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CD: Amorphis – Queen of time

Kopfhörer und Dauerrotation

Amorphis – von „amorph“, also „gestaltlos, formlos“. Das eröffnet dieser höchst wandelbaren Band, die sich aber trotzdem immer treu geblieben ist, natürlich viele Möglichkeiten. Angefangen haben die Finnen als astreine Death-Metal-Band, haben sich davon allmählich hin zu hartem Metal mit cleanem Gesang entwickelt, um schließlich eine höchst tiefenentspannte Phase mit 70er-artigem Rock zu durchleben. Manchen war diese Phase ein wenig zu lässig, auch die Band schien den nötigen Antrieb nicht mehr zu haben, doch dann änderte sich alles, als Pasi Koskinen den Sängerposten aufgab und Tomi Joutsen das Mikro übernahm. Seither – also auch schon über zwölf Jahre – regieren wieder Brachialität gepaart mit hochgradiger Melodiösität, Growls und mitreißendem Klargesang; anders als früher, aber trotzdem immer Amorphis. Doch auch diese Mischung hatte sich bis einschließlich des Albums Circle ein klein wenig abgenutzt, weshalb das 2016er-Album Under the red cloud wie der nötige Befreiungsschlag wirkte. Wieder brutaler, mehr Growls, mehr Druck – so mussten Amorphis (meiner Meinung nach) klingen. Wie geht’s jetzt also weiter mit dem brandneuen Album Queen of time? Weiterlesen

CD: Auri – Auri

Vielleicht ist es Kunst, die ich nur nicht verstehe …

AuriTuomas Holopainen, Mastermind hinter den Symphonic-Metal-Riesen Nightwish, wandelt ja schon seit Jahren auch gern einmal auf Solopfaden. Im letzten Jahr hat er sich mit Johanna Kurkela, mit der er auch auf The Life and Times of Scrooge zusammen gearbeitet hat, und Troy Donockley, der mit seinen Uilleann Pipes als festes Bandmitglied zu Nightwish gestoßen ist, für ein neues Projekt zusammengetan: Auri. Sowohl Band als auch Album tragen diesen Namen, nach Auri aus Patrick Rothfuss‘ Königsmörder-Trilogie. Und dieses Projekt sollte etwas ganz anderes werden.

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Band der Woche: Follow the Cipher

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Neues aus Schweden! Die Unterschriften auf den Nuclear Blast Verträgen sind noch nicht ganz trocken, und schon steht das Debütalbum von Follow the Cipher in den Plattenläden eures Vertrauens. Wir wollten euch die Band um Ken Kängström mal vorstellen.

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CD: Nightwish – Decades

Eine „never ending story“

1000x1000Egal, ob man sich für Symphonic Metal begeistern kann oder nicht: Den Namen Nightwish hat wohl schon jeder mal gehört. Der Startschuss für diese Ausnahmeband fiel 1996, als Bandleader Tuomas Holopainen die ersten Ideen hatte, mit Musik eine Band aufzuziehen. Mehr als 20 Jahre sind inzwischen vergangen, und es wird Zeit für ein Album, das auf die beeindruckende Karriere von Nightwish zurückblicken kann. Weiterlesen

CD: Blues Pills – Lady in Gold – Live in Paris (Doppel-CD)

Mittendrin

Blues Pills Live in ParisMit Lady in Gold – Live in Paris geben die schwedischen Bluesrocker Blues Pills all ihren Fans und dem noch unwissenden Rest die Möglichkeit, bei einem ihrer Konzerte dabei zu sein. Das Album wurde am 30. Oktober 2016 im Pariser „Trianon“ aufgezeichnet. Elin Larsson (Gesang), Dorian Sorriaux (Gitarre), Zack Anderson (Bass), André Kvarnström (Schlagzeug) und der ca. 1200 Personen starke Backgroundgesang (sprich: Publikum) liefern eine tolle Show, die man mit dieser CD wann und wo auch immer nachverfolgen können. Weiterlesen

