Kultur: Vorsicht! Dackel! Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum München

Der mit dem Dackelblick

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Aus is‘ mit den Golden Retrievern, den 1001 Dalmatinern und auch mit den Möpsen. Der gute alte Dackel ist wieder Kult. Früher war der Dackel mit den Bayern so verbunden wie die Weißwurst mit dem süßen Senf! Der Bayer, der Münchner: Sie liebten Dackel. Der Dackel gehört zu München wie das Hofbräuhaus.

d3Er war sogar als „Waldi“ das Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 1972. Dann war er auf einmal out, auf gut deutsch. Nun erobert sich das Viecherl mit seinem langgezogenen erdnahen Körper – ob der kurzen Dackelbeine – wieder sein München, rund 600 Dackel sind derzeit in München registriert.

Das Valentin-Karlstadt-Musäum widmet dem Dackel eine Sonderausstellung mit rund 150 Exponaten. Fotos, Zeichnungen, Karikaturen, Kuscheltiere. Stammbäume, Aufzuchtaufzeichnungen, Abmessungen und Gewichte. Wozu und für wen waren früher Dackel da? Es waren treue Gesellen, also für die Familie. Es waren ausdauernde Jagdhunde, also für Förster oder Kommissare. Gustl Bayrhammer im Münchner Tatort hat es bewiesen: Sein Dackel (Oswald) ist ein Wahnsinnsbegleiter! Aufgrund seiner treuen Seele und des Dackelblicks erfreute er damals Damen wie Romy Schneider, Herren wie Pablo Picasso (Dackel Lump) und heutzutage moderne Frauen wie unsere ehemalige Mama Bavaria, Luise Kinseher: alles dokumentiert. Man sagt ja, dass die Bayern stur und dickköpfig sind. Diese Eigenschaft schreibt man auch dem Dackel zu, deshalb passt er wohl so gut zu den Bayern.

Leider darf der Dackel an sich selbst nicht rein, ins Valentin-Karlstadt-Musäum, obwohl er doch der Mittelpunkt der Ausstellung ist. Wo er aber seine glamourösen Momente hatte, das war bei der großen Dackelparade am 17.3.2019 in München.

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Ungefähr 100 krummbeinige Dackel mäanderten hier vom Deutschen Museum zum Isartor – mit ihren Herrchen und Frauchen, versteht sich. Angeführt wurden sie von einem Trojanischen Dackel – dem Münchner Pendant zum Trojanischen Pferd. Junge Leute haben im Rahmen des Kooperationsprojektes mit IMAL (International Munich Art Lab) mit den Künstlern Steffen Haas und Jörg P. Loose und dem Messebauer Hans Müller die Münchner Version eines Trojaners gebaut. Hier eben kein Pferd, sondern ein Dackel. Das trojanische Pferd hat seinerzeit der Stadt Troja den Untergang gebracht, der trojanische Dackel aber weist humorvoll darauf hin, woran es der Stadt München fehlt: bezahlbarer Wohnraum und Platz für Kreativität.

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Der „Trojanische Dackel” steht noch bis Ende Mai auf dem Vorplatz des Isartors. Ungefähr so lang läuft die Ausstellung in dem runden Raum des Turms unterhalb des Cafés im Turmstüberl. Wer einfach mal wieder etwas Vergnügliches, nicht allzu Bierernstes sehen will, der möge sich in den Räumlichkeiten dort einfinden. Der Preis für ein Erwachsenenticket beträgt 2,99 Euro. Soviel kostet der Eintritt ins Turmstüberl ohne jegliche Museumsverweildauer auch. Also warum nicht ein wenig bei den Dackeln verweilen?

https://www.valentin-musaeum.de/de/musaeum/sonderausstellung.php

Valentin-Karlstadt-Musäum
Im Tal 50, 80331 München
Montag, Dienstag und Donnerstag 11:01–17:29 Uhr
Freitag und Samstag 11:01–17:59 Uhr
Sonntag 10:01–17:59 UhrAusstellung noch bis 21. Mai 2019

Und darauf liebe ich es immer wieder hinzuweisen:
Besichtigung, auch bei Regenschein, Tag und Nacht, nur von außen und zwar kostenlos.
Erwachsene: 2,99 Euro
Kinder, Schüler, Studenten: 1,99 Euro
Familienkarte 6,99 Euro
Diese Karte erlaubt Eltern mit ihren Kindern bis 16 Jahren (verheiratet, unverheiratet, mit oder ohne Vater, auch mit oder ohne Mutter, aber nur ohne Kaugummi und Limo) den Eintritt ins Valentin-Karlstadt-Musäum.
Kinder unter 6 Jahren und 99jährige in Begleitung ihrer Eltern haben freien Eintritt.

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