Ben Aaronovitch – Ein Wispern unter Baker Street

Kriminalistische Stadtführung mit Witz und Verstand

aaronovitch_WispernEs ist gerade knapp ein Jahr her, dass der junge Polizist Peter Grant in Covent Garden einen Geist getroffen hat und damit in die wohl aberwitzigste Einheit der Metropolitan Police kam – das Folly. Mittlerweile hat er sich zu einem durchaus fähigen Zauberlehrling gemausert und Verstärkung von Kollegin Lesley bekommen, die sich nach ihrem „Unfall“ von damals nun auch der Magie zuwendet. Als Spezialisten für alles Übernatürliche werden sie kurz vor Weihnachten zum Mord an einem jungen Amerikaner hinzugezogen, der in einer Lache seines eigenen Blutes in der Londoner U-Bahn gefunden wurde. Jetzt mischt sich natürlich auch noch das FBI in die Ermittlungen ein und muss an der kurzen Leine gehalten werden, um nicht zu viele Geheimnisse preiszugeben. Gleichzeitig sucht die kleine Einheit des Folly noch immer fieberhaft nach dem gesichtslosen Zauberer, dem Peter am Ende von Schwarzer Mond über Soho beinahe zum Opfer gefallen wäre – und seinem Lehrmeister. Weiterlesen

CD-Review: Acidcell – Feelin the Doom

Schwarze Flügel aus dem Industrialhimmel

Acidcell_FeelinTheDoom_1440px

E-Gitarre, Bass und Schlagzeug, dazu ein Synthesizer und es entsteht Industrial Metal. Als wenn sich Acidcell damit begnügen würden. Das Ganze wird mit dunklen Klängen gemischt, der Gesang wirkt manchmal nachdenklich, manchmal wütend, die Zutaten für Feelin the Doom. Wer trotz der fordernden Musik die Füße still halten kann und in der Lage ist, auf Texte zu achten, erkennt, dass in diesen zumeist Dunkelheit herrscht, allerdings in verschiedenen Facetten.
Ein wunderbar irreales Cover liefert den ersten Eindruck. Vom Rockefeller Center aus blicken wir auf Midtown Manhatten. Direkt vor uns ein Engel in dreckigem, weißen Kleid und schwarzen Flügeln auf einer Schaukel, die ebenfalls schwarzen Haare verdecken das Gesicht. Leider ist sie etwas zu weit weg, um sie anzuschubsen, aber wir könnten sie ansprechen, immerhin ist sie uns zugewandt.

Weiterlesen

CD-Review: Saints of the Ruin – Elevatis Velum

Verführerische Stimme in der Dunkelheit

saintsofruin_elevatisvelum_front1440px

Für diejenigen, die des Englischen nicht mächtig sind, ist der Name der Band, Saints of Ruin, auf dem Cover in Latein hinzugefügt (Santorum Ruinae). Mit dem Titel des Albums, Elevatis Velum, verhält es sich umgekehrt (Lifting of the Veil).
Die Mitglieder der Band wurden, für Heilige passend, auf einem Chagall-Fenster verewigt. Dabei stellen sie die vier apokalyptischen Reiter dar.
In weißem Kleid statt auf weißem Pferd steht Sängerin Ruby Ruin an erster Stelle, mit Krone und erhobenem Bogen. Leicht nach vorne gebeugt wird sie wahrscheinlich gleich den Befehl zum Angriff geben. Wer nun verwundert ist, dem sollte gesagt sein, dass erst nach Luther, inspiriert durch Dürers Holzschnitt, alle vier Reiter negativ gedeutet wurden; der erste würde früher oft mit Jesus Christus gleichgesetzt.

Weiterlesen

CD-Review: Jorn – Traveller

Rabenflug mal anders

jorn-trav-cover

Beim Anblick des durchaus ansprechenden Covers sollte einem der rote Baron in den Sinn kommen. Es darf auch Biggles sein. Letzterer würde besser zum Titel der Scheibe passen: Traveller.
Ein norwegischer Tripeldecker mit den Flügeln eines Rabenvogels und einem dazu passenden Piloten hinter dem Knüppel wirkt ungewöhnlich, aber wer Jorn kennt, kennt auch die Raben.
Dieser macht keinen glücklichen Eindruck als Reisender, oder reißt er den Schnabel aus purer Lebensfreude auf? Dafür scheint der Blick zu starr. Keine Ahnung, wohin die Reise führt, nur nicht der Sonne entgegen, die im Hintergrund durch die Wolken bricht.
Zumindest verspricht das Bild ungewisse Abenteuer und Gefahren. Wir werden hören.

Weiterlesen

CD-Review: Night of the World – Drive the Knife deeper (VÖ: 15.02.2013)

night_of_the_world_cover

Das Grauen aus Polen

night_of_the_world_cover

Die polnische Black-Metal-Szene war ja schon immer gut, aber zur Zeit überraschen uns unsere Nachbarn mit einer Reihe exzellenter Bands und deren musikalischem Output. Night of the World, Ende 2011 gegründet, bestehend aus den drei Musikern mit den klangvollen Namen AM (Gitarre, Bass), ML (Drums) und NRT (Vocals), ist eine der jüngeren Bands aus dem Osten und legen mit Drive the Knife deeper einen Erstling vor, der es in sich hat. Weiterlesen

Rezension: Jack Kilborn, Blake Crouch – Serial

Albträume garantiert

serial
Trampen ist gefährlich: Man weiß nie, wer zu einem ins Auto steigt – oder ob man von einem Psychopathen mitgenommen wird. Da hilft es auch nicht, dass man wie Donaldson bewaffnet ist, denn der freundliche Anhalter ist clever.
Wenn man seinen Lieblingsautor schon immer mal treffen wollte, heißt das nicht, dass man nur plaudern oder gar mit ihm ins Bett möchte. Manchmal möchte man ihn töten, um dieses Erlebnis mit ihm zu teilen.
Und was ist, wenn zwei Psychopathen aufeinandertreffen und beide nur ein Ziel haben: zu töten!

CD-Review: Magnus Karlsson – Free Fall

Zehn Stimmen

magn-karls-freefal-cover

Dunkle, verfallende Hochhäuser und davor eine Gitarre in blaßblauem Licht. Das Cover hat einen düsteren Charme und lässt keinen Zweifel daran, welches Musikinstrument für Magnus Karlsson das Wichtigste ist, obwohl er so einige beherrscht (Bass, Keyboards, Banjo, Akkordeon …).

Weiterlesen

Band der Woche: Improved Gods

impgods_logo

Improved Gods
ist eine ambitionierte Band aus München, die eine Mischung aus gutem brachialem Metal und eingängigem Hardrock bietet. Einige wissen längst, was sie an der Gruppe haben und dass sich die Musik lohnt, für alle anderen stellen sich die Jungs jetzt vor.

Weiterlesen