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Wie er der wurde, der er ist,
und vom blauen und vom braunen Auge

Auch ein berühmter Autor kann früher uncool gewesen sein. Frank Schätzing, Jahrgang 1957, ist in eine Familie hineingeboren, die nicht die Top 10 der Hitparade hört, sondern deutsche Schlager und „Erkennen Sie die Melodie“. In der Schule möchte er zu den coolen Jungs gehören, doch das gelingt ihm nicht. Er kennt keine Songs der Beatles oder Stones. Ihn fasziniert jedoch seit jeher das All. Die Mondlandung 1969, das war vielleicht was! Das geht Hand in Hand mit seiner damaligen Lieblingssendung, dem „Raumschiff Orion“. Auf dem Gymnasium muss er sich nicht nur mit Latein und Mathematik herumquälen, auch der Musikunterricht ist wenig erbaulich. Doch eines Tages wird der alte Musiklehrer durch einen jungen, coolen, langhaarigen Lehrer ersetzt. Dieser lässt die Schüler „Le Sacre du Printemps“ hören. Toll! Doch was danach kommt, das prägt sein Leben. Weiterlesen

Verrückte oder Outsider?



Nach großem Erfolg in Los Angeles, wo sie im Modern Art Museum von Santa Monica dreimal verlängert wurde, hängen nun im „Pineapple Park“, dem ehemaligen Hochhaus auf dem Paketpost-Areal, drei Dutzend großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien. Sie zeigen David Bowie beim Besuch der Nervenheilanstalt in Gugging bei Wien im Jahr 1994. Er war hier nicht als Künstler, als Popstar, es kam zu keinem musikalischen Auftritt seinerseits. Er suchte nach Antworten und Inspiration. Wie kam es zu diesem Besuch in Wien? Weiterlesen

Gute Gespräche über gute Musik

Ich bin in einen Podcast hineingeschubst worden und tauche seitdem nicht mehr so richtig auf. Der Journalist, Musiker und Radiomoderator Peter Urban macht mit dem NDR-Musikjournalisten Ocke Bandixen einen Podcast. Der Eurovision-Song-Contest-Dinosaurier Urban und Bandixen, der sich selbst gemäßigter Unhold und Mensch mit mittleren Skrupeln nennt, die beiden reden über große Bands und Musiker*innen.
Man merkt gleich, Urban kennt alle und alles. Worüber er spricht hat Hand und Fuß, Bandixen erweitert sein eigenes Know How durch Fragen und gemeinsames darüber sprechen. Es ist kein „schwarzer“ Podcast, hier wird über David Bowie, Lou Reed, die Beatles und U2 genauso gesprochen wie über massentaugliche Popmusik von Madonna oder Taylor Swift. Weiterlesen

Könntest du schwimmen, wie Delphine es tun

Dieses Jahr, am 31. März, ist Blixa Bargeld, der Einstürzende-Neubauten-Sänger, mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Acht Künstler*innen hat die scheidende Kulturstaatsministerin Claudia Roth vorgeschlagen, diese hat Bundespräsident Steinmeier ausgezeichnet. Ob Blixa Bargeld, das ehemalige „schwarze Schaf“ Deutschlands, das jemals geahnt hätte? Doch nun war er an der Reihe, jemanden zu ehren. Schon letztes Jahr hat er mit Nikko Weidemann zusammen im Rahmen der Show „Space Oddity: A Tribute To David Bowie“ „Where are we now?“ performt. Nun haben die beiden Herren in Eigenregie eine EP mit vier Songs von David Bowie herausgebracht: „Helden“, „Where are we now?“, „Subterraneans“ und „Lazarus“. Weiterlesen

Ganz großes Kino

©Tapete Records

Das Cabinet des Dr. Caligari vom Regisseur Robert Wiene aus dem Jahr 1920 ist nicht nur einer der großen Stummfilm-Klassiker, sondern gleichzeitig auch einer der ersten Horrorfilme und ein Meisterwerk des Expressionismus. Die Liste der Künstler ist lang, die dieser Film beeinflußt hat, unter anderem Maurice Ravel, David Bowie, Bauhaus und Tim Burton. Seit zwanzig Jahren versucht auch Karl Bartos (Ex-Kraftwerk) den Film zu ergründen. Die Originalmusik ist leider verschollen und so wagte er das Experiment, den experimentellen Film neu zu vertonen. Weiterlesen


Karl-Bartos-CaligariRobert Wienes Stummfilmklassiker von 1920 aus dem Filmbestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in neuem Klanggewand, komponiert von ex-Kraftwerk-Musiker Karl Bartos
Uraufführung am 17. 02.2024 in Frankfurt – parallele Veröffentlichung auf CD, Vinyl und digital über das Label Bureau B

Die Filmzeitschrift Licht-Bild-Bühne hatte damals nicht mit Superlativen gegeizt: „Das Cabinet des Dr. Caligari“ sei nichts Geringeres als „der modernste, aktuellste, gewagteste Film, den die Welt je gesehen hat“, schrieb das Magazin 1920 und damit kurz nach der Premiere über den ersten Psychothriller der Filmgeschichte.

