06.03.2013 Rock meets Classic 2013, Olympiahalle München

Klassische Urgesteine – Rock meets Classic 2013

Hinter dem Namen verbirgt sich bereits alles, was man wissen muss. Klassische Instrumente treffen auf harte Gitarren, ein lautstarkes Schlagzeug und rockige Stimmen. In diesem Jahr nahm das Bohemia Sinfonie Orchester aus Prag den Weg auf sich, um mit den ganz Großen eine tolle Show zu inszenieren. Mit dabei Chris Thompson (Manfred Mann´s Earth Band), Steve Augeri (Journey), Eric Bazilian (The Hooters), Paul Rodgers (Bad Company) und als special Guest Bonnie Tyler. Präsentiert wurde dieses Konzert unter anderem von Antenne Bayern.

Moderatorin Kathie Kleff ließ es sich nicht nehmen den Startschuss in den Abend zu geben. Pünktlich um 20 Uhr betrat sie die große Bühne, das Orchester im Rücken und kündigte den ersten Star an: Chris Thompson.

Gut gelaunt und mit viel Schwung kam er auf die Bühne und gesellte sich zu den Mitgliedern der Mat Sinner Band, die an diesem Abend den rockigen Part übernahmen und die Gitarren zum Kreischen brachten. Los ging es auch mit guten altbewährten Stücken aus alten Zeiten. Das Publikum in der Olympiahalle hatte die Songs größtenteils zu Teenagerzeiten erlebt. Die Augen wurden größer, ein Funkeln wurde sichtbar und die ersten klatschten, jubelten und sangen. Die Atmosphäre versprühte Gänsehaut, die Töne saßen und die Akustik war einfach hervorragend. Doch liebes Publikum: Warum mussten unbedingt diese hässlichen blauen Blinklichter bei den Balladen geschwungen werden? Warum kein klassisches Feuerzeug? Hätte viel besser zur Stimmung gepasst.

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05.03.2013 – Cannibal Corpse, Devildriver, Black Dahlia Murder, Hour Of Penance – Backstage Werk, München

Todesmetallische Könige und Thronfolger

Hour Of PenanceHour Of Penance
Um Punkt halb acht betraten die Italiener Hour Of Penance die Bühne des schon mehr als ordentlich gefüllten Werks und legten gleich mit „Sedition Through Scorn“ vom aktuellen Album Sedition los. Die 1999 in Rom gegründete Truppe ging sehr routiniert zu Werke und präsentierte in der folgenden halben Stunde einen Querschnitt durch ihre drei letzten Alben mit Songs wie „Paradogma“, „Slavery in A Deaf Decay“ oder „Misconception“. Der kompromisslosse Death Metal war ein guter Einstieg in diesen Konzertabend, wurde allerdings etwas statisch vorgetragen – da hätte gern ein wenig mehr Action auf der Bühne sein können. Das Publikum spendete aber höflichen Applaus und machte nach dem Auftritt von Hour Of Penance einen durchaus aufgewärmten Eindruck. Mission erfüllt.
(Review von torshammare)



Black Dahlia Murderblack-dahlia-murder
Mit einer ähnlich uhrwerkgleichen Präzision wie Cannibal Corpse schauen auch Black Dahlia Murder regelmäßig bei uns vorbei, leider diesmal mit einem herben Verlust am Drumsessel. Shannon Lucas hatte die Band Ende letzten Jahres verlassen, um eigene Projekte wie zum Beispiel einen Tattoo-Shop besser voranzutreiben. Vorübergehender Ersatz ist der neue Kesseltreiber Alan Cassidy, der zuvor schon für Abigail Williams die Felle verprügelt hat. Ansonsten aber schien alles beim Alten geblieben zu sein, Sänger Trevor Strnad zieht immer noch nach spätestens drei Songs sein Shirt aus und erhöht somit den visuellen Charakter der Show um ein beträchtliches Maß. Eigentlich reicht der akustische längst aus, aber die Präsenz und das Charisma des Frontmannes ist für viele mit ein Grund, die Band zu sehen. Persönlich war allerdings für mich immer Prio Nummer eins der außergewöhnliche Drummer Shannon, der immer wieder mit beängstigender Genauigkeit sein Werkzeug malträtierte. Der Typ war/ist eine echte Wucht hinter der Schießbude und zählt nicht umsonst zu den Besten seiner Zunft. Ich kann nur hoffen, dass die Band adäquaten Ersatz auftreiben wird.
Die Show selber war leider nur eine halbe Stunde lang, aber dennoch intensiv und druckvoll. Langsame Parts bei Death Metal Bands sind in meinen Ohren immer besonders beliebt, so auch bei Black Dahlia Murder, die damit ihre zumeist recht hektisch-frickeligen Teile auf Alben wie auch live gekonnt auflockern. Insgesamt ein guter Auftritt, doch aufgrund der zu kurzen Spielzeit und ungewohnt neuem Drummer etwas unterhalb der gewohnten Güteklasse 1A.

 

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19.01.2013 Visage – Die Perlen, Garage DeLuxe

New Wave Look in der Garage

Visage? Ja, der Name kommt mir doch bekannt vor. Hatte diese Band nicht den Hit „Fade to Grey“?
Richtig! Und die kommen nach all den Jahren nach München in die Garage? Das konnte ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen. So dachte anscheinend nicht nur ich, denn an dem kalten Samstagabend hatte sich vor dem Einlass eine recht ordentliche Schlange gebildet. Bibbernd standen die aufgestylten Fans in der Kälte und sehnten sich in den warmen Club.
Und dieser füllte sich rasend schnell. Zur Einstimmung in den Abend legten DJ Bat und DJ Siggi Sputnik ein paar Scheiben auf. Ein paar tanzten, die anderen holten sich Getränke und verloren sich in Gespräche mit Freunden.

Eigentlich sollte Hubert Kah als Support fungieren, doch aufgrund gesundheitlicher Probleme musste er das Konzert absagen. Als Ersatz sprang die Nürnberger Electroclash Gruppe Die Perlen ein.
Seit über 10 Jahren machen Ferdinand Ess und Katja Hah Musik und dazu brauchen sie nicht viel. Für andere Musiker ist die Bühne in der Garage eigentlich immer fast zu klein, doch für Die Perlen reichte der Platz, um bequem darauf zu performen. Pünktlich starteten sie gleich mit einem neuen Titel ihres aktuellen Albums: Zurück
Der Klang, sowie Texte waren etwas ungewöhnlich, aber nachhaltig. Das Publikum war zunächst etwas zurückhaltend, gewöhnte sich aber schnell an die Musik und applaudierte brav nach jedem Song. Man merkte deutlich, dass sie das Ganze noch nicht so wirklich in eine Richtung zuordnen konnten. Katja und Ferdinand hatten sehr viel Spaß auf der Bühne, sie lachten viel, alberten mit dem Publikum und versuchten es immer wieder zu animieren, was leider nur teilweise gelang. Die ersten Reihen standen eher wie Zinnsoldaten im Setzkasten an der Bühne, ohne Regung in Mimik und Körper. Doch davon ließ sich die Band nicht beirren und sie spielten ihr Liedgut aus neuen und alten Werken ordentlich ab. Von Deutsch und Englisch bis hin zum Französischen war alles dabei, sie boten eine große Vielfalt und Abwechslung. Für mich mal etwas ganz anderes. Ein sehr schöner Auftritt, den die beiden sicherlich sehr genossen haben. Ein paar Fans werden sie auch dazugewonnen haben.

