CD-Review: Secrets of Sin – Future Memories (VÖ: 30.08.2013)

Schlagzeug und mehr

 

secrets_of_sin-future_memories_cover_kleinSecrets of Sin sind derzeit eine sechsköpfige Symphonic-Metal-Gruppierung aus Baden-Württemberg, die orchestrale Elemente in ihre Songs integriert. Warum derzeit? Bei der Ausgabe Ihrer Demo-EP Fairytales belief sich die Besetzung auf fünf Jungs, bei der Arbeit zu Future Memories kam weibliche Unterstützung dazu, allerdings ist ihnen jetzt ihr Bassist abgesprungen, für den sie derzeit einen Ersatz suchen.
Aber es gibt Wichtigeres, wie zum Beispiel ihre Musik. “Drown into the tale of Gamble and Pulse and their fight against the oppression of the mighty Joker” – dies ist eine interessante Grundidee des Albums und gilt es im Blick zu behalten.

Das kurze Intro „Deus Ex Machina“ ist mit Hörnern und Geigen unterlegt, man hört einen Menschen atmen, es ist beängstigend, aber man will doch wissen, was da vielleicht noch kommt.

Nahtlos wird mit „Utopia“ weitergemacht. Das Spiel des Drummers lässt schon erahnen, dass es zur Sache geht. Christina Groner widersetzt sich dem männlichen Chor, die Geigen passen sich in den harten Schlag des Schlagzeugers Michael Schier ein. Für mich drängt sich ein bisschen die Erinnerung an Nightwish auf. Der Song weist auch einen ruhigeren Teil auf, der mit der sauberen Stimme der Sängerin angereichert wird. Die Gitarre (entweder von Robert Mansk oder Niklas Rach gespielt) kommt auch nicht zu kurz – es ist eine gelungene Zusammenstellung von vielen Instrumenten! Dies ist auch eine Art Streit zwischen dem Joker und den Stimmen von Utopia, der am besten mittels den einzusehenden Texten verfolgt werden kann.

Genauso kraftvoll wie der Vorgänger präsentiert sich „Alive“. Ich bin auch hier vom Schlagzeugspiel beeindruckt. „Tell me am I still alive“ sollte sich nicht nur Gamble fragen, sondern vielleicht auch der ein oder andere unter uns. Robert Mansks Stimme reißt mit, er schreit sich sein Dasein förmlich aus dem Leib. „Everything I did I did it best …“, so kann es weitergehen! Auch hier folgt kein Cut, sondern einsetzender Regen führt über in „Once upon a Time“. Pulse erzählt uns ihre Geschichte. Ich kann eine Ähnlichkeit mit Blackmore’s Night feststellen. Der Song ist ruhig, Gitarre, Geige, der orchestrale Part verleiht dem Ganzen einen besonderen Touch.

Von „Inside“ gibt es seit März 2013 ein youtube-Video. Der harte Schlag ist zurück, das Orchester tut das Seinige dazu. Der Widerstreit zwischen Gamble und Pulse lässt Kopfnicken und vielleicht auch mehr zu. Der Gitarrist gibt wieder einmal sein Bestes, das könnte vielleicht ein richtiger Ohrwurm werden.

„Hope dies last“ wird wieder angeführt von Herrn Schier. Das Gesangstempo verändert sich im Laufe des Stücks, was wieder eine andere Seite der Band zeigt. Das Zusammenspiel der zwei Stimmen ist gelungen und führt den Kampf von vorhin weiter. Die Symbiose von Gitarre und Schlagzeug gefällt mir.

Die Trompete kündigt den Joker an! Der Blender versucht durch Synthesizer (gespielt von Philipp Eiperle) und Co. zu überzeugen. „Never trust the Joker“ – hier zeigt Mansk, was noch an stimmlichen Möglichkeiten in ihm steckt, und von diesem schnellen Drumspiel bin ich (wieder einmal) hin und weg. Hier gibt es eine gute musikalische Mischung, dieser hinterfotzige Joker begeistert mich.

Zu „Shadows“ und „Civilisation“ kann ich leider kein Urteil abgeben, da mir diese Songs nicht zum Anhören geliefert wurden.

Für mich ist die Zeile „hate is unrequietet love“ eine interessante Einstellung in dem Stück „Puppet Play“. Es glänzt mit Tempo, Geigenspiel, männlichem Growlen und ausgleichender, gut integrierter weiblicher Stimme. Und zu dem anderen Ding, das mit zwei Sticks bearbeitet wird, muss ich wohl nichts mehr sagen.

„… but what is this darkness inside of me?“ It’s „what I am“ – vielleicht kennt ihr auch solche Seiten an euch. Hier wird es dargestellt anhand der Stimmen von Mansk und Groner. Ein guter Abschluss, der dieses Mal ohne orchestralen Einsatz auskommt und noch einmal alles aufbietet, was die Band an Instrumenten zur Verfügung hat.

secretsofsin_band_kleinVon dem angehörten Material ist mir kein Song negativ in Erinnerung. Es ist eine gute Mischung, die mich dazu bringen könnte, auch einmal auf ein Secrets of Sin-Konzert zu gehen. Die Stimmen, das Spiel jedes Instruments, die unterschiedliche Darbietung, die Einbindung von orchestralen Elementen ist einfach stimmig.
Ich habe mir die Songs hauptsächlich über Kopfhörer in meinen Gehörgang gleiten lassen, dementsprechend ist mir das Schlagzeugspiel besonders tief eingegangen. Ich finde es sehr kraftvoll, eindringlich, aber nicht überlagernd. Es war und ist für mich ein Genuss.
Vielleicht kann man von den Fünf (+/-) noch mehr erwarten, aber das wird die Zukunft zeigen. Ich werde den Fortgang gespannt verfolgen.

:mosch:  :mosch:  :mosch:  :mosch:  :mosch:

Secrets of Sin: Future Memories
Source of Deluge (Collectors Mine), VÖ.: 30.08.2013
€ 12,00 siehe Homepage
€ 16,99 bei Amazon

Tracklist:
01. Deus ex Machina
02. Utopia
03. Alive
04. Once upon a Time
05. Inside
06. Hope dies Last
07. The Joker
08. Shadows
09. Civilisation
10. Puppet Play
11. What I Am

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  1. […] “sehr kraftvoll, eindringlich, aber nicht überlagernd. Es war und ist für mich ein Genuss.” (5 von 5, Schwarzesbayern) […]

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