Ausstellung: Hommage an Hannelore Elsner – „Das tätowierte Leben“ bei Susanne Wiebe, München

Die tätowierte Kriegerin

hanne1Hannelore Elsner ist am 21. April 2019 in München mit 76 Jahren an Krebs verstorben. Geblieben sind unzählige Filme im Fernsehen und im Kino. Einer dieser Filme war „Die Unberührbare“. Diesen sah die Designerin und Künstlerin Susanne Wiebe, und es war um sie geschehen. Sie hatte ein Projekt im Kopf mit dem Namen „Das tätowierte Leben“. Genau dafür wäre Hannelore Elsner die Idealbesetzung. Kaum jemand anderen als sie könnte man sich vorstellen, einen philosophischen Text im Gesicht zu tragen.

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Hannelore Elsner war dazu bereit, obwohl sich die beiden Damen bislang gar nicht kannten. In stundenlanger Kleinarbeit wurde Buchstabe für Buchstabe, Satz für Satz vom Künstler Hans M. Bachmayer auf ihrem Gesicht und Körper dargestellt. Entstanden sind wunderschöne, wilde Bilder, fotografiert von Alex Majewski. Sie zeigen eine Kriegerin im Stile von Maori-Frauen, stolz, scheinbar unverwundbar. Die Bilder sind 2001 entstanden und wirken heute, 18 Jahre später, vollkommen modern. Heutzutage sind Tätowierungen in. Diese Bilder wirken wie Tattoos auf der Haut – nur eben vor 18 Jahren, als das noch nicht ganz so hip war.

Die Fotografien sind bis Ende Juni zu sehen und zu kaufen (200 – 2000 Euro). Der Erlös aus dem Verkauf steht zu einem Teil dem „Kinderhilfswerk Plan International“ zur Verfügung.
Ich hatte heute mit diesem Besuch eine Vision. Obwohl ich mir vorstellen konnte, dass nicht allzu viele Leser dieses Webzines HanneloreElsner-Fans waren, wollte ich für euch in diese kleine Ausstellung gehen. Wer, wenn nicht eure Film-Phoebe sollte für euch diese Bilder anschauen? Ich machte mich spontan nach der Arbeit auf den Weg. Ich bekam einen Parkplatz ein paar Meter vom Laden entfernt, kurz vor 18 Uhr. Doch da, damned, was stand da an der Tür? Der Laden schließt um 18 Uhr?

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Was mich erwartete, war eine völlig entspannte, zur Kommunikation bereite Ladenbesitzerin, die überaus bereit war, bis über 18 Uhr hinaus zu arbeiten. Susanne Wiebe ließ das Eis binnen Sekunden schmelzen und konnte mit charmanten Komplimenten (mein Schal wäre voll ihr Stil – naja, er kostete bei Orsay damals 19 Euro und spielt in einer anderen Preisklasse als ihre Kollektion) sofort meine Sympathie gewinnen. Als mir auch noch ein schönes kaltes Glas Crémant angeboten wurde und die eine oder andere Erklärung zu den Bildern und zum Laden: war das Eis nicht nur geschmolzen, sondern am Brodeln.

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Ausstellung Hommage an Hannelore Elsner:
„Das tätowierte Leben“ bei Susanne Wiebe
24.05.-30.06.2019
im Laden und Showroom in der
Martiusstraße 5, 80802 München
Mo-Fr 11-18 Uhr

 

 

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