EP: Idle Hands – Don’t waste your time

The Cure und Heavy Metal?

Idle_Hands_Cover[1]Nach dem Ende der traditionellen Heavy-Metal-Band Spellcaster hat deren Gitarrist Gabriel Franco nach einer neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeit gesucht, und das 2017 gegründete Projekt Idle Hands ist das Resultat davon. Er als Sänger schreibt die Songs und spielt Rhythmusgitarre und wird vom zweiten Gitarristen Sebastian Silva unterstützt. David Kimbro bedient den Bass, und Colin Vranizan an den Drums sorgt für die nötigen Rhythmen. Auf Youtube ist mir deren Song „Can you hear the rain“ aufgefallen, bei dem den Kommentaren nach nicht nur ich The Cure heraushöre. Und das in der Kombination mit Heavy Metal?

Mit wuchtigen Gitarrensalven eröffnet „Blade and the will“ die EP Don’t waste your time, doch anstatt dann loszuknüppeln, gehen Idle Hands sehr viel differenzierter vor. Die Drums wechseln den Rhythmus, und auch die Gitarrenarbeit variiert im Tempo und trägt dabei Elemente aus dem Occult Rock. Der klare Gesang ist dazu passend eher im 70er-Rockbereich anzusiedeln. Auch beim folgenden „By way of kingdom“ fehlt die im Metalbereich oft typische Aggressivität. Hier kommt sogar Hall oder eine Stimme hinzu, das offenbart einen Wave-Einfluss, der ein bisschen an Robert Smith erinnert. Und auch die ruhigeren Zwischenparts ohne Gesang haben etwas von The Cure. Die rockigen Abschnitte des Songs orientieren sich allerdings am Heavy Metal der 80er Jahre und der Gesang bekommt etwas Episches. Die fragilen Gitarren zu Beginn von „Can you hear the rain“ klingen nun wirklich stark nach The Cure, und auch die Stimmfarbe von Franco besitzt nun eine verstärkte Note von Robert Smith. Es entwickelt sich eine düstere Ballade, die Ohrwurmpotential hat. Silva spielt gegen Ende des Songs noch ein aufsteigendes Gitarrensolo, das leider etwas zu früh ausgefadet wird, wie ich finde. Das folgende „Time crushes all“ prescht dagegen los, als ob hier tatsächlich etwas mit NWOBHM plattgetrampelt werden soll. Mit dem einsetzenden Gesang werden die Pferde aber erwas gezügelt. Der Einfluss der 80er Jahre bleibt dabei stets spürbar und entspringt vielleicht klassischen Heavy-Metal-Bands wie Cirith Ungol, die gerade von vielen (wieder) entdeckt werden. „I feel nothing“ startet nun auch mit druckvollen Riffs, die zugunsten der Gesangsparts aber zurückgefahren werden, sodass sich der Song zu einer Rockballade entwickelt, zu der man aber auch gut die Haare schütteln kann.

Fazit: Idle Hands verarbeiten auf der EP Don’t waste your time vielfältige Einflüsse. Sie kommen vom klassischen Heavy Metal, bedienen sich aber auch beim Occult Rock und beim Wave der 80er Jahre, was ich persönlich besonders originell finde. Cure-Metal ist die Geburt einer neuen musikalischen Schublade, von der ich hoffe, dass Idle Hands sie auf ihrem kommenden Debütalbum ganz weit aufziehen werden.

Anspieltips: Can you hear the rain

Idle Hands: Don’t waste your time
Eisenwald, Vö. 16.11.2018
MCD 8,99 €, LP 14,90 € erhältlich über Eisenton
MP3 Download 4,00 € erhältlich über Bandcamp
Homepage: https://facebook.com/idlehandspdx
https://www.eisenton.de
https://www.facebook.com/Eisenwaldofficial

Tracklist:
01 Blade and the will
02 By way of kingdom
03 Can you hear the rain
04 Time crushes all
05 I feel nothing

(686)

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] nennt Mrs. Hyde in seiner Review das, womit Idle Hands diesen Konzertabend eröffnen: eine Kombination aus 70er- und 80er-Metal, […]

Kommentare sind deaktiviert.