Buch: Markus Heitz – Wédōra: Staub und Blut

Entführung in eine fremde WeltHeitz_Wedora_Staub_und_Blut

Eigentlich sollte es ein simpler Raubüberfall werden, doch von einem Lidschlag auf den anderen findet sich der Halunke Liothan zusammen mit der Gesetzeshüterin Tomeija inmitten sandiger Weiten einer ihnen vollkommen fremden Wüste wieder. Die Freunde aus Kindheitstagen erreichen unter Gefahren die Wüstenmetropole Wédōra, wo sie jedoch getrennt werden. Sie schlagen sich jeder auf seine Weise durch und geraten bald in ein tödliches Netz aus Lügen, Verschwörungen und Magie. Denn Wédōra befindet sich im Umbruch. Ein Sturm zieht auf, und die beiden Gestrandeten müssen sich für eine Seite entscheiden …

Ein neuer Roman aus der Feder des deutschen Fantasy-Meisters, entsprechend hoch sind die Erwartungen. Eines vorweg: Mit dem Epos, den Heitz mit der Zwerge-Reihe geschaffen hat, kann Wédōra nicht mithalten. Heitz hat einen gut zu lesenden Roman in rasanter Geschwindigkeit erdacht, dem man die Vorliebe des Autors für Rollenspiele deutlich anmerkt. Die Story selbst hinkt stellenweise, ist dem geneigten Fantasy-Leser möglicherweise nicht komplex genug. Auch der Schreibstil wirkt holprig; altertümliche Wort-Konstrukte machen aus dem Text noch lange keinen antik anmutenden Wortlaut. Die Charaktere in Wédōra wirken eher flach. Ihre Beschreibungen beschränken sich meist auf Äußerlichkeiten, der Blick ins Innere bleibt auf der Strecke. Liothan und Tomeija werden im Laufe des Romans etwas vertrauter, bleiben aber zu weich gezeichnet. Die vielen Andeutungen an Tomeijas Vergangenheit, die dann doch größtenteils ungelöst bleiben, wirken steif und zu gewollt, ebenso Liothans flapsige Art. Insgesamt hat sich Heitz die Türen zu einer Fortsetzung hier schon sehr weit offengelassen.

Wédōra sorgt für spannende Unterhaltung zwischendurch. Das Cover-Artwork und die schön gestalteten Karten im Umschlag machen Lust auf mehr. Die Wüstenmetropole und ihre Umgebung werden intensiv dargestellt und laden zum Träumen und Verweilen ein. Die Story selbst aber kann nicht befriedigen. Die Handlung ist zu vorhersehbar und wenig innovativ, die Charaktere zu glatt und undetailliert. Schade, in dieser schön erdachten Szenerie wäre sicher noch mehr Potential gewesen!

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Markus Heitz – Wédōra: Staub und Blut
Droemer Knaur Verlag​, 1. August 2016
608 Seiten
16,99 €

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