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Musik-Tipp der Woche

Amberian Dawn – „Lay all your love on me“

amberian-dawnDie Finnen von Amberian Dawn verneigen sich wieder einmal vor einem Musikgiganten: ABBA! Bereits auf ihrem 2015er Album Innuendo haben sie sich einen ABBA-Klassiker vorgenommen, dieses Mal ist es „Lay all your love on me“. Tuomas hat die meisten Keyboard-Parts direkt in Benny Anderssons legendärem Studio mit der Originalausrüstung aufgenommen, mit der ABBA ihre weltweiten Hits kreierten. Capri Virkkunen meistert ihren Part als Sängerin wieder ausgezeichnet. Wir sind gespannt auf das neue Album der Symphonic Metal Band, das am 31.01.2020 erscheinen soll. Weiterlesen

CD: Tulpa – Unhealed

Wo das Tageslicht stirbt

Tulpa_a3204014035_10Tulpa ist eine italienische Viererband aus Parma, die 2017 von Sänger und Gitarrist Alessandro Coletta (Nocturnal Depression), Bassist Andrea Artusi (Arcana Liturgia) und Drummer Kyoo Nam „Asher“ Rossi (Forgotten Tomb, Caronte, Whiskey Ritual) gegründet worden ist. Der zweite Gitarrist Matteo Cordani ist nach dem ersten Auftritt dazugestoßen. Ihre erste EP Fear of fades ist 2017 erschienen, und diese machte mich nun mit ihrem Blackened Crust Punk auch neugierig, als die Rezensionsanfrage für das Debütalbum Unhealed in der Redaktion eingetrudelt ist.
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Buch: Flo Hayler – Ramones. Eine Lebensgeschichte

Hey Ho – Let’s Go

daz4edWer hat diesen Schlachtruf noch nicht gerufen? Zur aktiven Zeit nur mäßig erfolgrreich, haben die 1974 gegründeten Ramones heute einen ähnlichen weltweiten Kultstatus erlangt wie Motörhead, trotz oder vielleicht auch wegen der Vermarktung bei den üblichen Textilriesen. Vielleicht auch, weil mit Sänger Joey Ramone (Jeffrey Hyman, † 2001), Gitarrist Johnny Ramone (John Cummings, † 2004), Bassist Dee Dee Ramone (Douglas Glen Colvin, † 2002) und Schlagzeuger Tommy Ramone (Tamás Erdélyi, † 2014) alle vier Gründungsmitglieder bereits verstorben sind.
Viele Bücher sind bereits über die Ramones erschienen, doch keines ist dabei auch nur annähernd so umfangreich wie Ramones. Eine Lebensgeschichte. Mehrmals hatte sich die Veröffentlichung des Buches verschoben, und als ich es schließlich in den Händen halte, ist mir auch klar warum. Stolze 2,623 kg bringt das Buch mit seinen Ausmaßen von 26,5x22x5 cm auf meine Küchenwaage. Der Autor Flo Hayler ist Musikjournalist und Betreiber des 2005 eröffneten weltweit einzigen Ramones-Museums in Berlin. Weiterlesen

Konzert: 30.11.2018 – The Exploding Boy + Raygun Rebels – Backstage Club, München

Better than fine

Vor ein paar Monaten fragte die Stockholmer Post-Punk-Band The Exploding Boy bei unserer Redaktion an, ob wir ihnen helfen könnten, ein Konzert in München bei der kommenden Tour im Herbst zu organisieren. Also haben wir ihnen den Kontakt zum Backstage vermittelt, und heute Abend ist es endlich soweit. Wenn eine der persönlichen Lieblingsbands spielt, und man gewissermaßen daran „schuld“ ist, ist die Aufregung größer als sonst. Erst recht, weil wir auch noch ein Interview mit Johan Sjöblom zwischen Soundcheck und Show vereinbart haben (das werdet ihr später im Webzine nachlesen können). Weiterlesen

CD: 偏執症者 (Paranoid) – Heavy Mental Fuck-Up!

Krach aus Japan made in Sweden

Paranoid_CoverWenn man die Kanji sieht, die japanischen Schriftzeichen, hält man 偏執症者 (Paranoid) automatisch erst einmal für eine dieser obskuren japanischen Krachbands. Umso überraschter bin ich, dass die Mitglieder aus Frösön am schwedischen Östersund stammen und vorher in Bands wie Mob 47, Brottskod 11 und den legendären Warvictims gespielt haben. Henrik Låsgårdh spielt die Gitarre und Joakim Staaf-Sylsjö den Bass, außerdem teilen sie sich den Gesang. Drummer Emil Bergslid vervollständigt das Trio, das Crust Punk/D-Beat mit metallischem Einfluss spielt und sich außerdem von japanischem Hardcore beinflusst zeigt, was dann auch die Schriftzeichen erklärt. Nach dem Debütalbum Satyagraha erscheint nun das zweite Album Heavy Mental Fuck-Up!. Da im hiesigen Kulturkreis aber nur die wenigsten Kanji lesen können, gibt es die Liedtitel zum Glück in lateinischen Buchstaben. Weiterlesen

