STROKE Art Fair, München, Praterinsel, 4. bis 8.5.2016

STROKE – Alles auf einmal!

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Zum siebten Mal gab es nun die STROKE in München. STROKE, das steht für bezahlbare, urbane Kunst, ins Gespräch kommen mit Galeristen und Künstlern, fernab von Berührungsängsten, die man vielleicht in exklusiven Galerien empfindet.

Letztes Jahr habe ich diese sympathische Kunstmesse (STROKE 2015) zum ersten Mal aufgesucht. Es hat Spaß gemacht, trotz des bescheidenen Wetters, doch schaut euch die Impressionen dieses Jahres an:

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Theater in der Schauburg: Liebeslichterloh

Kein Happy End in Sicht

 

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Julia liebt Romeo und umgekehrt. Doch deren Familien sind aufs Erbittertste zerstritten. So soll Julia Paris heiraten, ein konkreter Hochzeitstermin ist auch schon festgelegt. Julias einzige Hoffnung ist eine Art Schlaftrunk, der sie genau am Hochzeitstag in eine Art Scheintod versetzen wird. Doch Romeo sieht sie liegen, glaubt, sie sei wirklich tot, und er kann nicht anders, als sich durch Gift das Leben zu nehmen. „Shit“, seufzt Julia, als sie zu sich kommt und Romeo sterben sieht. Und das ist der Beginn der Geschichte in der Schauburg.

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Theater: Die Zofen von Jean Genet – Münchner Kammerspiele

Sadistische Seelenfolter im Gothic Style

 

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Die beiden Schwestern Solange und Claire, Zofen bei der gnädigen Frau, sind alleine zu Hause und spielen Rollenspielchen. Mal ist die eine die gnädige Frau, mal die andere, aber immer geht es darum, am Ende die gnädige Frau umzubringen. Die Frauen sind grotesk geschminkt und erinnern in ihrem Look an alte Stummfilmdiven oder an den Film Cabaret. Mit jedem Ton, den sie sagen, mit jeder Geste, die sie zeigen, kann man erkennen, dass sie die gnädige Frau aus ihrem tiefsten Inneren hassen. Sie hassen sich aber auch gegenseitig, weil sie gefangen sind in ihrer Welt, Zofen sind und Zofen bleiben, und dabei tagein, tagaus immer wieder nur sich selbst und ihr Gegenüber sehen.Dann kommt Madame nach Hause.

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Krimi im Foyer – Friedrich Ani und Max Bronski, Münchner Volkstheater, 14.01.2016

Ani und Bronski bitten auf die Bühne

 

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Die ganze Adventszeit kein Flöckchen Schnee, aber in dem Moment, als ich mich auf den Weg zum Münchner Volkstheater mache, ziehen Schnee und Wind auf. Aber das nasskalte Gefühl ist gleich vorbei, als ich mit meinem Glas Weißwein einen Platz in der ersten Reihe finde und es mir gemütlich für eine Lesung einrichte.

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Kurz nach 20 Uhr tritt „Chefgastgeber“ Friedrich Ani – schwarzes Sakko mit Jeans und Hut, im Blues-Brothers-Look – auf die Bühne und kündigt den Abend mit „nur Gastgeber“ Max Bronski an, denn heute kann er nicht auch Chefgastgeber sein, weil er ja danach liest und somit Gast ist. Es gibt ein kleines Witzchen auf Kosten von Helene Fischer, die, wo auch immer sie herkommt und was auch immer sie macht, zumindest immer schon Helene Fischer hieß. So einfach war das bei Max Bronski nicht. Er war jahrelang ein wahres literarisches Wunder, ein Mann, zu dem es keine Infos gab. Doch nun ist sein echter Name aufgetaucht: Franz-Maria Sonner heißt er. Seine Freundin hat sich diesen Kniff ausgedacht, einfach des Neustarts wegen, weil er nun was anderes schreibt, keinen „Schlachthofkrimi“, sondern was Neues. Sonners Pseudonym ist übrigens aus dem Ernst Lubitsch Film Sein oder Nichtsein, diese kleine liebenswerte Rolle des Hitler-Doubles spielte ein Herr namens Bronski. Das gefiel ihm.
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Unterwegs: Münchner Vororte – Dachau

Einstige Künstlerstadt im Wandel

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Nur 30 Minuten von der Bayerischen Landeshauptstadt München entfernt liegt die große Kreisstadt Dachau mit ihren 45.000 Einwohnern. Idyllisch, klein und ruhig zieht es immer mehr Menschen hierher, die sich niederlassen. Ich möchte euch ein wenig die Geschichte dieser Stadt näherbringen. Was viele nicht wissen: Dachau feierte dieses Jahr seine Gründung, 1210 Jahre, und ist somit um einiges älter als München.

