Kultur: Die Graffiti-Mauer an der Tumblingerstraße

Sterbende Hall of Fame

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Anfang des Jahres 2018 haben die Abbrucharbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Viehhofs begonnen. Bis Sommer 2021 soll auf dem Areal im Schlachthofviertel das neue Volkstheater entstehen.

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Copyright Achim Schmidt

Der Baubeginn an der Ecke Zenetti-/Tumblingerstraße ist für diesen Sommer avisiert. Es wird daher kein Open-Air-Kino mehr stattfinden, kein Biergarten, kein Bahnwärter Thiel in dieser Ecke und im Winter kein Märchenbazar mehr. Ich freue mich, dass das Volkstheater eine neue Bleibe gefunden hat. Mein Graffitiherz aber blutet.

München hat mehrere Hot Spots, was Graffiti und Street Art anbelangt, aber einer der größten – und legal noch dazu – ist die „Hall of Fame“ an der Tumblingerstraße. Diese Backsteinmauer, die das Viehhofgelände umzäunt, war seit vielen Jahren für Streetartkünstler freigegeben, innen und außen. Es gab sogar Veranstaltungen, die nationale und internationale Künstler anlockte: (Deadline Festival)

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Und immer wieder bekam die Mauer einen neuen Look, schon von außen erkennbar:

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Dieses übergroße Graffiti ist wohl das letzte große Stück Kunst dieser Art auf der Wall an der Tumblingerstraße. Es ist 100 Meter lang und bis zu acht Meter hoch, das größte zusammenhängende Graffito Münchens. Motiv: drei riesige Buchstaben (adk) und fünf „Blue Birds“ (für die fünf Mitglieder der ADK). In diesem Jahr feiert die Gruppe ihr 20-jähriges Jubiläum:

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Copyright Sigi Müller

Und auch das ist mittlerweile schon teils übermalt – lebende Street Art eben:

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Der Entwurf der Planungsbürogemeinschaft um die Firma Georg Reisch aus Bad Saulgau (die Sieger der Ausschreibung) für das Areal um das neue Volkstheater sieht übrigens so aus:

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Auch nicht schlecht. Ich vermisse aber jetzt schon die Farben, die Lebendigkeit und die immer wieder neuen Ideen an der „Hall of Fame“.

Ich möchte euch bei der Gelegenheit auf ein Crowdfunding Projekt namens „Munich Walls“ des Autors Martin Arz hinweisen. Er sammelt Geld, um in seinem Buchprojekt die Graffiti-Kunst vor dem Vergessen zu retten, unter anderem die „Wall“ an der Tumblingerstraße.

Crowdfunding Projekt Munich Walls

(1931)