein Statement des Veranstalters auf Facebook, seit September letzten Jahres nichts mehr gehört. Die gute Nachricht: Ersatz war mit Asphagor aus Österreich und Wolves Den aus München schnell gefunden, sodass keine Konzertlücken entstanden. Bei diesen grandiosen Bands lässt sich der Ausfall mehr als gut verschmerzen, und auch dem bedauernswerten Menschen, der mit einem jämmerlichen „I bin soooo niachtern!“ vor dem Eingang der Welt sein Leid geklagt hat, konnte bestimmt schnell geholfen werden. Weiterlesen