CD: Triddana – Rising from within

Pipe for me, Argentina!

Triddana_CoverTriddana – das sind vier Argentinier, die Rock/Metal mit Scottish Folk mischen, Dudelsack inklusive. Argentinien? Scottish Folk? Ja, das funktioniert. Triddana – vom irischen „troideanna“, „Kämpfe“ – haben sich 2011 aus Skiltron heraus gebildet, einer Band, die ebenfalls Metal mit Celtic Folk mischt. Der Stil ist ähnlich, textlich gibt es doch ein paar Unterschiede, und insgesamt haben Triddana die mitreißenderen Melodien – im fast direkten Live-Vergleich (Skiltron, Free & Easy 2016 / Triddana, Free & Easy 2018) von mir getestet. Nach Ripe for rebellion, The power & and the will und einem Akustikalbum haben die vier Argentinier 2018 ihr drittes, reguläres Album Rising from within herausgebracht, das von den Fans schon sehnsüchtig erwartet wurde.

Dudelzackig beginnt das Album und mit ordentlichen Riffs, der Einstieg mit „Dare to tame me“ ist schon nach den ersten Sekunden äußerst gelungen. Eingängig, mit ordentlich Druck und einem fiesen Ohrwurmrefrain gibt der Song die Marschrichtung für das Album vor. Nach einer sehr erhabenen Anfangssequenz und einem flotten Flötenspiel von Pablo Allen bietet „When horizons blaze“ eine ebenso gelungene Mischung aus Tempo und keltisch angehauchten Melodien, die sofort in Füße und Nacken gehen, sowie einem Refrain, der einen eine ganze Weile nicht mehr loslässt. „Raging fire“ überzeugt vor allem durch die Strophenparts und die Dudelsackharmonien, der Refrain klingt ein bisschen zu vertraut – passt dadurch aber natürlich auch hervorragend zu den zwei vorherigen Songs. Ordentlich gerockt, gehüpft und gebangt darf beim nachfolgenden „Stray from the path“ werden, das die bisher stärkste Power-Metal-Schlagseite des Albums hat, der Dudelsack kommt erst recht spät zum Einsatz. Hier herrscht eindeutig Pommesgabelalarm, und die Band zeigt, was sie kann. „Journey to the rim“ nimmt das Tempo ein wenig raus, der rockige Akzent bleibt aber, mit nur wenigen Flöten untermalt. Der Übergang zum langsamen, eindringlichen „The light you left behind“ gelingt hier sehr gut, bevor es mit „Blind hope“ wieder ganz klassisch Triddana werden darf: Dudelsack, eingängige Melodien, Tempo. „Pages in the past“ bringt das auch alles mit, allerdings mit einem etwas aus dem bisherigen Muster ausbrechenden Mittelteil, der den Song noch ein bisschen interessanter macht. Auch „Stages falling“ fällt im Rahmen des Triddana-Sounds ein wenig experimenteller aus, was mir gut gefällt. „Along the crooked road“ führt das sogar noch weiter, das Instrumental beginnt akustisch-schottisch und steigert sich mit Bratgitarre ab der Mitte zu einer spannenden Angelegenheit, bevor es mit dem letzten Song „Our time is coming“ noch mal gefährlich für die Nackenmuskeln wird.

Triddana ist hier ein gut aufgebautes Album gelungen, das nach den ersten hitverdächtigen Songs nichts von seiner Spannung einbüßt, im Gegenteil, es verbergen sich noch einige Überraschungen in der zweiten Hälfte des Albums. Die Band um Sänger Juan José Fornes beweist erneut ein gutes Gespür für Melodien und die nötige Härte, kann zwischen eher folkig-temporeichen Songs und ordentlichen Power-Metal-Brechern nahtlos abwechseln und überzeugt auch instrumental. Manche Songs klingen mir insgesamt allerdings doch ein wenig zu ähnlich, daher gibt es keine Höchstnote, aber für Fans von Metal und Dudelsack, die aber nicht den klassischen Mittelalter-Rock hören wollen, sei hier eine absolute Empfehlung ausgesprochen. Produziert ist das Ganze für eine Eigenveröffentlichung einwandfrei, und live lohnt sich die Band sowieso.

Anspieltipps: Along the crooked road, Stages falling, When horizons blaze

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Triddana: Rising from within
Triddana, Vö. 26. Juni 2018
Länge: 49 Minuten
Kaufen: € 8,99 als mp3-Download bei amazon, ansonsten über die üblichen Streaming-Plattformen wie Spotify oder iTunes

Tracklist:
1. Dare to tame me
2. When horizons blaze
3. Raging fire
4. Stray from the path
5. Journey to the rim
6. The light you left behind
7. Blind hope
8. Pages in the past
9. Stages falling
10. Along the crooked road
11. Our time’s coming

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