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Infernalischer Jahresausklang

Wie könnte man die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester besser füllen als mit lauter Musik? Das hat sich auch das Münchner Backstage gedacht und in die Tonhalle zu einem Mini-Festival mit dem schönen Titel „Lucifer Rising“ geladen. Ab 18.30 Uhr sorgen dort gleich fünf infernalische Bands für einen Jahresausklang, der sich sehen und vor allem hören lassen kann, und so pilgern wir in einer viel zu lauen Winternacht über den totsanierten Ex-Kunstpark, um ein letztes Mal in diesem Jahr die Haare zu schütteln. Weiterlesen

Bad hair day

P1210629Wie jedes Jahr sind die seit 1978 aktiven englischen Punk-Legenden Peter And The Test Tube Babies kurz vor Weihnachten in München zu Gast und liefern so eines der letzten Highlights des Jahres. Spannend ist natürlich, mit welcher Kostümierung sie heute auftreten werden, denn sie lassen sich stets etwas Besonderes einfallen. Im Vorprogramm sind Battleme dabei, die trotz vier veröffentlichter Alben Unbekannte für mich sind. Auf Wikipedia erfahre ich, dass sie zudem quasi die Hausband der bekannten Serie Sons of Anarchy sind, auch das ist an mir vorbeigegangen. Beim kurzen YouTube-Check präsentieren Battleme eine Art Americana-Blues, und ich frage mich, wie die beiden Bands zusammenpassen sollen. Weiterlesen

Die gar nicht so stille Adventszeit

 

In wenigen Tagen ist Weihnachten, und wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, sollte das nun eigentlich die Zeit sein, in der man die Abende zu Hause im Kreise der Familie mit allerhand beschaulichen Aktivitäten verbringt. Gehört man zu der glücklichen Spezies „Homo metallicus“, hat man für zumindest einen vorweihnachtlichen Abend eine perfekte Ausrede, um der Gemütlichkeit oder dem Glühweinterror auf den üblichen Weihnachtsmärkten zu entgehen: Silver Dust, Rotting Christ und Moonspell geben sich im Backstage zu München die Ehre! Weiterlesen

Der Weg einer Frau

Sara_Nuru„Roots, bloody roots!“ Ich muss bei dem Titel einfach automatisch an Sepultura denken, auch wenn das fast ein wenig albern erscheint. Doch so daneben ist der Gedanke gar nicht, nur führt uns Roots hier nicht in den brasilianischen Regenwald, sondern ins äthiopische Hochland. Denn die Wurzeln von Sara Nuru, die als Gewinnerin der dritten Staffel von Germany’s Next Topmodel bekannt geworden ist, liegen in Äthiopien. Größer könnte der Kontrast kaum sein, denn aufgewachsen ist sie in der bayerischen Provinz. Weiterlesen

Im Rhythmusrausch

Nitzer Ebb treten wieder auf? Und es gibt sogar eine Tour? Da sind wir doch sofort dabei! Als die Ankündigung vor einem Jahr kam, waren nicht nur wir von Schwarzes Bayern euphorisch, ist es doch viele Jahre her, dass die Band uns hier in München beehrt hat. Auch sonst hat man sich sehr rar gemacht, und viele sind nach den EBM-Göttern ausgehungert. Doch die Ernüchterung folgte bei vielen Oldschool-Fans nach den Auftritten auf dem WGT und dem Amphi auf dem Fuß, denn die kalte, brutale EBM-Härte ist einem clubbigeren, technoideren und etwas leichter zugänglichen Sound gewichen. Skandal! Frevel! Daher gehen wir als Fans des schönen alten Testosteron-EBMs mit etwas gemischten Gefühlen in diesen Abend, wollen uns aber definitiv selbst von den „neuen“ Nitzer Ebb ein Bild machen. Dass Daniel Myer mit Liebknecht dabei ist, ist ein zusätzlicher Anreiz, denn mit einem Myer-Projekt kann man gar nichts falsch machen. Bleibt nur noch die Frage, wie viel Leute den Weg an einem Dienstag ins Backstage finden – beim Konzert 2010 war es überraschend leer … Weiterlesen

