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Nur die Nacht hört dir zu

WolvesDen_CoverWir sind uns alle einig, dass das Jahr 2020 sich in den letzten Monaten nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Doch zum Glück gibt es trotzdem immer wieder kleine Lichtblicke, wenn schon gerade nicht live auf der Bühne, so doch wenigstens als Tonkonserve. Nach fünf langen Jahren legen die 2013 in München gegründeten Black-Metal-Heroen Wolves Den endlich ihren zweiten Silberling vor, Miserere. Der CD-Titel ist mehrdeutig, wie einen die Band auf ihrer Webseite hilfreich informiert: Miserere ist zum einen der Titel des 51. Psalms und heißt so viel wie „Erbarme dich“, aber auch das medizinische Synonym für Koterbrechen. Wir wollen jetzt nicht näher über eventuelle religiöse Bezüge oder Assoziationen zwischen den beiden Bedeutungsvarianten nachdenken, sondern uns lieber der Musik widmen. Wir haben ja schließlich lange genug darauf gewartet! Weiterlesen

Finnischer Dämon

Oranssi-Pazuzu-Mestarin-kynsiBislang ist mir die finnische Band Oranssi Pazuzu kein Begriff gewesen, höre ich doch nur in Ausnahmefällen in schwarzmetallische Gefilde rein. Doch bei dem Namen wurde ich neugierig, denn Pazuzu ist im alten Babylon der Dämon des Windes und hat als solcher auch eine Rolle im Film Der Exorzist. Die Band wurde 2007 gegründet und besteht aus Sänger Juho „Jun-His“ Vanhanen, Bassist Toni „Ontto“ Hietamäki, dem Gitarristen Niko „Ikon“ Lehdontie, Jarkko „Korjak“ Salo an den Drums und Ville „Evil“ Leppilahti am Keyboard und den Percussions. Ihr neuestes und fünftes Album heißt Mestarin kynsi. Weiterlesen

Das heilige Feuer

Bereits 2005 wurde Mosaic von dem Multinstrumentalisten und Sänger Martin van Valkenstijn gegründet, um seine musikalischen Visionen zum Ausdruck zu bringen. Von Beginn an ließ er sich dabei, von einem Black-Metal-Background ausgehend, von alten Traditionen, Mythen und Legenden seiner Heimat Thüringen inspirieren. Nach diversen Eigenveröffentlichungen ist jedoch erst jetzt das offizielle Debütalbum Secret ambrosian fire erschienen. Unterstützung erhält er dabei von E. H. an Drums und Percussion, Sulphur an der Gitarre und Iskaremus am Bass. Im Pressetext wird zudem der Einfluss von großen deutschen Lyrikern wie Paul Celan, Else Lasker-Schüler und Georg Trakl erwähnt, was meine Neugier im Besonderen geweckt hat. Weiterlesen

Wenigstens in Jotunheim herrscht Winter

Ein Metal-Highlight jagt in diesem Februar das nächste, viele finden in den großen Locations wie Tonhalle oder sogar Olympiahalle statt. Mir hingegen ist nach ordentlichem finnischen Pagan Metal, der so wütend und finster wie die Eisriesen daherkommt und für Fans ein metallisches Walhalla darstellt. Meine Lieblinge Moonsorrow bitten zu einem Konzert außerhalb jeder Tour in die Backstage Halle, das letzte Album Jumalten aika ist auch schon von 2016 – so langsam wäre neues Material sehr schön, aber so deutet alles auf einen fetten Abend durch die Bandgeschichte hin, und das hat man ja nun auch nicht jeden Tag. Mit Groza hat man (nur) einen spannenden Opener organisiert, und ein Zwei-Band-Konzert ist eine wohltuende Abwechslung zu den sonstigen Marathonabenden. Also, Kamera geschultert und ab in die Backstage Halle. Weiterlesen

Ein arktischer Wintersturm

Ein windiger Mittwochabend in München lädt nun wirklich nicht dazu ein, das Haus zu verlassen. Es sei denn, die Argumente sind gut genug. Doch was könnte überzeugender sein als laute Musik norwegischer Provenienz? Zumindest ein gewisser Teil des Münchner Metal-Publikums hat sich aufraffen können, ins Backstage zu fahren, und absoluten Genre-Größen wie Abbath, 1349 und David Vincent mit neuem Projekt Vltimas die Ehre zu erweisen – aber bei weitem nicht so viele, wie es bei dem Line-up eigentlich hätten sein müssen. Weiterlesen

I’m glad we’re not what you want us to be

Die 2014 gegründete mysteriöse Band (DOLCH) ist mit Sicherheit noch immer ein Untergrund-Phänomen, auch wenn die Tour 2017 zusammen mit The Ruins of Beverast und King Dude für mehr Bekanntheit gesorgt haben dürfte. Die Musiker halten ihre Identität geheim, es gibt noch nicht einmal eine Facebook-Seite. Nach den von Ván Records wiederveröffentlichten Demos I&II und der EP III: Songs of Happiness … Words of Praise ist mittlerweile das offizielle Debütalbum Feuer erschienen, das als Auftakt einer Trilogie mit Nacht und Tod angekündigt worden ist. Zumindest die Produzenten sind keine Unbekannten: Michael Zech (Secrets of the Moon) und V. Santura (Dark Fortress, Triptykon), was naturgemäß eine gewisse Nähe zu Black Metal impliziert. Weiterlesen

Infernalischer Jahresausklang

Wie könnte man die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester besser füllen als mit lauter Musik? Das hat sich auch das Münchner Backstage gedacht und in die Tonhalle zu einem Mini-Festival mit dem schönen Titel „Lucifer Rising“ geladen. Ab 18.30 Uhr sorgen dort gleich fünf infernalische Bands für einen Jahresausklang, der sich sehen und vor allem hören lassen kann, und so pilgern wir in einer viel zu lauen Winternacht über den totsanierten Ex-Kunstpark, um ein letztes Mal in diesem Jahr die Haare zu schütteln. Weiterlesen

Die gar nicht so stille Adventszeit

 

In wenigen Tagen ist Weihnachten, und wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, sollte das nun eigentlich die Zeit sein, in der man die Abende zu Hause im Kreise der Familie mit allerhand beschaulichen Aktivitäten verbringt. Gehört man zu der glücklichen Spezies „Homo metallicus“, hat man für zumindest einen vorweihnachtlichen Abend eine perfekte Ausrede, um der Gemütlichkeit oder dem Glühweinterror auf den üblichen Weihnachtsmärkten zu entgehen: Silver Dust, Rotting Christ und Moonspell geben sich im Backstage zu München die Ehre! Weiterlesen

Depressive Romantik

folderDie Band, um die es in dieser Review geht, war mir vorher völlig unbekannt. Nicht einmal habe ich den Namen Ofdrykkja in irgendeinem Zusammenhang gehört. Als mir das aktuelle Album Gryningsvisor, das am 29. November erschienen ist, zur Besprechung vorlag, habe ich nicht gezögert. Drabbar (Guitars, Bass, Drums), Pessimisten (Vocals, Horn) und Ahlström (Vocals, Violin, Celtic lyre) aus Västerås (Schweden) werden der Presse nach dem Genre des Depressive Black Metal zugerechnet. Das Cover lenkt meine Aufmerksamkeit in Richtung Post Black Metal, und so mache ich mich voller Vorfreude an die Review. Weiterlesen