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CD: Sulphur Aeon – The scythe of cosmic chaos

Kosmisches (kontrolliertes) Chaos

Sulphur_Aeon_ScytheEin paar Jahre Zeit haben sich die Deather aus Nordrhein-Westfalen mit dem Nachfolger zu Gateway to the antisphere Zeit gelassen, aber gut Ding will ja oft auch Weile haben. Das Quartett macht sich ja generell ziemlich rar, auch live (für den Herbst ist immerhin eine kleine Tour angekündigt), sodass die lange Wartezeit eigentlich keine Überraschung ist. Der Vorgänger zu The scythe of cosmic chaos hatte mich mit seiner ausgeklügelten und perfekt auf den Punkt gebrachten Brachialität sehr begeistert (Gateway to the antisphere), und ich bin gespannt, was die Chthulu-Verehrer mit diesem Longplayer auf die Gehörgänge loslassen. Weiterlesen

Festivalreview: 20.-21.04.2019 Dark Easter Metal Meeting, Backstage, München – Teil 1: Karsamstag

Ostern extrem

24 Grad am Karsamstag – das hatten wir schon lange nicht mehr! Da macht nicht nur der Osterspaziergang viel mehr Spaß als mit Neuschnee, sondern auch der Besuch eines Festivals. Zwischen den Konzerten im Biergarten sitzen und ratschen ist so viel besser, als unter drei Jacken und Schal eingemummelt von Konzerthalle zu Konzerthalle zu flitzen! Dementsprechend frohgemut machen wir – Nekrist und torshammare – uns am Karsamstag auf zum Dark Easter Metal Meeting im Münchner Backstage. Das Festival ist inzwischen zu einer wahren Institution geworden und erlebt in diesem Jahr seine achte Ausgabe, und wie jedes Jahr ist es nicht nur ausverkauft, sondern wartet mit 34 ausgesuchten Bands auf: Taake, Tsjuder, Tiamat, Triptykon und eine ganze Reihe lokaler, nationaler und internationaler Acts, deren Namen nicht mit T beginnen, geben sich 2019 im Backstage die Klinke in die Hand. Uns stehen zwei laute Tage bevor, und wir könnten glücklicher nicht sein!

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Festivalreview: Dark Easter Metal Meeting, 20.-21.04.2019, Backstage, München – Teil 2: Ostersonntag

Frohe, laute Ostern

„Gibt es etwas Schöneres, als am Ostersonntag für den Herrgott zu spielen?“, fragte vor Jahren Triptykon-Sänger Tom G. Warrior, und bis heute hallt dieser Satz nach – gerade an einem weiteren Ostersonntag, an dem Triptykon „für den Herrgott“ spielen. Aber der Reihe nach: als wir um 14 Uhr am Einlass stehen, sind zwar schon etliche Festivalbesucher wieder da, aber das Backstage-Gelände ist bei Weitem noch nicht so voll wie am Karsamstag, und dem ein oder anderen merkt man die durchzechte Nacht durchaus an. Aber die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, und die Konterhalbe ist schön kalt – was will man mehr?

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Konzert: 30.01.19 Amorphis + Soilwork + Jinjer + Nailed to Obscurity, Backstage Werk, München

München kann Metal

Große Dinge sind für heute Abend im Backstage Werk angekündigt, nämlich die Doppel-Headliner-Tour von Amorphis und Soilwork. Begleitet werden die beiden nordischen Metal-Urgesteine von den Ukrainern Jinjer und den Deutschen Nailed to Obscurity. Ein ultrafettes Package also, kein Wunder, dass die Schlange beim Einlass um halb sechs schon beeindruckend ist. Das Backstage hatte am Tag zuvor schon „Ausverkauft!“ gemeldet, es wird also höllisch voll werden, und wer einen vernünftigen Platz mit guter Sicht möchte, muss tatsächlich früh da sein. Der Merch der vier Bands ist diesmal im Nebenraum vor der Werkstatt aufgebaut, auch die dortige Bar ist offen, was die Ströme der Kaufwütigen, Durstigen und Klogänger doch etwas entzerrt. Soweit wäre also alles vorbereitet, das Werk füllt sich kontinuierlich, es kann losgehen. Mrs. Hyde erzählt euch was über die ersten zwei Bands, torshammare über die zweite Hälfte des Abends. Weiterlesen

