Wir starten mit ungarischem Melodic Metal ins neue Jahr. Tales of Evening wurden Anfang 2011 gegründet. Frontsängerin Ivett und Bandmitbegründer Attila stellten sich unseren Fragen.

Wer verbirgt sich hinter Tales of Evening?
Ivett: Die Band wurde Anfang 2011 gegründet. Attila und unser Schlagzeuger Robert hatten mit ihrer damaligen Band genau dort einen Auftritt, wo ich auch mit meiner alten Band gespielt habe. Wir haben angeblich ein paar Worte dort gesprochen, aber bis heute kann ich mich nicht an so was erinnern! (lacht) Nach einigen Wochen erhielt ich eine Nachricht mit zwei Demos. Nach dem Hören war es eindeutig, dass ich die Sängerin sein möchte.
Attila: Richtig, das war genau so!! Ich erinnere mich, dass Ivett unseren Gitarristen auf der ersten Probe zum ersten Mal getroffen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir vielleicht schon vier bis fünf fertige Songs, die Geschichte ist daher etwas interessant. Die meisten Songs wurden auf zwei Gitarren geschrieben, und wir haben inzwischen Krisztián kennen gelernt und uns mit ihm befreundet. Er ist seit dem letzten Sommer unser zweiter Gitarrist. Was die Bass-Position angeht, hatten wir in der Vergangenheit einige Änderungen. Seit Sommer 2020 haben wir Dávid als Bassist an Board. Ihn haben wir in unserem letzten Music Video vorgestellt, welches auch der Vorläufer unseres neuen Albums ist.

Was verbindet euch?
Attila: Die Musik und die Freundschaft! Ich halte es für wichtig, dass wir nicht nur Kollegen sind!
Ivett: Genau, so ist es! Die Band wird bald zehn Jahre alt und ist eher schon unsere zweite Familie als ein Arbeitsplatz.

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und ein Genre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Attila: Melodic female fronted Symphonic Metal.

Beschreibt euren Sound mal außerhalb aller Genre-Schubladen: Die Musik von Tales of Evening klingt wie …?
Attila: Ich würde unsere Musik auf jeden Fall als popular, märchenhaft und auch melodisch beschreiben. Diese ist noch mit Fantasy- und auch manchmal mit volkstümischen Elementen ergänzt/ gewürzt.

Aus welcher Stimmung heraus ergeben sich die besten Lieder?
Attila: Die besten Gedanken/Melodien werden in einem melancholischen, düsteren Zustand, in einer leicht abstrakten, ruhigeren Zeit geboren. Herbst und Winter sind die Monate, in denen ich am empfänglichsten für Songwriting bin, aber vielleicht, weil ich diese Monate auch am schönsten finde.

Wie sieht das Songwriting bei euch aus? Wie sind die Aufgaben verteilt?
Ivett: Im Allgemeinen ist es so, dass Attila seine instrumentale Melodien aufnimmt und diese dann in Form eines Demos an uns weitergibt. Danach arbeiten wir alle an diesen. Seit Neuestem bekomme ich die Demos ohne Texte, hierdurch habe ich auch eine größere Freiheit gewonnen.
Attila: Genau, es geschah öfters, dass die Texte zu komplex, zu lang oder sonst noch was waren. Ich bekomme von Ivett in der Art die Demos zurück, dass dadurch auch das Textschreiben etwas vereinfacht wird. Mit ihren ausgearbeiteten Melodien wird die Stimmung des Songs auch etwas verändert. Aus diesem Grunde denke ich, dass es überhaupt nicht egal ist, wie sich das Songwriting zusammen stellt. Nach diesem Punkt kommen dann die Jungs mit ihren Ideen ins Spiel. Eigentlich bringt auch jeder immer neue Ideen mit.

Welches Instrument wird sicherlich NIE auf einem Tales of Evening-Album zu hören sein?
Ivett: Hmmmm, gute Frage, ich würde eigentlich jetzt kein Instrument ausschließen. Hauptsache es passt und weckt eine Emotion.

Durch welche Bands / Musik wurdet ihr musikalisch beeinflusst oder geprägt? Was hört ihr gerade am liebsten?
Attila: Ich persönlich mag melodische, atmosphärische und auch Fantasy-Musik. Natürlich das Ganze auch mit Metal gewürzt! Heutzutage höre ich instrumentale Filmmusik-Themen, bin aber auch zunehmend offen für Musik wie zum Beispiel von Wardruna. Meine Favoriten sind Nigthwish, Within Temptation, Rhapsody of Fire, Wintersun, Ensiferum, Ex Deo, aber hier könnte ich noch sehr viele Namen auflisten! (lacht) Ich möchte aber noch einen meiner Favoriten hervorheben: Ordan Ogan, da ich unglaublich stolz bin, dass das Mastering für unser drittes ([i]A Fény Nyomában[/i]) und viertes Album (A New Dawn Awaits) in den Händen von Sebastian „Seeb“ Levermann lag. Natürlich folge ich den aktuellen und heutigen Trends, da dies auch wichtig ist, wenn man sich weiterentwickeln möchte.
Ivett: Ich bin in der Pop-Welt aufgewachsen, aber bin ja seit langem eher ein Metalliebhaber. Jedoch habe ich auch Tage, an denen ich keine Lust auf Metal habe. Meine Favoriten, um auch einige zu nennen, sind: Arkona, Myrkur, Muse, Devilment, Ex Deo, Septicflesh, Grai

Woran erkennt man einen Freund?
Ivett: Man kann auf einen Freund immer zählen. Ein Freund versteht dich schon mit einem halben Wort und unterstützt dich. Er ist auch dann ehrlich, wenn seine Meinung von deiner abweicht. Außerdem akzeptiert er dich, so wie du bist und möchte nichts an dir ändern.
Attila: Ich bin einverstanden.

Wer war der Held eurer Kindheit?
Attila: Um ehrlich zu sein, hatte ich keinen Helden. Ich habe mich eher mit meinen eigenen Sachen beschäftigt und formte meinen eigenen Weg.
Ivett: Ich hatte auch keinen Helden, mir sind in meinem Leben eher Vorbilder begegnet, die mir bis heute viel bedeuten und mir geholfen haben.

Die gute Fee steht plötzlich vor euch und sagt, ihr hättet einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?
Attila und Ivett: Eindeutig!!! Covid soll verschwinden!!!

Was steht als Nächstes an – Tour? Studio? Auszeit? Ganz was anderes?
Ivett: Wir wissen, dass diese Zeit für Touren nicht geeignet und auch nicht möglich ist. Die letzte Tour wurde auch von Covid 19 unterbrochen, obwohl wir uns sehr gefreut hätten, im Rahmen der Rhapsody of Fire‘s „The Eight Mountains Tour“ nach München zu fahren und auch mal in Deutschland zu spielen. Wir hoffen, dass sich im Jahr 2021 mehrere Möglichkeiten ergeben. Natürlich hat sich auch unser Leben durch die Einschränkungen verändert, mit denen wir uns auch anfreunden mussten. Wir versuchen aus dieser Zeit das Beste herauszuholen und arbeiten gerade an neuen Songs.
Attila: Richtig, wir konzentrieren uns jetzt auf unser neues Album. Außerdem arbeiten wir auch an anderen Sachen, da wir nächstes Jahr das zehnjährige Jubiläum der Band feiern, für das wir uns weitere Überraschungen einfallen lassen möchten.

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