Bis zum Auftritt von Visage schien eine Ewigkeit zu vergehen. Die Djs spielten immer wieder eine neue Platte an und so langsam wurde das Publikum ein wenig ungeduldig. Auf der Bühne hatte sich während der Umbauphase nicht viel getan. Zwei Mikrophone standen einsam herum und warteten auf Einsatz. Dann endlich kam das Zeichen für die Djs und die Musik verstummte. Steve Strange betrat als erster die Bühne gefolgt von einer blonden, sehr hübschen Sängerin. Steve kam elegant in Anzug mit Hut, die letzten Jahre sind sichtlich nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, auch wenn ein paar Fältchen durch Botox verschwunden sind. Dank des tollen Make ups fielen die restlichen nicht ganz so stark auf. Aber er strahlte und startete auch mit vollem Elan in sein Programm. Am Anfang dachte ich, er wäre ein wenig nervös, weil er recht offensichtlich stark zitterte, doch im Laufe des Auftrittes bekam man immer mehr das Gefühl, dass Herr Strange nicht ganz nüchtern auf der Bühne stand. Er hatte sich, bis auf kleine Stolperer, soweit ganz gut unter Kontrolle. Vor der Veröffentlichung dieses Artikels wollte ich aber sicher gehen und kontaktierte den Veranstalter. Dieser dementierte das Gerücht um den vermutlichen Alkoholkonsum, Steve kam wohl erst recht spät in der Garage an, hatte Grippe mit Fieber und war wirklich sehr aufgeregt. Der Gesang kam wohl deshalb leider hauptsächlich vom Band, hin und wieder hörte man seine eigenen Töne, die auch auf Anhieb saßen und klar rüberkamen. Die Blicke der Anwesenden sprachen dennoch Bände, doch sie jubelten und applaudierten dem Künstler zu, feierten den einstigen Star, der auf der Bühne sein Bestes gab und sichtlich viel Spaß hatte. Er genoss den Auftritt nach so langer Abstinenz. Er schüttelte immer wieder Hände im Publikum, tanzte wild mit dem Mikrofonständer über die Bühne und freute sich über das zahlreiche Erscheinen. Seine Ausdrucksstärke hatte er in den ganzen letzten Jahren nicht verlernt. Selbst eine kaputte Hose am Ende brachte ihn nicht in Verlegenheit.

Seine Begleitung ging ein wenig unter, trotz des aufwändigen Stylings kam ihre Stimme leider nur teilweise hervor. Sie stand immer ziemlich abseits, wirkte schüchtern und sang stets in die Richtung von Steve Strange. Als hätte sie ständig ein wachsames Auge auf den Sänger gelegt. Der Auftritt war zu schnell vorbei, ein paar alte bekannte Songs wie „Night Train“ waren dabei. Doch der grosse Hit fehlte noch. Vor der Zugabe zog sich Steve Strange kurz in den Backstage Bereich zurück, lange ließ er sich nicht zurück bitten und zum Abschluss gab es dann natürlich das berühmte „Fade to Grey“, welches er mit voller Inbrust und Leidenschaft performte.
Ich fand es schade, dass dieses Konzert schon zu Ende war, man war gerade warm geworden und hatte Fahrt aufgenommen. Bin gespannt, wann wir Visage mal wieder in Deutschland sehen dürfen, es war ein Genuss, eine Erinnerung an alte Zeiten und schon das Auftreten des Künstlers war der Besuch wert. Ein wunderbarer Abend.

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch:

Weitere Bilder von Steffi Schaaf: FanniPics

13.12.12 – Obituary, Macabre, Psycroptic, The Amenta – Backstage Halle, München

Rotting slow in Europe

Im Moment scheint es angesagt zu sein, dass etablierte Bands spezielle „Frühwerk-Tourneen“ machen (zum Beispiel letztens bei Covenant miterlebt) und dem Publikum noch einmal die Lieder oder ganze Platten präsentieren, mit denen sie ursprünglich berühmt wurden. Eine großartige Sache, hat man so doch Gelegenheit, sich entweder wieder sehr jung und nostalgisch zu fühlen oder aufgrund zu später Geburt etwas nachzuholen.

Zu diesem Zweck versammelte sich eine doch ansehnliche Zahl von Langhaarigen in der Backstage Halle, um die quicklebendige Florida-Death-Metal-Legende Obituary und ihre ersten drei Alben Slowly we rotCause of death und The end complete aus den Jahren 1989, 1990 und 1992 gebührend zu feiern. Davor galt es aber noch, drei andere Bands kennenzulernen und teilweise auch zu bejubeln.

The Amenta

The Amenta - 2012 -12

Den Anfang machten um kurz nach halb acht Uhr die Australier von The Amenta, die mit viel schwarzer Farbe auf der nackten Haut, viel Engagement und düster-wahnsinniger Mimik (der Sänger) das leider noch extrem spärlich vertretene Publikum versuchten auf ihre Seite zu ziehen. Die Band existiert mit diversen Line-up-Wechseln seit 2001 und spielt eine Mischung aus Meshuggah-artigen Riffs, Industrial-Metal-Anleihen und Black-Metal-Drumming, gepaart mit aggressiv-heiserem Brüllgesang. Sie kann auf mittlerweile zwei Full-length-Alben und diverse EPs zurückblicken, aus denen ein schöner Querschnitt geboten wurde, mit leichter Konzentration auf die Alben Occasus (2004) und nOn (2008). Songs wie „Sekem“, „Mictlan“, „Erebus“ oder „Vermin“ wurden sehr sauber, präzise und brachial gespielt, die Band ist definitiv erfahren und routiniert, doch konnte sie leider das Publikum nur zu vereinzeltem Kopfnicken animieren, da der Wiedererkennungswert der Stücke doch etwas gering war. Kein schlechter Auftritt, aber nichts für die Ewigkeit. Nach einer halben Stunde Spielzeit räumten sie die Bühne für die zweite Band des Abends.

Psycroptic

Psycroptic - 2012-12

Ebenfalls vom anderen Ende der Welt angereist, präsentierten die 1999 im tasmanischen Hobart gegründeten Psycroptic eine hämmernde Mischung aus technischem Death Metal, Grindcore und einigen Hardcore-Anleihen, die die ersten Besucher vor die Bühne locken konnte. Die Band agierte sehr routiniert und präzise, Sänger Jason Peppiatt brüllte sich die Seele aus dem Leib bei Titeln wie „Carriers of the plague“, „Sleepers have awoken“ oder „Euphorinasia“. Die Songauswahl konzentrierte sich auf das aktuelle Album The inherited repression und den Vorgänger Ob(Servant) aus den Jahren 2012 bzw. 2008.
Auch hier ein grundsolider, engagierter Auftritt, der einige begeisterte Reaktionen im Publikum hervorrufen konnte, im Gegensatz zu The Amenta schienen Psycroptic etwas bekannter gewesen zu sein. Ein einsamer „Zugabe“-Ruf verhallte nach einer guten halben Stunde Spielzeit allerdings ungehört.