CD: Opeth – Garden of the Titans (live)

Audienz der Titanen

Opeth - Garden Of The Titans (Opeth Live at Red Rocks Amphitheatre) - ArtworkZu Opeth muss man nicht mehr viel sagen: Als innovative Death-Metal-Band gestartet, haben sich die Schweden um Frontcharismatiker Mikael Åkerfeldt kontinuierlich zu einer der einflussreichsten und perfektesten Prog-Metal-Bands der heutigen Zeit entwickelt – nicht zur Freude eines jeden Fans. Viele bedauern den Härteverlust, rümpfen die Nase über die Ausflüge in Siebzigerjahre-Sphären und vermissen den Druck der früheren Jahre. Auch wenn Opeth ja schon früh angefangen haben, Klargesang und akustische Elemente in ihren Sound mitaufzunehmen (oder mit Damnation gleich ein ganzes quasi akustisches Album aufnahmen), sehen viele die Band immer noch als abtrünnige Death Metaller. Was sehr schade ist, denn damit entgeht vielen die große Kunst dieser Formation, hochkomplexe Musik auf Grundlage vielfältigster Einflüsse zu erschaffen, die einen trotzdem ab dem ersten Ton mitreißt. Neben den hervorragenden Tonträgern seien hier vor allem die Live-Shows von Opeth empfohlen – was die Band auch weiß und uns mit Garden of the Titans ein weiteres Live-Album kredenzt. Doch braucht man das? Weiterlesen

Konzert: 11.01.19 Behemoth + At the Gates + Wolves in the Throne Room, Tonhalle München

Feuer, Nebel und Schnee

 

München, Freitagabend, 50 Zentimeter Schnee. Den Witterungsbedingungen zum Trotz machen sich etliche Schwarzgekleidete auf in die Tonhalle, der ehemaligen Pfanni-Kartoffellagerhalle, die seit 2003 als Konzerthalle dient (erst unter dem Namen Colosseum, dann schließlich als Tonhalle). Die Schlange am Einlass um halb sieben ist jedoch nicht so lang, wie gedacht; etliche werden sich den Weg in die Stadt bei den Wetterverhältnissen, die den Zug- und S-Bahn-Verkehr streckenweise zum Erliegen gebracht haben, gespart haben, Ticketpreis (42 Euro im Vorverkauf ist ziemlich happig) hin oder her. Diejenigen, die doch gekommen sind, erwartet ein Black- und Death-Metal-Abend der Extraklasse, denn Polens zugkräftigster Schwarzmetall-Export Behemoth legt auf der Ecclesia-Diabolica-Evropa-Tour in München einen Zwischenstopp ein. Tatkräftige Unterstützung gibt es von At the Gates und Wolves in the Throne Room – dafür nimmt man das Schneechaos doch gerne in Kauf!

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CD: Ayahuasca – Beneath the mind

Experimentell und bewusstseinserweiternd

a3673207349_10Im extremeren Metal-Bereich bin ich ja im Regelfall wirklich nicht Zuhause. Es gibt aber wie immer Ausnahmen, bei denen etwas Besonderes passiert, das die Band aus der Masse heraushebt und für mich interessant macht. Die vorab veröffentlichte Instinct-EP der Kölner Band Ayahuasca ist so ein Fall, ich bin gespannt, ob das Debütalbum Beneath the mind meine geweckten Erwartungen erfüllt. Kurz zusammengefasst: Ayahuasca ist ein halluzinogen wirkender Tee, der aus einer Lianenpflanze und einem DMT-haltigen Kaffestrauch gebraut wird und seinen Ursprung bei Schamanen und Naturvölkern ganz Südamerikas hat. Den Namen nach haben einige Mitglieder der neunköpfigen Band südamerikanische Wurzeln, woher sich die Verbindung erklärt. Weiterlesen

Konzert: 27.08.2018 – Nervosa + Alien Weaponry + Asylum – Backstage Club, München

Māori Metal!

