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Musik ist Therapie

Es ist immer noch Free & Easy, und die hochkarätigen Metalabende nehmen kein Ende. Heute hat man wieder mal die Qual der Wahl, wo man sich die Rübe abschrauben lassen möchte: In der Halle bei Unearth, Misery Index und Commander oder im Werk bei Kataklysm, Fleshgod Apocalypse und Dyscarnate? Das Programm in der Halle gibt es für Umme, das Konzert im Werk kostet trotz Free & Easy Eintritt (eins der wenigen des diesjährigen Programms). Nicht nur musikalisch ist die Überschneidung schade, auch aus finanziellen Gründen werden sicher einige Besucher*innen auf die Halle ausweichen. Ich habe mich jedoch fürs Werk und das dortige vielseitige Extrem-Metal-Programm entschieden. Kataklysm habe ich das letzte Mal vor vielen Jahren gesehen, und die anderen beiden Bands noch nie – ich bin gespannt! Weiterlesen

Der unheiligen Ostermesse zweiter Teil 

20220425_085727„Gibt es etwas Schöneres, als am Ostersonntag für den Herrgott zu spielen?“ Auch in diesem Jahr soll an das festivalprägende Zitat von Tom G. Warrior erinnert werden, auch wenn Triptykon 2022 (leider) nicht mit von der Partie sind. Dafür stehen sechzehn andere Bands auf dem Tagesprogramm, inklusive einiger schmerzhafter Überschneidungen, denn heute jagt ein Highlight das andere oder spielt parallel. Wie schade – und wie schön, sich endlich wieder mit solchen Luxusproblemen herumschlagen zu dürfen! Auf geht’s zurück ins Festivalgetümmel und zu den wirklich essenziellen Themen des Lebens: Welche Band schaue ich als Nächstes an? Mit wem fachsimple ich über Musik? Ist die Getränkeversorgung gesichert? Gibt’s Bandshirt xy in meiner Größe? Und: Süßkartoffelpommes gehen immer! Weiterlesen

Endlich wieder eine unheilige Ostermesse

20220425_085736„Geil war’s, bis nächstes Jahr!“ So tönte man 2019, nach dem letzten phänomenalen Dark Easter Metal Meeting. Umso bitterer war es dann, als das traditionell ausverkaufte DEMM 2020 kurz nach Pandemiebeginn verschoben werden musste. Aber alles nicht so wild, wir halten zusammen, und ein Jahr vergeht ja bekanntlich schnell – oder? Gibt’s halt ein bisschen länger Vorfreude, feiern wir dann doppelt. Pustekuchen. Dass es tatsächlich bis Ostern 2022 dauern sollte, bis das Backstage wieder fest in schwarzmetallischer Hand ist, hätten wir alle nicht gedacht. Bis zuletzt haben wir gebibbert, die Veranstalter mussten das Line-up so oft umwerfen, dass von den ursprünglich gebuchten Bands gar nicht mehr so viele übrig waren, eine Woche vorher mussten dann auch noch Gaahls WYRD absagen … Es war alles ein bisschen nervenzerfetzend. Doch dann war es soweit, 32 hochkarätige Bands waren angekündigt, die letzten Corona-Maßnahmen aufgehoben, die Wettervorhersage gut und das größte Hindernis die Stammstreckensperrung der Münchner S-Bahn. Aber echte DEMM-Fans überwinden auch diese Hürde auf dem Weg zu – endlich wieder – Festival, Freunden, Live-Musik und immer einem kühlen Blonden in der Hand. Pack ma’s! Weiterlesen

Skacore!

