Unterwegs: Pinakothek der Moderne: Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys

Unfreiwillig in aller Munde …

… war die 2002 erbaute Pinakothek der Moderne innerhalb von nicht einmal zehn Jahren nach der Einweihung: Sie musste renoviert werden, weil sich in der Rotunde Risse bildeten.
Diese Rotunde reicht vom Keller bis in den zweiten Stock, und beim Blick nach oben sieht man deren wunderschöne Decke.

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Allein in dieser hellen, transparenten Eingangshalle könnte man einige Zeit verweilen. Vom Erdgeschoss aus die Treppen nach unten blickend sieht man zum Beispiel einige Hinweise auf das dort untergebrachte Design-Museum, dessen Besuch unbedingt lohnt.
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Aber heute will ich in die Ausstellung „Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys“.

Der Mann, der stets mit Hut auftrat.

Joseph Beuys (1921 – 1986) war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner und Kunsttheoretiker. In vier Räumen sind Exponate von ihm ausgestellt sowie Schautafeln zur Erklärung seiner Werke. Fotos, zum Teil privat, aber auch aus seinem Schaffensprozess, Skizzen und Postkarten kann man hier studieren.
Von 1941 bis 1944 war Beuys bei der Luftwaffe. 1944 stürzte er über der Insel Krim ab und wurde schwer verletzt. Angeblich sei er von nomadisierenden Krimtataren mit tierischem Fett gesalbt und in Filz warmgehalten worden. Man sagt, dass dieser Absturz zu der Legendenbildung der Arbeiten mit Filz und Fett beitrug. Fett … Da muss man doch unwillkürlich schmunzelnd an die Geschichte von der Putzfrau denken, die 1988 in der Düsseldorfer Kunstakademie das Kunstwerk „Fettecke“ weggewischt hat!

Doch so viele Filz- und Fettexponate gibt es in dieser Ausstellung gar nicht. Das Thema hier ist „Multiples“.
In den 1960er Jahren hat man mit den „Multiples“ eine Form der Auflagenkunst entwickelt, durch die man Kunst öfters reproduzieren konnte, in den verschiedensten Materialien und Formaten preiswerter herstellen und damit ein viel größeres Publikum erreichen konnte. Auch Beuys hat damit gearbeitet, er wollte so vielen Interessierten wie möglich den Zugang zu seiner Kunst ermöglichen.
Er selbst sah sich in der Rolle eines Senders, für den die Multiples „Antennen“ waren, die sein künstlerisches Anliegen in die weite Welt hinaustragen sollten. „Ich bin ein Sender“, verkündete er, „ich strahle aus“ (s. Website über die Multiples von Joseph Beuys aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne). Link:  Multiples von Joseph Beuys

Bilder-Beispiele

 

Besen

Fotograf

Schlitten
Fotograf
Filzanzug

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Rose

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Capri Batterie

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Diese Ausstellung, die man noch bis zum 11.01.2015 sehen kann, ist eindrucksvoll und imposant, aber zugleich kurzweilig und witzig, auch wenn vieles nicht schön im herkömmlichen Sinn und auch nicht leicht zu verstehen ist. Die gezeigten Objekte sind ein Versuch der Annäherung an den Künstler Beuys.

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