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Für den Schwertkämpfer und Privatermittler Eddie LaCrosse klingt es zunächst nach einem ganz normalen Auftrag: Er wird angeheuert, den Mord an dem Kronprinzen des Nachbarlandes aufzuklären. Der Vater des Kindes, König Philipp, ist ein Jugendfreund von Eddie, und so erhält der Auftrag eine persönliche Note.
In der Hauptstadt Arentia angekommen, wird Eddie gleich vom König empfangen. Finstere Zeiten sind über das Königreich hereingebrochen, denn niemand geringeres als Königin Rhiannon wird für den Mord an dem kleinen Prinzen verantwortlich gemacht. Sie soll das Kind in einem blutigen Ritual getötet und anschließend in einem Kessel gekocht haben, so dass von dem Leichnam nur noch Knochen übrig waren. Schnell findet Eddie jedoch heraus, dass es sich bei den Überresten nicht um die eines Säuglings, sondern um die eines Affen handelt. Der Prinz lebt also noch. Hoffnung keimt in König Phillip auf.
In der anschließenden Befragung der Königin erkennt Eddie in ihr eine frappierende Ähnlichkeit mit Epona Grau, einer Frau, der er vor 13 Jahren begegnet ist, und die er eigentlich für tot gehalten hat. Rhiannon kann sich jedoch an nichts mehr erinnern und erkennt auch Eddie nicht mehr wieder. Dieser ist sich allerdings sicher, dass die Königin nichts mit dem Mord an dem Prinzen zu tun hat, sondern das Opfer einer Intrige wurde.
Um diesen verzwickten Fall aufzuklären, muss sich Eddie seiner eigenen, recht finsteren Vergangenheit zuwenden, die nach dem Tod von Philips Schwester, seiner Verlobten, begann. Er muss zu dem Ort zurückkehren, an dem er einst Epona Grau traf und sterben sah. Er muss die Verbindung zwischen ihr und einem gewissen Andras Reese aufdecken, der in einem Kinderlied als böser Mann besungen wird. Nur so besteht für den kleinen Prinzen und die Königin noch Hoffnung.

Mit seinem Debüt-Roman legt Alex Bledsoe einen äußerst gelungenen Start hin. Das Schwert des Königs ist eine spannende Geschichte, die über weite Strecken hinweg großartig erzählt wird. Der Autor schreibt ausschließlich aus der Sicht von Eddie LaCrosse, der seine Odyssee als Ich-Erzähler dem Leser lebhaft vor Augen führt. Die Charaktere sind allesamt wirklich bunte Gestalten, die aus der Masse herausstechen und einen deutlichen Eindruck hinterlassen. Vor allem Andras Reese wird der Leser nicht so schnell aus dem Kopf bekommen.
Mich hat Eddie LaCrosse allerdings ein wenig an den Hexer Geralt von Riva erinnert. Die beiden teilen einige Gemeinsamkeiten, ob gewollt oder ungewollt sei mal dahingestellt. Ein Plagiat würde ich Eddie allerdings nicht nennen. Er ist ein eigenständiger Charakter auf Augenhöhe mit anderen Protagonisten des Fantasy-Genres.

Das Schwert des Königs ist ein Buch für zwei unterschiedliche Lesergruppen: Für die Fantasy-Fans bietet das Buch ein gut durchdachtes und erinnerungswürdiges Sword & Sorcery-Szenario; Krimi-Fans dagegen werden mit einer spannenden Detektiv-Geschichte beglückt, die den Leser mitfiebern und miträtseln lässt. Es ist wie schon gesagt einen spannendes und absolut lesenswertes Buch. Darum gibt es die Höchstwertung von mir.

Alex Bledsoe wurde in Tennessee geboren, eine Stunde von Graceland entfernt. Er arbeitete bereits als Reporter, Fotograf und Staubsaugervertreter, bevor er das Schreiben für sich entdeckte. Durch die Veröffentlichtung von mehreren Vampir- und Fantasyromane sowie Das Schwert des Königs in den USA und in Großbritannien konnte der Autor zahlreiche Fans begeistern. Alex Bledsoe lebt und arbeitet in Wisconsin.

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Alex Bledsoe: Das Schwert des Königs
Heyne Verlag, 2012
400 Seiten
14,99 €
Heyne
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