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Ziggy Stardust, Major Tom, Aladin Sane und so viele andere

 

2016 ist David Bowie gestorben. Nun gibt es einen Dokumentarfilm der ganz anderen Art über ihn. Es gibt erstmals veröffentlichtes Material über seine von ihm geschaffenen Figuren für die Bühne, über seine eigenen Zeichnungen und Gemälde. Der Film fängt irgendwo an und hört irgendwo auf. Er beinhaltet wenig klassisch biografische Züge, es wird ganz auf Musik, Bilder, Farben gesetzt. David Bowie hinterließ ein riesiges privates Archiv, das Bilder, Tagebucheinträge, Notizen, Skizzen und Tonmaterial beinhaltete, insgesamt fünf Millionen Dokumente aller Art. Der Regisseur Brett Morgan (der auch einen Film über Kurt Cobain drehte) erhielt Zugang dazu und hat damit eine einzigartige Collage geschaffen.

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Hunger nach Leben

TCS_Hunger_CoverMit ihrem letzten Album Machine (Link zur Review) hatten die Schweden Then Comes Silence echt Pech, denn als es veröffentlicht wurde, schlug überall der Lockdown zu. Und so saß man in Stockholm fest, ohne Möglichkeit auf Tour zu gehen und es live zu präsentieren, was naturgemäß unter den Nägeln brennt. Stattdessen haben Alex Svenson (Gesang, Bass und Keyboards), Jonas Fransson (Schlagzeug), Hugo Zombie (Gitarre) und Mattias Ruejas Jonson (Gitarre und zweite Stimme) Online-only-Shows gestreamt und den vier apokalyptischen Reitern gewidmete Cover-Versionen einstudiert. Doch statt schlussendlich die Machine doch noch zu starten, konzentriert sich die Band auf das Danach, auf den Hunger nach Leben. Weiterlesen

Valor Kand und Maitri von Christian Death haben heimlich ein Cover von „Quicksand“ aufgenommen, ein Klassiker von David Bowie aus dessen Meisterwerk Hunky Dory von 1971. Sie ehrten damit Bowies 75. Geburtstag am 8. Januar und seinem Todestag zwei Tage später. Der Song ist ohne offizielle Veröffentlichung geplant und ist ausschließlich für die Fans gedacht.

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(Quelle: New Dark Ages PR)

Helden für einen Tag

David Bowie war am 10. April 1976 in Berlin. Er stellte in der Deutschlandhalle sein Album Station to Station vor. Die Platte war neu, der Sound war neu, sein Style auch. Er war jetzt der „Thin White Duke“. Bowie wog noch ungefähr 50 Kilogramm und ernährte sich hauptsächlich von Zigaretten, Milch und Kokain. Ein 13-jähriges Mädchen war im Publikum. An dem Abend nahm sie das erste Mal Heroin. Unter dem Namen Christiane F. erlangte sie große Berühmtheit. Ihre Geschichte kennt jeder, oder? Doch brauchte man eine Neuverfilmung des Films? Wie ist die Serie geworden? Weiterlesen

„Berlin – The greatest cultural extravaganza that one could imagine“ – David Bowie

Erst Ende letzten Jahres hat Schiller unter seinem eigenen Namen Christopher von Deylen ein neues Album herausgebracht. Aber schon so früh im neuen Jahr erscheint nun Schillers Summer in Berlin. Städte, die man verlassen hat, scheinen eine starke Anziehungskraft zu haben, so ging es damals ja auch David Bowie. Schiller ist jahrelang umhergezogen, weil er aus der ganzen Welt Musiken und Musiker*innen gesammelt hat. Auch auf seinem elften Schiller-Studioalbum verbindet er wieder mit seiner elektronischen, leicht hypnotischen Musik Clubtracks mit langen, ausufernden Klangkaskaden. Musikalische Traumwelten, deren Reiz es ausmacht, dass sie von starken und bekannten Stimmen getrieben und begleitet werden. Weiterlesen

Der außerirdische kleine Prinz

  

