Unser WGT 2017 – 01.06.2017

Unsere Forumsmitglieder und Webzine-Mitarbeiter/innen littlenightbird, Mrs.Hyde, Phoebe, prager.student, torshammare, Tius und Yggdrasil waren beim WGT 2017 und haben uns und euch ihre Erlebnisse und Eindrücke zu den verschiedenen Bands u.a. aufgeschrieben. Im Namen der Redaktion von SchwarzesBayern sage ich vielen Dank für eure Mühe, die Bilder und die Kooperationsbereitschaft! Aber jetzt lasse ich die Berichte für sich sprechen:

Copyright: Monkeypress

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torshammare: Zum Glück vergeht ein Jahr schnell, auch wenn es zwischen dem letzten und dem diesjährigen WGT mehr als 52 Wochen waren, die man fern der schwarzen Heimat überstehen musste. Doch Anfang Juni ist es endlich soweit, die Reise geht ins schöne und vertraute Leipzig. Dieses Jahr spare ich mir das traditionelle stundenlange Anstehen bei der Bändchenausgabe am Hauptbahnhof und erledige das abends entspannt an der Moritzbastei, da ich diesmal sicher weiß, dass diese Ausgabe offen sein wird. Am Hauptbahnhof ist es aber wohl auch nicht so stressig wie die letzten Jahre. Nach einem Einstimmungsgetränk und ein bisschen Leuteschauen (und schon viele Münchner treffen) geht es später weiter in den Felsenkeller zur Warm-up-Party mit diversen Tanzflächen und noch mehr Bands. Wie befürchtet ist es sehr voll, die Luft auch nicht besser, aber dank Biergarten, Rauchpausen vorm Gebäude und erstaunlich vielen Nebenräumen im Felsenkeller verlaufen sich die Massen etwas. Neben dem bekannten Hauptraum ist auch das NAUMANNs geöffnet, ein putziger kleiner Saal, der schön nostalgisch eingerichtet ist und in dem heute ebenfalls Bands spielen. Die Luft ist hier allerdings noch schlechter als im Hauptraum, weshalb ich bei MDS51 (langsamer, düsterer Ambient-Noise) und Geneviève Pasquier (mit sehr langsamen, kaum elektronischen Songs) jeweils nur kurz bleibe. Ein bisschen länger kann man es bei Schwefelgelb aushalten, die mit ihrer bewährten Mischung aus Stroboattacken und grandios tanzbaren Songs der Halle einheizen. Die dritte Tanzfläche befindet sich dann übrigens in einem Seitenraum vor dem Hauptraum, die vierte im Untergeschoss bei den NAUMANNs-Toiletten. Musikalisch dürfte für jeden Freund härteren, experimentelleren und mainstreamigeren Elektros was dabei gewesen sein. Wir fahren nach einer Weile allerdings wieder, es ist doch sehr stickig, und es warten noch weitere vier volle WGT-Tage.

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Phoebe: Nach einer entspannten Zugfahrt, einem erstaunlich zügigen Erringen des Bändchens und dem Beziehen der gemütlichen Wohnung geht es erst einmal in die Stadt zum Schlemmen beim Italiener und dann zum Darkflower, wo eine Eröffnungsparty stattfinden soll. Tat sie auch, aber für uns nicht lange. Location ist ganz nett, Musik naja, aber die vier hünenhaften EBMler auf der Tanzfläche sind bereit, alle drum herum totzutreten: ohne uns. In der Moritzbastei ist Stimmung und Musik gleich ganz anders: Irre viele Leute, kaum ein Durchkommen, aber gute Laune. Adrian Hates (Diary of Dreams) und Boris May (Klangstabil) legen auf der größeren Tanzfläche auf, aber die kleinere der beiden Tanzflächen war die unsere. „Hate is just a four letter word“, „The forest“ von The Cure und David Bowies „Heroes“: MEINS!

