Finest Spirits 2016 – 19. bis 21. Februar, MVG Museum München

Warum in die Ferne schweifen …

Ich weiß jetzt, wie man Macadamia-Sahne macht – ist gar nicht schwer – und wie gut Macadamia-Sahne in einem White Russian schmeckt. Aber das war nicht die größte Überraschung für mich auf der diesjährigen Finest Spirits.

Ich muss zugeben, mit einer fiesen Erkältung auf die Finest Spirits zu gehen, mag nicht die beste Idee der Welt sein, nicht zuletzt, weil der Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt ist. Glücklicherweise habe ich meine „Zweit-Nase“ (und mein ausgelagertes Personengedächtnis) in Form meiner Freundin Rebecca dabei, so dass ich euch trotzdem ein bisschen was erzählen kann.

Das Motto der diesjährigen Messe „Back to Pure: Wodka is calling“ hat zwar einige neue Aussteller und Produkte mit sich gebracht, da ich aber schon relativ viele verschiedene Wodkas habe, diese aber wesentlich seltener trinke als Whisky, Rum und Co., lasse ich das Thema links liegen und bleibe erstmal an Affengeileinem winzig kleinen Stand hängen: bei Grimm Spirit und ihrem Rumlikör „Affengeil“. Da muss ich natürlich gleich nachfragen, was die Märchenbrüder mit Alkohol zu tun haben. Es geht darum, gute und traditionelle Zutaten zu etwas ganz Besonderem zu vereinen. Das tun die netten Herren von Grimm Spirit in einer winzigen Manufaktur am Englischen Garten – gleich um die Ecke von der The Duke Distillerie in Schwabing, die inzwischen relativ bekannt ist.

MoonshineAuch meine nächste Station stellt sich als lokales Kleinunternehmen heraus, am Stand von Bavarian Moonshine – es bedienen Vater, Sohn und Schwager aus Olching. Von ihrem „Apple Pie Moonshine“ nehme ich gleich mal ein Einmachglas voll mit. Weiter geht es mit dem milden und wunderschön zitronigen Gin „Soul of Bavaria“ von Münchner Spirituosen – ihren Wodka „Spirit of Bavaria“ habe ich schon zu Hause im Schrank.

GinUnd so wird aus dem Messespaziergang unversehens eine „Drink local“-Entdeckungsreise. Als Überraschungs-Joker folgt noch Weihwasser, deren gleichnamigen Holunderblütenlikör ich zwar nicht probiere, dafür aber gleich noch eine Flasche Gin einpacken muss – der nächste Rugby-Abend mit Gin & Tonic kann kommen! Hier entdecke ich erst bei der Sichtung der Beute, dass es schon wieder ein Münchner Produkt ist. Auch von ihrem Rum hab ich mir ein Sample mitgenommen – das bunte Design ist einfach zu verlockend, und teuer sind die Flaschen auch nicht.

JerkyNicht ganz lokal, aber auch nicht von weit weg, ist mein neuer Lieblings-Knabbersnack: „Beef Jerky“ aus Salzburg. Das getrocknete Rindfleisch von Simple Jerky ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich und ist für mich perfekt: Es ist salzig, aber nicht zu salzig, manche Sorten sind auch scharf, man hat ordentlich was zu beißen und ernährt sich dabei fettarm und eiweißreich. Und man kann es online kaufen, sogar im Abonnement. Ich bin restlos begeistert und nehme gleich drei Tüten mit.

Allgemein ist die Messe wieder ein voller Erfolg, die alten Trambahnen im MVG-Museum bieten wie jedes Jahr einen wunderschönen Rahmen für die Veranstaltung. Man sieht viele bekannte und auch viele neue Gesichter bei den Ausstellern. Die Besucherzahl knackt in diesem Jahr endlich die 10.000er Marke – und das ganz ohne „alkoholbedingten Ausfall“ – Gratulation und großes Lob an den Veranstalter!

Cocktails smaller

Vorfreude für alle Finest-Spirits-Fans: Im nächsten Jahr öffnet die 12. Finest Spirits vom 3. bis 5. Februar 2017 ihre Pforten.

white russiansUnd falls ihr bis hier gelesen habt, weil ihr wissen wollt, wie man Macadamia-Sahne macht:
Ihr nehmt einen Shaker, füllt Sprühsahne ein (es geht natürlich auch selbst geschlagene Sahne mit Zucker oder Vanillezucker), einen Schuss Milch dazu, damit es flüssig genug zum Schütteln ist, und ein ordentlicher Schluck Macadamiasirup. Wer hätte das gedacht. Für den White Russian gießt ihr Vodka und Kahlua zu gleichen Teilen über ein paar Eiswürfel, die Sahne obendrauf – fertig.

(1442)