Film: Hard To Be A God

Wie im Mittelalter …

Rotz. Scheiße. Kadaver. Schleim. Pisse. Regen. Schlamm. Vor allem Schlamm. Das sind die ersten, zugegeben ziemlich unappetitlichen Eindrücke, die man in Hard to be a God (orig.: Трудно быть богом) des 2013 verstorbenen russischen Regisseurs Aleksei German präsentiert bekommt und die den Zuschauer in den kommenden 177 Minuten stets begleiten. Diesen Film im tristen, nasskalten November anzusehen würde bedeuten, für einige Zeit von Antidepressiva abhängig zu werden. Machart, Bildaufbau, Kameraführung und ein gewisser Mangel an erzähltechnischer Kohärenz machen den Film nicht gerade erträglicher, das verraten auch die Fragezeichen in den Augen der Kinobesucher, die Hard to be a God 2014 im Rahmen der Münchner Filmfestspiele gesehen haben. German, der bereits kurz nach dem Erscheinen des gleichnamigen Romans der Gebrüder Strugatzki aus dem Jahr 1964 daran interessiert war, ihn zu verfilmen, schrieb den ersten Entwurf zu einem Drehbuch bereits 1968 und verbrachte beinahe sein gesamtes Leben mit diesem Projekt. Drehbeginn war schließlich im Jahr 2000; 2006 wurden die Dreharbeiten beendet; die Postproduktion zog sich bis zu Germans Tod hin und wurde von seiner Frau Svetlana Karmalita und seinem Sohn, Aleksei Jr., fortgesetzt. Das Ergebnis ist ein Film, der tagelang quer im Magen liegt. Weiterlesen

Film: Wir sind die Neuen

Bin ich langsamer geworden, oder ist jetzt alles schneller?

 

Die etwa sechzigjährige Anne soll aus der Wohnung ihrer Schwester ausziehen, weil deren Tochter in München studieren will und natürlich eine Unterkunft braucht.
Schon die ersten Sätze des Films sind witzig und bringen mich zum Schmunzeln:
„Ja, kannst denn du nicht in Berlin studieren? Berlin ist die Hauptstadt! Jeder will nach Berlin!“

Aber nein, die Nichte will nach München, und Anne muss wohl oder übel ausziehen. Während ihres Berufslebens war sie Biologin und hat sich für Schleiereulen und dergleichen eingesetzt, was nicht gerade profitabel war, denn nun kann sie sich keine annähernd adäquate Wohnung in München mehr leisten. Und aufs Land? Kommt gar nicht in Frage. Sie hat immer schon in der Stadt gewohnt, und sie bleibt auch hier.

Was tun?

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Film: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Leben ist schön, Hazel Grace

schicksalHazel ist ein 16-jähriges Mädchen mit Krebs. Sie muss durch eine Sauerstoffflasche beatmet werden, die ihr ständiger Begleiter ist, und hat einen Schlauch im Gesicht. Ihre Eltern wollen, dass sie ein wenig aus sich rausgeht, unter Leute kommt, sich normal fühlt.
„Und in der Krebs-Selbsthilfegruppe soll ich mich normal fühlen?“ Weiterlesen

Filmreview: Beste Chance

Bavaria meets India

Marcus H. Rosenmüller, gerade mal 40 Jahre alt, hat schon so viele lustige, aber keineswegs niveaulose Filme abgeliefert, unter anderem die Trilogie Beste Zeit (2007), Beste Gegend (2008) und nun Beste Chance.

Sechs Jahre mussten wir also warten, bis die Geschichte um Kati (Anna Maria Sturm) und ihre Freundin Jo (Rosalie Thomass) weitergeführt wird. Weiterlesen

Filmrezension: Boyhood

Eine amerikanische Kindheit in Echtzeit

Der Regisseur Richard Linklater, vor allem bekannt durch seine drei Filme Before Sunrise (1995), Before Sunset (2004) und Before Midnight (2013), jeweils mit July Delpy und Ethan Hawke, hat auch hier wieder seinen Lieblingsschauspieler Hawke für sein Filmprojekt gewinnen können. Die Geschichte an sich ist schnell umrissen: es ist ein realistischer Ausschnitt aus einem – vielleicht etwas chaotischen – amerikanischen Familienleben über zwölf Jahre. Die alleinerziehende Mutter Olivia (Patricia Arquette) mit den zwei Kindern schlägt sich so durch, immer wieder Ortswechsel, immer mal wieder einen Mann, der mal mehr, meist aber eher weniger zu ihr und ihrem Leben passt. Mason Sr., der Vater der Kids (Ethan Hawke) nimmt nach einer längeren Auszeit wieder Kontakt zu seiner Familie auf, verbringt regelmäßig Zeit mit ihnen. Der anfänglich sechsjährige Mason wird von Ellar Coltrane verkörpert, seine etwas ältere Schwester Samantha von Linklaters eigener Tochter Lorelei (mittlerweile Schauspielerin geworden). Das Besondere an Boyhood: Die Schauspieler haben sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren jedes Jahr für ein paar zusammenhängende Tage getroffen, um zu drehen. Weiterlesen

