Reisebericht: Barcelona im September 2014

Sonne, Tapas und Gaudi

 

Montag, Anreisetag:

Bei gruseligen 12 Grad und leichtem Regen fliegen wir los und kommen bei schönsten 30 Grad in Barcelona an. Sofort Sonnenbrillen raus und Strickjacken verstauen. An der Touristik-Information holen wir uns den Barcelona Pass für fünf Tage und steigen in eine Art S-Bahn ein, die uns über sonnenverbrannte Felder an die Metro bringt, mit der wir bis zur Haltestelle La Sagrada Familia fahren können, dort liegt unsere Ferienwohnung.
Wir fahren die Rolltreppe hinauf und sehen als erstes – okay, als allererstes haben wir tatsächlich ein McDonalds-Restaurant gesehen – aber gleich einen Wimpernschlag weiter blicken wir auf die Sagrada Familia. Beeindruckend!


Doch zuerst beziehen wir unsere Ferienwohnung, die wirklich traumhaft gelegen ist: mitten in der Avenida Gaudi, einer Straße, die direkt auf die Sagrada Familia führt. Ich will unbedingt sehen, ob die Dachterrasse hält, was das Internet versprach: oh ja, der Blick vom 7. Stock in drei Himmelsrichtungen ist atemberaubend!

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Die Kathedrale mit ihren vier fertigen Türmen liegt zum Greifen nah, sie sieht wunderbar, nah und doch seltsam entrückt aus. Die dazwischen stehenden Kräne weisen darauf hin, dass hier seit Jahren unentwegt – sofern Geld da ist – an dem Kunstwerk weitergebaut wird. Ich bin angekommen in Barcelona.

Abends zieht es uns auch als erstes zur Sagrada Familia, wir machen von außen viele Fotos. Später fahren wir ins Barri Gòtic, das Gotische Viertel. Es ist der älteste Stadtteil von Barcelona, wir besichtigen den Bereich rund um die Kathedrale, und bei Dunkelheit schlendern wir durch die Gassen.

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Verglichen mit dem quirligen Viertel, in dem die Hauptattraktion der Stadt, die Sagrada Familia, liegt, ist es hier regelrecht verträumt und romantisch. Wir trinken einen köstlichen Mojito an einem fast menschenleeren idyllischen Platz und kehren dann zurück in unsere Ecke, wo wir in einem kleinen Tapas Restaurant einkehren.

Schön war dieser erste Tag schon mal!

Dienstag, Tag 2:

Der Dienstag beginnt mit einem wundervollen Geruch beim Öffnen des Fensters. Wo kommt der her? Oh, direkt unter uns ist eine Bäckerei! Ich hole uns ein paar Kleinigkeiten zum Frühstücken und kaufe in diesem Geschäft dann frisches Baguette.

Nach dem Frühstück erstehen wir an der Haltestelle von Barcelona City Tour direkt vor der Kathedrale ein Ticket, das eine Gültigkeit von zwei Tagen hat. Die werden nötig sein, denn es gibt zwei verschiedene Routen, die man mit einem Bus im Hop on Hop off-Verfahren erkunden kann. Diese Busse sind eine lustige Art und Weise, sich eine neue Stadt zu erarbeiten, man hat einen schnellen Überblick über die Sehenswürdigkeiten, und man kann aussteigen und wieder einsteigen, wo und wann man will. Wir gewinnen einen ersten Eindruck von Barcelona. Der Stil, wie die Häuser gebaut sind, die verschiedenen Stadtviertel, wir kommen an großen Prachtstraßen und Plätzen vorbei, wie auch an verträumten Gässchen in alten Vierteln, fahren am Hafen entlang und die verschiedenen Strandabschnitte ab.

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Wir merken schnell: Barcelona ist wunderschön, und es wird unmöglich sein, alles, was einen interessiert zu sehen.

