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LP: HC Baxxter – 2. Album

Hardcore Punk meets Techno

coverIm Gegensatz zur Electronic Body Music, die stets mit textlichen Inhalten kombiniert ist, konnte ich mit der Techno-Bewegung nie etwas anfangen und empfand diese immer als monoton und inhaltsleer, ganz zu schweigen von ihren Anhängern. Selbstverordnete Pseudohappiness dank Pillen sind nicht mein Ding. Um so mehr bin ich von HC Baxxter aus Hannover überrascht (der auch mit SNARG unterwegs ist), dessen Name bereits perfekt zusammenfasst, was einen musikalisch erwartet. Hardcore Punk meets Techno. Kleben wir also wahlweise Rave-Punk oder Technocore auf die Schublade und ziehen diese ganz weit über alle Genregrenzen hinweg auf. Weiterlesen

LP: Kackschlacht – Kackschlacht 2018

Wir kochen entweder Kaffee oder vor Wut

coverÜber die Band mit dem ungewöhnlichen Namen haben wir im Webzine bereits als Vorband von Kælan Mikla berichtet (Link zum Bericht). Das Brüder-Duo Thomas und Timo Kleinert beschränkt sich bewusst auf Gitarre und Schlagzeug und spielt damit wunderbaren schnellen Rumpel-Punk. Nach dem ersten Demo 2012 folgten 2013 und 2015 zwei weitere selbstbetitelte Alben. Erst ein Jahr, dann zwei Jahre, und nun sind drei Jahre ins Land gezogen bis zum neuen Album Kackschlacht 2018. Hat sich was verändert? Augenscheinlich zunächst einmal das Cover. Schwarz statt weiß, und es winkt einem keine prominente Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben zu.
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Buch: Christof Meueler – Das ZickZack Prinzip

Alfred Hilsberg – Ein Leben für den Untergrund

Meueler_CZickZack-Prinzip_Hilsberg_168363So lautet der Untertitel und hat damit das wichtigste zum Inhalt des Buches bereits zusammengefasst. Alfred Hilsberg, ein Name und fast schon ein Mythos, um den sich zahllose Geschichten und Legenden ranken, und ohne den die Entwicklung des Punk und des musikalischen Untergrunds generell in Deutschland auf jeden Fall deutlich anders verlaufen wäre. Als Person und mit seinem Independent-Label ZickZack übt er einen großen Einfluss aus, was auch kontrovers diskutiert wird. Einstürzende Neubauten, Die Krupps, Henry Rollins, Blumfeld, Rummelsnuff … um nur einige große Namen zu nennen, die er entdeckt und veröffentlicht. Eigentlich sollte Christof Meueler Co-Autor in der Autobiographie sein, doch Hilsberg musste sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Projekt zurückziehen. Weiterlesen

Konzert: 29.04.2018 – Isolation Berlin + Swutscher, Feierwerk/Hansa 39, München

Pimmel Fotze Hodensack!

P1100603Isolation Berlin sind endlich wieder in München zu Gast, nachdem es zur Lesung im Rahmen des Literaturfestes letztes Jahr zumindest im Anschluss ein paar akustische Lieder gab. Mit ihrer Show im Feierwerk vor zwei Jahren (Link zum Bericht) katapultierten sich Isolation Berlin für mich ad hoc an die unangefochtene Spitze aktueller deutschsprachiger Bands. Heute präsentieren sie ihr aktuelles Album Vergifte dich (Link zur Review).
Als Vorband sind die Staatsakt-Labelkollegen Swutscher am Start. Klingt merkwürdig? Ist es auch, denn Swutscher ist ein Begriff aus dem Plattdeutschen und bezeichnet Herumtreiber und liederlich lebende Menschen. Die Mitglieder, die Gitarristen Sven Stellmach und Velvet Bein, Sänger und Gitarrist Sascha Utech, Drummer Martin Herberg, Bassist Mike Krumhorn und Keyboarder Sebastian Genzink, stammen aus dem sagenumwobenen Rehn (wenn Google Maps nicht lügt) irgendwo an der A7 zwischen Hamburg und Neumünster. Weiterlesen

CD: Moscow Death Brigade – Boltcutter

Straight outta Moscow

MDBMoscow Death Brigade sind ein Phänomen, denn sie haben es geschafft, Hip-Hop, Hardcore/Punk und Thrash Metal derart zu kombinieren, dass auf ihren Shows die Anhänger dieser eher unvereinbaren Musikrichtungen zu einer im Schweiß vereinten Familie zusammenwachsen. Damit haben sie trotz Underground-Status schnell europaweit Fans gewonnen. Auch mich fasziniert die Band, dabei habe ich ansonsten mit Hip-Hop wenig zu tun.
Mit einer linken Einstellung hat man es in Russland derzeit nicht leicht, deswegen verwenden die Sänger stets Sturmhauben, um ihre Identität zu schützen und Übergriffe seitens russischer Neonazis zu verhindern. Gleichzeitig passt das natürlich zur Attitüde und trägt durch das auf diese Weise martialische Auftreten zum Gesamteindruck bei. Zuletzt waren sie im Vorprogramm von den Überfliegern Feine Sahne Fischfilet in Deutschland unterwegs, was den Bekanntheitsgrad deutlich gesteigert haben dürfte. Weiterlesen