Macabre

Macabre - 2012-12

Um viertel nach neun betrat mit Macabre aus Chicago eine Band mit einem doch recht speziellen Thema die Bühne, die ihre Musik als „Murder-Metal“ bezeichnet. 1985 gegründet, hat man sich von Anfang an auf die berühmtesten Serienkiller der Menschheitsgeschichte konzentriert und vielen davon eigene Lieder oder sogar ein eigenes Album (Dahmer) gewidmet. Sänger Corporate Death gab dann auch zu jedem Song eine liebevoll-schwarzhumorig-augenzwinkernde Einführung in die thematischen Untiefen, was den Auftritt – gepaart mit den sehr eingängigen Death-Metal-lastigen Stücken – zu einem großen Vergnügen machte. Man gab einen schönen Querschnitt durch alle bisher erschienen Alben (u.a. mit den Songs „The Iceman“, „Nightstalker“, „Hitchhiker“, Scrub a dub dub“), würdigte auch die deutschen Serienmörder Fritz Haarmann („Fritz Haarmann der Metzger“) und den „Vampir von Düsseldorf“ Peter Kürten („Vampire of Düsseldorf“) und begeisterte die mittlerweile doch ordentlich gefüllte Halle mit einem gelungenen Venom-Cover („Countess Bathory“). Ein wirklich guter und unterhaltsamer Auftritt der seit Bandgründung in unveränderter Besetzung spielenden und entsprechend kauzig wirkenden Truppe!

Obituary

Obituary - 2012-12

Nach diesmal etwas längerer Umbaupause betraten unter frenetischem Jubel um halb elf dann endlich Obituary die Bühne, vor der sich ein dichter Pulk aus Die-hard-Fans versammelt hatte (Pech für die Fotografin des Abends, da war kein Durchkommen mehr). Instrumente umgeschnallt, beeindruckende Haarprachten ins Gesicht geschüttelt, und los ging es mit „Intoxicated“ vom Debütalbum Slowly we rot. Die Stimmung in der Halle war sofort großartig und ließ auch während der folgenden 100 Minuten nicht nach. Ohne nennenswerte Ansagen (was typisch für die eher distanzierten Amis ist), aber mit einem fetten Grinsen im Gesicht schleuderten Sänger John Tardy (diese Haare!), Gitarrist Trevor Peres (diese Haare!!) und die übrigen Mannen eine Oldschool-Granate nach der anderen ins Publikum und verursachten sicher nicht nur bei mir Herzrasen vor Begeisterung. Ich habe Obituary schon diverse Male gesehen, sie waren immer gut, aber an diesem Abend waren sie großartig. Man merkte ihnen den Spaß an, den sie beim Spielen der alten Klassiker hatten, und dieser Spaß übertrug sich eins zu eins aufs Publikum. „Immortal visions“, „Infected“, „Cause of death“, „Body bag“, „Killing time“, mein Favorit „Back to one“, „The end complete“ … es hörte gar nicht mehr auf. In der Zugabe gab es noch das obligatorische Drum-Solo von Donald Tardy (diesmal ohne die „Unterstützung“ seines Bruders John) sowie „I’m in pain“ und „Slowly we rot“ zu hören, inklusive eines kleinen Ausflugs ins Publikum des zweiten Gitarristen, den seine Bandkollegen grinsend verfolgten. Zum Abschluss bat die sichtlich bewegte und erfreute Band das Publikum vor der Bühne zum Gruppenfoto und bedankte sich vielmals mit Handschlag vom Bühnenrand aus. Generell gaben sie sich an diesem Abend sehr viel fanfreundlicher und offener, als ich sie bisher erlebt hatte, Stagediver wurden geduldet und sogar angefeuert, unzählige Plektren flogen in die Halle, Drumsticks sowieso … ein wirklich schöner und denkwürdiger Auftritt!

 

14.09.2012 – Hell On Earth Tour 2012 – Walls Of Jericho, Death Before Dishonor, Hundreth, Betraya, Bitter Verses – Backstage Halle, München

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Death Before Dishonor
Das erste echte Highlight an diesem Abend waren die Bostoner Hardcoreler Death Before Dishonor. Mittlerweile hat sich diese Combo einen fast schon legendären Ruf als beinharter Live-Act in der Hardcore-Szene erarbeitet, den sie bei enthusiastischer Spiellaune immer wieder unter Beweis stellt. Leider waren diesmal einige Bandmitglieder ziemlich angetrunken und taumelten streckenweise wie ein angeknockter Boxer über die Bühne. Machte aber letztendlich nicht viel aus, da der Proll-Faktor ihrer Musik ohnehin Richtung Saufen, Prügeln und einen auf dicke Hose machen zu reduzieren ist. Nichtsdestotrotz entspringt aber genau dieser Mischung ihre große Popularität in der Gemeinde, so dass man ihnen einen versoffen-verstolperten Gig eigentlich nicht ankreiden kann. Wenn dann aber noch der Sound ziemlich breiig und undifferenziert aus den Boxen quillt, gibt dies dann doch in der Schlusswertung einige Minuspunkte. Wer keinen Ohrschutz dabei hatte, dem taten danach gehörig die Lauscher weh, fast schon unerträglich schlecht war der Mix aus dem Mischpult. Hinzu kamen dann noch die halbstarken Leibesübungen der Hardcore-Turner im Moshpit, in die man ohne Helm und Schutzanzug freiwillig nicht geraten sollte, ein diesmal echt selten dämlich wirkendes und rücksichtslos-anmutendes Getrete war da am Start- keine Ahnung, wen solch kindisches Gepose beeindrucken soll, den wenigen anwesenden weiblichen Fans offenbar nicht, versteckten sich diese im sicheren hinteren Bereich der Halle. Aber gut, man weiß worauf man sich einlässt, wenn man zu Konzerten solcher Bands geht, daher kann man sich auch nicht beschweren. Selbiges konnte man dann am Ende auch nicht, da wie immer zum Abschluss eines jeden Death Before Dishonor-Gigs ihre Hymne „Boston Belongs To Me“ angestimmt wurde, die mittlerweile in einer Liga mit Pennywises „Bro Hymn“ spielt, so eingängig und beliebt ist sie. Ein immerhin akzeptabler Abschluss eines eher durchschnittlichen Gigs.

