Finnischer Durchschnitt
Und damit ist in nuce eigentlich schon alles gesagt, was man zum Three-faced Pilgrim sagen kann: Die Musik ist handwerklich gut gemacht und sauber abgemischt, sodass man die lange Erfahrung dahinter überall heraushört. Geboten wird weniger opulent-opernhafte Musik, sondern melodischer, von den Gitarren und Keyboards dominierter Black Metal, der nicht nach Christenblut schreit. An sich eine runde Sache – Experimente werden nicht gemacht, und doch fehlt das entscheidende Etwas, das aus The three-faced Pilgrim die Sorte Album macht, die man so schnell nicht mehr aus dem Player nimmt. Die Songs, allesamt in Überlänge, verlieren sich zu oft in der Beliebigkeit, und einzig das Ende 2013 ausgekoppelte „AdraMelekTaus“ hebt sich etwas von den schier endlosen, düsteren Elegien ab, die Alghazanth dem Zuhörer entgegenschalmeien. Das Album weiß zu gefallen, sicher – man kann niemandem einen Vorwurf machen, irgendwo stimme irgendwas nicht. Es bleibt nur einfach nicht hängen, wie es beispielsweise frühe Cryptic Wintermoon (die musikalisch ähnlich funktionieren) getan haben. Schade.
Jeder, der ein Ohr für melodischen Black Metal hat, darf gerne in The three-faced Pilgrim reinhören – man macht sicherlich nichts verkehrt, wenn man hier zugreift. Mich haben die Finnen leider auch mit Album Nummer sieben nicht vom Hocker gehauen, auch wenn es ein hübsches Scheibchen geworden ist.
(4618)