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CD: Weathered Statues – Borderland

Dreiländereck

weathered statuesWeathered Statues, das ist eine EP der amerikanischen Hardcore Punk Band T.S.O.L. (True Sound Of Liberty) aus dem Jahr 1982.
Weathered Statues, das ist nun auch eine Band aus Denver, bestehend aus Schlagzeuger Andrew Warner, Bassist Bryan Flanagan, Jason Heller an der Gitarre und Jennie Mather, die der Band die Stimme verleiht. Ihre Musik weicht jedoch stark von den Namensgebern ab, denn sie haben sich einem wesentlich dunkleren Sound verschrieben. Zu deren Herkunft Denver ist mir in musikalischer Hinsicht spontan nichts eingefallen, aber das soll sich nun zukünftig ändern. Die Band wurde 2015 noch unter dem Namen Cloak Of Organs gegründet, aber nach einem Personalwechsel, der sich auch musikalisch auswirkte, erfolgte zwei Jahre später die Umbenennung. Borderlands ist ihr Debütalbum. Weiterlesen

EP: Idle Hands – Don’t waste your time

The Cure und Heavy Metal?

Idle_Hands_Cover[1]Nach dem Ende der traditionellen Heavy-Metal-Band Spellcaster hat deren Gitarrist Gabriel Franco nach einer neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeit gesucht, und das 2017 gegründete Projekt Idle Hands ist das Resultat davon. Er als Sänger schreibt die Songs und spielt Rhythmusgitarre und wird vom zweiten Gitarristen Sebastian Silva unterstützt. David Kimbro bedient den Bass, und Colin Vranizan an den Drums sorgt für die nötigen Rhythmen. Auf Youtube ist mir deren Song „Can you hear the rain“ aufgefallen, bei dem den Kommentaren nach nicht nur ich The Cure heraushöre. Und das in der Kombination mit Heavy Metal? Weiterlesen

Interview: Johan Sjöblom von The Exploding Boy, Stockholm, Schweden

Wissenswertes über Erlangen

Im Gespräch mit Johan Sjöblom (The Exploding Boy)

Exploding Boy Tour of AlarmsIm Vorfeld des Konzerts von The Exploding Boy im Münchener Backstage Club (Link zur Review) vereinbarten wir mit Sänger Johan Sjöblom ein Interview, irgendwann zwischen Soundcheck und Show, am liebsten „in a nice pub“. Das ist im Umfeld vom Backstage eine zwar kaum lösbare Aufgabe, aber nun denn. Ein Facebook-Post zeigt uns am Nachmittag, dass The Exploding Boy die lange Fahrt aus Wien überstanden haben und im Backstage eingetroffen sind. Also machen wir uns [torshammare und Mrs. Hyde] auch auf den Weg und treffen um 18 Uhr ein. Das Backstage wird in langen Schlangen geradezu belagert von Minderjährigen, die im Nieselregen teilweise heftig am Vorglühen sind und auf Yung Hurn warten. Wir dürfen noch nicht aufs Gelände – und keine Nachricht von Johan. Der Soundcheck scheint sich hinzuziehen. Um 18:30 Uhr öffnet sich endlich das Tor, die Kids stürzen rein, und wir schieben uns außen rum vorbei Richtung Club. Johan treffen wir dort vor der Tür, wo er etwas verloren dasteht. Wir begrüßen uns erstmal, er stellt uns kurz Les Andersson und Matthias Svensson vor, die gerade rauskommen. Johan schlägt uns für das Interview spontan den Reitknecht vor, die kleine Kneipe vom Backstage, denn bei dem mistigen Wetter mag er ebenso wenig woanders hin wie wir. Aber die Räumlichkeit erweist sich als ungeeignet. Mangels Alternativen in der Nähe verschieben wir das Interview erstmal, das wird wohl doch per Email ablaufen. Dafür unterhalten wir uns einfach total nett und entspannt. Weiterlesen

CD: Twin Tribes – Shadows

The dark side of the eighties

ShadowsTwin Tribes ist ein junges Band-Duo aus Brownsville, Texas, das sich erst 2017 gegründet hat. Dafür waren die Jungs sehr fleißig, denn mittlerweile ist bereits ihr Debüt-Album Shadows erschienen. Texas, da denkt man unwillkürlich an heiße staubige Landschaften und Rinderherden, aber das hält Luis Navarro und Joel Niño nicht davon ab, einen düsteren und kalten Sound zu fabrizieren, der sich der „dark side of the eighties“ als Inspirationsquelle bedient. Folgerichtig kommen Synthesizer und Drumcomputer zum Einsatz, Luis spielt dazu Gitarre und Joel den Bass, beim Gesang wechseln sie sich ab. Weiterlesen

