CD: Michael Monroe – The Best

Simply the best

Michael Monroe. Auch wenn ihm der absolut große kommerzielle Erfolg verwehrt geblieben ist, so ist dieser Mann dennoch eine musikalische Legende. Wer glaubt, dass der Hair Metal der 80er-Jahre eine rein amerikanische Erfindung gewesen ist, der irrt. Auch im fernen Helsinki gab es ein paar tapfere Recken, die reichlich Make-Up trugen und ihr wallendes Haar mit unzähligen Dosen Haarspray in voluminöse Formen brachten. Die Rede ist von Hanoi Rocks, die mit Michael Monroe als Sänger die amerikanische Hair-Metal-Szene maßgeblich beeinflußten.

Diese werden 1980 von den beiden Gitarristen Andy McCoy (Antti Hulkko) und Nasty Suicide (Jan Stenfors) gegründet. Mit dem Bassisten Sam Yaffa (Sami Takamäki), Gyp Casino (Jesper Sporre) an den Drums und Michael Monroe (Matti Fagerholm) als Sänger wird das erste Line-Up vervollständigt. Um sich weiterzuentwickeln, ziehen sie erst 1981 nach Stockholm und 1982 weiter nach London. Nach zwei Alben wird Casino durch den Drummer Razzle (Nicholas Dingley) ersetzt, und nach zwei weiteren Alben steht mit dem ersten Plattenvertrag bei CBS Records 1983 der große Durchbruch eigentlich unmittelbar bevor, doch es sollte anders kommen. 1984 erscheint zwar der große Band-Klassiker Two steps from the move, und Michael Monroe wird zum ‚Sex symbol of the year‘ gewählt. Doch Razzle, der der Band den nötigen Schwung verliehen hat, stirbt Ende des Jahres während der US-Tour bei einem Autounfall nach einer Party mit der Band Mötley Crüe. Der Wagen wurde dabei von deren Sänger Vince Neil gesteuert. Nach dem Schock wird Terry Chimes als Ersatz für Razzle angeheuert, der erste Drummer von The Clash, doch das kann den Split der Band 1985 nicht verhindern. Die Früchte des Erfolges ernten nun andere Bands wie Mötley Crüe, Poison oder Guns ’n‘ Roses. Michael Monroe startet allerdings seine Solokarriere, die ihn mit vielen Größen im Musikbusiness zusammenbringen wird.
Nach mehr als dreißig Jahren Rock ’n‘ Roll und neun Studioalben als Solokünstler legt Michael Monroe nun seine Best-Of-Sammlung mit dem schlichten Namen The Best vor.

Für diese Zusammenstellung wurden von jedem Album zwei oder drei Stücke ausgewählt, sodass hier ein breites Spektrum aus jeder Phase seines Schaffens präsentiert wird. Außerdem lässt sich der Entwicklungsprozess sehr gut nachvollziehen, weil die Anordnung in chronologischer Reihenfolge vorgenommen wurde. Die Ausnahme bilden die ersten zwei Alben, die in der Reihenfolge getauscht wurden (versehentlich oder bewusst). Während das gleichnamige Album Michaels kurzzeitiger Band Demolition 23 von 1994 mit vier Songs berücksichtigt wurde, fehlt das Vorgängerprojekt Jerusalem Slim von 1992 völlig. Dafür gibt es am Ende, auf Seite zwei des Albums, fünf unveröffentlichte Tracks, darunter auch eine Zusammenarbeit mit Slash von Guns ’n‘ Roses. Die meisten Songs wurden übrigens remastered, um eine zeitgemäße Tonqualität zu gewährleisten.

Fazit: Quer durch alle Zeiten hindurch macht dieses Album einfach Spaß, und die verschiedenen Facetten von Michael Monroe kommen gut dokumentiert zum Tragen, er ist beispielsweise auch ein exzellenter Saxophonist. The Best ist allein schon wegen der unveröffentlichten Songs für alte Fans interessant, aber gleichermaßen bietet es auch einen idealen Einstieg, um Michael Monroe neu für sich zu entdecken. Ich wüßte nicht, wofür man hier Punkte abziehen sollte.

Anspieltips: Dead, Jail or Rock ’n‘ Roll, Nothin’s alright, Goin’ down with the Ship, One Foot outta the Grave

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Michael Monroe: The Best
Spinefarm Records, 09.06.2017
MP3 Download 13,49 €, 2CD 20,43 € erhältlich über https://www.amazon.de

Homepage:
michaelmonroe.com/site/
de-de.facebook.com/michaelmonroeofficial/
spinefarmrecords.com/

Tracklist:
Disk 1 …………………………………………………………………………………………………………………………. Disk 2
01 Dead, Jail or Rock ’n‘ Roll ………………………………………….. 16 Trick of the Wrist (Remastered)
02 Man with no Eyes …………………………………………………………………………….. 17 ’78 (Remastered)
03 It`s a Lie (feat. Stiv Bators, Remastered) ……………………………..18 All you need (Remastered)
04 Nights are so long ……………………………………. 19 Ballad of the Lower East Side (Remastered)
05 Can`t go Home again …………………………………………………… 20 Eighteen Angels (Remastered)
06 Nothin`s alright (Remastered) ………………………………. 21 Stained Glass Heart (Remastered)
07 Hammersmith Palais (Remastered) …………………………….. 22 Old King`s Road (Remastered)
08 You crucified me (Remastered) ……………………… 23 Goin’ down with the Ship (Remastered)
09 Deadtime Stories (Remastered) ………………………….. 24 Keep your Eye on you (Remastered)
10 Where`s the Fire John? (Remastered) ……………. 25 One Foot outta the Grave (Unreleased)
11Make it go away (Remastered) ………………………………….. 26 Fist fulla Dynamite (Unreleased)
12 Life gets you dirty (Remastered) ………………………………………….. 27 Simpletown (Unreleased)
13 Self Destruction Blues ………………. 28 Get on (Hurricanes-Cover, Unreleased, Remastered)
(Hanoi Rocks-Cover, Remastered)
14 Stranded (Remastered) …………………………… 29 Magic Carpet Ride (feat. Slash, Unreleased)
15 Telephone Bills`s all mine (Dave Lindholm-Cover, Remastered)

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