Film: Non-Stop (Kinostart: 13.03.2014)

Über den Wolken

Bill Marks ist Air Marshall und alkoholabhängig. Er wird auf einem Flug von New York nach London eingesetzt. Nach dem Start bekommt er über das interne Netzwerk eine Nachricht auf sein Handy. Alle 20 Minuten soll ein Passagier getötet werden, wenn keine 150 Millionen Dollar auf ein Konto überwiesen werden. Mit Hilfe der Stewardess Nancy und der Passagierin Jen sucht er nach dem Absender. Ein Verdächtiger und eine Bombe sind schnell gefunden, jetzt heißt es handeln und Menschen retten! Weiterlesen

Film: Stromberg (Kinostart: 20.02.2014)

Lass das mal den Papa machen!

Die Capitol-Versicherung feiert ihr 50. Jubiläum. Dazu laden die Firmenchefs ihre Angestellten zu einer Feier nach Botzendorf ein. Bernd Stromberg ist dagegen, weil er befürchtet, einigen ungeliebten Ehemaligen über den Weg zu laufen. Als er aber erfährt, dass die Versicherung Stellen kürzen will und seine Filiale wohl davon betroffen sein wird, beschließt er, doch an der Feier teilzunehmen, um sich bei dem Personalchef Klinkhammer einen Platz in der Zentrale zu sichern. Weiterlesen

Film: Der Medicus (Kinostart: 25.12.2013)

Meisterwerk aus Deutschland!

Eine außergewöhnliche Gabe entdeckt der kleine Robert Cole, als seine schwer erkrankte Mutter mit dem Tode ringt. Er fühlt, dass sie es nicht schaffen wird. Hilflos muss er ihr und anderen beim Sterben zusehen. Auf sich allein gestellt schließt sich Cole einem reisenden Bader an, begleitet ihn durch die Lande und lernt einiges über Aderlass, Amputationen und Salbungen. Doch das reicht ihm nicht. Nachdem er mit seinem blinden „Meister“ jüdische Ärzte besucht hat, möchte er mehr über deren Methoden erlernen und macht sich auf die Reise nach Ägypten zu dem großen Medicus Ibn Sina.
Hier begegnet er der Liebe, Machtkämpfen, dem Tod und der Freundschaft. Weiterlesen

Film: Dallas Buyers Club (Kinostart: 06.02.2014)

Großes Kino!

Wir befinden uns in den 80er-Jahren in Texas, USA. Ron Woodroof erhält nach einem Arbeitsunfall die Diagnose HIV-positiv. Die Ärzte geben ihm noch 30 Tage, Ron beginnt mit dem Kampf ums Überleben. Das Medikament AZT, das die Klinik bei ihren Patienten anwendet, hilft ihm aber nicht, und so macht er sich auf die Suche nach wirkungsvollen Stoffen. In Mexiko wird er fündig, importiert illegal ein Präparat in die USA. Hier gründet er den Dallas Buyers Club. Andere Erkrankte können für eine erkaufte Mitgliedschaft das Medikament umsonst bekommen. Hilfe bekommt er von dem ebenfalls infizierten Transsexuellen Rayon, der in schwierigen Zeiten eine große Stütze für Ron ist.
Aber natürlich bleibt das nicht lange unentdeckt. Weiterlesen

Film: City of Bones – Chroniken der Unterwelt

Du bist auserwählt!

Clary ist eine junge, lebenslustige Frau, die entdeckt, dass sie einer alten Familie von Schattenjägern entstammt. Zunächst schockiert lässt sie sich von Jace, einem Mitglied der Jägergruppe, in deren Geheimnisse einführen. Dass sie gewisse Talente und Eigenschaften besitzt, hat sie ihrer Mutter zu verdanken. Zusammen mit der Schattenjägergruppe begibt sich Clary auf die Suche nach dem Kelch der Engel und macht dabei Bekanntschaft mit Vampiren, Werwölfen und dem finsteren Valentin Morgenstern, der es nicht nur auf den Kelch abgesehen hat. Weiterlesen