Beiträge

CD: Joy/Disaster – Resurrection

Auferstehung aus Freude und Unglück

JoyDisaster-Resurrection_CoverAls die Franzosen Joy/Disaster 2005 im Gothic-Underground auftauchten, dachten viele schon fast zwangsläufig direkt an Joy Division, und auch in der Musik ließen sich einige Parallelen finden. Nach mittlerweile sechs Studioalben hat die Band, aktuell bestehend aus Sänger und Gitarrist Nicolas Rohr, Gitarrist Simon Bonnafous, Bassist Soupa Rundstadler und Drummer Nicolas Giraud, aber ihre Eigenständigkeit im Post-Punk-Kosmos bewiesen. Im nun 13. Jahr präsentieren Joy/Disaster ihr neues Album Resurrection, ich bin gespannt wie dieses nun ausgefallen ist. Weiterlesen

CD: Totenwald – Dirty Squats & Disco Lights

I want your sax

Totenwald_coverEin Prosastück von Ernst Wiechert aus dem Jahr 1939 trägt den Namen Der Totenwald. Der Protagonist ist darin Gefangener des thüringischen Konzentrationslagers Buchenwald, worauf sich der Titel bezieht. Wiechert war selbst für zwei Monate dort Gefangener. Totenwald ist nun der Name einer 2014 gegründeten Berliner Dark Punk Band. Nach einer ersten EP Wrong time, wrong place von 2016 ist nun mit Dirty Squats & Disco Lights der erste Longplayer erschienen. Neben Sängerin Trish ist Gitarrist Janis dabei, der auch das Programming übernimmt, Sergej am Bass bedient auch die Drummachine, und Saxophonistin Ruby macht das Quartett komplett. Weiterlesen

CD: Egoprisme – Among Noise

Dark Disco

EgoprismeEgoprisme ist das Solo-Projekt von Jean-Marc Le Droff aus dem französischen Brest, der mit Among Noise sein Debütalbum vorlegt. Einige kennen ihn vielleicht als Mitglied von Mon Automatique, wo er hauptsächlich für den Sound verantwortlich ist. Mit Egoprisme liegt der komplette künstlerische Prozess allein in seiner Hand, inklusive Lyrics und Gesang. Die Wechselbeziehung zwischen Bühne und Heimstudio treibt ihn an, hat er in einem Interview offenbart. Schauen wir also, wie sich Le Droff auf Among Noise präsentiert. Weiterlesen

LP: Dead Astropilots – New Control

Völlig losgelöst

Dead_Astropilots_New_ControlAus dem französischen Lille stammt das Duo Dead Astropilots. Rachel Biggs und Simon Dak teilen sich das Programming der Maschinen, dazu spielt Simon Gitarre, und Rachel übernimmt die meisten Gesangsparts. Nach dem Debüt …And reach Palm Springs von 2012 erscheint nun bei Manic Depression Records nach langer Wartezeit das Nachfolgealbum New Control. Electro Rock Punk Wave heißt es auf der Facebook-Seite der toten Weltraumpiloten, das kann im Grunde genommen alles oder nichts sein. Ich bin also gespannt und tauche in deren musikalischen Kosmos ein. Weiterlesen

CD: The Adicts – And it was so!

Ad(d)icted to Punk

The Adicts - And It Was So! - ArtworkThe Adicts sind nicht nur eine Ikone des Punk, sie sind auch eine der dienstältesten Bands des Planeten und damit eine absolute Legende. 1975 gründen sie sich noch unter dem Namen Afterbirth im kleinen Städtchen Ipswich in der englischen Grafschaft Suffolk. Zwei Jahre später benennen sie sich in The Adicts um, beeinflusst von Stanley Kubricks Kultfilm Clockwork Orange, und übernehmen für die Bühne dabei auch die Ästhetik der Gang um Alex. Bemerkenswert ist, dass die Gründungsmitglieder Keith „Monkey“ Warren (Gesang), Pete Dee Davison (Gitarre), Mel „Little Dave“ Ellis (Bass) und Michael „Kid Dee“ Davison (Schlagzeug) alle noch dabei sind. Wie oft kann man das noch erleben? Mit And it was so! präsentieren sie nach fünf Jahren Pause ihr 12. Studioalbum und setzen damit gleichzeitig ein Statement. Weiterlesen

