Band der Woche: Pequod

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Pequod ist live ein Phänomen, davon konnte ich mich unlängst im Münchner Backstage überzeugen. Seit 1998 mischt Captain Ahabs Besatzung die Extreme Metal-Szene in und um München auf, und das mit stetig größer werdendem Erfolg. Der Erstling Forgotten kam bei der Presse super an, jetzt wird an Album Nummer zwei gefeilt. Grund genug, den Jungs mal auf den Zahn zu fühlen, und Gitarrist Daniel Kirstein war so freundlich, unsere Fragen zu beantworten.

Wer verbirgt sich hinter Pequod?
Die Band besteht aktuell aus Sänger Roland Wagner, Maurizio Guolo an den Drums, Kris Samodol am Bass, Jens Burbaß und mir, Daniel Kirstein, jeweils an den Klampfen. Bin stolz auf dieses Lineup.

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und ein Genre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Da sich das Metal-Genre immer wieder neu durch neue Begriffe und Trends definiert, kann man herrlich drüber diskutieren, ob zum Beispiel Lamb of God Metalcore oder Thrash Metal spielt. Deshalb reduziere ich uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner = Heavy Metal. Aber wir sind total einverstanden damit, wenn man uns als Thrash-Death-Metalband bezeichnet.

Wie würdet ihr einem tauben Mann den Sound von Pequod beschreiben?
Gar nicht, ich würde denjenigen bei einer unserer Shows direkt vor die PA stellen. Man wird spüren, worum es bei uns geht! Ich denke generell, dass taubstumme Menschen viel mehr Information durch Töne vermittelt bekommen, als uns gesunden Menschen bewusst ist. Siehe Ludwig van Beethoven oder Bedrich Smetana.

Aus welcher Sorte Panik heraus ergeben sich die genialsten Lieder?
Panik? Du meinst wie unter Zeitdruck ? Den hatten wir zum Glück nie wirklich. Unsere Songs entstehen meist aus einem guten Leitriff heraus, dem man Strophen und Chorusse zugibt. Meistens langt das schon. Ich kann dir nicht genau sagen, unter welchen Umständen unsere Riffs entstehen. Oft spontan oder beim Arbeiten im Studio. Auch beim Autofahren und klassisch unter der Dusche sind mir schon so manche guten Ideen eingefallen. Wir haben da kein Geheimrezept. Und wenn, würden wir das nicht verraten (grinst)

Welches Instrument wird sicherlich NIE auf einem Pequod-Album zu hören sein?
Puh … ich persönlich mag kein Saxophon. Aber auch Dudelpfeiffen und all die mittelalterlichen Blasinstrumente würden uns nicht in die Tüte kommen. Dafür steht ein anderes Genre bereits ein (zwinkert). Im Großen und Ganzem sind wir „true“ (zwinkert).

Welche Platte sollte man auflegen, wenn man morgens aus dem Bad spaziert und das wunderhübsche Mädchen von gestern Nacht noch im Bett liegt?
Am besten gar keine … sonst wacht sie ja noch auf (zwinkert). Es würde auch darauf ankommen, wo man diese Schönheit klar gemacht hat! Wenn es eine Rockerbraut ist, dann sicherlich mit Mötley Crüe „Girls Girls Girls“, aber wenn nicht, würde mir bestimmt auch was anderes Passendes einfallen (grinst). Ich höre nicht nur Metal.

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Von welchem Song wünscht ihr euch, dass ihr ihn geschrieben hättet?
Puh … eine schwere Frage. Ich finde, man kann Metal nicht in einzelne Songs fassen. Aber finanziell gesehen hätten wir mit „Candle in the Wind“ von Elton John oder „Thriller“ von M. Jackson sicherlich ausgesorgt. Rocktechnisch käme wohl nichts an AC/DCs „Back in Black“ oder Pink Floyds„The Dark Side of the Moon“-Album ran. Aus leidenschaftlichen Aspekten raus hätte ich persönlich gerne das Debütalbum von Solstice/USA oder Left hand Path von Entombed und alle Alben von Iron Maiden 1982-1988 veröffentlicht.

