Audienz der Titanen
Zu Opeth muss man nicht mehr viel sagen: Als innovative Death-Metal-Band gestartet, haben sich die Schweden um Frontcharismatiker Mikael Åkerfeldt kontinuierlich zu einer der einflussreichsten und perfektesten Prog-Metal-Bands der heutigen Zeit entwickelt – nicht zur Freude eines jeden Fans. Viele bedauern den Härteverlust, rümpfen die Nase über die Ausflüge in Siebzigerjahre-Sphären und vermissen den Druck der früheren Jahre. Auch wenn Opeth ja schon früh angefangen haben, Klargesang und akustische Elemente in ihren Sound mitaufzunehmen (oder mit Damnation gleich ein ganzes quasi akustisches Album aufnahmen), sehen viele die Band immer noch als abtrünnige Death Metaller. Was sehr schade ist, denn damit entgeht vielen die große Kunst dieser Formation, hochkomplexe Musik auf Grundlage vielfältigster Einflüsse zu erschaffen, die einen trotzdem ab dem ersten Ton mitreißt. Neben den hervorragenden Tonträgern seien hier vor allem die Live-Shows von Opeth empfohlen – was die Band auch weiß und uns mit Garden of the Titans ein weiteres Live-Album kredenzt. Doch braucht man das? Weiterlesen

Im Vorfeld des Konzerts von The Exploding Boy im Münchener Backstage Club (
Then Comes Silence – ein Quartett aus Stockholm, seit 2012 aktiv und mein persönlicher Überraschungsact des Abends, als ich im November 2015 in der wunderschönen schwedischen Hauptstadt war, um Agent Side Grinder zu sehen. Die Vorband Then Comes Silence war mir unbekannt, hat mich aber sofort mit ihrem dynamischen Düsterrock-Postpunk-Gemisch überzeugt. Ein wenig verblüfft war ich, als ich vor einiger Zeit erfuhr, dass Nuclear Blast – ja genau, das renommierte Label mit dem guten Riecher für (extremen) Metal – die Band für ihr viertes Album unter Vertrag genommen hat. Aber vor allem erfreut, denn so bekommen Then Comes Silence die Chance, verdientermaßen ein größeres Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Hat Blood das Potenzial dazu? Lest selbst. 
