Rezension: Mischa-Sarim Vérollet – Irgendwas mit Menschen

„Mami, Mami, warum ist Uroma nackt?“


Mischa ist Poetry Slammer und Wortartist, der gerne mal bissig und mit einer guten Portion Zynik seinen Mitmenschen auf die Fingerverollet schaut. In 33 essayartigen Episoden hat er seine Ansichten versammelt und geht dabei teilweise sehr hart mit den Leuten ins Gericht. Dabei beschäftigt er sich auch mal mit Beziehungen. Warum ist er denn nicht romantisch, der Mischa, warum vergisst er denn ausgerechnet den Jahrestag und wie entschuldigt man sich dann am besten? Mit Blumen, der Eroberung der Welt, einem atomaren Feuerwerk, dem man von anderen Planeten aus zusieht und mit Milliarden von Rosen, unter denen man die Liebste begräbt. Doof nur, dass die Liebste eine Rosenallergie hat: „Schatz, wenn ich romantisch wäre, wärst Du jetzt tot.“ – Dafür wird die Entschuldigung erheblich besser, denn wenn die Liebste tatsächlich sauer wäre und lange diskutieren und schmollen und überhaupt – „Schatz. Wenn Du sauer wärst, hätten wir jetzt Sex.“

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25.03.2013: Testament, Dew-Scented, Bleed from Within, Backstage Werk, München

Trash as trash can

Ein Abend der Extraklasse für eingefleischte Trash-Fans versprach es zu werden, und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

bleed-from-withinBleed from Within

Um Punkt 20.00 betreten die schottischen Jungspunde von Bleed from Within die Bühne und legen gleich ordentlich mit ihrem hämmernden Deathcore los. Die 2005 in Glasgow gegründete Truppe sieht blutjung aus, agiert aber sehr professionell und tut ihr Bestes, das schon sehr gut gefüllte Werk anzuheizen. Allerdings scheinen nicht besonders viele Fans der neueren Metal-Stilrichtungen anwesend zu sein, die Publikumsreaktionen sind verhalten, aber zumindest höflich, als sich die Jungs durch ihr Set prügeln. Mit Songtiteln kann ich leider nicht dienen, da mir die Band bisher unbekannt war und der Sänger mit einem Scottish accent sprach, der zwar wirklich lovely, aber auch komplett unverständlich war. Die Band hat bisher drei Alben veröffentlicht: Humanity von 2009, Empire von 2010 und Uprising von 2012. Laut Setlist anderer Auftritte dieser Tour wurden von allen Alben Lieder gespielt.
Beim letzten Song kommt dann allerdings doch so etwas wie Bewegung im Publikum auf, und die Band wird mit freundlichem Applaus verabschiedet.

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Rezension: Michael Tsokos – Die Klaviatur des Todes

Über die Schulter geschaut

Kohlenmonoxid, Sexualmörder, seltsame Todesfälle: Darüber schreibt Michael Tsokos in seinem

tsokosneuen Buch Die Klaviatur des Todes. Der Berliner Rechtsmediziner hat einige Fälle aus den vergangenen Jahren herausgesucht, um über seine Arbeit fernab vom doch etwas vereinfachten CSI-Niveau zu erzählen. Dabei gelingt ihm ein sehr guter Mix aus Roman und Sachbuch. Auf der einen Seite stehen die Aussagen der Täter und die Ermittlungsergebnisse, die wie eine fiktive Geschichte anmuten, auf der anderen Seite werden knallharte Fakten genannt und die Ergebnisse der Obduktion präsentiert. Dabei stellt Tsokos klar heraus, welche Erfolge man durch die Rechtsmedizin erzielen kann, wenn es um die Aufklärung eines Mordes geht. Minimale und kaum sichtbare Verletzungen oder auch tiefe Wunden können den Tathergang erzählen, einen zeitlichen Ablauf erklären und letztendlich die endgültige Todesursache feststellen. Dabei muss man viel sehen und ertragen können, alte Menschen wie auch Kinder landen auf dem Seziertisch in der Pathologie und wollen nur eins: Gerechtigkeit, dass ihr Mörder überführt wird – oder aber, dass ein Beschuldigter entlastet werden kann. Weiterlesen

Rezension: Alix Ohlin – In einer anderen Haut

„Steh auf!“

Die Vollblut-Therapeutin Grace stolpert während eines Skiausfluges über einen Mann, der mit einem Strick um den Hals im Schnee liegt. Er hatte versucht, sich zu erhängen. Grace kann diesen schüchternen und geheimnisvollen Mann nicht aus den Augen lassen und entwickelt Gefühle, die weit über die Patienten-Therapeuten-Grenze hinausgehn.
Annie, eine junge Patientin von Grace, beschließt unterdessen ihrem Zuhause den Rücken zu kehren, eine Schauspielkarriere anzustreben und das am Besten ohne sich in ein Unglück zu stürzen.
Grace Ex-Mann Mitch folgt seinem Instinkt und verlässt die Frau, die er liebt, um in der Arktis einer Gemeinde bei deren Problemen zu helfen.