Ganz kurzentschlossen bin ich zu diesem Konzertabend gegangen, denn Alien Weaponry entdeckte ich erst kurz vor meinem Urlaub. Gerade erst wieder zuhause habe ich zufällig am Konzerttag die nächsten Termine im Backstage ausgecheckt. Insofern habe ich auch keine Aufzeichnungen, auf die ich zurückgreifen könnte, weil ich nicht darauf vorbereitet war, einen Bericht zu schreiben. Noch dazu betreibt unsere Fotografin torshammare gerade Grundlagenforschung in Sachen Schwedenstahl und Zimtschnecken und ist nicht verfügbar… So I’m sorry, no pics, no playlists – und alles nur aus dem Kopf, der nun ein leichtes Schleudertrauma hat.
Die anderen beiden Bands sind mir unbekannt, also einfach mal überraschen lassen. Kurz vor acht ist gewaltig was los für einen Montagabend, zum Glück für mich ist es aber nicht ganz ausverkauft. Die Lokalmatadoren Asylum aus München haben das Pech, dieses exklusive Metal-Exotik-Package eröffnen zu müssen, denn mit Nervosa sind drei Brasilianerinnen am Start, Alien Weaponry stammen aus Neuseeland. Den T-Shirts nach zu urteilen sind gefühlte 80 % der Besucher wegen ihnen da, die Kiwis sind heute also der heimliche Hauptact. Weiterlesen

Festival: 01.08.-04.08.18 – Wacken Open Air

Scheiß auf Feenstaub, hier gibt’s Wackendreck!

2018-08-04_23-25-45_wacken_impressionenSchwarzes Bayern goes Wacken – das bedeutet zunächst einmal eine LAAAAANGE Fahrt von München in das wohl bekannteste Kuh-Dorf Schleswig-Holsteins. In unserem Fall über Nacht von Dienstag auf Mittwoch, was den Fotografen Andreas Brauner und mich zwar die Affenhitze besser aushalten lässt, aber ansonsten eine ziemliche Quälerei ist. Endlich angekommen – erstaunlicherweise ohne Anreisestau und mit perfekt ausgearbeitetem Verkehrsleitsystem – heißt es erstmal gut zwei Stunden in der Knallsonne auf unsere Presse-Armbändchen warten, und anschließend die richtige Stelle auf dem riesigen Campingplatz zu finden, um uns unserem Camp, dem „Ponyhof“, anzuschließen. Der Name ist Programm, den Dreh- und Angelpunkt des Camps bildet ein ausgemusterter Militärtruck, der mit diversen Stoff-Ponys in allen Größen verziert ist. Ansonsten gibt es viele Zelte und einen großen Pavillon mit drei Kühlschränken, Küchenzeile mit Spüle und Holzofen und mehrere Paletten voll Nahrung, Getränken und allem, was man womöglich in diesen vier Tagen brauchen könnte. Wir sind also bestens versorgt und arbeiten EINMAL mit Profis!

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Festival: Sick Midsummer 2018, 14.07.2018, Bäckerberg, Scharnstein (AUT)

 Ein musikalisches Acht-Gänge-Menü

Manche Menschen mögen sich ja am Abend vor einem Festivalbesuch hinsetzen und die Running Order durchgehen, damit ja keine Lieblingsband verpasst wird. Dieses Problem stellt sich beim Sick Midsummer glücklicherweise nicht, da es nur eine Bühne gibt, sodass wir unsere Planung auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist: das Essen. Wann es Kuchen, wann es Dal und wann es Chili gibt, will gut geplant sein, schließlich stehen uns gerade einmal zehneinhalb Stunden zur Verfügung, um uns einmal durch die Speisekarte zu fressen. Pro Gang haben wir zwanzig Minuten Zeit, so lange brauchen die Helferlein zum Bühnenumbau. Das setzt uns gewaltig unter Druck, aber auch in diesem Jahr haben wir es einmal mehr geschafft und weder eine Band, noch eine Speise ausgelassen! Weiterlesen