EP: Night Train to Nowhere – Dance of horns

Aus der Gruft

Wenn Night Train To Nowhere sich nacNight Train to Nowhere coverh dem gleichnamigen Italo-Disco-Smasher von Brian Auger benannt haben, dann hört man zumindest nicht viele musikalische Ähnlichkeiten. Jedenfalls ist es ein Nebenprojekt von Xzvrey, der französischen Postpunk/Death Rock Band The Last Oath, bei dem Xzvrey mit Jean-Phillipp Torres zusammenarbeitet, der auch bei Vivid Atmosphere und Dark Line Spectrum tätig ist. Beide sind in der französischen Gothic Szene keine unbekannten Anfänger, und das hört man auf der EP Dance of horns.

Der erste Song „Six white walls“ beginnt direkt mit einem prägnanten Bassspiel, das mich an The Cure erinnert, dennoch bekommt der Song im Zusammenspiel eine ganz eigene Note, zumal der Gesang wirklich völlig anders klingt. Dieser wird in einer kühlen und monotonen Art vorgetragen und außerdem mit einem Halleffekt belegt, was insgesamt zu einer schönen Atmosphäre wie in einer Kirche aufgenommen führt. Ein schöner Einstieg, der Lust auf mehr macht. Nach einem kurzen Intro setzt bei „Fire in the Pandora’s box“ eine im Gothic-Rock-Stil wabernde Girarre ein, die man fast schon als klirrend bezeichnen könnte. Das Schlagzeug gibt einen treibenden Rhythmus vor, und der Gesang ist dem Gothic Rock entsprechend deutlich düsterer. Diese Aufnahme stammt nicht mehr aus der Kirche, sondern aus der Gruft darunter. Das dominierende und immer wiederkehrende Gitarren-Grundthema von „Way to doom“ könnte passenderweise aus einem Horrorfilm stammen und sorgt bei mir für wohlige Schauer. Der Bass nimmt sich dagegen etwas zurück, nur die Drums setzen wohlplatzierte Akzente. Der Gesang klingt teilweise etwas klarer durch, wird zum Teil aber auch bedrohlich geflüstert. Das titelgebende „The dance of the horns“ lädt tatsächlich zum Tanzen ein, denn es beginnt mit mächtigen Marschtrommeln und entwickelt sich mit den einsetzenden Saiteninstrumenten zu einer flotten Death-Rock-Nummer, die mich vom Gesang her aber gleichzeitig an X-Mal Deutschland erinnert. Klasse, mein Favorit dieser EP.

Fazit: Manic Depression Records beweisen wieder einmal ein feines Gespür für feinen und hochwertigen Underground-Sound. Die Songs auf Dance of horns sind in sich sehr abwechslungsreich und bewegen sich zwischen Gothic und Death Rock und lassen keine Wünsche offen, außer nach mehr von Night Train to Nowhere.

Anspieltips: The dance of the horns

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Night Train To Nowhere: Dance of horns
Manic Depression Records, 13.02.2017
MP3 Download ab 0,00 € – pay what you want – erhältlich über Bandcamp

Tracklist:
01 Six white walls
02 Fire in the Pandora’s box
03 Way to doom
04 The dance of the horns

Homepage: facebook.com/nighttraintonowhere/
nighttraintonowhere.bandcamp.com/releases
manicdepressionrecords.com/

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