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Big Joanie – „Happier still“

In UK sind sie längst kein Geheimtipp mehr, und falls sie das diesseits des Ärmelkanals noch irgendwo sein sollten, wird sich das wohl bald ändern. Big Joanie aus London sind Punk: eine Schwarze feministische Punk-Band von Menschen, denen die Verhältnisse weder Instrumente noch Musikunterricht noch eine Karriere im Musikgeschäft in die Wiege legten, und die Genre-Klischees unverfroren ignorieren, um einfach ihre eigene, extrem gute Musik zu machen. So punk wie Punk sein kann, weil eigentlich war, glaube ich, genau das die Idee von Punk, und sie endet auch nicht abrupt beim vierten oder fünften Akkord.

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torshammare

t-Sophia-FrNach einer Stadtrunde (wie immer ist es für mich viel zu warm und zu schwül, und voll ist es auch überall – nur nicht mit Schwarzvolk, das ist deutlich weniger vertreten als die Jahre vor dem bösen C) und ein bisschen Pause in der Wohnung fahren wir dann zur ersten Band des Tages, Sophia in der Kuppelhalle, meiner Lieblingslocation auf dem WGT. Die Halle ist perfekt für den mal ruhigen, mal intensiven Ritual/Martial/Ambient von Sophia, die heute aus Peter Bjärgö, seiner Frau Cecilia und Per Åhlund bestehen. Die Band ist sichtlich froh, wieder auf der Bühne zu stehen, und noch dazu auf dem WGT, auch wenn mit der Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Albin Julius (The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud, Der Blutharsch) auch ein wehmütiger Moment dabei ist. Ein wunderschöner Festivalbeginn! Danach steht die erste große Entscheidungsfrage an, wohin es als Nächstes gehen soll. Das Programm ist überall hervorragend, trotz vieler Absagen und Änderungen (noch am Donnerstag werden die letzten Bands für Montag bestätigt). Weiterlesen

Die dritte Expedition

1_coverDie beiden Klangtüftler und guten Freunde Andreas Davids (xotox, Natura Est) und Sven Phalanx (Schattenspiel, Schwarzwald) sind ungeheuer produktiv – nicht nur mit ihren eigenen Projekten, sondern auch mit dem gemeinsamen Baby. Nach Broken galaxies und A psychedelic trip into space liegt seit Januar 2022 bereits die dritte Reise ins Weltall vor, diesmal auf dem bulgarischen Label Mahorka. Beide Alben waren entspannte und spannende elektronische (Ambient-)Trips durch die unendlichen Weiten, voller charmanter Details wie zum Beispiel stimmungsvoller Sprachsamples. Space Ambient Pop haben Andreas und Sven ihr ureigenes Musikgenre getauft, und damit da keine Zweifel aufkommen, heißt das dritte gemeinsame Album auch so. Dann wissen wir also, was uns erwartet? Steigen wir ein und finden es heraus. Weiterlesen

Das Space-Abenteuer geht weiter

Davids-Phalanx-Psychedelic-CoverEs ist noch gar nicht so lange her, da haben die guten Freunde Andreas Davids (xotox, Natura Est) und Sven Phalanx (Schattenspiel, Schwarzwald) mit ihrem ersten gemeinsamen Album Broken galaxies auf sich aufmerksam gemacht. Eine entspannte und gleichzeitig hochspannende elektronische Reise durchs All, an deren Ende man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Das haben sich Andreas und Sven zu Herzen genommen und gleich fleißig weitergewerkelt. Anfang Mai dieses Jahres war es dann so weit, A psychedelic trip into space erblickte das Licht der unendlichen Weiten. Das intergalaktische Duo führt uns auf seinem zweiten Weltraumabenteuer an den Planeten unseres Sonnensystems entlang, und ich bin gespannt, in welche Klangbilder Venus, Mars oder Saturn gefasst sind. Ready for takeoff? Weiterlesen

There be Demons

Er hat es wie schon bei den letzten Auskopplungen „Not a man for you – Shameless3030“ (Link) und „Tape“ (Link) wieder geschafft uns zu begeistern, daher möchten wir ihn euch noch einmal als Musiktipp ans Herz legen.

SJÖBLOM ist das 2016 gegründete Soloprojekt von Johan Söblom, vielen besser bekannt als Mitglied von der Stockholmer Post-Punk-Band The Exploding Boy. Vorher ist er mit Prune und Fake Moss aktiv gewesen, und wer unser Interview mit Johan nachlesen möchte: Link.
Sein zweites Album nach 6 (Link zur Review) mit dem Titel Demons ist in Arbeit, doch vorab wurden mit „Tape“ und „Brand new life“ schon zwei Singles daraus veröffentlicht. Weiterlesen

the tinopener’s art – „follow them“

Das ist das offizielle Video zum Track „follow them“ von the tinopener’s art aus ihrem brandneuen Album observations in a time of chance (Vö. 14.05.): ein eingängiger Synth-Pop-Track mit schönen Retro-Sounds über den Einfluss von Influencern. 

