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Tape: GrGr – Gameboy Tape

Mehr als nur Tetris

coverKürzlich waren der Berliner Minimal-Punker Ben Bloodygrave und die Leipziger Wave-Punk-Band Dividing Lines zu Gast im Münchner Kafé Kult, diesen feinen Konzertabend hat der Münchener GrGr eröffnet. Sein wichtigstes Instrument ist der Gameboy, von dem gleich zwei zwischen allerlei Elektro-Equipment bereitstehen. Der Auftritt machte mächtig Spaß, also kaufte ich Gregor Sandler, wie GrGr im bürgerlichen Alltag heißt, nach der Show mangels Alternativen eine Kassette ab. Die erste Auflage war wohl schon vergriffen, aber am Vortag kam zum Glück die neue Ladung. Also GrGr für ein Exemplar einfach anschreiben. Das Gameboy Tape ist giftgrün, und die Black Flag Hommage mit Gameboys ist einfach klasse. Ich habe nun endlich einen Grund, den alten Walkman aus der Schublade hervorzukramen. Weiterlesen

Konzert: 04.09.2018 – Die Krupps + Front Line Assembly + Tension Control – Backstage Halle, München

The Machinists United – Double Headliner Show

P1110078Vom letzten Konzert von Die Krupps in der Kranhalle des Münchner Feierwerks ist mir ehrlich gesagt vor allem die tolle australische Vorband The Red Paintings in lebhafter Erinnerung geblieben. Dabei waren die Mannen um Mastermind Jürgen Engler gar nicht schlecht, aber mit der Mischung aus Kunst, Bühnenperformance und der ungewöhnlichen Musik stahlen die Australier ihnen zumindest für mich die Show. Die Kanadier Front Line Assembly, die ich schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, passen sicherlich besser, denn so liefern sich zwei legendäre EBM-Industrial-Bands eine hochkarätige Double-Headliner-Show. Grund genug die morschen Knochen am Ende eines völlig verregneten Dienstags ins Backstage zu schwingen. So dachten auch etliche andere Anhänger harter Klänge, denn die Halle wird sich heute gut füllen. Den Anheizer-Part übernimmt die EBM-Band Tension Control. Weiterlesen

CD: Rabia Sorda – The world ends today

Mad Max lässt grüssen

818766Weil ich mit dem harten und dem Industrial zugeneigten Stil seiner Hauptband Hocico nichts anfangen kann, habe ich das Nebenprojekt von Mastermind Erk Aicrag bislang nicht weiter beachtet. Über die Redaktion bin ich nun auf Rabia Sorda aufmerksam geworden, der zweiten Band des Mexikaners, mit der er einen doch recht unterschiedlichen Weg beschreitet. Mit an Bord sind Drummer Maxx, während Marcus Engel die Gitarre beackert, zusammen haben sie unlängst das mittlerweile vierte Album The world ends today veröffentlicht. Weiterlesen

CD: Darkness On Demand – Post Stone Age Technology

Back to Psychoburbia

Darkness_on_Demand_-_PSAT_FrontHach, da werden Erinnerungen wach an die guten alten neunziger Jahre, als Songs wie „Psychoburbia“ oder „Dance or die“ von gleichnamiger Electro-Band auf keiner guten Grufti-Party quer durch die Republik fehlen durften. Zwischen 1991 und 2011 sind sechs Alben erschienen. Nun führen Wagner, Falgalas und Chris L. die Band unter neuem Namen in eine neue Epoche. Dafür haben sie sich umbenannt in Darkness On Demand, die alte Abkürzung DOD behält also weiter ihre Gültigkeit. Der erste Output Post Stone Age Technology ist nun bei Repo Records erschienen. Weiterlesen

CD: Egoprisme – Among Noise

Dark Disco

EgoprismeEgoprisme ist das Solo-Projekt von Jean-Marc Le Droff aus dem französischen Brest, der mit Among Noise sein Debütalbum vorlegt. Einige kennen ihn vielleicht als Mitglied von Mon Automatique, wo er hauptsächlich für den Sound verantwortlich ist. Mit Egoprisme liegt der komplette künstlerische Prozess allein in seiner Hand, inklusive Lyrics und Gesang. Die Wechselbeziehung zwischen Bühne und Heimstudio treibt ihn an, hat er in einem Interview offenbart. Schauen wir also, wie sich Le Droff auf Among Noise präsentiert. Weiterlesen

LP: Bootblacks – Fragments

These Boot(black)s are made for listening

coverDie New Yorker Band Bootblacks hat sich 2010 gegründet, wobei der Name nicht von schwarzen Stiefeln her stammt, sondern auf eine Beschreibung des New Yorker Untergrunds von William S. Burroughs zurückgeht. Eine Zusammenarbeit mit Jim Sclavunos von Nick Cave and The Bad Seeds wirkt als kreative Initialzündung, infolgedessen 2012 die EP Narrowed veröffentlicht wird, gefolgt vom Debütalbum Veins 2016. Sie entwickeln ihren Sound konsequent weiter, und nun liegt das zweite Album Fragments vor. Panther MacDonald übernimmt den Gesang und teilt sich Synthies und Programming mit Barrett Hiatt. Alli Gorman spielt die Gitarre, und Roger Humanbeing vervollständigt das Line-Up an den Drums. Weiterlesen