Drowning in the pool

Die mittlerweile seit 39 Jahren bestehenden New Model Army haben kürzlich mit From here ihr 17. Album veröffentlicht. Ist es Zeit für den Kult, langsam müde zu werden? Natürlich nicht, denn From here ist die konsequente Fortsetzung des Weges, den die Band mit den letzen Alben Between dog and wolf (+ EP Between wine and blood) und Winter begonnen haben. Hiermit wird quasi eine Trilogie vollendet, und die will mit einer Tour ausführlich gefeiert werden. Für das Vorprogramm ist der Singer/Songwriter Zam Helga gebucht. Irgendwas klingelt da zwar, aber spontan ist er für uns leider ein Unbekannter. Weiterlesen

City of Angels

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Religiös oder nicht, aber das hat sicher jeder schon einmal in gewissen gefährlichen Situationen gedacht: „Hab ich einen Schutzengel gehabt!“ Das Schutzengelchen ist sicherlich das niedlichste der Gattung Engel, und damit befasst sich das Kirchen-Kunst-Projekt „ÜberEngel“, an dem einige Münchner Kirchen teilnehmen. Von September bis Dezember 2019 gibt es zum Thema Ausstellungen, Tanzperformances, Konzerte, Artperformances und Lichtinstallationen.

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Über den Nordfriedhof von München gibt es verschiedene geführte Touren. Man erfährt dabei interessante Geschichte(n), allerdings ist mir das Umherstreifen auf eigene Faust lieber, da dies die Möglichkeit bietet, sich mehr Zeit nehmen zu können und auf eigene Faust interessante Grabsteine und Grabmäler genauer zu inspizieren..

Der bekannte Stadtbaurat Hans Grässel hat den Nordfriedhof als eine der vier großen Ruhestätten in München von 1899 bis 1907 geplant und errichtet. Seit der Eröffnung wurde er bereits neunmal erweitert, unter anderem integrierte Grässel im Bereich der heutigen Gräberfelder 1 mit 14 den seit 1874 bestehenden Friedhof der früher einmal selbstständigen Stadt Schwabing.

Nordfriedhof-Plan

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Vor einiger Zeit bin ich mit der Straßenbahn über gut bekannte Münchner Straßen vom Sendlinger Tor Platz nach Giesing und weiter Richtung Schwanseestraße gefahren. Mein Ziel war die Endstation im Südosten von München: der Friedhof am Perlacher Forst. Dieser wurde Ende der 1920er Jahre als dringend nötige Erweiterung zum Ostfriedhof (s.a. Bericht 2015) von Stadtbaurat Hermann Leitenstorfer (Wikipedia) geplant. Leitenstorfer war der Nachfolger von Hans Grässel und erbaute als Leiter des Hochbauamtes ab 1928 auch das Technische Hochhaus an der Blumenstraße.

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Dunkle Verbündete

Der dritte Katzenclub dieses Jahres wird entgegen der Tradition heute nicht von DJ Shadowboy beschallt, sondern das Veranstalterteam hat wieder ein Konzertpaket für uns geschnürt, nach dem man sich die Finger lecken darf. Auf dem WGT bestand quasi keine Chance, Light Asylum im Alten Stadtbad zu sehen, so lang war die Schlange vor dem Gebäude – hier spielt Shannon Funchess im Kranhallen-Wohnzimmer. Die Lokalmatadoren Rue Oberkampf (und unsere Band der Woche im April 2019) sieht man zwar etwas öfter auf heimischen und anderen deutschen Bühnen, aber ich habe es bisher tatsächlich geschafft, das Trio noch nicht live zu sehen. Unerhört! Da zusätzlich zu den Konzerten natürlich auch die bewährte Katzenclub-Party auf zwei Tanzflächen lockt, freue ich mich wirklich sehr auf diesen Abend. Weiterlesen