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Fotoquelle: Moritzbastei.de

Fotoquelle: Moritzbastei.de

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Yggdrasil: Alles begann mit der Vorfreude auf das WGT 2017, die bereits Monate vorher bemerkbar war, und je eher es auf das Pfingstwochenende zuging, desto größer wurde sie. Alles war geplant, der Urlaub genehmigt, sodass wir dieses Jahr mit aller Ruhe und Gelassenheit anreisen konnten. Eine Zugfahrt, die mir vorkam wie eine gefühlte Ewigkeit. Ein Glück, dass ich so müde war, dass ich fast die Hälfte der Zugfahrt schlafe. Ich freue mich darauf, diesen Festivalduft zu riechen. Patchouli wohin die Nase reicht und alles schwarz. Am Bahnhof angekommen kann ich es kaum erwarten, den Bahnhofsvorplatz zu stürmen. Eine Schar von dunklen Kreaturen zieht an uns vorbei, und ich habe innerlich gegrinst. Erstaunlicherweise ist die Schlange am Bändchenstand sehr klein, und so beschließen wir gleich, unsere Bändchen zu holen. Wir machen uns auf Richtung Wohnung. 18 Minuten Fahrt durch einen Kiez (Schriftzüge an jeder nur erdenklichen Fassade), und so genießen wir es ein wenig, diese schöne Stadt Leipzig zu sehen. Ich brauche einen Break, nachdem ich von der Hitze geschlaucht bin. Also beziehen wir erstmal gemütlich die Wohnung. Nach kurzer Beratung und Überlegung, was wir machen könnten, beschließen wir, auf eine Party zu gehen, um ein wenig zu tanzen. Da es am Donnerstag nicht allzu viele Veranstaltungen gibt, entscheiden wir uns fürs Darkflower, weil es sehr zentral liegt. Das Darkflower ist eine sehr nette Location und ist ansehnlich gefüllt. Auf zwei Areas wird der gleiche Sound zur gleichen Zeit gespielt, sodass ich mich kurzzeitig frage, was zwei Areas für einen Sinn ergeben. Die Musik ist für mich eher belangloser EBM / Harsh EBM. Nach reichlicher Begutachtung des Clubs und ca. 30 Minuten später sind wir wieder draußen. Die Frage, die sich jeder auf dem WGT stellt, der in der gleichen Situation ist, lautet: Was anfangen mit dem jungen Abend? Uns fiel spontan die Moritzbastei ein, in der ebenfalls eine Eröffnungsparty stattfindet. Wie erwartet haben viele die gleiche Idee, sodass wir uns durchkämpfen um hineinzugelangen. Area Nummer 2 (sieht aus wie eine Kathedrale) bietet den richtigen Sound, und so kommt es, dass wir dort ein gutes Weilchen verbringen und zu dem ein oder anderen Goth-Hit tanzen.

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prager.student: Am Donnerstag geht‘s zunächst zum Bändchenholen an der Moritzbastei, ganz ohne Schlange.
Im überfüllten und heißen Felsenkeller bekommen wir ein paar Takte von Schwefelgelb, A Split Second und Geneviève Pasquier mit, quatschen dann aber doch lieber mit Freunden.
Irgendwann entdecke ich  den versteckten Noise Floor im Heizungskeller, wo man auf acht qm zu Maschinenlärm abgehen kann.

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littlenightbird: Am Donnerstagabend das erste Highlight dieses WGTs: Keine fünf Minuten nach dem Bändchenabholen sehe ich die Kehrseite von Adrian Hates in der Moritzbastei, keine zwei Meter von mir entfernt am Nachbartisch!
Außerdem lerne ich den Felsenkeller kennen. Eigentlich eine nette Location, aber auch viel zu warm, zu voll und zu eintönig. Aber es hätte ganz nett sein können, denn das Ambiente war sehr ansprechend. Schade, dass wir sowas in der Größenordnung und „in schwarz“ in München nicht haben.

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Mrs.Hyde: Wir brechen früh in München auf, um der zu erwartenden Hitze während der Fahrt zu entgehen, und erreichen Leipzig bereits um viertel nach zehn. Wir nutzen die Zeit für einen gemütlichen Stadtbummel und beobachten, wie sich die Stadt langsam schwarz einfärbt. Die Bändchenausgabe hat früher geöffnet als angekündigt, und so brauchen wir spontan nur fünfzehn Minuten. Den Abend verbringen wir gemütlich in der Küche von Freunden, wo wir auch wohnen.

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