8kalacasJa, mit Ausrufezeichen, denn anders wird es dieser musikalischen Dampfwalze nicht gerecht. Dabei mag ich den Klang von Blechblasinstrumenten eigentlich nicht und habe daher naturgemäß auch meine Schwierigkeiten mit Ska. Aber lassen wir das und widmen uns den 8 KALACAS, die sich 2003 im kalifornischen Orange County gegründet haben. Das vierte Album Fronteras wurde im Winter 2019 in LA aufgenommen und ist pandemieverzögert nun erst bei Atomic Fire Records herausgekommen. Das Line-Up besteht aus den beiden Sängern Sr. Kalaca und Getse, Schlagzeuger Adam, Sick am Bass, Gitarrist Steve und most important Trompeter Choriz und Gio mit der Posaune, die für das gewisse Etwas sorgen. Richtig gezählt, das sind nur sieben Mitglieder. Der achte Schädel gehört vermutlich El Muerte. Weiterlesen

Dawn of the death blues

Die Rocking Corpses sind eine untote Zombie-Kapelle aus Tampere in Finnland. Die Idee zur Band hatte der Gitarrist Tony Decay im Jahr 2007, um seine Vorlieben für Zombies und Horror sowie Death Metal und Blues miteinander zu kombinieren. Er übernimmt neben dem Hauptsänger Leper Laze auch die stimmlichen Death-Parts. Das Debüt Rock ’n‘ rot ist 2012 erschienen, und nach und nach, angelockt vom Sound, sind Gitarrist Pestilence Pete, Bassist Maggot Mike und Drummer Tom Bones aus ihren Gräbern gekrochen. Mit Death Blues ist nun das zweite Album bei Inverse Records erschienen, bereit zum Totentanz. Weiterlesen

Amazing Grave²

Das Duo Amazing Grave ist in Los Angeles und Vancouver beheimatet und besteht aus Kevvy Maher, auch Sänger bei Fake Shark, und Eric Breitenbach, der auch noch Drums bei Limblifter spielt. „Dog chained to dog” ist ihre erste Single, die nun bei Eric’s Cool Records erschienen ist. Zitat aus dem Pressetext: „The two-piece describe themselves as heavy metal with the goal of not being heavy in the traditional metal sense. The duo says they would rather be “heavy in groove, beats, screams and sarcasm.“
Das hat mich neugierig gemacht, und das Resultat ist eine schräge und experimentelle Mischung aus Noise, Trance und Metal. Bei mir weckt es auch ein wenig Erinnerungen an Nine Inch Nails, also einfach mal reinhören.

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Baden im Elend

Posthumous-CoverDas Debütalbum Posthumous der brasilianischen Band Lacrima Mortis ist zwar schon im Mai letzten Jahres erschienen, mir jedoch erst jetzt in die Hände gefallen. Das macht aber gar nichts, denn bei dem Namen muss ich sofort an eine Leiche denken, und die ist abgehangen bekanntlich nur noch besser. Seit der Gründung 2016 kam es zu einigen Besetzungswechseln, mache ehemalige Mitglieder sollen gar spurlos verschwunden sein. Aktuell dabei sind Sänger Dread, Gitarrist und Keyboarder Requiem, zweiter Gitarrist Baud, Bassist Reverend Reaper und letzter Neuzugang Priest Condemned an den Drums, der Scavenger ablöst, mit dem Posthumous noch eingespielt worden ist. Wobei das natürlich ohnehin alles Pseudonyme sind und die Bandfotos die Mitglieder nur mit schwarzen Kapuzen verhüllt zeigt. Weiterlesen

Dampframme vom Feinsten

Benediction-ScripturesBenediction – Oldschool-Deather bekommen bei diesem Namen erhöhten Blutdruck, und die Nackenmuskeln zucken unkontrolliert. In den Neunzigern haben die Briten ein phänomenales Todesblei-Album nach dem anderen rausgehauen, wir erinnern uns an Großtaten wie The grand leveller oder Grind bastard. In den Zweitausenderjahren wurde es dann ruhiger, Ur-Sänger Dave Ingram wurde von Dave Hunt abgelöst, das Leben hat sich auch eingemischt, sodass nur noch alle paar Jahre ein neues musikalisches Lebenszeichen auf den Markt kam – das letzte, die Scheibe Killing time, 2008! Es wird also wirklich Zeit für eine ordentliche Portion tiefergelegten Groove – eines der Trademarks von Benediction. Hat sich was verändert? Weiterlesen