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Walls Of Jericho
Sehnlichst erwartet wurde nun schon die allseits geliebte und beliebte Metalcore-Truppe aus Detroit, die ein steter Garant für intensive und oftmals auch unvergessliche Live-Shows sind. Frontbrüllwürfel und Eye-Catcher Candace Kucsulain ist mittlerweile Mum geworden, was man ihr auch ansieht: Sie sieht besser denn je aus, fit, durchtrainiert und ist nach wie vor bereit,die Bude zu rocken. Und wie sie das tat. Als gäbe es kein Morgen, ging von Minute eins so dermaßen der Punk ab, dass einem als neutraler Zuschauer fast der Atem stockte. München ist bekannt für sein beinahe divenhaftes und bisweilen arg lethargisches Konzertpublikum, doch bei diesem Gig bewies es das genaue Gegenteil. Wildes aber gleichzeitig rücksichtsvolles Gemoshe der Güteklasse A, wahnsinnig-anmutende Stagediving-Stunts und eine dadurch mehr und mehr euphorisierte Band machten diesen Auftritt zum Besten, was ich seit langer Zeit erleben durfte. Die heimelige Club-Atmosphäre der Halle war sicherlich ein zusätzlicher Faktor. Müßig zu erwähnen, dass der perfekte und überaus druckvolle Sound sein nicht unwesentliches Scherflein dazu beitrug. Es geht also doch, dass man in die Backstage-Halle durch ihre architektonisch-bedingte suboptimale Akustik einen anständigen Sound zaubern kann. Und wenn dann noch ein intensiver Live-Act hinzukommt, ist eigentlich alles bereitet für ein anständiges Konzert. Das Zünglein an der Waage spielt dabei das Publikum.
Candace gab mal wieder alles, inklusive ermunternder und positiver Botschaften zum Zusammenhalt und der Bedeutung der Szene für jeden einzelnen Beteiligten, als auch der oftmals verwendete Spruch: „You are the best audience so far on this tour“. Diesmal wohl wahr, zu 100% nämlich. Kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Club in einer anderen Stadt dieses Level an ausgelassener Begeisterung abrufen konnte. Dabei unterstelle ich der Sängerin aufgrund ihres unglaublichen Charismas einen wesentlichen Beitrag an der explodierten Stimmung, schafft sie es doch immer wieder mit ihrer vereinnahmenden Persönlichkeit, aus einer scheinbar teilnahmslos-neutralen Menge einen wilden Hexenkessel zu machen. Eine heutzutage wirklich seltene und fantastische Eigenschaft, sollte man seines Zeichens Frontmann/-frau einer Band sein. Ich liebe einfach diese Band und ihre Frontfrau. Und rückblickend betrachtet, habe ich eigentlich nie ein schlechtes Konzert mit ihnen erlebt.

Fazit: DEATH BEFORE DISHONOR machten das, was sie immer am Besten machen, nur leider mit der abstoßend-wirkenden übertrieben aggressiven Stimmung; WALLS OF JERICHO aber das genaue Gegenteil: Positive Aggressivität, unterstützt durch ein fantastisches Publikum, welches an diesem Abend der klare Gewinner war. Würde mir wünschen, mehr Konzerte dieser Sorte zu erleben.

 

22.09.2012 Sabaton, Backstage Werk

„Noch ein Bier, noch ein Bier…“

Nachdem Mitte des Jahres vier von sechs Bandmitgliedern die Band SABATON verließen, befürchtete die Musikbranche, die Gruppe würde sich komplett auflösen und die Musik an den Nagel hängen. Umso erfreulicher war die Meldung, dass die Verbleibenden schnell Ersatz für Gitarren und Schlagzeug gefunden hatten. SABATON begaben sich also wieder on the Road und machten mit ihrer „Swedish Empire Tour“ auch in München halt. Zur Unterstützung und zum Warm-werden für die Fans konnten sie WISDOM und ELUVEITIE gewinnen.
Bei der Anfahrt auf das Backstage Werk konnte man bereits sehen, wie groß der Ansturm auf die Karten gewesen sein muss. Das Konzert war komplett ausverkauft, eine scheinbar endlose Schlange wand sich auf der Straße. Leider hatte diese Information nicht alle erreicht, so dass das die Veranstalter und die Security zwei voll beladene Busse wieder heim schicken mussten. Aber zum Glück hatte ja die Wiesn-Zeit begonnen, vielleicht haben sie die Gelegenheit genutzt, um dahin einen Abstecher zu machen.

WISDOM
Die Ungarn sind außerhalb des Heimatlandes noch nicht wirklich bekannt, doch mit ihren Auftritten bei der „Swedish Empire Tour“ wird sich das recht schnell ändern.
Nach den ersten Takten und Klängen hatte die Band bei mir schon den „Wow“- Effekt erzielt und konnte nicht nur meine Aufmerksamkeit schnell auf sich ziehen. Von Beginn an spielten sie mit dem Publikum und animierten die Leute zum Klatschen, die sich auch nicht lange bitten ließen. Für das neue Album „Judas“ holte sich die Band einen neuen Sänger ins Boot. Gabor Nagy war definitiv eine sehr gute Wahl. Fans des hochmelodischen Power Metal kommen mit der Musik von WISDOM voll auf ihre Kosten. Dominant, ohne Scheu, mit vollem Körpereinsatz und starker, klarer, eindrucksvoller Stimme hatten sie die Münchner recht schnell im Griff. Mit der Version von IRON MAIDENS „Wasted Years“ konnten sie weitere Pluspunkte sammeln und dem Publikum zeigen, dass sie zurecht in einem Zug mit Namen wie HELLOWEEN und BLIND GUARDIAN genannt werden dürfen. Für mich eine absolut positive Neuentdeckung.

ELUVEITIE
Die Schweizer feiern aktuell zehnjähriges Jubiläum. Für die Fans gab es gleich zwei Alben in diesem Jahr zu ergattern. Anfang 2012 „Helvetios“ und im August „The early Years“. Zwei tolle Alben, die die gesamte Bandbreite des Könnens von Eluveitie umfassen. Seien es ruhige, mystische Momente oder rauchige, kraftvolle, die Band weiß, wie sie all diese Elemente in Harmonie bringen muss, um Stücke zu schaffen, welche wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das bekamen die Münchner an diesem Abend auch zu sehen. Die meisten Songs stammten von dem „Helvetios“-Album. Auf der Bühne stand eine starke Band. Sie überzeugte mich ein wenig mehr als die letzten Male, zudem war auch das Licht deutlich besser, so dass man diesmal die Mitglieder auch sehen konnte. Leider war die Abmischung für mein Empfinden wieder ein wenig misslungen. Sänger „Chrigel“ ging in seinen tiefen Parts oft zwischen den anderen Instrumenten unter, das Schlagzeug war zu dominant, die Gitarren hätten auch ein bisschen mehr Pegel vertragen können. Hinzu kommt, dass die Stimme von Sängerin Anna teilweise zu schrill und hoch klang, so dass man schon fast Ohrenschmerzen bekam. Ich stellte auch fest, dass bei diesem Auftritt etwas weniger Leute im Werk waren; schade, denn im Großen und Ganzen war es eine sehr schöne Show.

SABATON
Sie ließen die Fans ja schon ein wenig zappeln. Alle versuchten soweit wie möglich in die ersten Reihen vorzudrängen, dabei war die Luft eh schon stickig und heiß. Doch einen richtigen Fan hält das natürlich nicht ab. Nach scheinbar einer halben Ewigkeit erklangen dann endlich die ersten Takte des Intros „The Final Countdown“. Die Menge flippte aus, grölte in voller Lautstärke den Text mit und war in großer Erwartung. Mit „Ghost to Vision“ springen die Mannen von Sabaton voller Elan auf die Bühne und geben sofort ordentlich Gas. Was anderes war auch nicht zu erwarten, gilt Sänger Joakim doch als absolute Rampensau. Bereits nach den ersten beiden Liedern erklangen die „Noch ein Bier, noch ein Bier“-Chöre. Joakim stellte mit einem Grinsen im Gesicht fest, dass die Deutschen anscheinend lieber Bier trinken als gute Songs hören. Noch ließ er sich nicht zu einem Schluck hinreißen und Sabaton spielten lieber ein paar weitere Stücke. Das Trinken überließ er dann doch den Fans. Die Setlist war sehr gut gemischt, einem alten Song folgte wieder ein neuer, so dass es den Fans nicht langweilig werden konnte. Auch an diesem Abend merkte man wieder, dass SABATON ihr Geschäft verstehen und dass es schon ein Verlust für die Metal-Szene wäre, wenn sie sich auflösen würden. Nach dem Ausstieg einiger Mitglieder konnte für Bass, Gitarre und Schlagzeug schnell Ersatz gefunden werden, für den Posten des Keyboarders jedoch wurde noch nicht der richtige Mann eingestellt . Der fehlte nämlich auf diesem Konzert, war aber gut zu verkraften.