Das erste Mal wurde Dahauua (das heutige Dachau) im Jahre 805 in einer Urkunde erwähnt. Die edle Erchana aus dem Grafengeschlecht der Aribonen schenkte ihren gesamten Grundbesitz dem Erzbistum Freising. Da das Erzbistum sehr emsig war, was das Erschließen neuer Handelswege anging, bekam Dachau 1270 den Namenszusatz Markt verliehen. Aufgrund seiner perfekten Lage zwischen München und Augsburg erlangte Dachau Ruhm und Macht, gleichzeitig brachte der Handelsweg aber auch Krieg, Leid und Krankheit. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt von seinen schwedischen Besatzern geplündert.

Advent: Weihnachten im Woid

Weihnachten im Woid

Es ist wieder soweit, fröhliche, fröhliche Weihnachtszeit.
Oba „Heidschi Bumbeidschi“ bum bum.

​Die liebe enchantress hat mich vor Jahren in dieser fröhlichen, fröhlichen Zeit gefragt, worum es da eigentlich geht und was dieser Heidschi Bumbeidschi im Schilde führt. Ich übersetzte ihr den ihrer Meinung nach schwedisch klingenden Text und kam zu dem Schluss, dass in diesem Wiegenlied ein Kindchen vom Tod geholt wird. Es folgte eine Diskussion darüber, warum das Weihnachtslieder-Repertoire aus dem Bayrischen Wald Lieder über den Kinder dahinraffenden Tod und im Schnee verwehte und ebenfalls dahingeraffte Leute enthält. Dies bestätigt mal wieder das alte Vorurteil, dass unser beschaulicher Freistaat, der ZDF-Prime-Time-Schnulzen und Provinzermittlern eine so urige, postkartentaugliche Kulisse bietet, am östlichen Rand doch eher eine 22:15 Uhr Gegend ist.

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Quelle: www.bayerischer-wald.de

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Jean Paul Gaultier, Kunsthalle München

Am Anfang war ein Teddybär mit BH

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Ganz ehrlich: Mir war klar, dass Jean Paul Gaultier irgendwie witzig, vielleicht begnadet ist, mir aber nicht allzu viel gibt, obwohl ich seine Parfums schon seit fast 30 Jahren liebe. Die Ausstellung in der Kunsthalle in der Theatinerstraße sollte mich eines Besseren belehren.

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München: Ein Advents-Schwank?

Verbrechen an Julia

Die Statue der „bezaubernden Julia“ des Künstlers Nereo Costantini am Alten Rathaus ist einem Anschlag zum Opfer gefallen, einem Farb-Anschlag, um genau zu sein.

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Bildquelle: tz-online

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Advent: Arbermandl – Elfie Pertramer

Bildquelle: Wikipedia / photo taken by User:Muu-karhu

Viele Sagen und Märchen gibt es über den Bayrischen Wald, der mit seinen Geheimnissen und seiner wilden, rauen Natur seit jeher die Menschen in seinen Bann zieht. Bis weit bis ins 19. Jahrhundert hinein war er sehr abgeschieden – denn zuvor gab es keine Zugstrecke in den Bayerwald – war der „Woid“, wie ihn die Einheimischen nennen, größtenteils unerschlossen. Er bot reichlich Material, das verwoben mit der Vorstellungskraft und dem Volksglauben seiner Bewohner, zu allerlei mystischen und auch Furcht einflößenden Erzählungen wurde.
So erzählt man sich von unglücklichen Seelen, die „umgehen“ und keinen Frieden finden, von „Schrazen“ und ihrer Wohnstatt in Löchern und Tunneln, unter Kirchen und Bauernhöfen, von der „Truad“, die bei Gewitter zum Stubenfenster hereinschaut, Gnomen und dem Teufel, der so manch lasterhaften Menschen strafte. Weiterlesen

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Meine Lieblingsweihnachtsmärkte in München

 Glühwein, Plätzchen, Kunst und Müll

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Das Weihnachtsmarktaufkommen in München ist eigentlich regelrecht inflationär. Gab es früher einen am Marienplatz, mit immer dem gleichen Gezeter, wie „schiach“ der Christbaum in diesem Jahr wieder einmal ist, einen in Neuhausen, in Haidhausen und in Schwabing, so hat mittlerweile jeder Stadtteil, ja fast jeder Platz seinen Weihnachtsmarkt. Und was früher ein Geheimtipp war – Pink Christmas am Stephansplatz zum Beispiel – ist mittlerweile so Kult, dass kein Durchkommen mehr ist. Hat man sich einen Glühwein erkämpft, so ist er, wenn man an seinem Platz angekommen ist, kalt oder verschüttet.

Dennoch gibt es ein paar Märkte, voll hin, voll her, auf die ich mich jedes Jahr freue, weil sie einfach, zumindest für mich, etwas Besonderes sind.
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