Kultur: Das Friedensdenkmal in München

Schöne Aussichten

Friedensengel 01-2Eine weithin sichtbare Statue, die über München zu schweben scheint, ist heute mein Ziel: der Friedensengel. Das goldene Wesen blickt von den Maximiliansanlagen (Stadtteil Bogenhausen) in Richtung Prinzregentenstraße, dabei kann es über die Isar hinweg über das westliche München sehen. Ihm zu Füßen plätschert ein Brunnen, Wasserfontänen schießen in die Höhe. Ein wirklich schöner Aussichtspunkt!

Das auf der Prinzregent-Luitpold-Terrasse erbaute Denkmal erinnert an den 25-jährigen Frieden, der nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 aufrechterhalten wurde. Am 10. Mai 1896 wurde der Grundstein gelegt, am 16. Juli 1899 wurde die Stätte eingeweiht. Auch heute noch bietet dieses Datum Möglichkeit zu feiern: am Friedensengelfest (2018: 26. bis 29. Juli).

Vom Europaplatz aus nähere ich mich dem goldigen Engel, allerdings zeigt er mir nur die kalte Schulter (da oben ist’s bestimmt windig). Erst nach dem Umrunden des breiten Sockels kann ich die schönen Gesichtszüge der sechs Meter hohen Nike sehen, die auf einer 23 Meter hohen korinthischen Säule steht. Der Zusammenarbeit der Bildhauer Heinrich Düll, Georg Pezold und Max Heilmaier entspringt die Engels-Gestaltung, von Ferdinand von Miller wurde sie in Bronze gegossen. 1981 drohte Nike abzustürzen, deshalb wurde sie abmontiert, allerdings entstanden dabei Beschädigungen. 1983 wurde das um ein Haar „gefallene Mädchen“ wieder an ihren Platz gebracht, mit neuen Flügeln und einem neuen Standbein. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums erhielt das himmlische Wesen ein frisches goldenes Kleid. Ihr Alter sieht man ihr auch heute noch nicht an – kein Wunder, bei der Kur.

Friedensengel 02

Aber auch die Ausschmückung des Umgangs im unteren Bereich der Säule ist sehenswert. Dieser Bereich zeigt außen auf den Eckpfeilern zwölf Porträts von Kaisern, Kanzlern und Generälen, zum Beispiel Kaiser Wilhelm I. oder (darf natürlich nicht fehlen) König Ludwig II. Die Nord- und Südseite der Pfeiler geben Heldentaten des Herakles wieder. Die vier Goldmosaike sind gut erhalten und versinnbildlichen den Krieg, Sieg, Frieden und Segen der Kultur. Am Spätnachmittag funkelt und glitzert es nur so.
Die Treppe, die im Westen zu diesem Tempel hinaufführt, bietet sich an diesem Nachmittag als Sonnenplätzchen für Münchner, Touristen und Studenten an.

Von der davorliegenden Aussichtsterrasse hat man einen herrlichen Blick bis fast runter zum Prinz Carl Palais.
Am Abend versprüht das Friedensdenkmal einen ganz besonderen Glanz, diesen halten Fotografen immer wieder gerne fest:

Quelle: VIEW Fotocommunity (Stern)

Quelle: VIEW Fotocommunity (Stern)

Nach dem Inspizieren der Terrasse geht es über Treppen zum Springbrunnen hinunter. Dabei gibt es immer wieder verschiedene schöne und interessante Blickwinkel – die eigene Kamera dabeizuhaben ist empfehlenswert!
Das gilt auch für die Graffitis, die unterhalb des Friedensengels zu finden sind: Die Wände in der Fußgänger- und Fahrrad-Unterführung sind Kult! Siehe hierzu auch den Bericht vom BR.

Der Tag ist einfach zu schön, mein Weg führt mich weiter die Prinzregentenstraße hinauf, vorbei am Nationalmuseum zum Haus der Kunst. Beim Abbiegen zum Englischen Garten winkt mir Nike noch einmal zu. Wir sehen uns wieder!

(Quellen: muenchen.de und Wikipedia)

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