CD: Emma Ruth Rundle – On dark horses / live am 21.10. im Milla Club (München)

Die Fieberträume einer dunklen Schönheit

Emma Ruth Rundle

Emma Ruth Rundle wurde vor bald 35 Jahren in Kalifornien in eine Musikerfamilie hineingeboren. Sie spielt mehrere, auch ausgefallene Instrumente und hat in ihrem Leben schon so dermaßen viele verschiedene Musiker kennengelernt, dass sie sich auch mit ihrer eigenen Musik nicht in eine einzige Ecke treiben lassen wollte. Sie selbst meinte aber, dass ihr der Folk eine Herzensangelegenheit sei, und sie sieht sich im Shoegaze beheimatet. Nun erschien ihr viertes Album, und ich war begierig es zu hören.

Der erste Song schlägt gleich ein: Musik und Stimme sind auf den Punkt da. Das ist die düstere Schönheit Emma Ruth Rundles, hier hörbar gemacht. „Fever Dreams“ – hinein in die fiebrigen Träume der Protagonistin! Gleich bei diesem ersten, ruhigen Stück habe ich auf die Stimme bezogen Assoziationen: Monica Richards, Sinéad O‘Connor und – nicht lachen – Chrissie Hynde und sogar Stevie Nicks. Die Musik ist Post-Rock, düsterer Gitarren-Pop, eine Prise Folk und Shoegaze, so auch die zweite Nummer. Die Gitarre wird gezupft, sie wird durchgezogen: „Control“! Im dritten Song hört man zum ersten Mal das putzige Vibrato in Emmas Stimme. Es türmen sich gewaltige Gitarrenwände auf, im nächsten Moment werden wiederum verträumte Töne angeschlagen. Mit wabernden Gitarren, viel Nachhall und einer Siouxsie Sioux Stimme beginnt der nächste Track, ein perfekter Vertreter von Shoegaze. Auch die folgenden Songs folgen diesem Muster. Vergleiche – stimmenbezogen – zu Chelsea Wolfe, Anna von Hausswolff, P. J. Harvey und einem Tüpfelchen Lana del Ray lassen sich ziehen. The Cure scheinen teilweise mit ihren düsteren, langgezogenen, verschwurbelten Gitarrenpassagen mit dabei zu sein. Hervorzuheben ist das sechste Stück, „Light song“: in Wirklichkeit ein schwerer Song, unterstützt von einer dunklen, männlichen, düsteren, fast flüsternden Stimme im Hintergrund.

On dark horses ist absolut stimmig und rund. Nicht ganz so düster wie die früheren Alben, aber durchzogen von einer angenehmen Melancholie.

Emma Ruth Rundle ist seit Jahren fast ununterbrochen auf Tour. Und sie ist live eine Wucht! Man kann sie am 21. Oktober im Milla Club in München sehen. Ich empfehle: hingehen!

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch:

Emma Ruth Rundle: On dark horses
Sargent House (Cargo Records), Vö. 14.09.2018
CD 14,99, MP3 9,99 €

Tracklist:
1.Fever dreams
2. Control
3. Darkhorse
4. Races
5. Dead set eyes
6. Light song
7. Apathy on the Indiana border
8. You don’t have to cry

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