Murphy’s Law und Zombie-Gras

Z-NATION

Die Fernsehlandschaft ist zombifiziert. Die Hysterie, die vor einigen Jahren noch von Vampiren ausgelöst wurde, wird nun von Zombies verursacht. Ihr seid mit der Königin der Zombie-Serien, The Walking Dead, durch und habt zur Überbrückung auch Fear the Walking Dead gesehen, iZombie und wie sie alle heißen? Z Nation könnte ich euch noch ans Herz legen, eine Serie, die nicht nach nur einer Staffel eingestellt wurde, die nicht nur für YouTube oder das Web erzeugt wurde, und die mit realen Darstellern verfilmt wurde, also weder Zeichentrick noch Anime ist.

Der Plot ist einfach erzählt: Die Zombieapokalypse ist da, ein paar Überlebende tun sich zusammen, weil einer von ihnen mit einem Virus infiziert wurde, dessen Blut könnte die gesamte Menschheit retten. Man müsste ihn lediglich unter extrem erschwerten Bedingungen – Zombies überall – von New York nach Kalifornien in ein Forschungslabor bringen.

In der Pilotfolge wird uns der Gefangene„Murphy“ vorgestellt, an dem kurz bevor Zombies das Labor überrennen, eine Impfung vorgenommen wird. Er wird mit einem Virus infiziert, das ihn immun gegen Zombiebisse macht. Ebenso werden nach und nach die anderen Hauptdarsteller eingeführt. Ein Team von Soldaten soll Murphy nach Kalifornien bringen, wo man hofft, einen Impfstoff gegen das Zombievirus herstellen zu können. Anfangs noch armeelastig, wird es ziemlich schnell ein bunter Haufen von Leuten, die sich um Murphy scharen, der übrigens eigentlich gar keine Lust darauf hat, in das Labor zu kommen und die Menschheit zu retten. Da sind Lt. Roberta Warren – Parallelen zu Michonne, der Kampf-„Amazone“ aus The Walking Dead sind sicher gewollt -, Mack, der mit der jungen Addy ein Team und Liebespaar bildet, der Doc, Cassandra und „10.000“, der jeden einzelnen erledigten Zombie mitzählt. Später kommt noch Sgt. Charles Garnett dazu. „Citizen Z“ unterstützt die Truppe aus der Ferne aus der NSA-Basis in Alaska, mit technischen Finessen, mit Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme und mit einem tollen Song vom Plattenteller an fast jedem Ende einer Folge.

Sicher, es war vieles an Ideen schon einmal irgendwie da, aber Z Nation behandelt die Problematik um die Apokalypse und die Überlebenden auf eine andere Art und Weise. Obwohl auch zutiefst verstörend, beängstigend und spannend, herrscht hier ein anderer, ironischerer Ton. Ich möchte nur eines verraten: George R. R. Martin hat einen kleinen Gastauftritt als Zombie George R. R. Martin! Die Ideenfinder Karl Schaefer und Craig Engler wollten bewusst Spaß in das Zombiegenre bringen, das durch so beklemmende Serien wie The Walking Dead allzu düster geworden ist. Ich war anfangs leicht irritiert, ist doch der Soundtrack schmissig, die Protagonisten haben selbst in Todessituationen noch flotte Sprüche auf den Lippen, und der Hauptdarsteller erinnerte mich nicht nur wegen seines zerfurchten fünf-tagesbärtigen Gesichts an die trotzige Biestigkeit und den egoistischen Selbsterhaltungstrieb eines Dr. House.

Nichtsdestotrotz verliebt man sich irgendwie in die Hauptdarsteller, und man ist sehr traurig, wenn ihnen etwas zustößt oder gar der eine oder andere ins Gras beißen muss – weil er gebissen wurde. Wer im Laufe der zweiten Staffel von mancher Episode gelangweilt war – radioaktive Zombies, Pflanzenzombies und dergleichen – den dürfte der Schluss des letzten Teils aufgeweckt und erfreut haben: Es ist ein wahrer Cliffhanger. Eine dritte Staffel wurde in Auftrag gegeben, wenngleich sie wohl mit einem neugecasteten Murphy auskommen muss.

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Z Nation
Produktionsland: USA
Regie: Karl Schaefer
Z Nation wurde in Deutschland 2015 auf dem Pay-TV-Sender Syfy ausgestrahlt, bevor es auf RTL im Free-TV kam. Die dritte Staffel wird wieder auf Syfy erscheinen. Aktuell hat wohl Netflix die Serie mit deutscher und englischer Tonspur im Angebot.

 

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