Fazit: Metal und Bier kommen bei den Münchnern sehr gut an, besonders, wenn so eine Größe wie SABATON das Schlusslicht bilden. Die Masse hatte Spaß und feierte ausgiebig bis zum bitteren Ende.

Setlist:

Intro:
The Final Countdown

Ghost Division
Gott Mit Uns
Uprising
40:1
Cliffs of Gallipoli
Midway
Carolus Rex
Into the Fire
Swedish Pagans
The Price of a Mile
The Lion From the North
The Art of War
Attero Dominatus
Encore:
Primo Victoria
Metal Crüe

19.09.2012 Royal Republic, 59:1 München

Exklusiver Abend

Die Alternative-Rock-Band Royal Republic aus Schweden verlosten im August zusammen mit Amazon und Warner Bros. Music Germany 125 x 2 Karten für ein Exklusivkonzert in München im 59:1. Und zwei von diesen besonderen Tickets wanderten in meine Tasche. Bereits im Jahre 2011 hatte ich das Vergnügen die Band beim Masters of Rock Antenne erleben zu dürfen. Schon bei diesem Auftritt überzeugten sie mich mit ihrer sympathischen Art und großartigen Musik.
Mitte des Jahres 2012 kam das neue Album „Save the Nation“, das sich nicht hinter dem Debüt „We are the Royal“ aus dem Jahre 2010 zu verstecken braucht. Die Band hat sich weiterentwickelt, die neue Scheibe ist durchdachter, aber ebenso rockig und dreckig wie die erste.

Der Einlass zog sich ganz schön in die Länge, fast eine Stunde benötigten die Gewinner, um den kleinen Club zu entern. Das Publikum war recht gemischt, die hartgesottenen Fans hatten es sich natürlich direkt vor der Bühne gemütlich gemacht. Ich hätte das jedoch nicht unbedingt getan, denn Sänger Adam Grahn schwitzte während des Auftrittes recht ordentlich bei den Temperaturen im Club und die kleinen feinen Tröpfchen flogen nur so ins Publikum.
Um 21.15 Uhr traten die vier jungen Schweden gut gelaunt auf die Bühne und rockten auch gleich los mit „Save the Nation“. Ein Kracher folgte dem nächsten. Sie gaben den Zuschauern keine Minute zum Durchatmen. Das Publikum war sehr ausgelassen, jubelte, sprang und moshte. Die Stimmung war hervorragend in dem kleinen Club und die Band merkte auch, dass vor ihnen wirkliche Fans standen. Nicht nur die alten, auch die neuen Songs konnten bis auf die letzte Textzeile mitgesungen werden. Sänger Adam hielt immer wieder den Kontakt zum Publikum aufrecht, widmete sich auch den Fans auf der rechten und linken Seite, ließ sogar zwei Mädels an seine Gitarre ran.
In Schweden, erzählte er dann, hieß es nach einem ihrer Auftritte, sie wären die neue Boyband des Rocks. Nach diesem Statement kam dann auch gleich die Aufforderung aus dem Publikum, „Cry Baby cry“ in der Softie Version zu spielen. Zunächst überlegte es sich die Band noch, doch ich denke, sie wollten sich selber den Spaß nicht nehmen lassen und gaben den Zuschauern eine sehr gefühlvolle Akustikversion des Songs, natürlich mit einem Hauch von Ironie. Doch der Charme der Band verfehlte nicht seine Wirkung. Sie wurden bejubelt und gefeiert bis in die letzten Reihen. Das sollte auch nicht die einzige Akustikdarbietung an diesem Abend bleiben und jede einzelne hinterließ eine Gänsehaut bei mir. Adam Grahns Stimme geht einfach unter die Haut. Die Setliste war wirklich bunt gemischt, die Münchner hatten die Ehre, dieses Programm als erste erleben zu dürfen. Richtig gute Stimmung kam aber vor allem bei den alten bekannten Liedern auf. „Full Steam Spacemachine“, „Tommy Gun“ und „Underwear“ ließen keinen mehr stillstehen. Es sind aber auch sehr rockige und geniale Songs.

Ich muss sagen, es war ein sehr schöner Abend. Die Jungs harmonierten wirklich sehr gut, sie kamen auch diesmal wieder sehr sympathisch und witzig rüber. Sehr angenehme und lockere Stimmung herrschte im gesamten Raum. Das 59:1 war als Location für dieses Event hervorragend ausgewählt. Es vermittelte eine familiäre Atmosphäre, bei der man der Band wirklich sehr nahe kam. Ein großartiges Ereignis und die Verlosung war eine hervorragende Aktion. Vielen Dank an die Band, Amazon und natürlich auch Warner Music Group Germany.

22.07.2012 Schandmaul – Vroudenspiel, Backstage Werk

Feel Free & Easy

Für alle, die das Free & Easy nicht kennen: Man kann auf Konzerte gehen für lau. Nur wenn die Hallen und Clubs mal voll sind hat keiner mehr eine Chance, dem Vergnügen beizuwohnen. Vroudenspil und Schandmaul, zwei Bands, die jede für sich ihre Fans haben. Die eine schon seit Jahren bekannt und aus dem Mittelalter-Folk-Rock nicht mehr wegzudenken. Die andere jung, dynamisch und ehrgeizig. In den letzten Jahren konnten Vroudenspil ihren Fankreis deutlich erweitern und nicht mehr nur in der Rosenheimer Gegend halten. Dass dieses kostenlose Spektakel lockte, ist nicht verwunderlich. So fanden sich bereits eine Stunde vor Einlass die Ersten ein, damit sie ganz sicher im Backstage Werk einen Platz bekämen. Und es wurden von Minute zu Minute immer mehr. Die Türen öffneten sich mit guten 15 Minuten Verspätung. Viele waren ein wenig ungeduldig und die Hitze schlug ebenfalls auf die Gemüter. Umso erleichterter waren die Massen, als sie endlich einströmen und an den Bars etwas Kühles kaufen konnten.
Schnell fand sich ein Platz vor der Bühne, wer jetzt da stand, sollte lieber dort bleiben. Sich durch die Menge zu kämpfen, um nur mal auf das Klo zu gehen oder sich was zu trinken zu kaufen, war gut zu überdenken. Wer daran dachte, mal zwischendrin eine Zigarette zu rauchen, musste befürchten, nicht wieder eingelassen zu werden. Also hieß es aus- und durchhalten.