Kein Alkohol ist bekanntlich auch keine Lösung – eine Alk-Kombination, nach der ihr ganz sicher keine Probleme mehr habt?
Wenn du mit Problemen den Hangover danach meinst, dann gibt’s einen guten Trick. Ohne Kater aufzuwachen ist eigentlich kein Hexenwerk mehr. Egal was man trinkt, es sollte bei dieser einen Sorte Alk bleiben. Zwischendrin mal kurz paar Schlucke Wasser oder Cola, dann wird alles gut. Nur erinnert man sich meistens nicht an die Regel, und der Schädel brummt nachts später trotzdem ha ha ha … Hoch im Kurs stehen bei uns Longdrinks. Von Gin Tonic über Jack Cola bis Wodka Bull ist ois dabei.
Hab letztens im Raw (Beste Metal Bar in München) meinen neuen Lieblingsdrink entdeckt: „Horse’s Neck „! Hingehen und bestellen!
P.S. Sollte man erwähnen, dass Alkohol nicht wirklich Probleme löst? Ha ha ha …

Woran erkennt man einen Freund?
Meistens auch nur dann, wenn es einem schlecht geht … leider. Aber jeder für sich hat ganz eigene und unterschiedliche Vorstellungen, wie ein echter „Freund“ zu sein und handeln hat. Wahre Freundschaft muss man sich auch verdienen und vor allem pflegen.

Wer war der Held eurer Kindheit?
Musikalisch oder überhaupt? Es gibt sooo vieles. Aus dem Film/TV-Bereich sowie natürlich aus der Musikszene. Aber nur „einen Held“ hat keiner von uns.
Kris z.B. steht total auf Batman. Comic wie auch die Movies. Roland und ich auf Iron Maiden. Jens wuchs mit Filmen wie Star Wars, Predator und Highlander 1 auf. Mauri vergöttert (wie wir alle) den alten Thrash.
Auch Bud Spencer & Terence Hill, Didi Hallervorden und Otto Waalkes waren damals wichtige Bezugsquellen. Letztendlich stehen wir alle auf denselben Shit. Darum klappt es in der Band auch so gut. Wir sind alle fast gleich alt und haben somit denselben Background. Das macht vieles sehr einfach wie zum Beispiel das Songwriting.

Sind wir allein im Universum?
Definitiv NEIN! Kuck dir Meshuggah an! Die sind nicht von dieser Welt. Im Ernst … als Erstes müssten wir klären, ob wir von intelligentem oder primitivem Leben sprechen. Bei Punkt eins teile ich einige Theorien von Erich von Däniken. Er hat ein paar interessante Ansätze. Das Roswell 47-Gequatsche dagegen nervt mich total. Auch die visuelle Darstellung von Aliens, die uns Hollywood verkaufen möchte, halte ich für völligen Quatsch. Wieso wird zu 99% immer ein Mensch als Vorbild genommen?
Stell dir mal vor, was global passieren würde, nachdem wir tatsächlich Kontakt zu klugen Aliens hergestellt haben. Nicht auszudenken … ich hätte Angst. Angst, dass wir Menschen die falschen Entscheidungen treffen.

Was steht als Nächstes an – Tour? Studio? Auszeit? Ganz was anderes?
Eine Tour wäre toll. Es ist leider nur sehr schwer, an eine ohne Label oder Booking Agentur ranzukommen. Uns wurden auch in der Vergangenheit Supportact-Slots angeboten, aber die mussten wir aus finanziellen Gründen leider absagen. Ein Draufzahlgeschäft können wir uns nicht mehr leisten. Ist teilweise echt der Hammer, unter welchen Umständen/Konditionen Bands sich prostituieren müssen, um an coole Gigs zu kommen. Anyway … leider hat sich das Showbiz in diese Richtung entwickelt …
Deshalb steht für die nächste Zeit ein Studioaufenthalt an. Wir werden vier brandneue Songs aufnehmen. Nur ist es uns nicht ganz klar, ob wir dies in Form einer Mini-CD oder zeitgemäß als freien Download über unsere Webpräsenz veröffentlichen werden. Checkt deshalb regelmäßig unseren Facebook-Account. Es lohnt sich!

 

Mehr Infos zu Pequod findet ihr auf www.pequod.eu

 

Quelle Fotos: Band

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2 Antworten
  1. Emvnenz
    Emvnenz says:

    Pequod treten richtig Arsch. Hab deren Platte als Zwischen-Beschallung im Free&Easy bei Dying Fetus im Backstage Werk gehört und mich sofort nach der Platte im Inet auf die Suche gemacht. Seitdem ist das Ding in meinem Schmarrnphone auf Heavy Rotation.
    Wann kommt die Neue?!

  2. Nekrist
    Nekrist says:

    Mehr als „wir gehen ins Studio“ war diesbezüglich aus den Herren nicht herauszubekommen. Aber sobald ich sie hab, wird sie hier natürlich euphorisch abgefeiert! Und: Unbedingt live ansehen, das war ein großartiges Konzert!

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