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CD: 偏執症者 (Paranoid) – Heavy Mental Fuck-Up!

Krach aus Japan made in Sweden

Paranoid_CoverWenn man die Kanji sieht, die japanischen Schriftzeichen, hält man 偏執症者 (Paranoid) automatisch erst einmal für eine dieser obskuren japanischen Krachbands. Umso überraschter bin ich, dass die Mitglieder aus Frösön am schwedischen Östersund stammen und vorher in Bands wie Mob 47, Brottskod 11 und den legendären Warvictims gespielt haben. Henrik Låsgårdh spielt die Gitarre und Joakim Staaf-Sylsjö den Bass, außerdem teilen sie sich den Gesang. Drummer Emil Bergslid vervollständigt das Trio, das Crust Punk/D-Beat mit metallischem Einfluss spielt und sich außerdem von japanischem Hardcore beinflusst zeigt, was dann auch die Schriftzeichen erklärt. Nach dem Debütalbum Satyagraha erscheint nun das zweite Album Heavy Mental Fuck-Up!. Da im hiesigen Kulturkreis aber nur die wenigsten Kanji lesen können, gibt es die Liedtitel zum Glück in lateinischen Buchstaben. Weiterlesen

CD: Wheel in the Sky – Beyond the pale

Afterglow

12 obal s 3mm hrbetem.inddMein Faible für Schweden ist nicht nur auf das Land begrenzt, sondern erstreckt sich mittlerweile auch auf dessen (Underground-) Bands, die ich mir so nach und nach erschließe. Eine davon ist Wheel in the Sky, die am 31.08. ihre zweite CD, Beyond the pale, herausbrachten. Wie gern denk ich an den Besuch der Universitätsstadt Uppsala zurück, in der die Band beheimatet ist. Vier Monate Arbeit im Studio endeten in diesem Konzeptalbum über Dunkelheit und Tod. Die Kombination aus Scandinavian Rock mit AOR hinterlässt ein gutes Gefühl. Weiterlesen

Festival: 15./16.06.18 Subkultfestivalen, Folkets Park, Trollhättan/Schweden

Endlich wieder schöne Leute

Unsere in Norwegen lebende Korrespondentin Ankalætha war wieder auf Reisen und berichtet vom kleinen, aber äußerst feinen Subkultfestivalen in Trollhättan, im Westen Schwedens. 

Donnerstag

Normoria shirtNach dem WGT ist vor dem Subkult. Kaum sind die Klamotten gewaschen und die Schuhe neu verschraubt, heißt es Mitte Juni schon wieder Koffer packen, um nach Schweden zu fahren. Zum dritten Mal findet hier in Trollhättan das Subkultfestivalen statt, und wieder stehen einige sehr interessante Acts auf dem Programm. Zunächst muss ich aber den vorsintflutlichen und beunruhigend ächzenden Aufzug im Hotel bezwingen, um mich und mein Gepäck in den dritten Stock zu bekommen. Danach folgt eine kleine Orientierungsrunde durch die Innenstadt, das Bestücken der Minibar mit eigenen Einkäufen, und was tut man dann mit dem angefangenen Abend, wenn man wo ist, wo man diesmal aber auch wirklich überhaupt niemanden kennt? Man geht auf die Pre-Party. Die ist glücklicherweise leicht zu finden, nämlich in der „Backstage Rockbar” in der Fußgängerzone. Als ich ankomme, ist nicht allzu viel los, und ich beschließe, wenigstens ein Getränk zu mir zu nehmen, bevor ich wieder gehe. Weiterlesen

Konzert: 03.05.18 – No fun at all + No Trigger + Crim – Backstage Halle, München

Growing old, growing cold? – No chance at all!

Dienstag, 11. November 1997, Backstage – damals noch in der Helmholtzstraße und mit schön bedrucktem Ticket, keinem labbrigen Onlineausdruck. No fun at all aus Schweden hatten gerade ihre dritte Platte The big knockover herausgebracht, und nachdem ihre früheren Veröffentlichungen damals schon bei mir in Dauerrotation liefen, musste ich da natürlich hin. Es war ein sensationeller Abend mit allerfeinstem Skatepunk und wundgegrölter Kehle, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. 21 Jahre später gibt es die Band wieder, mit neuer Platte Grit im Gepäck, die genauso gut kesselt wie früher, und seit Monaten fiebere ich auf den heutigen Abend hin. Mit dabei sind die etwas jüngeren Punkbands Crim aus Spanien und die Amerikaner No Trigger. Das Backstage meldet „fast ausverkauft“ – da werden sicher noch weitere Nostalgiker wie ich heute Abend auf der Matte stehen. Weiterlesen

Band der Woche: Follow the Cipher

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Neues aus Schweden! Die Unterschriften auf den Nuclear Blast Verträgen sind noch nicht ganz trocken, und schon steht das Debütalbum von Follow the Cipher in den Plattenläden eures Vertrauens. Wir wollten euch die Band um Ken Kängström mal vorstellen.

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Konzert: 28.11.17 Europe + Black Tape Lion, Backstage Werk, München

The final countdown? Aber noch lange nicht!