Konzert: 16.03.2018 – The Creepshow + Gallows Bound – Backstage Halle, München

Ein magischer Moment

P1080410Kaum eine Band vermag es so mitreißend Punkrock und Psychobilly miteinander zu kombinieren wie die mittlerweile in Montreal ansässigen Kanadier The Creepshow, die dafür auch schon auf dem Leipziger Wave Gotik Treffen gefeiert wurden. Einige Besetzungswechsel hat die Band verkraften müssen, vor allem beim Gesang. Als die Original-Sängerin Jennifer Blackwood nach dem ersten Album schwanger wurde, ist 2007 ihre Schwester Sarah eingesprungen. Mit ihr erschienen zwei weitere Alben, bis sie 2012 mit ihrer zweitenen Band Walk Off The Earth weltbekannt wurde und die Band kurz vor einer bereits geplanten Tour verließ. Die neue Sängerin Kenda Legaspi wurde damals quasi ins kalte Wasser geschmissen und mußte lernen, sich auch gegen Anfeindungen mancher Fans durchzusetzen. Sechs Jahre, zwei Alben und zahllose Konzerte später ist das kein Thema mehr. Die weiteren Bandmitglieder sind Bassist Sean McNab aka Sickboy, Keyboarder Kristian Rowles aka Reverend McGinty, Gitarrist Chuck Coles und Sandro Sanchioni an den Drums.
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EP/LP: FCKR – Rattenblick

„Hallo ihr Ficker,

ich wollte heut‘ mal andecoverrs anfangen als sonst.“ So beginnt die 7″-EP Rattenblick, und diese Einleitung konnte ich mir daher nicht verkneifen. An den Leipzigern FCKR scheiden sich die Geister. Ist das noch Punk, bzw. darf eine Punk-Band so massiv elektronische Sounds einsetzen? Genrekonventionen interessieren sie zum Glück nicht, und so wirbeln FCKR seit 2014 ordentlich Staub auf in der manchmal etwas eintönigen Deutschpunk-Szene. Nach dem Schweine-Demo von 2015 und dem Debütalbum Dummlandschweine von 2016 haben sie nun mit Rattenblick nachgelegt. Weiterlesen

CD: Panika – Enten Eller

Neue Deutsche Neue Deutsche Welle

Viel ist über die Band Panika nicht herauszufinden, die sich 2015 in Berlin gegründet hat. Susi und Chrissi teilen sich Bass, Gitarre, Keyboard und Gesang, Gabor spielt Gitarre und Benny Schlagzeug, soviel verrät die Facebook-Seite. Also einfach mal überraschen lassen.cover Weiterlesen

Konzert: 21.12.2017 – Peter And The Test Tube Babies + Dick York And The Originals – Backstage-Halle, München

Munich Prison Blues

P1060808_2Alle Jahre wieder spielt die 1978 gegründete Punk-Legende Peter And The Test Tube Babies mittlerweile traditionell kurz vor Weihnachten auch in München, um das alte Jahr ausklingen zu lassen. Mit dabei sind im Vorprogramm Dick York And The Originals, auf die ich mich ebenfalls freue. Sie sind aus der Band Cryssis hervorgegangen, die 2009 von Vom Ritchie, Drummer von The Toten Hosen, und Dick York gegründet worden ist. Aber von vorn: Seine Vorgängerband Sta-Prest hat Dick York 1980 verlassen und gründet Cry Dyaan zusammen mit Stephen Smart am Bass und Clive Kemp an der Gitarre. Drummer ist der junge und noch unbekannte Vom Ritchie. 1982werden sie Band of the Year bei der BBC, doch schließlich lösen sie sich auf und beginnen das Arbeitsleben, nur Vom Ritchie macht bekanntermaßen weiter Musik. Nun ist das alte Team wieder zusammen, und als zusätzlicher Drummer zu Vom Ritchie ist Jay Harrison dabei.
Als ich im Backstage ankomme, wundere ich mich zunächst über die vielen Leute, aber die wollen alle ins Werk zur deutschen Heavy-Metal-Legende Udo Dirkschneider. Heute scheint wohl der Tag der Legenden zu sein, da heißt es, Prioritäten zu setzen. Sorry, Udo. Weiterlesen

CD: The Adicts – And it was so!

Ad(d)icted to Punk

The Adicts - And It Was So! - ArtworkThe Adicts sind nicht nur eine Ikone des Punk, sie sind auch eine der dienstältesten Bands des Planeten und damit eine absolute Legende. 1975 gründen sie sich noch unter dem Namen Afterbirth im kleinen Städtchen Ipswich in der englischen Grafschaft Suffolk. Zwei Jahre später benennen sie sich in The Adicts um, beeinflusst von Stanley Kubricks Kultfilm Clockwork Orange, und übernehmen für die Bühne dabei auch die Ästhetik der Gang um Alex. Bemerkenswert ist, dass die Gründungsmitglieder Keith „Monkey“ Warren (Gesang), Pete Dee Davison (Gitarre), Mel „Little Dave“ Ellis (Bass) und Michael „Kid Dee“ Davison (Schlagzeug) alle noch dabei sind. Wie oft kann man das noch erleben? Mit And it was so! präsentieren sie nach fünf Jahren Pause ihr 12. Studioalbum und setzen damit gleichzeitig ein Statement. Weiterlesen