Nach Abschluss der Route rasten wir ein bisschen zu Hause und nehmen dann wieder diesen Bus, weil er uns direkt zur Haltestelle für den Park Güell bringt, ohne umzusteigen, wie es bei der Metro der Fall wäre, und mit viel zu sehen und erfrischendem Fahrtwind auf dem Oberdeck. Wir marschieren einen kleinen Anstieg hoch zum Park, an dem schon wieder eine Schlange von Menschen ansteht. Wir wollen uns zwei Tickets kaufen, man sagt uns aber, dass wir fast zwei Stunden warten müssten. Also holen wir uns Tickets für den nächsten Morgen und schlendern zurück.

Unterwegs kaufen wir uns ein paar Kleinigkeiten wie Oliven, Käse, Brot sowie Wein und gehen auf „unsere“ Dachterrasse. Und was für eine Überraschung: es ist tatsächlich „unsere“ Dachterrasse! Keiner sonst erscheint an diesem frühen Abend hier oben. Wir lassen es uns gut gehen, und irgendwann gehen wir runter und raus ins quirlige Leben. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Gassen, bis wir wieder ein entzückendes Lädchen finden, vor dem wir in der warmen Nacht draußen sitzen und uns bei Bier, Wein und Tapas, diesen kleinen kulinarischen Köstlichkeiten, erfreuen können. Wir schauen den Leuten zu und auch den Kindern, die bis spät in die Nacht hinein noch draußen sein und spielen dürfen. Es muss schön sein, hier aufzuwachsen.

Mittwoch, Tag 3:

Der Mittwoch beginnt wieder mit dem köstlichen Duft aus der Bäckerei.
Vormittags ist der Park Güell auf unserem Programm. Es ist noch nicht 11 Uhr und schon sehr heiß. Trotzdem ist es eine wunderschöne Zeit dort.

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Der Park Güell wurde von Antoni Gaudí in den Jahren 1900 bis 1914 erschaffen und hat eine Größe von 17,18 ha. Er war eine Auftragsarbeit für den Industriellen Eusebi Güell. Antoni Gaudí plante eine Gartenstadt mit über 60 Villen. Zur Finanzierung sollten diese schon im Vorfeld verkauft werden. Der Park konnte aber wegen fehlender Mittel nicht fertiggestellt werden. Es wurden nur drei Häuser gebaut: das Wohnhaus der Familie Güell, heute eine Schule, das Wohnhaus Gaudís, seit 1963 als Casa-Museu Gaudí ein Museum, und das Wohnhaus eines befreundeten Architekten, das noch heute bewohnt ist.

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Heute ist es ein öffentlicher Park. Für das Besichtigen muss man mittlerweile anstehen und zahlen, auch sind die Besucher pro Stunde reglementiert. Aber die Häuser, der Säulengang, der Säulensaal, die Monumentaltreppe, die vorbeiführt an dem berühmten Drachen (oder Salamander) b13

und zur gewundenen mit Mosaiksteinchen besetzten Bank führt, von der aus man einen großartigen Blick über die Stadt hat, all das lohnt den Besuch wirklich.
Nach einer kleinen Pause im Café verlassen wir nach ein paar Stunden den Park, steigen an der Haltestelle des Hop on Hop off-Busses ein und beginnen mit der zweiten Bustour. Ist das entspannend, auf dem oberen Deck des Busses zu sitzen, nach diesen Stunden in der prallen Sonne, und uns den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen! Diesmal bringt uns der Bus etwas weiter in den Westen von Barcelona und aus Barcelona hinaus. Wir fahren ein berühmtes Strandstück mit seinem World Trade Center (der Name ist im Nachhinein makaber, ja) an, wir sehen das Olympiastadion, das Stadion des FC Barcelona – fast alle Männer verlassen hier den Bus –, kommen an etlichen Museen vorbei, und nachmittags erreichen wir wieder unsere Haltestelle La Sagrada Familia.