CD: Deutsch Amerikanische Freundschaft – DAS IST DAF

Verehrt euren Haarschnitt

cover_1500377618592267In der heutigen Zeit ist die deutsch-amerikanische Freundschaft ja etwas unentspannt, was nicht nur, aber sicherlich auch an merkwürdigen Frisuren liegt. Davon konnten Gabi Delgado-López und Robert Görl natürlich nichts wissen, als sie 1978 im Umfeld des legendären Ratinger Hofes ihre Band Deutsch Amerikanische Freundschaft gründen, kurz DAF genannt. „Verehrt euren Haarschnitt“ wird später einmal eine Textzeile heißen, nun ja. Der Ratinger Hof in Düsseldorf ist eine der Wiegen des Punk in Deutschland, so illustre Bands wie Fehlfarben, Der Plan, Mittagspause und Die Toten Hosen nahmen hier ihren Anfang. Das seinerzeit im Punk übliche Credo heißt „Alles was du brauchst sind drei Akkorde“, jedoch sind DAF selbst drei Akkorde zu viel.
Wir wollten etwas ganz Neues erschaffen, wir wollten so klingen wie vor uns niemand sonst“, sagt Robert Görl; „wir wollten weg von allem, was die Popmusik bis dahin prägte, weg von den Gitarren, von den Strophen und den Refrains; wir wollten alles weglassen, was es an Ornamenten und Schnörkeln gab“, sagt Gabi Delgado. In kürzester Zeit spielen sie die klassischen vier Alben ein, die den Mythos von DAF begründen, und die auch Grundlage der hier vorliegenden Box-Sammlung sind. Weiterlesen

CD: Suicide Commando – Forest of the impaled

Die Tanzfläche ruft

Suicide_Commando_-_Forest_Of_The_Impaled_(3000_x_3000)Felix did it again! Unser lieber Gastkorrespondent, der erst letztens einen schönen Beitrag zum Amphi-Festival beisteuerte, hat heute eine Hörempfehlung für euch – das neue Album von Suicide Commando. Viel Spaß beim Lesen!

Suicide Commando – viel muss man nicht mehr zu dem Elektro-Aggrotech-Baby des Belgiers Johan van Roy sagen. Clubhits wie „God is in the rain“, „Bind, torture, kill“ oder das unverwüstliche „Hellraiser“ sprechen für sich. Über dreißig Jahre gibt es Suicide Commando bereits, unzählige mitreißende Konzerte hat Altmeister Johan van Roy mit seiner Begleitband gespielt, in den letzten Jahren war er von Verletzungspech geplagt und tritt immer noch mit Knieschiene auf, doch das hohe Energielevel ist ungebrochen. Jetzt legt er sein neuestes Album Forest of the impaled vor, ein eindringliches, düsteres Werk, das sein bisheriges Schaffen nahtlos fortführt. Elektronische Klänge, harte Beats und verzerrter Sprechgesang in einer aggressiven Grundstimmung prägen das Klangbild dieses Albums. Weiterlesen

Konzert: 21.07.17 „Call the Ship to Port“ – das Amphi-Eröffnungsevent mit Front 242, Neuroticfish und Scheuber, MS RheinEnergie, Köln

Die schwarze Kaffeefahrt – ein Pflichtprogramm der besonderen Art

IMG_9530Schon wieder ist ein Jahr vergangen, schon wieder ist es Zeit, nach Köln an den Tanzbrunnen zu pilgern, um das dreizehnte Amphi Festival gebührend zu begehen. Wie immer ist es heiß in Köln, wie schon öfter in den letzten Jahren gibt es Probleme mit dem Wasserstand des Rheins, sodass die MS RheinEnergie für das Freitagsevent und auch das reguläre Festival auf der anderen Rheinseite festmachen muss. Innerhalb von zwei Tagen stellt das Amphi-Team hierzu einen Shuttle-Service auf die Beine – nach dem Sturmchaos vor zwei Jahren sicher ein planerischer Klacks, aber dennoch: Hut ab! Mit diesen Infos im Gepäck und massig Vorfreude geht es also kurz vor dem dritten Juli-Wochenende wieder nach Kölle, bei mir diesmal schon einen Tag früher als sonst, um noch genug Zeit für Freunde und ein wenig Sightseeing (die Seilbahn über den Rhein!) zu haben. Weiterlesen

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Konzert: 25.-26. Juli 2015 – XI. Amphi Festival, Köln – Tag 2

img_8294Der zweite Festivaltag beginnt bedeutend entspannter und freundlicher. Die Sonne scheint, das ganze Gelände kann genutzt werden, beide Außenbühnen sind ab Mittag in Betrieb ([:SITD:] eröffnen schon um halb elf den Tag in der Halle), die Händler- und Futtermeile kann endlich in Augenschein genommen werden. Schon fühlt man sich viel eher wie auf einem Festival und nicht nur auf einem langen Konzerttag, und die gestern noch deprimierende Betonwüste um die Arena herum erscheint schon viel freundlicher. Weiterlesen