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Musik-Tipp der Woche

Maria W Horn – „Ave“

mariawhornMaria W Horn ist eine schwedische Künstlerin, deren Arbeit eng mit ihrer Heimat verbunden ist, der schwedischen Provinz Ångermanland (im Norden des Landes gelegen) – eine nicht immer unbelastete Beziehung. Dementsprechend schwer und beklemmend können die extrem zurückgenommenen, kantigen Geräuschkollagen wirken, dann gibt es aber auch wieder lichte und kraftvolle Momente. Sie verarbeitet in ihrer Musik die wechselhafte und konfliktreiche Vergangenheit und Gegenwart ihrer Heimat (Stichwort: Hexenverbrennungen im 17. Jahrhundert, Arbeiteraufstände u. a.), auch unter feministischen Gesichtspunkten. Und wie klingt das? Kaum zu beschreiben. So weit wie der spärlich bewohnte schwedische Norden, so klaustrophobisch, wie kleine Gemeinschaften sein können, zart und aufrührerisch, verstörend und hoffnungsvoll.

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Lingua Ignota – „Do you doubt me traitor“

linguaignotaEbenfalls keine leichte, aber ungemein bereichernde Kost bietet Lingua Ignota, die musikalische Inkarnation von Kristin Hayter. Lingua ignota bezieht sich auf die Mystikerin Hildegard von Bingen und bedeutet „unbekannte Sprache“. Und genauso kann einem Kristin Hayters Musik auch zuerst vorkommen: völlig unbekanntes Terrain, auch wenn die einzelnen Bestandteile vertraut sein mögen. Ihre klassisch geschulte Stimme, die tief und umschmeichelnd klingen kann, aber auch vor Aggression bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, gepaart mit Einflüssen aus Klassik und Noise und vielem, das sich nicht bestimmen lässt, dazu Texte, die kein Blatt vor den Mund nehmen: eine emotionale und akustische Achterbahnfahrt, die sich unbedingt lohnt!

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Memoria – „Cravings“

memoriaMemoria – das ist Tess de la CourDe la Cour? Ja, da gibt es noch jemanden, der so heißt, und den hat Tess vor etwas über einem Jahr geheiratet. Darum geht es hier aber nicht, sondern um ihre Musik, die man grob im Darkwave und Post Punk verorten kann. Düster und hypnotisch, opulent und abgründig packt einen Memoria vom ersten Ton der Single „Cravings“ an, und das gleichnamige Album, das am 4. Oktober auf dem schwedischen Feinschmecker-Indie-Label Novoton erschienen ist, hält dieses Niveau mühelos. Songs, die mal postpunkig-schmissig daherkommen, mal darkwavig-zart, mal mit mehr Gitarre, mal mit mehr Synths. Und dieser Stimme!

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