CD: Then Comes Silence – Blood

Lasst uns die Dunkelheit zelebrieren

Then Comes Silence - Blood - ArtworkThen Comes Silence – ein Quartett aus Stockholm, seit 2012 aktiv und mein persönlicher Überraschungsact des Abends, als ich im November 2015 in der wunderschönen schwedischen Hauptstadt war, um Agent Side Grinder zu sehen. Die Vorband Then Comes Silence war mir unbekannt, hat mich aber sofort mit ihrem dynamischen Düsterrock-Postpunk-Gemisch überzeugt. Ein wenig verblüfft war ich, als ich vor einiger Zeit erfuhr, dass Nuclear Blast – ja genau, das renommierte Label mit dem guten Riecher für (extremen) Metal – die Band für ihr viertes Album unter Vertrag genommen hat. Aber vor allem erfreut, denn so bekommen Then Comes Silence die Chance, verdientermaßen ein größeres Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Hat Blood das Potenzial dazu? Lest selbst. Weiterlesen

CD: Blind Guardian – Live Beyond the Spheres

Endlich wieder Blind Guardian live!

Blind Guardian -Live Beyond the Sphere„Und, bist du auch textsicher?“ Solch eine Frage vor einem Konzert kann einen Sänger sicher aus dem Konzept bringen. Vor einem Blind Guardian Konzert ist sie aber nicht ungewöhnlich; allerdings nicht an den Sänger, sondern an die Fans. Und dass diese die Texte beherrschen, beweisen sie sehr gerne und mit voller Hingabe auf jedem Konzert. Das letzte Livealbum der Krefelder liegt bereits 14 Jahre zurück, Zeit für ein neues mit alten Klassikern und all den neuen Songs, die sich in über zehn Jahren angesammelt haben.

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CD: Paradise Lost – Medusa

„Back to the Roots“

Paradise Lost - Medusa - ArtworkParadise Lost veröffentlichen ein neues Album – Nr. 15 in der fast 30 jährigen Bandgeschichte. Mein erster Eindruck beim kurzen Reinhören: Die sitzen zwischen allen Stühlen und konnten sich nicht entscheiden, was sie wollen. Es ist zwar von allem etwas drin, aber nichts richtig: zu wenig eingängig und zu doomlastig für Gothic Metal, aber zu wenig Last, Langsamkeit und Schwere für Doom, zu wenig Power und Druck für Viking Metal und zu wenig Atmosphäre und Growls für Black Metal. Weiterlesen

CD: Pristine – Ninja

Norwegian Blues

Pristine - Ninja - ArtworkPristine aus dem höchsten Norden, nämlich der norwegischen Stadt Tromsø, haben sich seit ihrem Debütalbum Detoxing (2011) stetig einen exzellenten Ruf im Blues-Soul-Retrorock-Sektor erarbeitet. Das liegt nicht zuletzt an Chefin Heidi Solheim, deren sensationelle Stimme und ungeheuer mitreißende Bühnenpräsenz neben dem exzellenten Songmaterial großen Anteil am Erfolg ihrer Band haben. Doch damit nicht genug, die am Musikkonservatorium Tromsø ausgebildete Sängerin verfolgt nebenher noch eine Solokarriere, die vor allem in Norwegen sehr viel Beachtung findet. Große Bekanntheit hat sie in ihrem Heimatland außerdem durch die Teilnahme an diversen Talentshows erlangt, zuletzt 2013 bei The Voice. 2016 erscheint Pristines drittes Album Reboot, das diesmal international veröffentlicht wird. Mit Ninja liegt nun die vierte Scheibe der Ausnahmekünstlerin und ihrer Mannen vor. Weiterlesen

CD: Wednesday 13 – Condolences

Beileid für alle

Wednesday 13 - Condolences - ArtworkIch habe die erste Band von Wednesday 13 geliebt, Frankenstein Drag Queens from Planet 13, die einfach herrlich kaputt und sexy waren. Die folgenden Murderdolls, ein Projekt zusammen mit Joey Jordison von Slipknot, trafen dann irgendwie nicht so richtig meinen Geschmack, und in der Folge habe ich das musikalische Schaffen von Wednesday aus den Augen verloren. Nun bin ich über das aktuelle Album Condolences gestolpert und wollte es einfach noch mal wissen, wie man so schön sagt. Weiterlesen