Film: Ein Mann namens Ove

Harte Schale, weicher Kern

 

ein mann namens ove

Ove macht es einem nicht leicht, ihn zu mögen. Schon in den ersten Minuten des Films grantelt er sich durch die Handlung. Er macht die Blumenverkäuferin nieder, blafft die Nachbarin an, schreit spielenden Kindern hinterher. Er ist ein klassischer Miesepeter, der 59jährige Ove, der soeben seinen Job verloren hat und nun in seiner Siedlung nach dem Rechten sieht und dabei seinen Mitmenschen gehörig auf die Nerven geht.

Doch dann sieht man ihn am Grab seiner Frau, und wie er mit ihr Zwiesprache hält, das zeigt einem, dass hinter seiner harten Schale ein weicher Kern steckt. Seit einiger Zeit möchte er sich schon umbringen, doch es misslingt immer. In den Sekunden jedoch, bis Ove wieder zu sich kommt, läuft fast sein ganzes Leben vor ihm ab, und der Zuschauer erfährt mehr über ihn. Die Beziehung zu seinem Vater, die Umstände des Kennenlernens seiner Frau, sein Lebenskampf in jungen Jahren schon: Ove war einmal ein ganz Sympathischer! Wie ist er nur zu diesem Griesgram geworden?
Die im Nachbarhaus einziehende quirlige Familie, allen voran die schwangere Perserin Parvaneh, verändert Ove sukzessive aber nachhaltig. Er, der eigentlich mit seinem Leben schon abgeschlossen hat, wird nun wieder gebraucht, er sieht wieder einen Sinn in seinem Leben, und selbst die zugelaufene Katze fühlt sich bei ihm pudelwohl.

Man hätte keinen passenderen Schauspieler für diese Rolle finden können als den schwedischen Charakterdarsteller Rolf Lassgård, der in Deutschland vor allem bekannt wurde als Kommissar Wallander in den Henning-Mankell-Krimis.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schweden Fredrik Backman, einem Bestseller aus dem Jahr 2014.

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Ein Mann namens Ove
Regie: Hannes Holm
Nationalität: Schweden
Start in Deutschland: 7.4.16, 116 Min.
Cast: Rolf Lassgård, Filip Berg, Bahar Pars, Ida Engvoll

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