CD: Mantar – The modern art of setting ablaze

Giftige Pilze

Aufgrund meiner Begeisterung für Kackschlacht, einer Zwei-Mann-Punk-Band, die nur aus Gitarre und Schlagzeug besteht (Link zur Review), wurde mir seitens eines Redaktionsmitglieds empfohlen, doch mal in Mantar reinzuhören. Diese seien ebenfalls nur zu zweit und ebenfalls nur mit Gitarre und Schlagzeug unterwegs. Gesagt, getan, voller Vorfreude YouTube gestartet, dann allerdings von irgendeinem Black-Metal-Gegrunze abgeschreckt worden und die Band erst mal vergessen. Erst als der Redaktion nun das neue Album zur Rezension angeboten wurde, fiel mir die Band wieder ein. Also noch mal voller Angst YouTube gestartet, dann allerdings von einer massiven Rhythmus-Walze positiv überrascht worden und die Rezension dankend angenommen.
2012 in Bremen gegründet, veröffentlichten sie bereits 2013 das Debütalbum Death by burning, mit dem Nuclear Blast auf Mantar aufmerksam wurde. 2016 erschien hier das Nachfolgealbum Ode to the Flame sowie das nun zu besprechende dritte Album The modern art of setting ablaze. Weiterlesen

CD: The Adicts – And it was so!

Ad(d)icted to Punk

The Adicts - And It Was So! - ArtworkThe Adicts sind nicht nur eine Ikone des Punk, sie sind auch eine der dienstältesten Bands des Planeten und damit eine absolute Legende. 1975 gründen sie sich noch unter dem Namen Afterbirth im kleinen Städtchen Ipswich in der englischen Grafschaft Suffolk. Zwei Jahre später benennen sie sich in The Adicts um, beeinflusst von Stanley Kubricks Kultfilm Clockwork Orange, und übernehmen für die Bühne dabei auch die Ästhetik der Gang um Alex. Bemerkenswert ist, dass die Gründungsmitglieder Keith „Monkey“ Warren (Gesang), Pete Dee Davison (Gitarre), Mel „Little Dave“ Ellis (Bass) und Michael „Kid Dee“ Davison (Schlagzeug) alle noch dabei sind. Wie oft kann man das noch erleben? Mit And it was so! präsentieren sie nach fünf Jahren Pause ihr 12. Studioalbum und setzen damit gleichzeitig ein Statement. Weiterlesen

Konzert: 11.11.2017 – Batmobile + The Psychonauts – Strom, München

Good, better, Batmobilly

P1040666Lange ist es her, dass die Psychobilly-Legende Batmobile zu Gast in München war (nach eigener Aussage zwanzig Jahre!). Die Aufregung im Vorfeld war entsprechend groß, und so hatten die meisten meiner Bekannten entgegen sonstiger Gewohnheiten sich die Karten bereits im Vorfeld gesichert. Diejenigen, die das versäumt hatten, waren entsprechen nervös, aber letztendlich ist es dann doch nicht ausverkauft, und niemand muss draußen bleiben. Als wir gegen zwanzig nach acht am Strom eintreffen ist schon einiges los, draußen wie drinnen,und DJ Alley Cat King sorgt wie gewohnt für standesgemäße musikalische Unterhaltung. Weiterlesen

CD: Bunker 66 – Chained down in dirt

Don’t mess with Messina

Bunker66_CoverIn letzter Zeit habe ich viel alten Punk der härteren Schiene aus dem Crust Punk und dem artverwandten D-Beat-Bereich gehört, Bands wie Amebix und Discharge. Da das Plattencover von Chained down in dirt wie aus den genannten Genres zu stammen schien, bin ich also neugierig geworden. Die 2007 vom Sänger und Bassisten Damien Thorne gegründeten Bunker 66 stammen aus dem sizilianischen Messina, mittlerweile sind J.J. Priestkiller an der Gitarre und Schlagzeuger Dee Dee Altar mit von der Partie.
Tatsächlich ist der Bandschriftzug und vor allem das Cover des ersten Albums Infernö Interceptörs von 2012 eindeutig vom Amebix Artwork zur Single Winter/Beginning of the end inspiriert, und auch das Nachfolgealbum Screaming Rock Believers von 2014 hätte von der rohen Optik des Covers her von Discharge stammen können. Liege ich also richtig mit meiner Crust Punk Einschätzung? Das wird der Hörtest des dritten Albums Chained down in dirt zeigen. Weiterlesen

Buch: Gerrit Meijer – Berlin, Punk, PVC

Mehr als nur drei Akkorde

Berlin-Punk-PVCWelche war die erste deutsche Punk Band? Darüber gehen die Meinungen auseinander, und hundertprozentig nachvollziehen kann man das wohl auch nicht mehr. Fest steht allerdings, dass die 1977 gegründeten PVC ganz vorne mit dabei sind, in Berlin sind sie definitiv die erste.
Das Cover des Buches Berlin, Punk, PVC ziert das berühmte Bandfoto von 1977, PVC an der Berliner Mauer, symptomatisch für die damalige Zeit, aber auch symptomatisch für PVC und deren Hymne „Wall City Rock“. Die Oberfläche fühlt sich rau an, eine originelle Analogie zum Mauerbeton. Auch die einzelnen Buchseiten sind oben und unten angegraut und wirken so etwas schmuddelig, passend zum Thema Punk und Berlin. Weitere Fotos gibt es im Innenteil an passenden Stellen eingestreut. Inhaltlich beginnt das Buch mit einem Vorwort von Bela B. von Die Ärzte, der keinen Hehl aus seinem Respekt vor PVC und Gerrit Meijer macht. Weiterlesen