Vroudenspil betraten mit gewohntem Intro die Bühne. Sie wirkten nicht ganz so lebhaft wie auf anderen Konzerten. Ohne großer Ankündigung stellten sie sich auf ihre Positionen und legten gleich los. Zu Beginn schienen sie noch ein wenig verhalten. Doch sie spielten sich recht schnell ein und gewöhnten sich an die Menschenmenge, die vor ihnen stand und ihnen zujubelte. Wahrscheinlich war dies der Grund, warum die Freibeuter ein bisschen schüchtern waren. Die Nervosität merkte man auch Sänger Ratz an, der ab und an eine wirre, komische Aussage herüberbrachte. Aber das machte ihn nur sympathisch, schließlich war das für die Band ein großer Auftritt, der ihnen sicherlich auch zahlreiche weitere Fans einbrachte. Das Publikum feierte, tanzte und pogte zu den Liedern der Truppe und ließ sich mitreißen. Ein sehr schöner, gelungener Auftritt.

Von Veldenstein nach München benötigt man gute zwei Stunden. Für Schandmaul ein kurzer Weg und Staugefahr bestand auch nicht. Sie schienen nicht müde als sie die Bühne betraten, nach dem neuen „A-Team“- Intro. Da sah man auch einige verwunderte aber amüsierte Gesichter. Die Setliste hatten sie vom Tag vorher einfach mitgebracht und warum sollte es mit diesen Liedern nicht auch im Werk klappen, wenn es schon auf dem Veldensteiner so gut funktionierte. Und das tat es auch im Werk; es war voll, laut, heiß, überfüllt und eine wahnsinnig tolle Stimmung. Es gab tatsächlich ein paar Probleme beim Einlass, einige Besucher durften nicht herein und mussten von draußen dem Konzert lauschen. Und das war wieder wirklich gut. Der Klang im Werk machte das Ganze wieder zu einem besonderen Auftritt. So wie die Vroudenspil-Mitglieder hatten auch Schandmaul viel Spaß auf der Bühne, diesmal ohne Tonprobleme. Und zum zweiten Mal überzeugte mich die Band. Ich konnte mich wieder darauf einlassen und mitfeiern.
Es war ein großartiger Abend mit sehr, sehr guter Musik und viel Spaß. Vroudenspil und Schandmaul: Eine durchaus gelungene Kombination.

21.07.2012 Veldenstein Festival

Die Burg mit Ambiente

Ein tolles Ambiente für ein wundervolles Festival bietet die Burg Veldenstein in Neuhaus an der Pegnitz. Bereits zum elften Mal versammelten sich die Freunde und Fans dieses besonderen Events im Burghof. Diesmal war es ratsam, Regenjacke und warme Kleidung im Gepäck zu haben, denn der Wettergott meinte es in diesem Jahr nicht gut. Doch es kam bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und von den Meteorologen behauptet. Ein paar kurze heftige Schauer mussten die Besucher über sich ergehen lassen. Den meisten machte es aber überhaupt nichts aus und sie ließen sich ihre Fröhlichkeit nicht nehmen.

Pünktlich um 14 Uhr betrat Donar von Rabenschrey die Bühne, begrüßte das Publikum und kündigte die erste Band an. Den Auftakt durften Vermaledeyt aus Memmingen machen, die nach ihrem Auftritt die Pausen auf dem Mittelaltermarkt musikalisch verkürzten. Die junge Band überzeugte schnell mit ihren mittelalterlichen Klängen, die ersten Anwesenden begannen im Hof zu tanzen, die ersten Füllhörner streckten sich dem Himmel entgegen. Die Jugendlichkeit der Mitglieder konnte man deutlich in den Stücken hören: beschwingt, viel Elan und Fröhlichkeit. Der Mix aus deutschen und französischen Texten vermittelt ein unvergessliches Flair.

Die Band Rabenschrey gehört auf dem Veldensteiner Festival schon fast zum Inventar. So waren sie auch in diesem Jahr wieder auf dem Line-Up zu finden. Mit neuen Bühnenoutfits und neuem Make-up stellten sie sich dem angeheiztem Publikum gegenüber. Der Jubel klappte an diesem Tag nicht so besonders, vielleicht fehlten die zusätzlichen Endorphine der Sonne. In gewohnt rockiger Manier und bei bester Laune unterhielt Donar seine Fans mit bekannten alten Stücken wie „Dreckstück“, „Wir sind Heiden“ und natürlich auch „Walhalla“. Am 31.08.2012 erscheint die neue CD Hart aber ehrlich auf dem Musikmarkt. Einen kleinen Vorgeschmack hatte die Band für die Anwesenden im Gepäck. Die Stücke schienen sehr gut anzukommen und sicherlich wird die ein oder andere Scheibe über die Ladentheke gehen.

Schon eine halbe Ewigkeit sind die Mannen von Tanzwut auf den Beinen und auf den Bühnen unterwegs. Mit viel elektronischen Klängen und einem harten Industrialsound trafen sie genau den Geschmack des Publikums, wer jetzt noch saß, war entweder schon betrunken oder mochte die Band halt einfach nicht. Tanzwut wissen, wie sie sich in Szene setzen müssen, gekonnt binden sie ihre Fans mit ein und schaffen es auch die letzten Reihen zum Tanzen zu animieren. Im letzten Jahr brachten sie Weiße Nächte heraus; ein durchaus gelungenes Album, wie die Anwesenden mit Applaus bestätigten. Ein altbewährtes Stück durfte aber auch nicht fehlen, ohne „Bitte Bitte“ durften Tanzwut die Bühne nicht verlassen.

Die eigenwillig geformte Zigarette, die Donar während der nächsten Ankündigung rauchte, ließ schon erahnen, welche Band nun kommen sollte. Die niederländische Gruppe Omnia nahm ihren Platz auf der Bühne ein. Nach vielen elektronischen Klängen kehrte nun etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein. Unterstützt von Harfe und Didgeridoo versetzten Jenny und Sic ihre Fans in einen Traum. Leider schüttete es bei diesem Auftritt dermaßen, dass doch viele versuchten, Zuflucht unter einem schützenden Dach zu finden. Laut Sic rächte sich Gott wohl in diesem Moment an den Menschen, die Umwelt und Natur nicht achten und schützen. Musikalisch gab es nichts auszusetzen, aber es fehlte ein bisschen an Schwung und Lebendigkeit.

Dass Fiddler’s Green eine Garantie für gute Stimmung und viel Spaß sind, bewiesen sie auch an diesem Abend. In der letzten Zeit waren sie recht viel unterwegs und ihre Stimmen hatten nicht viel Schonzeit. Wer nun meint: Die müssen doch auch mal müde werden, den muss ich enttäuschen: Ihr Bühnenprogramm riss jeden mit, gute irische Folkmusik, die einfach in Mark und Bein überging. Es ist immer wieder ein Genuss, diesen gutgelaunten Musikern zuzusehen und zuzuhören. Da kann man definitiv nichts falsch machen. Die Stimmung im Publikum war jedenfalls wieder deutlich gestiegen und die Menschen waren bereit für das große Finale.

