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Unterwegs: Münchner G’schichten: Die weiße Rose

Wahrlich coole Geschwister

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Der Sommer geht dem Ende zu, die Schule hat wieder angefangen, bald beginnt das neue Semester an der Uni. Dort, am Geschwister-Scholl-Platz, wird traditionell gefeiert, Sand aufgeschüttet, um Strand zu simulieren, oder einfach nachts mit dem Wasser vom herrlich beleuchteten Brunnen sein erhitztes Gesicht abgekühlt.

Ob jeder weiß – vor allem die Neulinge an der LMU – was es mit diesem Platz und Gebäude auf sich hat?

Hier war es, als die Geschwister Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 beim Auslegen von Flugblättern vom Hausmeister Jakob Schmid überrascht wurden. Hektisch haben sie noch im Eingangsbereich oberhalb der Treppe die restlichen Flugblätter abgeworfen.

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Der Hausmeister hat sie bei der Gestapo denunziert, schon vier Tage später wurden sie zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Gefängnis München-Stadelheim enthauptet. Sie wurden im Alter von 21 und 24 Jahren auf dem Friedhof am Perlacher Forst begraben (nicht zu verwechseln mit dem Friedhof Perlach – da war ich nämlich zuvor, vergebens).

Die Geschwister Scholl sind mit die bekanntesten Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Sie waren während des Zweiten Weltkriegs gegen den Nationalsozialismus aktiv, insbesondere durch die Verbreitung von Flugblättern gegen den Krieg und gegen die faschistische Diktatur unter Adolf Hitler. Bei der Verteilung des sechsten Flugblattes wurden sie erwischt.

rose3Ihnen zu Ehren gibt es im Lichthof des Hauptgebäudes eine kleine Installation mit einer Bronzebüste von Sophie Scholl und einer weißen Rose. Seit 1997 erinnert eine Gedenkstätte im Lichthof des Hauptgebäudes der Universität an die Geschwister Scholl und weitere Mitglieder. Direkt auf dem Geschwister-Scholl-Platz, an dem schönen Brunnen vor dem Eingang zum Hauptgebäude, kann man am Boden das Mahnmal für die „Weiße Rose“ sehen. Es sind die in Stein dargestellten auf dem Boden liegenden verteilten Flugblätter der Studenten.

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Wen das Ganze nachhaltiger interessiert, der kann zusätzlich das Grab am Perlacher Forst besuchen, eine schöne, weitläufige Anlage an der Stadelheimer Straße. Das Grab findet man unter der Nummer 73-1-18/19. Am Eingang des Friedhofs hängt ein Übersichtsplan. Der Grafikdesigner Otl Aicher, Ehemann der ältesten Scholl-Schwester Inge, hat die Grabstätte 1992 neu und außergewöhnlich gestaltet. (Er hatte damals auch mit seinen Piktogrammen das Erscheinungsbild der Olympischen Spiele 1972 in München maßgeblich gestaltet.)
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Die Querbalken der beiden Kreuze gehen ineinander über. Man kann es als Zeichen des unglaublichen Zusammenhalts der beiden Geschwister interpretieren. Ich habe gelesen, dass die Totengräber damals für Hans und Sophie Scholl nur ein Grab ausgehoben hatten. Sophie wurde oberhalb von Hans zur Ruhe gelegt. Schön, wo sie sich doch zu Lebzeiten immer so nah waren.

 

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DenkStätte Weiße Rose
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
https://www.weisse-rose-stiftung.de 

Friedhof am Perlacher Forst
Stadelheimer Str. 24
81549 München

(Quelle 1. Bild: Snap361.net)

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