CD: TRAITRS – Butcher’s coin

Back to Pornography

Butcher's coinAus dem kanadischen Toronto stammt das Duo TRAITRS, das mir, ich muss gestehen, bislang unbekannt gewesen ist. Allerdings haben sie sich erst 2015 gegründet, und nun legen Shawn Tucker und Sean-Patrick Nolan nach der Single Speak in tongues und dem Kurz-Album Heretic nun mit Butcher’s coin das erste Full-Length-Album vor. Post Punk und Cold Wave verspricht der Pressetext? Ja, bitte! Weiterlesen

Buch: Ørjan Nilsson – Tears from a stone

Fackelzug durch die Nacht

Tears from a stonePål Waaktaar Savoy von a-ha über sein Leben und seine Songs lautet der Untertitel, und damit wird der Kern des Buches direkt vorweggenommen. Pål ist bei a-ha stets extrem schüchtern und zurückhaltend gewesen, ein Mann, der die Öffentlichkeit am liebsten meidet und paradoxerweise dennoch als Weltstar auf der Bühne steht. Interviews müssen in aller Regel seine Bandkollegen Morten Harket und Magne Furuholmen führen. Pål ist aber auch derjenige, der unvergessene Hits wie „Hunting high and low“ und „The sun always shines on T.V.“ im Alleingang geschrieben hat und Co-Autor von „Stay on these roads“ und „Take on me“, dem Übersong von a-ha schlechthin, ist. Morten und Magne befinden sich also in aller Regel im Fokus, doch das ändert sich mit diesem Buch. Weiterlesen

LP: Dead Astropilots – New Control

Völlig losgelöst

Dead_Astropilots_New_ControlAus dem französischen Lille stammt das Duo Dead Astropilots. Rachel Biggs und Simon Dak teilen sich das Programming der Maschinen, dazu spielt Simon Gitarre, und Rachel übernimmt die meisten Gesangsparts. Nach dem Debüt …And reach Palm Springs von 2012 erscheint nun bei Manic Depression Records nach langer Wartezeit das Nachfolgealbum New Control. Electro Rock Punk Wave heißt es auf der Facebook-Seite der toten Weltraumpiloten, das kann im Grunde genommen alles oder nichts sein. Ich bin also gespannt und tauche in deren musikalischen Kosmos ein. Weiterlesen

The Cure – Der etwas andere Konzertfilm

Robert, wir fahren nach Lodz!

Das waren noch Zeiten, als man mit einem gepackten Rucksack in Konzerthallen durfte. Vielleicht ein Fläschchen Wasser dabei, eine belegte Semmel, Streichhölzer und Feuerzeuge für die ganz großen Momente.

Die Feuerzeuge waren aber ohnehin endgültig vorbei, als die Handys mit ihren blinkenden Bildschirmen aufkamen. Doch diese werden ja nicht nur benutzt, wenn uns die Götter auf der Bühne zu ergreifenden Gesten animieren und unisono die Arme geschwungen werden, die Handys ein Meer aus Lichtern bilden. Nein, die Konzertbesucher fotografieren und filmen, was das Zeug hält, sodass man meist das Konzert auf dem Handy des Vordermannes mitverfolgen kann. So war es auch 2016 bei The Cure. Auch ich war letztes Jahr im Oktober in der Olympiahalle, auf einem Sitzplatz in der drölfzigsten Reihe. Hatte die Wahl, mir Robert Smiths Vogelnest auf dem Kopf in Stecknadelgröße anzusehen, oder auf den Leinwänden links und rechts, oder auf den verschiedenen Handys davor.

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CD: Second Still – Second Still

Modern und retro zugleich

second stillDas Plattencover von Second Still ist eines derjenigen, die man sieht und quasi sofort weiß, da ist richtig gute Musik aus dem Gothic-Bereich drin. Was verbirgt sich also dahinter? Second Still sind eine klassische Dreierbesetzung aus Los Angeles in Kalifornien. Aber Moment mal, Kalifornien? Sommer, Sonne, Strand und Gothic – kann das gutgehen? Warum nicht, schließlich stammen auch Legenden wie Christian Death und 45Grave aus der Gegend. Weiterlesen

EP: Night Train to Nowhere – Dance of horns

Aus der Gruft

Wenn Night Train To Nowhere sich nacNight Train to Nowhere coverh dem gleichnamigen Italo-Disco-Smasher von Brian Auger benannt haben, dann hört man zumindest nicht viele musikalische Ähnlichkeiten. Jedenfalls ist es ein Nebenprojekt von Xzvrey, der französischen Postpunk/Death Rock Band The Last Oath, bei dem Xzvrey mit Jean-Phillipp Torres zusammenarbeitet, der auch bei Vivid Atmosphere und Dark Line Spectrum tätig ist. Beide sind in der französischen Gothic Szene keine unbekannten Anfänger, und das hört man auf der EP Dance of horns. Weiterlesen