Der Klappentext und der Titel hinterließen bei mir nach dem ersten Lesen einige Fragen. „In einer anderen Haut“ – was verbirgt sich dahinter? Wie passen die Figuren zusammen? Haben sie überhaupt eine Verbindung? Weiterlesen

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22.03.2013 Naughty Whisper, Scream Baby Scream und Mila Masu, Garage München

Italienischer Metal trifft freche Punkröhre

Die Garage in München, ein kleiner Club versteckt am Rande der Theaterfabrik. Eine nette Lokalität, die immer wieder mit speziellen und ausgefalleneren Veranstaltungen versucht die Leute anzulocken. So auch am 22.03.2013. Zwei italienische Bands aus Mailand, Naughty Whisper und Scream Baby Scream, hatten sich auf den Weg gemacht, um zusammen mit Mila Masu den frierenden Fans wohlige Wärme unter die Haut zu jagen.

Beim Einlass zeigten sich kleine Probleme, wer um 19 Uhr bereits vor der Tür stand musste sich stark in Geduld üben oder sich ein wärmeres Plätzchen suchen. Erst kurz vor 20 Uhr wurden die Tore geöffnet. Leider fanden nur wenige Fans den Weg zur Garage. Schade, denn die Shows, die geboten wurden, hatten jede für sich etwas ganz Spezielles zu bieten.

Die zarte Frontfrau der Band Mila Masu ist bekannt für ihre quirlige Bühnenpräsenz. Auch wenn sie den anderen Mitgliedern gerade mal bis zu den Schultern reicht, auf der Bühne ist sie die dominante und führende Kraft. Augen und Ohren kann der Zuschauer einfach nicht von ihr abwenden. Sie zieht die Blicke auf sich und mit ihrem sympathischen Lächeln gewinnt sie schnell die Herzen des Publikums. Weiterlesen

16.03.13: Meinhard im Spectaculum Mundi München

Reise in die Langeweile

Es ist immer ein besonderes Ereignis im Leben eines Musikers: Das Release-Konzert. Umso mehr, wenn es sich dabei um das erste Album handelt. Meinhard lud vergangenen Samstag dazu ein und etwa 70 Leute folgten dem Ruf ins „Wonderland“.

Aber zuerst heißt es warten. Bereits neben dem Eingang stehen Cupcakes, die in liebevoller Handarbeit gefertigt worden sind, natürlich in strahlendem Rosa. Wie jedes Mal prangt in der Mitte des Spectaculums eine Tafel für die „Mad Tea Party“, an der nur ausgewählte Gäste Platz nehmen dürfen. Sie werden mit Selbstgebackenem versorgt – das nicht allen mundet, verzieht doch eine Anwesende das Gesicht, als sie in einen der Cupcakes beißt.  Weiterlesen

20.03.2013 – Rebellion Tour 2013 – Madball, Terror, Comeback Kid, Your Demise – Backstage Werk, München

More Stagedives!

Your Demise
Zuletzt habe ich die sympathischen Briten von Your Demise im pickepackevollen 59:1 erlebt, in dem sie eine astreine und energievolle Hardcore-Show abgeliefert haben. Die Örtlichkeit des Werks ist im Vergleich zum beschaulichen Club-Ambiente des 59:1 erheblich größer, aber dennoch schafften es die Hardcore-Jungspunde, einen anständigen Auftritt hinzulegen. Viel Bewegung und Engagement auf der Bühne, was sich aber leider nicht aufs Publikum übertrug, das ganz offenbar auf die Filetstücke des Abends wartete. Zu viel mehr als die allseits bekannte Traubenbildung bei Singalong-Passagen einiger Songs reichte es nicht, nicht einmal ein anständiger Pit wurde eröffnet. Schade, denn die Stücke geben viel mehr her als nur zustimmendes Abnicken und Anstands-Applaus. Nun ja, es kann ja nicht jeden Abend Weihnachten sein.
Ich hoffe, beim nächsten Mal wieder einen echten Hexenkessel zu erleben, die Band hat es allemal verdient.

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Rezension: Jonathan L. Howard – Ein Fall für Johannes Cabal: Totenbeschwörer

Über den Wolken …

Ein Fall fuer Johannes Cabal Totenbeschwoerer von Jonathan L HowardMit dem Gesetz hat Johannes Cabal es nicht so, wenn er seine persönlichen Ziele verfolgt. So ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass er eines Tages in der Todeszelle landet. Doch er wäre nicht Cabal, wenn er sich nicht aus dieser misslichen Lage herauswinden könnte – dummerweise macht er sich dabei auch gleich ein paar mächtige Feinde mehr. Und so endet ein harmloser Einbruch in einer Bibliothek schließlich damit, dass er mit falscher Persönlichkeit ein Luftschiff besteigt und vor dem Gesetz fliehen muss – schon wieder. Gerade, als er sich in Sicherheit wiegt, holt ihn dann in Gestalt von Leonie Barrow ein Stück seiner Vergangenheit ein, und obendrein geschehen an Bord nicht nur zwei sehr merkwürdige „Selbstmorde“, sondern auch noch ein Anschlag auf sein eigenes Leben. Das kann Cabal natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Weiterlesen