In diesem Jahr waren Schandmaul die Headliner. In recht dunkel gehaltenem Bühnenlicht positionierten sich die Musiker und warteten auf ihren Einsatz. Die Klänge unter der beleuchteten Burg zu hören, verzauberte und faszinierte. Nach ein paar Stücken musste Thomas allerdings ein bisschen improvisieren, da es Tonprobleme gab. Doch alle nahmen es mit Humor und die Fehler wurden recht schnell beseitigt. Was mir persönlich an diesem Abend besonders gut gefiel? Schandmaul spielten viele alte Stücke, zum Beispiel: „Die goldene Kette“, „Herren der Winde“, „Vogelfrei“ und „Walpurgisnacht“. Das sind alles Lieder, die mich damals auf die Band aufmerksam gemacht haben. Und ich genoss die Reise in die Vergangenheit, genau wie die restlichen Anwesenden, die mitsangen und im Takt mitwippten. Und das sollte auch zwei Stunden anhalten. Dieser Auftritt war für mich einer der besten, den ich von Schandmaul gesehen habe, deswegen ein sehr gelungener und großartiger Abschluss.

Ein Highlight gab es auf dem Veldensteiner Festival auch noch. Ich warte ja schon seit Jahren darauf, dass ein Heiratsantrag auf der Bühne gemacht wird und an diesem Tag war es soweit. Es war zuckersüß, die Angebetete da oben stehen zu sehen. Erst der überraschte Ausdruck in ihrem Gesicht, gefolgt von strahlendem Lächeln, Berührtheit und Glück. Möge den beiden eine schöne Zukunft mit viel Liebe bevorstehen. Alles Gute.
Leider sieht es für ein erneutes Veldensteiner Festival im nächsten Jahr sehr schlecht aus. Der bisherige Pächter steigt aus und es wird immer noch ein Nachfolger gesucht. Drücken wir die Daumen, dass die Tradition fortgesetzt werden kann.

05.05.12: Die Apokalyptischen Reiter im Hirsch Nürnberg

Reiter rocken im heißen Hirsch

Konzerte beginnen nicht mit dem ersten Ton, nein, sie beginnen bereits vor dem Einlass. Da stehen viele schwarzgekleidete Personen und lauschen dem letzten Soundcheck, manche hauen sich noch schnell eine Pizza rein oder trinken das Bier aus, das sie in Händen halten. Man begrüßt sich, hört im Auto Musik, raucht. Es ist eigentlich eine sehr friedliche Sache und auch wenn man es uns nicht zutraut: Wir stellen uns brav und ohne zu drängeln in einer Schlange an, auf den Einlass wartend. Dennoch ist es faszinierend, wie die Außenwelt auf uns reagiert: Da ist der ältere Herr auf seinem Abendspaziergang und wird natürlich aufmerksam. Als schließlich Musik einsetzt, mit viel Drums und Bass, bleibt er stehen, die Augen nehmen einen ängstlichen Ausdruck an. Er guckt um sich, macht noch ein paar Schritte und wendet sich dann in die Richtung, aus der er gekommen ist, um in erhöhtem Tempo wegzukommen. Und da sind die beiden Jungs, die eigentlich schon ganz cool sind und einer von ihnen hat sogar leuchtendgrüne Sportschuhe an – vermutlich hat die auch sein Fußballidol. Nein, durch die Menge der Schwarzgewandeten trauen sie sich dann doch nicht und auch nicht an uns vorbei. Man weiß ja nie… Da versagt die Coolness ein wenig. Aber schmunzeln können wir darüber, schließlich sind wir das ja gewohnt.

„Ihr habt gutes Bier!“

Im Hirsch selbst ist noch gar nicht so viel los, wie zuerst vermutet. 18:00 Uhr ist auch am Samstag zu früh, um auf ein Konzert zu gehen. Viele sitzen draußen oder stehen an der Bar. Als es dunkel wird, betreten fünf Männer die Bühne und machen bereits mit den ersten rockigen Klängen auf sich aufmerksam. Als Malrun aus Dänemark stellen sie sich vor, zunächst noch auf Englisch. Sie rocken, sind gut drauf und schaffen es, ihre gute Laune langsam auf das Publikum zu übertragen. Und tatsächlich: Der Hirsch füllt sich immer mehr und Malrun geben Gas. Jacob Lobner, Leader und kraftvolle Stimme der Band, spricht schließlich Deutsch und erklärt, dass er total begeistert davon ist, mit den Apokalyptischen Reitern unterwegs zu sein. Wir seien sicherlich überrascht, weshalb er „ein bisschen“ unsere Sprache spreche: Er habe als Kind immer deutsche Serien geguckt. Fernsehen bildet eben doch. Sofort geht es weiter. Die Dänen bieten Rock, gemischt mit Shouts und hymnischen Elementen. Es scheint kein fester Stil zu sein, kein reines Genre, das sie liefern, aber genau das macht sie hörenswert: die Abwechslung. Manchmal erinnern sie sogar ein bisschen an Queen, wenn Jacob den Arm in den Himmel – oder zumindest zur Saaldecke – reckt, die Augen schließt und seine Textzeilen ins Mikro schmettert.
Gute Riffs bieten sie, hier fällt mir spontan HammerFall ein, und dann sogar Passagen, die richtig guter Black Metal sind. Ich kann sie nicht einordnen, aber das ist vielleicht auch gar nicht nötig. Wichtig ist, dass Malrun rocken und die Stimmung schon mal gut anheizen. Nach vierzig Minuten ist es vorbei und die Dänen teilen uns noch zwei Erkenntnisse mit: „Mann, die Jungs (Anm. d. Red.: Die Apokalyptischen Reiter) können saufen!“ und: „Ihr (Anm. d. Red.: Deutschen) habt gutes Bier!“. Dem kann man einfach nicht widersprechen.

Neue Schuhe

Der Umbau geht schnell vonstatten und auf der Bühne gibt es für den zweiten Support etwas mehr Bewegungsfreiheit. Diese hatte Malrun absolut gefehlt.
Mit Drums, Percussion, Bass, Gitarre, einem Sänger und einer fetzigen Sängerin geht es weiter. Bevor Kontrust die Bühne erobern, ertönt Jahrmarktsmusik, dann diabolisches Lachen, als beträte man ein Gruselkabinett. Diese Elemente wiederholen sich auch während des Auftritts immer wieder.
Nun stürmt aber endlich die Band auf die Bühne und legt sofort los. Aus Wien kommen sie und einmal mehr wird festgestellt, dass Bayern und Österreich ja doch irgendwie zusammengehören.
Sänger Stefan zeigt sich omnipräsent: Er nimmt die gesamte Bühne ein, tanzt, springt, rennt von einer Seite zur anderen, spielt mit den Mikroständern, die mit Fahnen geschmückt sind und ist kaum zu fassen. Voll in seinem Element singt er, flirtet mit Publikum und Bandkollegin Agatha, die ebenfalls wilde Textzeilen ins Mikro schreit.
Ihre Ansagen sind lang, die beiden unterhalten sich, haben Spaß und übertragen diesen auf die Zuschauer, die mittlerweile zahlreich geworden sind und ordentlich mitfeiern.
Einen politischen Song wollen sie darbieten und fragen, wo die Streber sind. Doch wer würde sich schon freiwillig als ein solcher outen? Niemand, genau. Daher meint Agatha auch „Keiner? Das ist so, wie: Keiner wählt FDP. Wobei, mittlerweile tuts doch jeder!“ Sogar an deutscher Politik scheinen sie interessiert zu sein, ist einen Tag nach dem Konzert doch Landtagswahl in Schleswig-Holstein.
Kontrust werden sehr gut angenommen: Bei ihnen klatscht man den Takt mit, singt einzelne Zeilen nach und macht auch mit, wenn es gefordert wird. Bei einem Song werden Feuerzeuge geschwenkt, beim nächsten schüttelt das Publikum begeistert die Köpfe und schwingt die Arme durch die Luft. Ihre Musik zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Teilweise könnte man sie als Punk bezeichnen, am besten kann man sich Kontrust aber vorstellen, wenn man an die Guano Apes denkt. Eine sehr sympathische Frontfrau, ein äußerst agiler Sänger und die Instrumentalisten verstehen ihr Handwerk.
Vergangene Woche erst wurde das neue Album „Second Hand Wonderland“ veröffentlicht und natürlich bekommen wir einige Songs daraus zu hören. Zwischendurch erfahren wir auch noch, dass Stefan neue Schuhe braucht, mit Klettverschluss, aber keiner möchte seine abgeben. Schade. Doch es bleibt keine Zeit für Traurigkeit, denn das nächste Lied reißt mit: Mit viel Bass, schnellem Rhythmus und der Aufforderung, zu „jumpen“, wird weitergefeiert. Nach 45 Minuten steht fest: Nürnberg mag die Österreicher – und die finden die Stimmung „leider geil“!

