Für Freunde der Nacht

Ich zitiere den Pressetext: „Goth N’ Roll/Deathrock from the tombs of Buffalo, NY. Fields of the Nephilim, Idle Hands and Danzig eat your heart out!“ Aber hallo, das weckt natürlich Erwartungen. Doch vorher noch kurz zur Band: Diese wurde 2019 in Buffalo, New York, ins Leben gerufen, nachdem sich die Metal-Bands der Mitglieder zuvor aufgelöst hatten. Näher lassen sich Rob Palumbo, Erik Wagonblott, Jay Zgoda und Kenny Zotara darüber aber auch nicht aus, lassen also auch wir stattdessen die Musik für sich sprechen.

„Beneath the crypts“ fungiert als Intro und liefert eine perfekte Einstimmung auf den Friedhofssound. Entfernte Glockenschläge und jede Menge spooky Geräusche, ganz so wie man es für das Setting eines entsprechenden Horrorfilms erwartet. Mit „Come share my shroud“ öffnen sich schließlich die Gräber und das Cemetery Echo erklingt. Gothic Rock, Wave und Death Rock vermischen sich hier zu einem wunderschönen wabernden Sound, gleichsam dem Nebel über den Feldern. Dabei ist der Gesang hier nicht abgrundtief, vermittelt aber eine gewisse Traurigkeit und geht auch immer wieder in sehr raue Passagen über. „Youth disease“ beginnt atmosphärisch und verhalten, um dann in eine Art Slow-Motion-Deathrock überzugehen. Der Song trägt auch Züge von Gothic Rock, klingt insgesamt jedoch nicht so düster wie das meistens im Genre der Fall ist. Zum Abschluss liefert „Transylvanian moon“ noch einmal ein besonderes Schmankerl für Freunde der Nacht, denn Gothic übernimmt jetzt die Oberhand. Das Zusammenspiel zwischen Melodie und Gitarrenläufen ist toll, und der Wechsel im Gesang zwischen Klarstimme und Krächzen bringt noch einmal neue Facetten in den Sound.

Fazit: Für Freunde der Nacht und Fans von Fields pf the Nephilim, Christian Death, Paralysed Age und Cursed Moon. Die Danzig-Reminiszenz finde ich persönlich nicht so offensichtlich, vielleicht stellenweise der Gesang, aber geschenkt. Come share my shroud läuft bei mir offene Sargtüren ein, zumal Neues im Gothic-Bereich in letzter Zeit etwas rar geworden ist. Ob man das nun Gothic Rock, Deathrock oder Goth ’n‘ Roll nennt, die Metal-Vergangenheit der Jungs hat sich jedenfalls nicht durchgesetzt. Doch das hat dem Sound nicht geschadet, im Gegenteil. Shake your bones to the Cemetery Echo!

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch:

Cemetery Echo: Come share my shroud
Petrichor, Vö. 20.08.2021
MP3 3,00 $ erhältlich über Bandcamp
CD 11,99 €, LP 14,90 € erhältlich über Petrichor

Homepage: https://www.facebook.com/cemeteryecho
https://www.ochtenddauw.com
https://www.facebook.com/petrichorochtenddauw

Tracklist:
01 Beneath the crypts
02 Come share my shroud
03 Youth disease
04 Transylvanian moon

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