Wir kaufen uns ein paar landestypische Delikatessen und verbringen den Abend auf „unserer Dachterrasse“, wieder alleine. Unten tosen Verkehr und das touristische Leben, und wir sitzen hier bei Vollmond, und die Stimmung ist einfach wunderschön. Wir haben alles, was wir brauchen, und warum um alles in der Welt sollten wir diese Idylle verlassen und nochmal rausgehen? Wir bleiben hier.

Donnerstag, Tag 4:

Wir bekommen ein bisschen Panik, als wir lesen und sehen, dass heute ein großer Katalanischer Nationalfeiertag ist. Ab Mittag haben viele Geschäfte zu. Also erst einmal ein bisschen was einkaufen, denn wer will im Urlaub schon verhungern und verdursten? Dann packen wir unsere Badesachen ein und fahren mit der Metro zu La Barceloneta, einem Strandabschnitt Barcelonas.

b26Die Stimmung schon beim Hinbummeln ist super. Viele Einheimische haben frei und sind in Feierlaune. Sehr viele sind in den katalanischen Farben gekleidet: gelbe T-Shirts mit roten Streifen, etliche haben Fahnen dabei oder sind sogar in ihre Fahnen gewickelt.

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Den Strand teilen wir uns auch mit den Einheimischen und den Touristen, und trotzdem ist es entspannt. Und für Wasser, Bier, Mojito, Sangria müssen wir keinen Schritt gehen: Unermüdlich gehen Verkäufer mit kleinen Tabletts herum und preisen – aber unaufdringlich – ihre „fresh and cold“ Getränke an. Leider können wir uns keinen Mojito gönnen, denn wir haben noch viel vor.

Es geht schnell heim, duschen, umziehen, und weiter mit dem Programm, zur Sagrada Familia. Schlange stehen ist wieder einmal angesagt. Aber dadurch, dass Feiertag ist, scheinen viele Katalanen und wohl auch manche Touristen keinen Sinn für Historie und Sehenswürdigkeiten zu haben. Wir stehen 15 anstatt der erwarteten 60 Minuten an der Kasse an und erhalten unser Ticket und den Audioguide. Und dann gibt es das Erlebnis Sagrada Familia.

Die Sagrada Família ist eine römisch-katholische Basilika in Barcelona. Der Bau der von Antoni Gaudí im neukatalanischen Stil entworfenen Kirche ist bis heute unvollendet. Sie wurde 1882 begonnen und soll angeblich 2026 fertiggestellt sein.
Wir arbeiten uns von außen nach innen vor, erkunden innen die Lichtsituation, die Bauweise, die Hintergründe für manche Formen und Farben, die Geschichte zum Bau und wie es weitergehen soll.

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Danach machen wir noch einen kurzen Abstecher in die Gaudí-Schule, ins Museum der Sagrada Familia und in die Krypta, in der auch Gaudí begraben liegt.

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Es wird ein recht spätes Abendessen, aber das ist ja ohnehin normal in Spanien. Die Flasche Wein trinken wir nicht aus sondern nehmen sie mit auf „unsere“ Dachterrasse. Ein letztes Mal Romantik pur.

Freitag, Tag 5 (Heimreise):

Packen ist angesagt.
Wir fahren danach zum Place Catalunya, verstauen unsere Koffer und begeben uns ins Barri Gòtic. Der Plan ist, sich das Picasso Museum anzuschauen. Aber als wir die Schlange sehen, sind wir uns einig: Wir wollen uns heute einmal treiben lassen. Wir schlendern durch die Gassen dieses alten Viertels mit Flair, machen Fotos und essen in einer kleinen Tapasbar ein letztes Mal auf spanischem Boden.

 

Danach geht es mit dem Bus zum Terminal 1, und schon zwei Stunden später sind wir in der Luft Richtung kaltes Deutschland.

Adiós Barcelona, wir kommen sicher wieder!

 

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2 Antworten
  1. Horusauge
    Horusauge says:

    Ich kenne ja dank guter Connections schon den mündlichen Bericht, aber dieser unterstreicht wieder einmal meinen Willen: da muss ich auch noch hin!

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