CD: Bleib Modern – Antagonism

Please dance with me

Pünktlich zum ersten April erschien daBleib Modern - Antagonism - Covers dritte Album Antagonism von Bleib Modern, und das ist alles andere als ein Aprilscherz. Als ich die junge Band vor einiger Zeit im Rahmen einer Decadance Veranstaltung in der Augsburger Ballonfabrik gesehen habe, haben sie mich direkt begeistert. Shoegaze, Gothic Rock, Postpunk, irgendwo dazwischen ist ihr Sound einzuordnen. Mittlerweile ist die Band zum Quintett erweitert worden, daher bin ich natürlich gespannt, wie sie sich in der Zwischenzeit entwickelt haben und wie Antagonism nun musikalisch ausfällt. Weiterlesen

Buch: Alexander Kühne – Düsterbusch City Lights

Danzig – Darmstadt – Dallas – Düsterbusch

146_27018_166455[1]Der Leser erfährt aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Anton Kummer, wie er in dem kleinen Kaff Düsterbusch aufwächst. Durch viele kleine Geschichten baut sich langsam sein Werdegang auf, und man kann sehr gut miterleben, wie Anton zu dem jungen Mann heranreift, der keine Lust hat, sich linientreu der Parteiführung anzupassen und den kleinbürgerlichen Mief auf dem Dorf und der DDR überhaupt zu ertragen. Schon früh lernt er Existentialisten und Hippies kennen, die die staatlichen Obrigkeiten ablehnen, was ihn nachhaltig beeinflusst. Immer wieder hat er Ärger in der Schule, Ärger bei der Lehrstelle und Ärger auf der Arbeit. Das einzige, was ihn wirklich interessiert, ist Westmusik, die ihn die Freiheit spüren lässt, die ihm im täglichen Leben fehlt.

Weiterlesen

CD/EP: Amanda Palmer: Strung out in Heaven – A Bowie String Quartet Tribute

We can be us, just for one Day

amanda palmer_bowie

Amanda Palmer erhielt die Nachricht über David Bowies Tod morgens um 3.00 Uhr. Die Tochter ihres Mannes Neil Gaiman hatte sie ihr geschickt. Amanda war mit ihrem neugeborenen Baby auf Familienbesuch. Sie telefonierte sofort mit Jherek Bischoff, einem guten Freund, der die Liebe zu David Bowie mit ihr teilt. Gleich war klar, dass sie irgend etwas Musikalisches auf die Beine stellen würden. Sie gaben sich hierfür eine Deadline von zwei Wochen. Jherek war für die Instrumentierung zuständig, Amanda für den Gesang. Sie luden Gastmusiker ein: die Indie Gitarristin und Sängerin Anna Calvi für „Blackstar“, John Cameron Mitchel (der seine Vocals per iPhone aufgenommen hat) von Hedwig and the Angry Inch für „Heroes“ und „Helden“ und schließlich Neil Gaiman, der den Countdown von „Space Oddity“ übernahm.

Weiterlesen

Rückblick: Januar 2016

Der Januar hatte es beitragsmäßig in sich, es gab jede Menge Band- und Musikvorstellungen, viele interessante Bücher zum Nachlesen, Kino- und Theatertipps unserer emsigen Redaktion. Da könnte man fast den Überblick verlieren. Aber das wollen wir natürlich nicht, deshalb wird es einen monatlichen Rückblick geben, in dem ihr euch ganz einfach durchklicken könnt, was im Januar so alles veröffentlicht wurde.

Immer wieder interessante Einblicke geben euch unsere Band der Woche-Fragebögen, die in diesem Monat Oxic Inc., Vogelfrey, AEVERIUM und Lichtscheu beantwortet haben. Weiterlesen

CD: David Bowie – Blackstar

Das Ziel war, Rock ’n‘ Roll unbedingt zu vermeiden

bowie blackstar

David Bowie gibt schon lange keine Interviews mehr. Bowies langjähriger Produzent Tony Visconti gibt deshalb im „Rolling Stone“ eine knappe Erklärung zur Entstehung des neuen Albums ab: „Das Ziel war, Rock ’n‘ Roll unbedingt zu vermeiden.“ Und das ist gelungen. Das 25. Album in 50 Jahren Bowie-Musikgeschichte ist zwar ein Bowie-Album, gespielt aber von Jazzmusikern. Er hat hierbei nicht auf seine üblichen Studiomusiker zurückgegriffen, sondern sich mit Jazz-Musikern zusammengetan, die er im New Yorker Club „55 Bar“ kennengelernt hat, allen voran den Avantgarde-Jazzer Donny McCaslin als Bandleader.

Weiterlesen