Die Zeichnerin María Hesse und der Autor Fran Ruiz haben ein entzückendes kleines Buch geschaffen, eine gezeichnete Bowie-Biografie (KLICK). Es klingt ganz schön ambitioniert, Bowies Leben und Werk auf schlanken 162 Seiten unterzubringen. Doch es ist ja keine normale Biografie. Ein gezeichneter Bowie erzählt in der ersten Person von sich selbst. Heyne Hardcore hat eine Bowie Night aufgestellt, die unter anderem in München im Ampere stattfand. Ich hatte unheimliche Lust auf dieses Event. Seit Anfang des Jahres immer nur dieses draußen essen, diese Onlinemeetings und Streamen statt Treffen. Weiterlesen

The man who fell to earth

In David-Bowie-Biografien steht immer irgendwann mal was zu Aladdin Sane, Ziggy Stardust und Major Tom, zu seiner Freundschaft zu Iggy Pop, der Zeit in Berlin, „Heroes“, dass er ein somalisches Model geheiratet hat. Mal geht es eher um seine Musik, mal mehr um seine Person. Doch keine Biografie ist wie diese hier. Dieses Buch ist von hinten wie von vorn ein Schatz. Ich halte es in Händen und beschnuppere es. Das Cover ziert das berühmte Bild mit dem Blitz auf einem Auge. Das Buch selbst ist mit vielen Bildern versehen.

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The beginning and the end

Back-from-hellShock Therapy wurden 1984 in Detroit von Gregory John McCormick, den meisten besser bekannt als Itchy, und Keith E. Jackson gegründet. Der Name der Band kommt nicht von ungefähr, denn nach mehreren Psychiatrie-Aufenthalten nutzt Itchy die Musik als Ventil für seine persönliche Therapie. Der Szene-Klassiker „Hate is a 4-letter word“ sollte jede*m Gothic ein Begriff sein und wird noch heute regelmäßig aufgelegt. Leider starb Itchy überraschend und tragisch 2008 kurz nach einem längeren Gefängnisaufenthalt. Er wurde nur 44 Jahre alt.
Das nun posthum auf I Am Surprised Records veröffentlichte Album Back from hell ist das letzte von Itchy und stammt aus dem Jahr 2008. Labelchef Peter Ehrenfeld betrieb seinerzeit mit Itchy zusammen ein Studio und verwaltet in Kooperation mit dessen Witwe das musikalische Erbe. Wo es nötig gewesen ist, hat Per Anders Kurenbach, der Keyboarder von Shock Therapy, die Kompositionen final bearbeitet. Weiterlesen

French Freaks

Wenn man an Batcave und Deathrock denkt, kommen den meisten Namen aus England (Alien Sex Fiend, Sex Gang Children) und Kalifornien (Christian Death, 45Grave) in den Sinn. Doch in einem von unbeugsamen Galliern bevölkerten Dorf – ok, lassen wir das. Dennoch, in den frühen 80ern gründete der damals erst dreizehnjährige Emmanuel Hubaut, manchen besser bekannt als Count of Eldorado, zusammen mit Goliam in der französischen Normandie Les Tétines Noires. Sie saugen besagte Einflüsse auf und erweitern diese um zum Teil vom Dadaismus inspirierte französische Texte und eine starke künstlerische Komponente und arbeiten wiederholt mit dem Künstler Joël Hubaut zusammen. 1998 wurden sie schließlich sogar von Christian Death gecovert. Weiterlesen

Tot und Schrott, aber geil

P1180112Endlich sind die Berliner The toten Crackhuren im Kofferraum wieder in München zu Gast, und das mit dem langersehnten dritten Album Bitchlifecrisis. Das zweite Album Mama ich blute ist schließlich bereits von 2013 und das Debüt jung, talentlos und gecastet von 2010. Das wird sicher wieder eine feine Sause. Die Vorband Schrottgrenze aus Hamburg sind mir bislang unbekannt, dabei wurde die Band bereits 1994 gegründet. Allerdings erfolgte nach Bandauflösung 2010 ein Neustart 2016 in neuer Formation, die mit Glitzer auf Beton 2017 das aktuelle achte Album veröffentlichte. Bange Sekunden für mich am Einlass, doch zum Glück gehöre ich nicht zu den Opferfreunden, sondern stehe auf der Liste „Plus 1“ und werde durchgewunken. Weiterlesen