DSC_4663Kennt noch jemand die „Schlager der Woche“, die ab 1981 jeden Freitagabend auf Bayern 3 liefen und vom einzigartigen Thomas Brennicke moderiert wurden? Wenn ja, dann erinnert ihr euch auch sicher noch daran, wie man am Kassettenrecorder klebte und die aktuellen Top Ten mitschnitt, fluchte, wenn der Moderator wieder reinquatschte, und die Kassette dann natürlich doch in Dauerschleife hörte. Ich habe das jedenfalls so gemacht, und so saß ich auch im Oktober 1986 wieder da, als die neue Nummer 1 verkündet wurde, von mir in meinem präpubertären Englisch als „Your Op“ mitgeschrieben, und hatte ein musikalisches Erweckungserlebnis. „The final countdown“ – dieses Intro, diese Stimme, diese Melodie, dieses Solo, einfach alles! Seither liebe ich diesen Song, aber auch die gesamte Band, die in den letzten 30 Jahren ein hervorragendes Album nach dem anderen veröffentlicht hat und zwar mittlerweile kleinere Brötchen bäckt, aber nie weg vom Fenster war. Heute spielen sie im Backstage Werk, haben mit Walk the earth eine klasse neue Scheibe im Gepäck, und ich freue mich wie mein zehnjähriges Ich von 1986 auf diesen Abend. Weiterlesen

CD: Procession – Doom Decimation

Blutrote Atombomben-Spermien greifen die Erde an

IProcession_Doom_Decimationn Chile erfolgt der Einschlag, und die Atompilz-Wolke, die nach dieser „Befruchtung“ emporsteigt, gebiert ein kosmisches Ungeheuer mit einem satanischen Grinsen. Was wie der schlechte Plot eines vergessenen B-Movies klingt, ist die schlichte Beschreibung des Cover-Artworks des dritten Albums Doom Decimation der Band Procession. In aller Regel lasse ich die Cover in der Rezension für sich alleine stehen, doch dieses Mal komme ich um einen Kommentar einfach nicht umhin.
Völlig sinnentlehrt ist das Cover allerdings nicht, denn Sänger und Gitarrist Felipe Plaza weist so alle Welt deutlich darauf hin, dass er die Band 2006 in Chile gegründet hat und Procession nach wie vor als chilenische Band betrachtet, auch wenn er mittlerweile in Schweden lebt. Außerdem haben sie mit ihren ersten beiden Full-Length-Alben The cult of disease und To reap heavens apart die Epic-Doom-Metal-Welt im Sturm erobert und auch alteingesessene Bands wie Candlemass oder Solitude Aeternus blass um die Nase werden lassen. Können Procession mit dem nun dritten Album Doom Decimation endgültig den Thron erobern? Weiterlesen

CD: Then Comes Silence – Blood

Lasst uns die Dunkelheit zelebrieren

Then Comes Silence - Blood - ArtworkThen Comes Silence – ein Quartett aus Stockholm, seit 2012 aktiv und mein persönlicher Überraschungsact des Abends, als ich im November 2015 in der wunderschönen schwedischen Hauptstadt war, um Agent Side Grinder zu sehen. Die Vorband Then Comes Silence war mir unbekannt, hat mich aber sofort mit ihrem dynamischen Düsterrock-Postpunk-Gemisch überzeugt. Ein wenig verblüfft war ich, als ich vor einiger Zeit erfuhr, dass Nuclear Blast – ja genau, das renommierte Label mit dem guten Riecher für (extremen) Metal – die Band für ihr viertes Album unter Vertrag genommen hat. Aber vor allem erfreut, denn so bekommen Then Comes Silence die Chance, verdientermaßen ein größeres Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Hat Blood das Potenzial dazu? Lest selbst. Weiterlesen

CD: Hands of Orlac / The Wandering Midget – Split

Kontraste und Überraschungen

HOO_TWM_SplitEs gibt sie zum Glück noch, in der totalen Überflutung an mittelprächtiger bis anhörbarer Musik, diese kleinen Perlen, auf die man mehr oder weniger durch Zufall stößt, und die einem schon beim ersten Hören eine veritable Schnappatmung bescheren. Hierzu gehört die schwedisch-italienische Formation Hands of Orlac, die gerade zusammen mit den Finnen von The Wandering Midget eine Split-CD veröffentlicht hat. Beide Bands sind mir bisher unbekannt, und beide begeistern mich vom ersten Ton an. Das hat Seltenheitswert. Großen Seltenheitswert! Was kann man sich also unter den beiden Kapellen vorstellen? Weiterlesen

Konzert: 28.09.17 – Avatarium + The Slayerking – Backstage Club, München

Das alternative Oktoberfest oder ein Abend mit Sweden’s Finest

Diese Septemberwoche meint es wirklich gut mit mir. Nachdem ich am Montag schon bei den wunderbaren Pristine aus Norwegen ausflippen durfte (Review hier), stehen heute meine schwedischen Doom-Rock-Lieblinge von Avatarium auf dem Programm, in die ich mich vor zwei Jahren bei ihrem Konzert im Backstage rettungslos verliebt habe (Review  hier). Mittlerweile haben sie ihr drittes, hochgelobtes Album Halos and hurricanes veröffentlicht, das etwas rockiger, aber nicht weniger sensationell ausgefallen ist (Rezension hier), haben ein paar Personalwechsel und viele, viele Livekonzerte hinter sich. Ich bin ein wenig verwundert, dass die Band wieder im kuscheligen Backstage Club spielt und nicht in der Halle, aber andererseits ist man dann viel näher dran, was ja immer ein Geschenk ist. Also, Hurricanes and halos noch mal auf die Ohren gepackt und ab ins Backstage! Weiterlesen