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Unendliche Weiten

Cove-HQAndreas Davids und Sven Phalanx sind beides alte Hasen in der elektronischen Welt und mit ihren Hauptprojekten normalerweise ordentlich lärmig und tanzbar unterwegs. Andreas kennt man von xotox (das aktuelle Album Gestern ist alles andere als von gestern) und Natura Est, Sven Phalanx – wenn er nicht gerade eine ordentliche Portion Techno zu den Remixen auf Gestern beisteuert – ist seit Langem mit den Projekten Schattenspiel und Schwarzwald aktiv. Zwei sehr kreative Menschen also, und gute Freunde, und da ist es nur logisch, auch gemeinsam die unendlichen Weiten der Musik zu erforschen. Broken galaxies ist das erste gemeinsame Werk der beiden und bei Infacted Recordings erschienen. Weiterlesen

Ich habe keine Angst

xotox-gesternxotox – das ist feinster Tanzflächenlärm, der auch gern mal massive Konzerthallenwände zum Erzittern bringt. Kenner wissen natürlich, dass Andreas Davids sich nicht nur auf schön brachiale Klangeruptionen beschränkt, sondern auch ein Meister der introvertierteren Töne ist. Darüber hinaus ist er noch zusammen mit Tony Young von Autoclav1.1 als Natura Est unterwegs (Dark Ambient) und ganz einfach als Andreas Davids (verschiedenste Elektronikfacetten). An Kreativität mangelt es also nicht, und man könnte noch viel über die musikalische Bandbreite schreiben. Heute soll es aber um xotox gehen, schließlich steht seit Mai 2020 mit Gestern ein neues Album in den Startlöchern – das erste bei Infacted Recordings! Endlich Nachschub also nach der sehr schönen EP Silent Shout vom Januar 2019, und der will intensiv genossen werden. Also, Kopfhörer aufgesetzt und los! Weiterlesen

Synthesen

Ein bisschen ist es ja ein zweites Jubiläumsalbum, oder man könnte diesen Eindruck haben: Zehn Jahre musikalischer Output von Phasenmensch, Material von fünf Alben, zuletzt das 2019 erschienene Haunted (The gentle indifference of the world) (Review), wurde für dieses Remix-Album von einer Schar Mitmusiker*innen umgeschrieben, umgespielt und gefeiert. Über zwanzig Titel, über zwei Stunden Spielzeit, da muss man gar nicht erst versuchen, einen Track-by-track-Durchgang zu schreiben. Darum zuerst nur kurz die Zahlen: Von den 22 Titeln sind 21 Remixe, 20 davon von Kolleg*innen unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung, einer ist ein Eigen-Rework in bewährter Zusammenarbeit mit ICD-10. Dazu kommt als Opener ein neuer Track, der in Zusammenarbeit mit Antoine Saint-Martin entstanden ist. Und ich bin froh, dem Einzeldurchgang schon durch diese schiere Fülle von der Schippe zu springen; er könnte einem Album ohnehin nicht gerecht werden, bei dem die Beziehung der Stücke zueinander und zum jeweiligen Original fast ebenso tragend ist wie die musikalische Qualität der einzelnen Tracks.
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Von rutschenden Hosen, Zombieclowns und tanzenden Katzen

 

Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Fünf Jahre gibt es den Katzenclub schon, die vierteljährliche Party- und Konzertreihe, die es schafft, an nostalgische Pulverturmzeiten anzuknüpfen und gleichzeitig die derzeit angesagtesten Bands aus dem schwarz-wavigen Untergrund auf die Bühne zu holen. Die Tempers waren schon da, Zanias, She Past Away, Lebanon Hanover, Ash Code, aber auch so Szenelegenden wie Psyche oder The Invincible Spirit; Klangstabils Boris May ist sowieso Stammgast. Doch die schönste Partyreihe taugt nichts ohne die DJs hinter den Reglern, und da kann der Katzenclub auf die langjährige Erfahrung der Pagan DJs zurückgreifen, auf DJ Thaly aus dem Pulverturm und diverse hochklassige Gäste an den Reglern, die die kleine Tanzfläche mit oft wohltuend unbekanntem Material versorgen. Solche Erfolge müssen gefeiert werden, dachten sich daher die Veranstalter, und daraus wurde das erste Katzenclub Festival im Feierwerk. Weiterlesen