ABBA – Sinatra

Enforcer_NostalgiaWas diese Titelzeile soll? Das wird im Text verraten. Mit Nostalgia haben die Schweden Enforcer aus Arvika ihr sechstes Studioalbum veröffentlicht. Von Beginn an sind sie wichtige Mitstreiter in der New Wave Of Traditional Heavy Metal. Neben Sänger und Gitarrist Olof Wikstrand sind außerdem Gitarrist Jonathan Nordwall und Schlagzeuger Jonas Wikstrand mit von der Partie. Bassist Tobias Lindqvist hat die Band mittlerweile verlassen, um sich ganz Tyrann widmen zu können. Für ihn haut nun Garth Condit in die Felle, manchen vielleicht bekannt von Slumbering Sun oder Monte Luna.

Nach dem kurzen Intro „Armageddon“ lässt es „Unshackle me“ unerwartet ruhig und Baß-betont angehen, hier wird offenbar der neue Mann vorgestellt. Mit „Coming alive“ wird es dann doch wild und ungestüm. Hier wird nach Herzenslust gerockt, fast schon wie live auf einer Show. „Heartbeats“ setzt dazu einen Break mit dem sanften und gefühlvollen Beginn. Natürlich wird dann doch noch in die Bresche gesprungen, und es entwickelt sich ein reizvolles Wechselspiel zwischen den Stimmungen. Zu „Demon“ wird titelgerecht gerockt, und der Refrain lädt zum Mitschreien ein. Spätestens jetzt mit „Kiss of death“ werden die Nackenmuskeln beansprucht, doch Obacht bei den unerwarteten Rhythmuswechseln. Richtig unerwartet kommt dann der Titeltrack „Nostalgia“ daher, denn das wirkt auf mich wie eine höchst ungewöhnliche Mischung aus „My way“ von Frank Sinatra und „The winner takes it all“ von ABBA. Das ist aber auch richtig gut und mein Favorit der Scheibe.
Mit „No tomorrow“ kommt wieder Schwung in die Bude, mit einem Refrain mit Mitsingen und irgendwie auch zum Schunkeln. Dafür wartet im Anschluss eine kleine mitreißende Speed-Attacke „At the end of the rainbow“. Mit einem Schrei beginnt „Metal Supremacía“, das Olof auf spanisch singt, sicherlich ein Schmankerl für die zahlreichen Fans in Südamerika. Von denen vermittelt das Live-Album Live by fire II (Link zur Review) übrigens einen guten Eindruck. Das folgende „White lights in the USA“ besticht für mich durch die Group-Shout-Akzente. Die könnten ruhig öfter eingesetzt werden. „Keep the flame alive“ prescht nun flott voran, spielt aber auch mit Tempowechseln. Mit „When the thunder roars (crossfire)“ endet der Reigen schließlich, natürlich nicht ohne noch einmal alle Register zu ziehen.

Fazit: Hier auf Nostalgia sind ohne Frage Enforcer am Werk. Intelligentes Songwriting, Soloausflüge der Gitarren, und über allem der prägnante Gesang von Olof. Gewissermaßen alles, wie ich es von ihnen kenne. Trve Heavy Metal, der sich an den glorreichen Achtziger Jahren als Fundament orientiert. Und dennoch, mir kommt es so vor, als hätten Enforcer etwas an Härte eingebüßt, bin aber nicht sicher, ob es schlicht daran liegt, dass es mich im Metal in letzter Zeit eher in die Death- und Grind-Richtung zieht.

Anspieltipps: Nostalgia, Metal Supremacía

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Enforcer: Nostalgia
Nuclear Blast, Vö. 05.05.2023
10,00 $ erhältlich über Bandcamp
CD 16,99 €, LP (Gold) 25,99 € erhältlich über Nuclear Blast
Homepage: https://www.facebook.com/enforcerofficial/
https://www.instagram.com/enforcerofficial/
https://www.nuclearblast.de/

Tracklist:
01 Armageddon
02 Unshackle me
03 Coming alive
04 Heartbeats
05 Demon
06 Kiss of death
07 Nostalgia
08 No tomorrow
09 At the end of the rainbow
10 Metal Supremacía
11 White lights in the USA
12 Keep the flame alive
13 When the thunder roars (crossfire)

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