Einer, der sich besonders intensiv mit diesem Meilenstein der Geschichte des expressionistischen Films auseinandersetzte, ist der Komponist und Musiker Karl Bartos – vielen gut bekannt als langjähriges Bandmitglied und Co-Komponist von Kraftwerk, jenen Pionieren der Elektronischen Musik, die in ihrem Bereich mindestens ebenso „modern, aktuell, gewagt“ waren. Seit fast 20 Jahren hegt der ursprünglich klassisch ausgebildete Musiker eine Leidenschaft für diesen wohl einflussreichsten deutschen Stummfilm aller Zeiten und arbeitet daran, dem experimentellen Film ein ebenso experimentelles Klanggewand zu schneidern. Weiterlesen

Ground control to Milan Tom

Das bereits 1980 gegründete Künstlerkollektiv Laibach muss ich wohl nicht wirklich vorstellen, daher nur kurz: Sie sind ein Teil der Bewegung Neue Slowenische Kunst (NSK), die 1984 ins Leben gerufen worden ist. Ein immer wiederkehrendes Motiv in ihrem langen Schaffen ist die Ästhetik und Symbolik, Sprachgebrauch und die Musik totalitärer Systeme. Laibach sind ein ewiges Mahnmal daran, dass faschistische Elemente noch immer in der Gesellschaft vorhanden sind und leider wieder überall auf der Welt aufleben.
2019 haben sie die Musik für die finnische Nazi-Persiflage Iron Sky: The coming race beigesteuert. Das Stück „Love is Still Alive“ haben sie auf einer EP gleich achtmal bearbeitet, die nun live präsentiert wird. Weiterlesen

Ziggy Stardust, Major Tom, Aladin Sane und so viele andere

 

2016 ist David Bowie gestorben. Nun gibt es einen Dokumentarfilm der ganz anderen Art über ihn. Es gibt erstmals veröffentlichtes Material über seine von ihm geschaffenen Figuren für die Bühne, über seine eigenen Zeichnungen und Gemälde. Der Film fängt irgendwo an und hört irgendwo auf. Er beinhaltet wenig klassisch biografische Züge, es wird ganz auf Musik, Bilder, Farben gesetzt. David Bowie hinterließ ein riesiges privates Archiv, das Bilder, Tagebucheinträge, Notizen, Skizzen und Tonmaterial beinhaltete, insgesamt fünf Millionen Dokumente aller Art. Der Regisseur Brett Morgan (der auch einen Film über Kurt Cobain drehte) erhielt Zugang dazu und hat damit eine einzigartige Collage geschaffen.

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Hunger nach Leben

TCS_Hunger_CoverMit ihrem letzten Album Machine (Link zur Review) hatten die Schweden Then Comes Silence echt Pech, denn als es veröffentlicht wurde, schlug überall der Lockdown zu. Und so saß man in Stockholm fest, ohne Möglichkeit auf Tour zu gehen und es live zu präsentieren, was naturgemäß unter den Nägeln brennt. Stattdessen haben Alex Svenson (Gesang, Bass und Keyboards), Jonas Fransson (Schlagzeug), Hugo Zombie (Gitarre) und Mattias Ruejas Jonson (Gitarre und zweite Stimme) Online-only-Shows gestreamt und den vier apokalyptischen Reitern gewidmete Cover-Versionen einstudiert. Doch statt schlussendlich die Machine doch noch zu starten, konzentriert sich die Band auf das Danach, auf den Hunger nach Leben. Weiterlesen

Valor Kand und Maitri von Christian Death haben heimlich ein Cover von „Quicksand“ aufgenommen, ein Klassiker von David Bowie aus dessen Meisterwerk Hunky Dory von 1971. Sie ehrten damit Bowies 75. Geburtstag am 8. Januar und seinem Todestag zwei Tage später. Der Song ist ohne offizielle Veröffentlichung geplant und ist ausschließlich für die Fans gedacht.

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(Quelle: New Dark Ages PR)