Rezension: Alexander Broicher – fakebook

Ein Loser auf der Überholspur

 

fakebookFrieder Kurtsmeier ist anfangs auf der Verliererseite: Die Freundin ist aufgrund seiner Lethargie weg, in seinem Job als Food-Designer bleiben die Ideen aus, seine Kollegen hintergehen ihn und machen sich über ihn lustig. Aus dieser Trostlosigkeit holt ihn auch sein facebook-Account nicht raus. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er einen Hut erhält und Rocco in sein Leben tritt. Dieses sowie sein neuer Auftritt bei facebook eröffnen ihm ein anderes Dasein mit ungeahnten Erlebnissen und Möglichkeiten.

Frieder (unscheinbar, einer auf dem man rumhacken kann) hat Rocco (Selbstdarsteller, einer, der andere Menschen mitreißt) mittels Hochglanzliteratur in einem facebook-Profil erfunden und plötzlich tritt dieser leibhaftig in Frieders Leben. Der Langweiler von früher wandelt sich, nimmt am erfolgreichen facebook-Leben sowie zum Beispiel einer Szene-Party teil. Dank seinem Geschöpf zahlt er seinen Arbeitskollegen so manche Gemeinheit zurück. Aber es gibt ja auch die nette Kollegin aus dem Labor … Dies alles wird in amüsanter sowie süffisanter Weise erzählt. Die 236 Seiten wollen in kürzester Zeit gelesen werden, man will wissen, wie es weitergeht, was Rocco noch so alles einfällt, um seinen Produzenten auf die Siegesstraße zu führen. Und die irritierten Blicke in der Bahn können dem Leser egal sein, wenn er wieder über Situationskomik lachen muss. Für mich ein Must-read von leichter Literatur, die einfach Spaß macht.

Alexander Broicher, Jahrgang 1973, schreibt seit über zehn Jahren für Zeitungen, Magazine, sowie für Film und Fernsehen. 2009 wurde er ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Deutschen Schriftstellerverbands des Landes Rheinland-Pfalz. Co-Autor des Spiegel-Bestsellers »Die Spur der Kinder«.

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Alexander Broicher: fakebook
Heyne Verlag, Aug. 2012
ISBN: 978-3-453-67614-5
€ 12,99
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2 Antworten
  1. Evy
    Evy says:

    Inwieweit erkennen Sie im Buch eine süffisante Erzählweise? Und wo ist die Situationskomik? Ich finde das Buch eher traurig :(

  2. Horusauge
    Horusauge says:

    Meiner Ansicht nach darf man die Erzählung nicht zu ernst nehmen. Allein die Gesalt des Roccos birgt soviel Komik und süffisante Beschreibungen!

    Über was ich nicht lachen kann, ist der reale Hintergrund einer Community, ohne die bei vielen Menschen anscheinend nichts mehr im richtigen Leben geht.

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