Reisebericht: London einmal anders

London calling to the Underworld

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Ich war schon mehrmals in London und wollte natürlich alle meine Lieblingsplätze erneut anschauen und schöne Unternehmungen wiederholen, aber ganz besonders interessierte ich mich für die Graffitis, die in London besonders viel und vielfältig sein sollten.

Hierfür habe ich mir ein paar gut erreichbare Spots ausgesucht.

Einer davon ist an der South Bank, den man mit dem Bus oder der Tube, Station Waterloo, gut erreichen kann. Die Gegend um den Skate Park ist mit ein paar ganz besonders charmanten Stücken ausgestattet:

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Camden ist ein Ort, an dem man nicht nur Second-Hand-Klamotten, Souvenir-Ramsch, Schmuck, Musik, günstiges indisches und chinesisches Essen in Aluschalen und das Bad in der Menge bekommt. In Camden, rund um die Camden High Street mit seinem Höhepunkt bei Camden Lock und deren Seitengassen kann man – am besten vor Standaufbau oder danach, einfach wenn die Massen von Touristen verschwunden sind – wunderbare Graffitis finden.
Ganz klar, in dem Viertel, in dem Amy Winehouse zu Hause war, sieht man etliche Amy-Bilder:

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Aber hier gibt es auch andere wunderschöne oder witzige Graffitis:

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Ins East End in die Gegend um die Brick Lane zu fahren, lohnt sich auch auf jeden Fall. Anlaufstelle ist die Liverpool Street. Man schlendert in die Middlesex Street mit dem Petticoat Lane Market, kann über den Spitalfields Market gehen und kommt dann über mehrere Gassen, in denen es fast überall Graffitis und Stencils (Schablonen-Graffiti) gibt, in die Brick Lane. An deren Anfang steht die Brick Lane Jamme Masjid, die bekannteste Londoner Moschee, und am Ende kommt man zur Trumans Black Eagle Brewery, die seit 1989 geschlosse Brauerei, mit den ganzen Lädchen, Cafés, Straßenfood, Plattenläden, Second-Hand-Markt, dem Rough Trade Store und ein paar urigen Kneipen, in denen man sich wohlfühlen kann. Und dazwischen wird Multikulti pur gelebt! Hindus, Moslems, Juden, Christen, Künstler und Touristen, alle friedlich und in Eintracht, und die Gassen und Hinterhöfe voller Street Art:

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banksy_2Mit zu den bekanntesten Street Artists in London (und der ganzen Welt) gehört Banksy, dessen Schablonen-Graffitis inzwischen Klassiker sind.

Überall, wo man noch Reste von Banksys Kunst sehen kann, ist sie meist hinter Plexiglasscheiben.

Manchmal ein bisschen übertrieben, wie hier, wo man anhand der rot herunterlaufenden Farbe erkannt hat, dass es sich um Banksy handelt, aber andererseits will man nie wieder so einen Fehler machen wie 2007, als die Behörden das weltberühmte Banksy-Bild mit John Travolta und Samuel L. Jackson (Motiv aus Pulp Fiction) wegputzen ließen.

Am Tag der Abreise bin ich noch wegen David Bowie nach Brixton gefahren. Brixton ist gut zu erreichen, ich konnte den Bus nehmen, der – wie auch die Tube – zur Endhaltestelle Brixton fährt. Der Reiseführer warnte: Brixton wäre arm, hätte einen hohen Ausländeranteil, Menschen mit Kamera wären nicht gern gesehen. Ich erwartete grimmig dreinschauende Einheimische an brennenden Mülltonnen. Der Bus hielt direkt vor einem kleinen Einkaufscenter, alles war ganz normal, Menschen, die shoppten oder zur Arbeit hasteten. Ja, es gab die angekündigten urigen Märkte mit billigen Klamotten und Fleisch- und Fisch-Ständen, aber ich richtete meine Kamera auf die Graffitis, die ich fand, und vor allem auf das große Mural von David Bowie bzw. das Plattencover zu der LP Aladdin Sane.

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Bowie stammt aus Brixton, und deshalb hat man den Australier James Cochran, aka Jimmy C, eingeladen, dieses Graffiti zu erschaffen. Man findet es unmittelbar an der Tube Station, über die Straße rüber, in die Tunstall Road rein, nur ein paar Straßen von der Stansfield Road entfernt, wo Bowie geboren wurde.

Man kann natürlich auch geführte Street-Art-Touren buchen, aber man läuft dann doch der Gruppe hinterher und kann sich nicht an kleinen Details so lange erfreuen, wie man möchte. Außerdem macht es höllisch Spaß, im Nachhinein herauszufinden, von wem die Bilder sind.

Nächstes Jahr muss ich nachsehen, ob noch alles an Ort und Stelle ist.

 Quelle 1. Bild: hqwallbase.com

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