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Abwechslung geht anders!

khold-til-endes_coverSechs Jahre lang waren Khold in Norwegens Wäldern verschwunden, jetzt melden sie sich mit Til Endes, ihrem sechsten Studioalbum, gewohnt brachial zurück. Sicher, ganz untätig war vor allem Gard nicht, gab es 2012 immerhin neuen Output beim zweiten Projekt Tulus, und Schlagzeuger Sarke bastelte eifrig an seiner Solokarriere, die ihn unter anderem mit Nocturno Culto zusammenbrachte. Til Endes setzt ziemlich genau dort ein, wo sie mit Hundre år gammal aufgehört haben – und bringen damit nicht wirklich Neues ins Genre.
Auffällig ist die extrem saubere Produktion, die hier allerdings weniger dazu führt, den Eindruck steriler Kälte zu erwecken, sondern eher für ein viel zu glattes Endprodukt sorgt, das sich zunächst so gar nicht im Gehörgang festsetzen will. Gut, nach dem zweiten und dritten Durchgang sitzt Til Endes immer noch nicht da, wo Hundre år gammal mal saß – dazu ist der Mid-Tempo-Black-Metal einfach zu glatt. Die schnellsten waren Khold ohnehin noch nie, musikalisch betrachtet, auch wenn es immer wieder mal kurze Blast-Attacken in den Songs gibt. Auf den ersten Blick sticht eigentlich nur das Sepultura-Cover „Dommens Armé“ (man ahnt es schon: „Troops of Doom“) positiv aus den gut 33 Minuten Spielzeit heraus, über die sich die acht Songs erstrecken – vor allem, weil es so ziemlich das schnellste Stück auf der Platte ist. Ansonsten bewegen sich Khold eher selten aus den gemäßigten Tempozonen heraus, grooven dafür aber ordentlich, wie beispielsweise „Det dunkle Dyp“ unter Beweis stellt. Aufhorchen lässt mich auch der sehr basslastige „Rausschmeißer“ „Hengitt“ nochmal, der in gepflegtem Marschtempo daherkommt und dazu einlädt, den Kopf tief zwischen die Schultern zu ziehen und weit nach vorn gebeugt die Haare zu schütteln.
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An sich ist Til Endes ein recht solides Stück Schwarzmetall, das vieles mitbringt, was absolut typisch sowohl für das Genre im Allgemeinen als auch für Khold im Speziellen ist. Und doch, die Scheibe will und will nicht zünden. Vielleicht ist es auch schlicht der Fülle extrem guten Black Metals geschuldet, der mich in letzter Zeit entzückt hat (man denke an Norse und Isvind), dass Til Endes bei mir einfach so gar nicht anschlagen will – vielleicht habe ich mich an Khold, wie sie sind, schlicht sattgehört?
:mosch: :mosch: :mosch2: :mosch2: :mosch2:
Anspieltipp: „Til Endes“KholdTil Endes
Peaceville Records (VÖ: 03.10.2014)
€ 14,99 – Kaufen ((http://www.emp.de/khold-til-endes-cd/art_288927/))

Tracklist:
1. Myr
2. Skogens Øye
3. Ravnestrupe
4. Dommens Armé
5. Til Endes
6. Det Dunkle Dyp
7. Avund
8. Hengitt
Gesamtspielzeit: 33 Minuten

khold_bandKhold haben eine Fanpage auf Facebook und sind auf dem Wacken Open Air 2015 live zu sehen.

 

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