„Die Sonne scheint mir aus dem…“

Der Umbau ist rasch abgeschlossen an diesem Abend. Das reicht für eine Zigarette, den letzten Schluck Bier und das Vordrängeln in die ersten Reihen. Der Hirsch ist mittlerweile bis auf den letzten Platz gefüllt und das Publikum wird unruhig. „Wir wollen die Reiter sehen!“, wird lautstark bekanntgegeben und es missfällt manchen, dass ein schwarzer Vorhang aufgehängt wurde, damit die Umbauarbeiten nicht verfolgt werden können. Außerdem wird dieser bei Konzertbeginn von hinten mit grünen Lichtern angestrahlt, während ein langer Text vorgetragen wird – der niemanden zu interessieren scheint und der leider in oben genannten Rufen untergeht. Doch endlich stehen die Reiter auf der Bühne, der Vorhang fällt, die Musik erklingt und man sieht… nicht ganz so viel: Hauptsächlich ist da Nebel, der nur die Silhouetten von Gitarrist Ady und Bassist Volk-Man enthüllt. Die legen sich auch gleich ins Zeug, genauso wie der unsichtbare Schlagzeuger Sir G. Von einer kleinen Erhöhung im hinteren Teil der Bühne springt schließlich Fuchs nach vorne und beginnt eine exzellente Show. Die Töne sitzen, die Texte werden uns entgegen geschmettert und der Sänger läuft hin und her, dreht sich, grinst und gibt bereits jetzt alles.
Die Menge dankt es ihm. Es wird gemosht, wild mit den Haaren um sich geschlagen, im Takt geklatscht. Auch erweisen sich die zahlreichen Fans als äußerst textsicher: Eigentlich könnte Fuchs still bleiben, jeder noch so kurze Vers ist bekannt. Die Stimmung ist großartig! Einige Mutige lassen sich auf Händen von der Menge tragen, einmal durch den ganzen Hirsch. Zwischendurch wird auch die Kanone gezündet, die auf der Bühne steht und Papierschnipsel in die ersten Reihen pustet.
Es wird wärmer, nein, es wird brütend heiß! Wie das die ersten Reihen aushalten, die so dicht stehen, dass die sprichwörtliche Maus nicht mehr dazwischen passt, ist mir ein Rätsel. Immerhin wird auf Bitte des Sängers hin Wasser verteilt – das scheint auch dringend notwendig zu sein.
Bewundernswert ist der Gitarrist, der die ganze Zeit über ein Lächeln auf den Lippen trägt, das zeigt, wie viel Freude er an dem Gig hat.
Ach ja, nicht zu vergessen der Keyboarder. Dr. Pest im gewohnten knappen Lederoutfit und hin und wieder die aufgebaute „Schaukel“ benutzend, steht zwar im Hintergrund, trotzdem ist seine Show perfekt. Sichtlich Freude bereitet ihm das Schwingen der Lederpeitsche.
Musikalisch bieten die Reiter das, was sie versprochen haben: The greatest of the best. „Wir reiten“ animiert zum Feuerzeug-Schwenken und ist nahezu das einzige ruhige Lied auf der Setlist. Die Nebelmaschinen sprühen drei Rauchsäulen in die Höhe, die mit rotem Licht angestrahlt werden: Die Effekte sind gekonnt eingesetzt.
Wo es passt, stimmt das Publikum „Hey“-Rufe an, da bedarf es nicht einmal mehr einer Aufforderung.
Die Reiter hauen ordentlich rein. Gewohnt schnelle Rhythmen, viel Bass, wirklich guter Sound und eine tolle Show. Auch die Hitze kann die Fünf von nichts abhalten. Anfangs wechselt Fuchs noch sein Hemd, tauscht es gegen Weste oder gar einen langen Mantel ein, schließlich aber steht er oben ohne da.
Ein Keyboardsolo sorgt für eine kurze Verschnaufpause, doch die ist auch schnell wieder vorbei. Es geht weiter mit Songs wie „Die Flut“, „The Iron Fist“ oder „Reitermania“. Auch das „Seemannslied“ fehlt nicht. Ein weiblicher Fan wird in ein knallschwarzes Gummiboot gesetzt und einmal durch den Hirsch über die Köpfe der Zuschauer getragen. Die Seemannsbraut wagt dann auch noch ein Tänzchen mit Fuchs auf der Bühne und grölt den Refrain mit.
Ob es die danach geforderte Wall of death wirklich gibt, kann ich nicht sehen.
Nach etwa einer Stunde verschwinden die Reiter, aber man will sie noch nicht gehen lassen. Klar, sie lassen sich nicht lange bitten und kommen zurück. Drei Songs werden gespielt und der emotionalste Moment des Abends ist wohl der Refrain von „Roll My Heart“, der einstimmig von den Anwesenden gesungen wird. Es klingt nach eher tausend Zuschauern, nicht nur nach geschätzten 300.
Die Musiker sind noch nicht einmal von der Bühne gegangen, da ertönt erneut der einstimmige Ruf nach einer weiteren Zugabe. Wir haben noch lange nicht genug, auch wenn es brütend heiß ist.
Ja, es gibt noch ein letztes Lied und auch wenn es unmöglich scheint, drehen Band und Publikum noch einmal auf. Die letzten Reserven werden zusammengekratzt, nun headbangen auch die hintersten Reihen und grölen mit. Und ja, uns allen scheint in diesem Moment „die Sonne aus dem Arsch“. Es ist eine berauschende Stimmung, wie auf einem Festival vor der Hauptbühne. Unglaublich, wie Die Apokalyptischen Reiter begeistern, wie stark die Anwesenden mitgehen.

Fazit für diesen Abend: Drei tolle Bands und ein fantastisches Publikum. Die Reiter haben das Beste vom Besten gezeigt – nur leider viel zu kurz.